23.11.2009 00:32 | Meine Presse Merkliste0

Klage gegen ÖGB wegen unbezahlter Überstunden

05.11.2009 | 13:13 |   (DiePresse.com)

Ein Jugendsekretär will die Gewerkschaft auf 24.400 Euro klagen, weil ihm 1340 Überstunden nicht ausgezahlt worden seien. Der ÖGB verweist auf die Überstundenpauschale des mit Ende 2009 gekündigten Sekretärs.

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Ein Jugendsekretär des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) will im Vorjahr 1.340 Überstunden geleistet haben, die ihm nicht abgegolten wurden. "Die Arbeitsbelastung meines Mandanten war so stark, dass er mit Ende Juni 2009 aufgrund eines Burn-Out-Syndroms in Krankenstand gehen musste", erläutert sein Anwalt, Oliver Koch. Er bereitet sich nun auf eine Klage gegen den ÖGB vor, der im Nachhinein 24.400 Euro zahlen soll. 

ÖGB: Überstunden nicht nachvollziehbar

"Für uns sind die behaupteten Überstunden in dieser horrenden Höhe in keinster Weise nachvollziehbar", betont Michael Rovina, der Leiter der Rechtsabteilung des ÖGB. Der Sekretär habe selbstverständlich eine Überstundenpauschale erhalten und bisher keine Belege vorgelegt, aus denen sich darüber hinausgehende geleistete Arbeitszeiten dokumentieren ließen.

Vorgänger kamen mit Zeit aus

Der Chefjurist des ÖGB verweist darauf, sämtliche Vorgänger des Jugendsekretärs hätten die mit dieser Funktion verbundenen Tätigkeiten und Aufgabenbereiche "problemlos in ihrer normalen Arbeitszeit untergebracht". Der Sekretär habe außerdem nie über berufliche Überforderung geklagt: "Er ist nie mit Beschwerden zu seinen Vorgesetzten gekommen."

Klage weil gekündigt?

Für Rovina stehen die finanziellen Forderungen des Mannes in ursächlichem Zusammenhang mit dem Umstand, dass diesem mit Jahresende 2009 gekündigt wurde, nachdem es unter anderem zu Unstimmigkeiten bei der Organisation eines Jugendsporttags gekommen sein soll.

"Nie vor 22 Uhr aus dem Büro"

Der Jugendsekretär lässt diese Vermutung nicht gelten: "Es hat nie einen Tag gegeben, wo ich vor 22 Uhr aus dem Büro gegangen bin". Mitunter hätte er "sieben Tage die Woche durchgehend gearbeitet". Am Wochenende hätten ihm sogar Freunde beim Kuvertieren von 40.000 Briefen geholfen, "weil ich sonst in Arbeit untergegangen wäre". Er habe "komplett unbezahlt" Aktionstage, Seminare und Kurse geplant, konzipiert und abgewickelt: "Dazu habe ich genaue Aufzeichnungen."

Da in dieser Sache eine außergerichtliche Einigung ausgeschlossen scheint, dürfte die Causa schon demnächst vor dem Wiener Arbeitsgericht landen.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: ASVG-Sklave
06.11.2009 13:35
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Skandal des Arbeits-und Sozialgerichtes

Wer die Arschkriecherei des ASG gegenüber GROSSunternehmen einmal erlebt hat, den kann nichts mehr verwundern: Auf die kleinen Unternehmer hackt die Richterschaft ganz macho ein, den Großkonzernen kriechen die Richter dort in den Arsch: "Grüß¿ Sie Gott her Dr. Z. (ehemaliger Personalchef eines Multis), wie geht es Ihnen? --- Schon längst hätten die Überstundenpauschalien als sittenwidrig verworfen werden müssen. Wie wäre es ansonst mit einem 5 qcm großen Schnitzel auf ihrem nächsten Gasthausteller? Wie bitte, unzufrieden??? Wir haben Vertragsfreiheit!!! Die Drecksjustiz macht es möglich. Hurra, wir sind in Austria.

Gast: gepoppter
06.11.2009 00:56
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Degoutant oder pikant?

Nix is fix. Nicht einmal die sprichwörtliche Solidarität der ÖGBler. Wahrscheinlich ohnedies nur ein Gerücht, wenns um die eigene Haut, oder bloß um den eigenen Vorteil geht. Überstunden in einem geregelten Arbeitsverhältnis? Verdächtig.

