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Staatshilfe für Banken wird bis Ende 2010 verlängert

06.11.2009 | 18:11 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

OeNB-Chef Nowotny warnt vor „japanischen Verhältnissen“. RZB-Chef Walter Rothensteiner begrüßt die Verlängerung des Hilfspakets. Von den 90 Mrd. Euro, die der Staat den Banken anbietet, wurden bislang 37Mrd. Euro abgerufen.

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Wien. Das milliardenschwere Hilfspaket für die Banken läuft Ende 2009 aus. Nun zeichnet sich eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ab. Das ist eine Überraschung. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) hatte in der Vergangenheit gemeint, dass weitere Staatshilfen vermutlich nicht notwendig seien. Doch am Freitag legte Notenbankchef Ewald Nowotny der Regierung eine Ausdehnung bis Ende 2010 nahe. Dazu laufen bereits Verhandlungen. Denn es muss die Zustimmung der EU-Kommission eingeholt werden. Aus Brüssel ist zu hören, dass es für die Banken bei der Inanspruchnahme weiterer Kapitalspritzen härtere Auflagen geben wird.

Die Regierung will Nowotnys Forderung erfüllen: „Wenn die Nationalbank eine Verlängerung empfiehlt, werden wir dies in Erwägung ziehen“, so Prölls Sprecher Harald Waiglein.

Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung gebe es für die Banken laut Nowotny noch Risken und Unsicherheiten. Daher sei es sinnvoll, das staatliche Sicherheitsnetz aufgespannt zu lassen. Derzeit müssen sich alle Großbanken einem neuen Belastungstest unterziehen. Die Nationalbank (OeNB) sammelt dazu von den führenden Kreditinstituten die notwendigen Informationen ein. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Mitte Dezember vorliegen. Dann wird sich auch zeigen, ob einige Banken zusätzliches Geld vom Staat brauchen. Experten gehen davon aus, dass sich im Zuge des Stresstests die Spreu vom Weizen trennen wird. Erste Bank, Bank Austria und Raiffeisen Zentralbank werden 2009 trotz der Krise einen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaften.

Schwieriger sieht die Lage für die Österreichische Volksbanken AG und die Hypo Group Alpe Adria aus. Diese werden auch heuer hohe Verluste aufweisen. Die Kärntner Hypo gehört der Bayerischen Landesbank. Laut Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) braucht die Hypo vermutlich noch einmal eine Finanzspritze.

 

37Milliarden schon vergeben

RZB-Chef Walter Rothensteiner begrüßt die Verlängerung des Hilfspakets: „Es ist gut, dass Österreichs Banken für den Fall der Fälle noch ausreichend Reserven für eigenkapitalstärkende Maßnahmen zur Verfügung stehen.“

Von den 90 Mrd. Euro, die der Staat den Banken anbietet, wurden bislang 37Mrd. Euro abgerufen. Davon entfallen sieben Mrd. Euro auf Eigenkapitalhilfen. Bei den restlichen 30 Mrd. Euro handelt es sich um Garantien – meist für Bankanleihen.

Nowotny sagte gestern im Klub der Wirtschaftspublizisten, das hohe Volumen der Fremdwährungskredite in Mittel- und Osteuropa stelle für Österreichs Banken noch immer ein Risiko dar: „Es ist Aufgabe aller Banken, dieses Risiko zu reduzieren.“ In Summe haben Österreichs Institute in der Region Darlehen in der Höhe von 80Mrd. Euro in fremder Währung vergeben. Weil im Zuge der Krise die osteuropäischen Währungen gefallen sind, kam es vermehrt zu Kreditausfällen.

Sorgen macht sich Nowotny auch um die Konjunktur. Zwar konnte der Abschwung gestoppt werden, doch der Aufschwung werde in den nächsten Jahren wohl ein sehr schwacher sein. Der Notenbank-Chef warnte vor einem „verlorenen Jahrzehnt“. Es sei nicht auszuschließen, dass es Europa so ergehen könnte wie Japan, als es nach einer schweren Krise zehn Jahre lang Stagnation gegeben habe. Um das zu verhindern, werde die Europäische Zentralbank die expansive Geldpolitik langsam zurückfahren.

 

Notenbanker fliegen „Economy“

Einsparungsmöglichkeiten sieht Nowotny auch in der Nationalbank, die zu 70Prozent dem Staat gehört. Bis 2015 sollen die Kosten jährlich um 20 Mio. reduziert werden. So fliegen die Notenbanker in Europa nur mehr in der Economy Class. Die Zahl der Mitarbeiter soll von 1020 auf 890 sinken – der Großteil über natürliche Abgänge. Ob auch das teure Pensionssystem geändert wird, ist laut Nowotny offen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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9 Kommentare
expresso
09.11.2009 12:11
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Verteilungsproblem

Es gibt eindeutig ein Verteilungsproblem:

1. Für die Unis 34.000.000 für die Banken sind 37.000.000.000 noch nicht genug.

2. Abgabenquote auf Einkommen aus Arbeit liegt in Ö bei 40-50%, während Einkommen aus Vermögen nahe bei 0% liegen (mit zusätlichen Erleichterungen Stichwort Privatstiftungen). Wo ist da die Leistungsgesellschaft wenn erarbeitetes Einkommen „bestraft“ wird?

