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Autozulieferer: Polytec rutscht tief in die roten Zahlen

04.11.2009 | 18:21 |   (Die Presse)

Der Hauptgrund ist die Krise der Autozulieferindustrie. Analysten erwarten nächstes Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone.

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Wien (b.l.). In den ersten neun Monaten hat der österreichische Autozulieferer Polytec einen Verlust von 68 Mio. Euro eingefahren. Vor einem Jahr gab es noch einen Gewinn von 16 Mio. Euro. Der Umsatz fiel von 595 Mio. auf 434 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) drehte von plus 26 Mio. auf minus 25 Mio. Euro.

Der Hauptgrund ist die Krise der Autozulieferindustrie. Das Unternehmen liefert Module und Komponenten für den Innen- und Motorraum. Ein anderer Grund ist hausgemacht. Vor eineinhalb Jahren hatte Polytec die doppelt so große deutsche Peguform erworben. Dann kam die Krise im Autosektor, im Sommer drohte das Unternehmen unter den Schulden zusammenzubrechen. Die Peguform musste notverkauft, ein harter Sparkurs eingeleitet werden, mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter mussten gehen. Die jüngsten Verluste sind zu einem großen Teil auf den Peguform-Verkauf an die Cross-Gruppe zurückzuführen.

 

Aktie gibt nach

Die Börse reagierte wenig erfreut auf die jüngsten Zahlen. In einem guten Umfeld gab die Polytec-Aktie zu Handelsbeginn nach, erholte sich aber dann. Ihr Hoch hatte sie Mitte 2007 bei 14 Euro markiert, ihr Tief im März bei einem Euro. Derzeit kostet sie etwa 2,30 Euro. Zwei Analysten stufen sie mit „Halten“, einer mit „Reduzieren“ ein.

UniCredit-Analyst Harald Weghofer sieht ein Kursziel von 2,60 Euro und zeigt sich von der Höhe des Verlusts bis September nicht überrascht. Das Schlimmste dürfte überstanden sein: Im dritten Quartal habe sich gegenüber dem zweiten schon eine leichte Verbesserung gezeigt. Im vierten Quartal sollten die Kostensenkungsmaßnahmen Auswirkungen zeigen. Vom Auslaufen der Abwrackprämie in Deutschland dürfte Polytec kaum betroffen sein. Denn Hauptkunden sind BMW und andere Prämienmarken. 2010 rechnet Weghofer mit einer Rückkehr in die Gewinnzone, wahrscheinlich schon im ersten Halbjahr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2009)

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