23.11.2009 01:32 | Meine Presse Merkliste0

Bures: "Es wird keinen ÖBB-Privatisierungsgipfel geben"

05.11.2009 | 14:14 |   (DiePresse.com)

ÖVP-Staatssekretär Lopatka fordert einen Bahngipfel. Denn die Pauschale, die Eisenbahner anstatt individueller Nebengebühren erhalten, erhöht auch die Pension. SPÖ-Ministerin Bures lehnt so einen Gipfel ab.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die immer lauter werdende Kritik an den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) heizt auch den Streit in der Regierung an. ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka erneuerte am Donnerstag seine Forderung nach einem Bahn-Gipfel. Die zuständige Infrastruktur-Ministerin Doris Bures lehnt einen solchen "ÖVP-Privatisierungs-Gipfel" ab und fordert den Koalitionspartner auf, seine "Negativ-Kampagne gegen das wichtige österreichische Unternehmen ÖBB" einzustellen. "Mit mir wird es keinen Privatisierungsgipfel geben und schon gar keine Zerschlagung und Privatisierung der ÖBB", betonte Bures in einer Pressemitteilung.

Niemand spricht von Privatisierung

ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier konterte mit dem Vorwurf der Wortspielerei: "Keiner will einen Privatisierungsgipfel, sondern die ÖVP steht für einen Sanierungsgipfel". Dieser wäre höchst notwendig, "um einmal die aktuelle Situation zu analysieren, die Hilflosigkeit der Bundesministerin und des Managements zu beenden und entsprechende Maßnahmen zu beschließen".

VP-Staatssekretär Lopatka sieht Handlungsbedarf vor allem bei "ungerechtfertigten Sonderregelungen bei Dienst- und Pensionsrecht, die Milliarden an Zusatzkosten verursachen", wie er am Donnerstag deponierte. Konkret geht es dabei um eine Änderung von ÖBB-Bezügen.

Pauschale verteuert Pensionen

Seit 2002 wird anstelle von individuellen Nebengebühren eine allgemeine "Nebenbezugspauschale" in die Gehaltsansätze der unkündbaren ÖBB-Mitarbiter eingerechnet. Diese Pauschale ist im Gegensatz zu den alten Gebühren "pensionswirksam" und würde die ÖBB-Pensionen bis 2056 laut Rechnungshof um 1,2 Mrd. Euro erhöhen. Das Thema ÖBB-Pensionen beschäftigt derzeit auch die Verwaltungsreform-Arbeitsgruppe, die am 9. Dezember wieder tagt. Lopatka und Bures sehen den jeweils anderen - bzw. die ÖBB selbst - in der Pflicht, Vorschläge für eine Lösung vorzulegen.

"Selbstbedienungsmentalität"

Lopatka und sein Parteikollege Maier wollen bei einem ÖBB-Gipfel auch die "mangelnden Kundenleistungen" der Bahn sowie die "Selbstbedienungsmentalität bei einzelnen Spitzengewerkschaftern und Aufsichtsräten" zur Sprache bringen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass der frühere stellvertretende Aufsichtsratspräsident der ÖBB, Eduard Saxinger, für 2007 und 208 für die "Aufbereitung entscheidungsreifer Beschlüsse" und die "Erstellung von Rechtsgutachten" zusätzlich zu seiner Aufsichtsratsentschädigung 100.000 Euro bekam, ohne dass das im Aufsichtsrat beschlossen wurde. Ein Viertel der Sonderzahlung wurde der ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft, die das Ganze abwickelte, von der Asfinag refundiert, bei der Saxinger Aufsichtsratsvorsitzender ist. Die Zahlung von 25.000 Euro wurde laut Asfinag am 7. 4. 2009 überwiesen und galt ebenfalls für 2007 und 2008 und für Leistungen, "die mit Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart waren". Entgegen anderslautenden Medienberichten habe Saxinger auch "kein Büro bei der Asfinag". Im Aufsichtsrat am 1. Dezember werden die Honorare ein Thema sein, in der Woche vorher sind in im Personen- und im Güterverkehr die Kontrolleure mit der abermaligen Bahnreform befasst.

EU kritisiert Mitarbeiterverschiebung


Der ÖVP geht die Umsetzung der im Sommer beschlossenen Reform der ÖBB-Reform und der damit verbundene weitere Personalabbau viel zu langsam. Tatsächlich spießt es sich weiter bei der beschlossenen Zusammenlegung von Traktion und Verschub in einer neuen Produktionsgesellschaft. Strittig ist unter anderem, wem die Loks und Triebwagen (heute bei der Traktions GmbH) künftig gehören sollen - und damit die Höhe allfälliger neuer Abwertungen. Außerdem hat Brüssel Einwände gegen die Verlagerung der rund 7.000 Verschub-Mitarbeiter angemeldet bzw. die rund 130 Mio. Euro schweren Subventionen, die noch in diesen Bereich fließen. Am morgigen Freitag stehen wieder Gespräche mit der EU-Kommission an.