Gast: humpidumpi
09.11.2009 10:50
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Verteilungsproblem

Es gibt eindeutig ein Verteilungsproblem:

1. Für die Unis 34.000.000 für die Banken sind 37.000.000.000 noch nicht genug.

2. Abgabenquote auf Einkommen aus Arbeit liegt in Ö bei 40-50%, während Einkommen aus Vermögen nahe bei 0% liegen (mit zusätlichen Erleichterungen Stichwort Privatstiftungen). Wo ist da die Leistungsgesellschaft wenn erarbeitetes Einkommen „bestraft“ wird?

lurch
07.11.2009 19:07
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Bankenflaute

Ich will vorausschicken, daß ich nichts gegen Nowotny habe. Wegen meiner kann er ruhig Präsident werden, da kann er wenigstens nichts anrichten.
Aber daß man einen derartigen geistigen Flachwurzler zum obersten Währungshüter macht ist schon ein starkes Stück.

In den 70-er Jahren meinte mal einer, daß¿ein Staat nicht zugrunde gehen kann. Daß das ein Blödsinn ist haben wir bereits in Argentinien gesehen. Aber bei uns wird es dramatischer werden. Zuerst funktioniert nicht mehr die Infrastruktur. Post und Bahn werden ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen können. Dadurch werden viele Arbeitnehmer nicht mehr auf ihren Arbeitsplatz kommen können. Die Gesundheitsversorgung liegt sowieso schon im argen. Daß Patienten die Brieftasche in den Spitälern geklaut wird, ist ja fast schon alltäglich. Aber da kommt es noch ärger, wenn der Krankenkasse nämlich das Geld ausgeht, dann pfeifen die Ärzte auf ihre Versorgungspflicht und werden nur mehr private Patienten versorgen. Auf der Strecke bleiben dann die Habenichtse die chronisch krank sind.
Aber wir leben ja in einem der reichsten Länder der Welt!
Viel Vergnügen meine Landsleute, die Zukunft wird düster werden. Wenn ich mich daran erinnere was für ein Hoffnungschimmer anno 1955 war, als sich die vier Alliierten endlich verpißt hatten und was dann SPÖVP daraus machten, dann würde ich am liebsten weinen. Aber ich weiß schon es ist bitter zuzugeben, daß man über Jahrzehnte immer wieder die selben Fehler bei Wahlen beging!!!

Gast: xaver D
07.11.2009 18:33
0 0

Landsleute wacht endlich auf !

Liebe Österreicher, wie lange wollt ihr euch noch von der Regierung, den Bonzen, denFinanzheinis usw. verschaukeln lassen ?
Mit unserem Geld ( wir sind der Staat) diese Clique weiter füttern, damit muss Schluss sein.
Die Regierung muss ein drastisches Sparprogramm auflegen, die Unfähigen oberen Typen müssen rausfliegen - ohne Abfindungen - auf Sozialhilfeniveau gesetzt werden. Alle Finanztricks müssen unter saftige Strafen gesetzt werden usw.

Da streiken Lehrer und Studenten, lächerlich !
Das Volk muss auf die Strasse gehen !

Gast: Insieme
07.11.2009 13:47
0 0

Bankenhilfe??

Ich, als Steuerzahler wehre mich dagegen, dass die Banken mit meinem sauer verdientem Geld aufgepäppelt werden, um ihren Managern unverdiente Bonis auszuzahlen!! Lasst die Finger von dem Geld, das sowieso nicht vorhanden ist!

Gast: Realityshow
07.11.2009 13:14
0 0

Novotniieeee

Er verschätzte sich mit seinen Konjunkturprognosen bereits um über 1000%. Dem soll man noch glauben oder vertrauen??? niieeee

Gast: Realityshow
07.11.2009 13:11
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Bonihilfe

Nachdem man unser Geld veruntreut hat und gerettet wurde hat man Boniausschüttungen von noch nie da gewesenen Ausmaß genhemigt. Jetzt wird die Bonihilfe bis Ende 2010 grarntiert. Dafür werden dem Kunden auch noch Bankomatgebühren aufgezwungen. 10 Abhebungen = 6 Euro im Monat (Raiffeisen Landesbank Tirol, weiten Bogen um diese Bank machen)

Gast: ET
07.11.2009 09:52
0 0

Was machen die Banken mit den Geldern?

Die 37.000.000.000.- Euro sind ja ein Riesenhaufen an zusätzlichen Mitteln. Dazu kommen noch erhöhte Einnahmen durch eine erhöhte Marge. Inzwischen ist auch bekannt, dass das Kreditvolumen nicht ausgeweitet wurde. Die Kreditausfälle konnten es ja noch nicht sein, es werden erst die NPLs gesammelt.

Gehen die Gelder direkt zurück an den Staat?
Wurden die Gelder schon früher verspekuliert?
Gehen die Gelder in neue Investments (Derivate)?

Es ist keine Frage, dass der Bankenbereich weder von einem Personalabbau noch von Kurzarbeit betroffen ist. Auch die Lohnsumme des Finanzsektors sind noch immer im steigen und saugen so volkswirtschaftliche Leistungen ab.

Es wird höchste Zeit diesen Bereich auf eine volkwirtschaftlich sinnvolle Grösse zu reduzieren und keinen Blödsinn wir der Nowotny zu verzapfen

Gast: zensurierter
06.11.2009 23:25
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warum

wird man hier zensuriert, wenn schreibt daß der novotny unfähig ist und seinen job nur seinem roten parteibuch verdankt?

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