Gast: UKW
05.11.2009 19:42
0 0

Roter Saftladen

Typisch österreichisch. Wenn jemand mit dem Arbeitgeber Streit hat, geht er monatelang grundlos in den Krankenstand und kassiert von der Öffentlichkeit Krankengeld um in Ruhe prozessieren zu können. Rechtsschutz und Unterstützung gibt es von der Arbeiterkammer und Gewerkschaft - Aber nur wenn man ein anständiger Roter ist.

Diesmal müssen sie halt gegen sich selbst prozessieren. Wahrscheinlich ist der betroffene Arbeitnehmer aus der SPÖ ausgetreten, weil er gar so gemobbt wird. Parteilose haben schließlich bei einem SPÖ Verein nichts verloren - außer als Zahler natürlich, der ihre Privilegien finanziert.

fmoedrit
05.11.2009 15:28
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Ein Selbstbediener im Selbstbedienungsladen

Nachdem es höchst unwahrscheinlich ist, dass bei der ÖBB jemand gute, über den Dienst nach Vorschrift hinausgehende Leistung bringt, sollte man sehr, sehr genau prüfen, was der gute Herr im Dienst wirklich gemacht hat. Kann ja kein Zufall sein, dass es in seinem Umfeld Unstimmigkeiten gab und er gekündigt wurde.

Antworten Gast: Jaja
05.11.2009 18:06
0 0

Re: Ein Selbstbediener im Selbstbedienungsladen

Bitte lesen: ÖGB NICHT ÖBB! Aber auch ich bin skeptisch, dass er 1340 Überstunden gemacht hat, denn dann hätte er über 110 Überstunden (was immerhin fast 14! Arbeitstage sind ) pro Monat gemacht und 50 sind meines Wissens erlaubt. Wenn der ÖGB dies anerkennen würde, würde er gleichzeitig zugeben selbst gegen die Gesetze zu verstoßen, die er von anderen Firmen verlangt einzuhalten. Und wenn der Herr ungefragt und freiwillig am Wochenende arbeitet, ist es seine Schuld. Wenn er den Auftrag bekommen hat, hätte er aber schon früher schreien müssen.....

bad cop
05.11.2009 21:01
0 0

1340 Stunden sind DURCHAUS glaubhaft !

Ich durfte beim LPK-Wien vor einigen Jahren einen Schnitt von 130 angeordneten ÜST im Monat (Spitze 170) machen, bevor es mir gelang Wien zu verlassen. Das sind ständig 24 - 36 Std Dienste bei denen man die letzten 12 Std vor einer leeren Botschaft steht oder andere sinnvolle Nicht-Tätigkeiten verrichtet.
Es gibt also TATSÄCHLICH Arbeitnehmer die wie Arbeitssklaven gehalten werden.

Ratio
05.11.2009 13:34
0 0

Wenn die Überstunden angeordnet waren,

dann ist der Chef zur Aussage dran.

Wenn sie nicht angeordnet waren, muß der Mitarbeiter genau nachweisen, was er in der Zeit getan hat. Surfen z.B. allein genügt nicht, da müßten die IP-Adressen ausgehoben werden, wo und wann die Besuche stattfanden usw.
Grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einem Verein, der kein Geld hat, soviel zu tun ist, außer beim Putzen der Bonzen-Appartements in der Innenstadt.

Re: Wenn die Überstunden angeordnet waren,

Ohne die Hintergründe zu nennen, ist in diesem Fall keine Einschätzung möglich.
Ich kenne ähnlich gelagerte Fälle, in denen der Arbeitnehmer ohne Anordnung sämtliche Vorgänge derart verkompliziert hat, dass er Überstunden leistete (u.a. statt einem Serienbrief im Word sämtliche Briefe händisch erstellt und gedruckt, Sortier- und Faltfunktionen des Druckers ignoriert,...) und dann auf Bezahlung der Überstunden bestand - ich hatte ihm im Vorhinein den Umgang noch einmal erklärt und eine Dokumentation mit jedem einzelnen Klick als Screenshot verdeutlicht mitgeliefert.

Allerdings gibt es auch Arbeitgeber, welche deutliche Fehleinschätzungen treffen und/oder bewusst das Personal überfordern um Kosten zu minimieren.

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