 

(APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

10 Kommentare
kraehe
06.11.2009 17:55
0 0

Lopatka

Lopatka sollte in sich gehen, es waren ja seine Parteifreunde die mit den unfähigen blauen Ministern diesen Saustall bewusst verursacht haben !

geronimo
06.11.2009 12:14
0 1

Gedenkt die Ministerin irgend etwas dagegen zu tun?

- dass die ÖBB momentan jährlich jeder Österreicherin und jedem Österreicher € 800,-- pro jahr an Zuschuss kosten.

Tendenz steigend.

Hat die Ministerin diese Tatsache überhaupt begriffen?

Hat sie begriffen, dass die ÖBB ein Saustall ist?

Hat sie begriffen, dass sie dafür zuständig ist?

Trader
06.11.2009 11:14
0 0

Cui bono .....

Warum ist aus dieser Ministerin eigentlich keine Zahntechnikerin geworden .......... Ach ja die Prüfung hat sie ja nicht geschafft........
Ist doch klar, dass hier kein Interesse an einer echten Klärung der Lage seitens der Ministerin besteht. Eisenbahner sind sichere Stimmen der SPÖ. Das ist ja wohl 6 Milliarden € wert .. Steuergelder natürlich. Der ganze Saustall wird irgendwann nicht mehr zu schützen sein und ein BAWAG II Fiasko wird so manche dieser Bonzen hoffentlich hinwegfegen - Haberzettl natürlich nicht. Der wußte ja von nichts und war gar nicht dabei....... Um klarzustellen - Ich bewundere jene Eisenbahner die in diesem Sumpf versuchen einen guten Job zu machen und ich kenne einige davon. Warum haben diese wohl die Nase von diesen arbeitsscheuen Gewerkschaftern voll.......

Carretto
06.11.2009 12:18
1 0

Re: Cui bono .....

Sie dürften bei jenen Eisenbahnern die sei bewundern nur halbherzig zuhören. Der Laden läuft, trotz des mageren Inputs der Kontroll- und Aufsichtsorgane und vermutlich auch zu deren Erstaunen, verwunderlicherweise immer noch. Dank dem Improvisationstalent vieler ÖBB-ler.

Denn Fachkompetenz ist kein Garant für poltische Intelligenz. Beisipiele dafür gibt es genügend. Siehe Zustand der Bildungspoltitik nach mehr als zehn Jahren Gehrer. Der Landwirt Molterer konnte die Situation der Bauern auch nicht verbessern. Und die aktuelle Justizministerin Bandion-Ortner findet nichts dabei sich mit dem Anwalt des prominenten Beschuldigten KHG auf ein Kaffeeplauscherl zusammenzusetzen.

Also was könnte da eine Zahnarztassistentin als Infrastrukturministerin noch vergeigen? G'studierte zeigen uns täglich vor, das Unbedarftheit, Sumperei- und Bluzzerei kein Markenzeichen mangelnder Bildung sein muss. Einige unbeirrbare werken schon wieder an einer besseren ÖBB. Eigentlich zum fürchten.

Carretto
06.11.2009 09:39
0 0

Feudalismus in Reinkultur

Die Zustände im Saustall ÖBB mögen noch so beschämend sein. Sie sind nichts gegen jene erbärmlichen und verantwortungslosen Politiker die über unfähige, schamlose und unterbelichtete Manager, Aufsichts- und Kontrollorgane unbeirrt ihr Schutzpatronat ausüben. Ihnen nicht den blauen Brief sondern noch Geld nachschmeissen. Über das warum rätseln nur noch einfältige Idealisten.

Hr. Lopatka und mit ihm die ÖVP beklagen nun das Kunden, Steuerzahler und Belegschaft nicht bereit sind die Folgen des, dank ihrer Reformen herbeigeführten, unerträglichen Zustandes, in gebotener Demut hinzunehmen. Also greift man zu Aktionismus.

Das vor den Augen der Kontroll- und Aufsichtsorgane etwa der Rechtsstaat bei der Bahn aus dem letzten Loch pfeift wird von den Paten dienlich behandelt. Mit der altbewährten Keule aus Halbwahrheiten über einen noch immer nicht ausgerotteten Privilegiendschungel hofft man günstigen Wind zu erzeugen um vom eigenen Versagen ablenken zu können.

Den Saustall ÖBB wird die ÖVP nicht los. Niemals zuvor haben sich Führungskräfte derart schamlos bedient, mit Steuergeld gezockt und mangelnde Kompetenz sowie fehlenden Anstand durch Arroganz und Hochmut ersetzt.

Jene die ihrer Arbeit mit Anstand nachgehen fragen sich zu Recht, wie lange sie noch die Dummen sein werden.

Der Partezettel-Aktionist und Dünnnluft-Junkie Lopatka scheint der letzte zu sein der rechtschaffen Sorge über verplempertes Steuergeld vermitteln könnte.


0 1

Durchblick-Dorli will die geschützte Werkstätte schützen


Kostet den österreichischen Steuerzahler ja nur 6.000 Millionen Euro pro Jahr!

Damit die fetten Eisenbahner mit 53 und Sonderbezug in Pension flüchten können.

Da zahlt man doch gerne Steuer.

