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Sanierung: ÖVAG-Verlust kletterte auf 607 Millionen Euro

06.11.2009 | 18:11 |   (Die Presse)

Das Volksbanken-Spitzeninstitut kann die Zinsen für das Staatskapital 2009 und 2010 nicht zahlen.

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Wien (höll). Die Bilanz der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) färbt sich tiefrot. Das Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken teilte am Freitag mit, dass in den ersten drei Quartalen 2009 auf Konzernebene ein Vorsteuerverlust von 607Mio.Euro erwirtschaftet wurde. Das ist ein neuer Rekord. Das Minus hat sich vor allem zwischen Juli und September stark erhöht. Denn im ersten Halbjahr 2009 stand noch ein Verlust von 139 Mio. Euro zu Buche.

Was ist passiert? Laut ÖVAG-Chef Gerald Wenzel sei das Institut operativ in den ersten drei Quartalen mit einem positiven Ergebnis von 307 Mio.Euro etwa ebenso gut wie in den vergangenen Jahren gewesen. Zur Belastung wurden jedoch die Vorsorgen für Kredite. Auch viele Beteiligungen mussten neu bewertet werden. Wenzel leitet die Bank seit einem halben Jahr. Er trat die Nachfolge von Franz Pinkl an – der zur Hypo Group Alpe Adria wechselte. „Der neue Vorstand ist nicht angetreten, um die Situation schönzureden, sondern um konsequente Zukunftsentscheidungen zu treffen“, betonte Wenzel. „Wir setzen alles daran, den ÖVAG-Konzern nachhaltig auf die Erfolgsspur zurückzuführen.“

 

Bank will sich neu ausrichten

Zu den Maßnahmen, mit denen die Sanierung und Neuausrichtung der ÖVAG erreicht werden soll, zählen unter anderem eine deutliche Reduktion der Verwaltungskosten und der Verkauf von fünf Spezialbanken (wie der Ärztebank und der Immobank) an die Bundesländer-Volksbanken.

Zudem sollen mittelfristig900 von 8600Stellen gestrichen werden. Noch offen ist, ob die defizitäre Tochter Investkredit in den ÖVAG-Konzern fusioniert wird. Für 2010 erwartet Wenzel eine Trendumkehr: „Auf Konzernebene rechnen wir 2010 mit einem Gewinn.“ Im Konzern sind die ÖVAG und alle Beteiligungen im In- und Ausland enthalten.

Als Einzelinstitut wird die ÖVAG aus heutiger Sicht jedoch auch 2010 einen Verlust schreiben. Diese Unterscheidung hat gravierende Auswirkungen auf den Staat. Denn damit zeichnet sich ab, dass die ÖVAG nicht nur 2009, sondern auch 2010 die Zinsen für das staatliche Partizipationskapital nicht zahlen kann. „Aufgrund des nach wie vor schwierigen Umfelds kann eine Ausschüttung 2011 für das Geschäftsjahr 2010 der gewinnabhängigen Kapitalinstrumente aus heutiger Sicht nicht in Aussicht gestellt werden“, heißt es in der ÖVAG-Aussendung.

Die ÖVAG erhielt als Einzelinstitut im Frühjahr 2009 eine Mrd. Euro zur Bewältigung der Finanzkrise. Laut der mit dem Finanzministerium getroffenen Vereinbarung soll die Bank dafür jährlich Zinsen von 9,3Prozent zahlen. Doch im Vertrag gibt es einen Passus, wonach die Zinszahlungen in Verlustjahren entfallen. Und zwar ersatzlos. Das Geld braucht später auch nicht nachbezahlt werden.

Damit entstehen dem Staat allein bei der ÖVAG für die Jahre 2009 und 2010 Zinsausfälle von zusammen 186Mio.Euro. Auch bei der Hypo Group Alpe Adria schaut der Bund durch die Finger. Die BayernLB-Tochter hat bereits im Vorjahr vom Finanzministerium 900Mio.Euro überwiesen bekommen. Laut der Ratingagentur Moody's dürfte die Hypo Kärnten erst 2012 wieder die Gewinnschwelle erreichen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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3 Kommentare
hömal
13.11.2009 10:39
0 0

jetzt hab ich glesn

Wenzel leidet die Bank seit einem halben Jahr ...

MUHAHAHA, was ein freudscher Verleser ...

jaja, leiden tut die Bank, und zwar ordentlich. und ich muss leider mitleiden. bemitleide mich selbst.

Gast: Oskar
06.11.2009 22:34
0 0

Wie würde es dieser Gruppe im freien Markt ergehen?

Diese Leute haben jahrelang das Lied der freien Marktwirtschaft angestimmt. Jetzt haben sie den Schlager gewechselt und singen nur noch von Hammer und Sichel.

hw
08.11.2009 13:37
0 0

Re: Wie würde es dieser Gruppe im freien Markt ergehen?

sie wissen warum das institut verluste schreibt? operativ hat sich nichts geändert. das institut verhält sich "marktwirtschaftlicher" als sie denken. jedenfalls lese ich dies aus dem artikel.

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