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Wien: 48 Millionen Euro Strafe für Zoll-Betrüger

05.11.2009 | 15:28 |   (DiePresse.com)

Ein Chinese hat Waren mit gefälschten Zollpapieren nach Österreich importiert und nach Italien verkauft, wo die Mehrwertsteuer hinterzogen wurde. Er wurde zu zwei Jahren Haft und 48 Millionen Euro Strafe verurteilt.

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Am 27.10.2009 wurde ein chinesischer Staatsangehöriger wegen gewerblicher Zoll- und MWSt-Hinterziehung vom Landesgericht für Strafsachen Wien zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren und einer Gesamtgeldstrafe von 48 Millionen Euro verurteilt.

Er hatte in tausenden Fällen Waren aus China in Wien mit gefälschten Papieren verzollen lassen und weiter an Abnehmer in Italien verkauft. Die grundsätzlich in Italien fällige Umsatzsteuer wurde hinterzogen. Es werden noch weitere Prozesse gegen den Verurteilten folgen.

Gefälschte Zollpapiere mit Fantasiewerten

In der von der Zollfahndung ausgehobenen Fälscherwerkstatt in Brunn am Gebirge in Niederösterreich wurden Blankovordrucke für Rechnungen, Frachtdokumente und chinesische Ursprungszeugnisse vorgefunden, die mit nachgemachten Stempeln versehen, bei der Einfuhr genutzt wurden.

Die Zollwerte konnten hierbei beliebig manipuliert werden, um die Abgabenbelastung möglichst gering zu halten. Die manipulierten Rechnungen wiesen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Warenwertes auf. Somit wurde durch die Rechnungsmanipulation über einen verminderten Wert der Sendung bis zu 90% der Zollabgaben hinterzogen und zusätzlich die gesamte Umsatzsteuer im Bestimmungsland umgangen.

EU-Steuersystem ausgenutzt

Es handelt sich bei diesem Fall um die systematische Hinterziehung von Eingangsabgaben (Zoll- und Einfuhrumsatzsteuer) in Millionenhöhe durch falsche Zollwertanmeldungen im "Zollverfahren 4200". In diesem Verfahren wird die Erhebung der Mehrwertsteuer ausgesetzt und findet im eigentlichen Käuferland z.B. Italien, Rumänien, Polen oder Ungarn statt. Die angeblichen Empfänger waren jedoch entweder nicht existent oder stellten ihre Aktivitäten innerhalb kürzester Zeit wieder ein. Die Folge war, dass in keinem der genannten Mitgliedstaaten die Mehrwertsteuer ordnungsgemäß angemeldet und entrichtet wurde.

Pröll gratuliert

ÖVP-Finanzminister Pröll begrüßt die Verurteilung als „eine deutliche Warnung, an jene, die sich durch Betrug gegenüber ehrlichen Unternehmern einen unfairen Vorteil verschaffen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gilt seitens der Finanzbehörden Null Toleranz gegenüber Steuerbetrug.“

(Red. )

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6 Kommentare
Gast: ASVG-Sklave
06.11.2009 12:51
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Spritzpistole "falsch" deklariert

Ich erinnere mich an wirklich skandalöse Falschdeklarationen der (einschlägig politisch orientierten) Fleischmafia aus dem damaligen St. Marx, die hochwertigen Schweinefleischimport aus Polen als Tierfutter oder Abfall deklarierte und wo alle Beteiligten freigesprochen wurden (diese hatten auch ein gewisses Glaubensbekenntnis). Der kleine Chinese, der eine Plastik-Spritzpistole als Schrott deklariert, spürt dafür die volle Härte unserer Justiz. Unserer Justiz, eben.

Antworten Gast: vonirgendwo
06.11.2009 14:15
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Re: Spritzpistole

Naja, nur weil z.B. O.J. Simpson dank Chewbacca Verteidigung freigesprochen wurde, sollte deswegen auch nicht ein "armer" Mörder freigesprochen werden.
Was natürlich stimmt, ist das es sehr oft vorkommt, dass man bei Inländern oft beide Augen zudrückt und bei Ausländern doppelt so streng schaut. Das ist natürlich zu kritisieren.
Aber hier dürfte es sich eindeutig um schweren Betrug gehandelt haben.

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
06.11.2009 15:45
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Re: Re: Spritzpistolen und Damen-BHs

Ihre Argumentation ist an sich berechtigt. Allerdings bezweifle ich, ob sich die Finanz (Zoll) mit dem behaupteten Schadensausmaß nicht überschlug. Meine Frau hat sich unlängst ein paar BHs aus New York schicken lassen. Der Zoll für den Warenwert von rund € 100,-- betrug ca. 25 Prozent. Die Kerle erträumen sich ihre Ziffern. Die größten Betrüger!

der pröll gratuliert, na toll!

und was machen die ganzen tausenden import-export-firmen, die von unseren geliebten freunden in ganz österreich betrieben werden? sperren auf, legen sich eine kleine auslage zu, und in einem jahr werdens neu eröffnet, oder in einen "imbiß" oder einen friseur umgewandelt. da passiert umsatzsteuerbetrug in milliardenhöhe, ohne daß auch nur ein einziges stück ware tatsächlich importiert oder exportiert wird! und das allein in österreich... das so "verdiente" geld wird dann in den bekannten "moneylaundromaten" reingewaschen.

wenn da mal gscheit recherchiert würde, hätte die atib schwuppdiwupp kein geld mehr!

Gast: Oskar
05.11.2009 17:30
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Wir sollten grundsätzlich die Zölle für Waren aus China verzehnfachen

Außerdem sind die Sachen ungesund und durch Kindersklaven gefertigt. Wir sollten uns davon klar distanzieren.

Antworten Gast: Herbert
06.11.2009 04:08
0 0

Re: Wir sollten grundsätzlich die Zölle für Waren aus China verzehnfachen

Da müssten auch die "ehrenwerten" bekannten Firmen an den Pranger gestellt werden, die z.B.: ein Hemd in Shenzhen ab Fabrik um ca. 2€ einkaufen und, da die "Wertschöpfung" in Europa stattfindet noch diese Waren als Product of EU um 60€ verkaufen, alles rechtlich einwandfrei!!!

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