Antworten Gast: fetter Eisenbahner
05.11.2009 22:14
1 0

Re: Durchblick-Dorli will die geschützte Werkstätte schützen

du bist der Beweis daß es noch primitives Leben gibt auf diesem kranken Planeten, schmerzt es eigentlich ohne Hirn zu leben?

geronimo
06.11.2009 10:33
0 0

Re: Re: Durchblick-Dorli will die geschützte Werkstätte schützen

Ich glaube eher Sie sind etwas primitiv.

CanisLumpus hat in seinem Kommentar bezüglcih der Kosten vollumfänglich die Wahrheit geschildert.

Das mit den 53-jährigen Pensionsflüchtlingen stimmt leider auch für einen extrem hohen Anteil der Eisenbahner.

kraehe
06.11.2009 18:01
0 0

Re: Re: Re: Durchblick-Dorli will die geschützte Werkstätte schützen

Wohin sollten sie sonst vor dem von schwarz - blau verursachten Chaos,
flüchten ??????????????

Gast: ET
05.11.2009 15:59
0 0

Tolle Regierungsleistung!

Jetzt wird schon gestritten, ob über drängende Probleme und deren Lösungen überhaupt diskutiert werden soll.

Vorschläge:
Jede Partei saniert endlich die Bereich, wo der jeweil grössere Einfluss ist.

Zum Beispiel die SPÖ die ÖBB, die AK, ORF Asfinag und die OeNB.

Die ÖVP sorgt im Gegenzug dafür, dass der öff. Dienst endlich ein brauchbares Kosten Nutzenverhältnis bekommt, saniert die Pensionskassen samt Ruhestandsgenüssee, kümmert sich um die Auflösung der Bundesländer und der grossen Genossenschaften. Vielleicht auch eine moderen und Zukunftsgerechte Landwirtschaft.

Jede Partei hat genung Aufgaben in ihrem Einflussbereich. Es wäre eigentlich gar keine Zeit sich in die Sache des jeweils Anderen einzumischen.

Würde das auch gemacht, dann hätte auch Österreich was davon und nicht nur die Günstlinge der Parteien und die Parteien selbst. Österreich würde wieder Luft bekommen und die erhöhte Sauerstoffzufuhr eine postive Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichen.

Yes, I had a dream!

Schlagzeilen Wirtschaft

  • T-Mobile-Chef: "Wir fühlen uns benachteiligt"
    Europaweit ist der Streit um die „Digitale Dividende“ weitgehend entschieden - für die Mobilfunker. Österreich habe darauf schlichtweg vergessen, klagt T-Mobile-Chef Chvatal.
    Zahme Prüfung der OeNB bescherte Hypo Staatshilfe
    Ein Gutachten der Nationalbank aus dem Dezember hielt Gewinne der verlustreichen Bank im heurigen Jahr noch für plausibel. Grundlage dafür ist ein oberflächlicher Bericht der Oesterreichischen Nationalbank.
    Fonds floppten, weil zu wenige Versicherte starben
    Fonds der Deutschen Bank investierten in Lebensversicherungen und warteten auf den Tod der ursprünglichen Versicherungsnehmer. Da zu wenige starben, blieben die Erlöse aus. Der Bank droht nun eine Klage.
  • Bulgarien: Brunch statt Budgetdebatte
    Sofia winkt Budget für 2010 durch, darüber reden wollte im Parlament niemand. Der Haushaltsentwurf geht von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent auf 32,6 Mrd.Euro aus.
    Doch keine Gebühr im Cyberspace
    Der Unabhängige Finanzsenat Linz verneint eine Gebührenpflicht bei der Einigung per E-Mail ohne Ausdruck.
    Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
  • Magna-Chef Wolf will Arbeitskräfte flexibler einsetzen
    Wolf fordert "Work-on-Demand" und die Frühpensionierung von schwer vermittelbaren Arbeitskräften. Die Krise sei eine historische Chance zur Flexibilisierung.
    Subventionswettlauf um Opel gestartet
    EU-Industriekommissar Günter Verheugen kritisiert scharf die Ersteigerung von Arbeitsplätzen. Welche Opel-Standorte werden in Europa überleben dürfen? Klar ist, dass etwa 10.000 Mitarbeiter werden gehen müssen.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen
  • Design-Dildo statt Kabinen-Porno
    Beate Uhse, Europas größter Erotikhändler, klagt über schlechte Geschäfte. Haben Sexshops ausgedient? Mitnichten. Zumindest, solange sie neue Kunden ansprechen. Der Konzern der verstorbenen Primadonna meldete sinkende Umsätze.
    Wirtschaftskrise: Opfer, entschädigt doch die Täter!
    Hochrangige Banker bauen bereits für die nächste Wirtschaftskrise vor. Die Steuerzahler sollten sich besser anschnallen. Sicher ist sicher. Josef Ackermann ist wohl etwas wie der Mann fürs Grobe in der sonst so zurückhaltend agierenden Bankenszene.
    Sinnfrei an der Börse
    Warum der Neueinstieg in Aktien derzeit keinen Sinn ergibt, K+S aber spekulativ trotzdem eine Überlegung wert wäre.