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Flugsicherung: Gebühren werden empfindlich erhöht

08.11.2009 | 09:39 |   (DiePresse.com)

"Völlig inakzeptabel" ist für die AUA die Verteuerung der Flugsicherungs-Gebühren um mehr als 13 Prozent, die die Austria Control einhebt. In Krisenjahren steigen die Gebühren.

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Die heimische Flugsicherung Austro Control wird zum Leidwesen der AUA mit Jänner 2010 die Flugsicherungsgebühren empfindlich anheben. Notwendig sei das wegen des krisenbedingten Rückgangs des Flugverkehrs und des Vollkosten-Deckungsprinzips, dem die ausgelagerte Gesellschaft unterworfen sei, sagte Austro-Control-Chef Heinz Sommerbauer. AUA-Sprecherin Patricia Strampfer bezeichnet die Erhöhung indes als "völlig inakzeptabel". Die Austro Control verteidigte die Verteuerung um mehr als 13 Prozent.

Schon jetzt entstehe der AUA ein Wettbewerbsnachteil durch die im Europavergleich hohen Gebühren der Austro Control, heißt es bei der AUA. Nach Berechnungen des Verbands der Europäischen Fluggesellschaften (AEA), der die Gebührenerhöhung namens der überall mit dem Markteinbruch kämpfenden Airlines massiv kritisiert, liegen die österreichischen Abgaben bereits jetzt 35 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Eigentlich brauche die AUA in ihrem Kampf um eine Sanierung der Luftlinie eine Senkung der Gebühren und nicht eine Erhöhung, betonte die AUA-Sprecherin.

Gebühren gehen in Krisenjahren rauf

Sommerbauer zeigt Verständnis für die Anliegen der Airlines, weil das Kostendeckungsprinzip dazu führe, dass die Gebühren in Boomjahren runter und in Krisenjahren raufgehen. "Das System muss überdacht werden", sagte er. 2009 habe die Austro Control den Fluglinien bereits geholfen, weil trotz absehbarer Umsatzrückgänge und gegen den allgemeinden Trend auf eine Anhebung der Gebühren verzichtet worden sei. Die Umsätze werden heuer um bis zu 9 Prozent zurückgehen. Aufgefangen wurden 2009 die Mindereinnahmen mit Einsparungen von rund 13 Mio. Euro gegenüber der mittelfristigen Planung.

2010 wird nach Ansicht von Sommerbauer noch "ein hartes Jahr". Die internen Einsparungen werden bei rund 11 Mio. Euro liegen, das allein reiche aber nicht aus. Nicht gespart werden dürfe bei der Ausbildung neuer Fluglotsen, die spätestens 2011, wenn der Flugverkehr wieder anziehen sollte, gebraucht würden.

Überraschend seien die höheren Gebühren nicht gekommen, weil die Airlines permanent informiert werden, sagte Sommerbauer. Er wehrt sich auch gegen den Vorwurf, besonders teuer zu sein. Mit Streckengebühren von künftig 68 Euro (pro 100 km bei einer 50-Tonnen-Maschine), nach etwa 60 Euro bisher, liege die Austro Control noch immer unter den Kosten von 2003 und auf Linie mit Ländern wie Deutschland, Italien oder Großbritannien. Nachbarländer wie die Schweiz oder Slowenien seien teurer.

AEA-Generalsekretär Ulrich Schulte-Strathaus kritisierte das Vollkostendeckungsprinzip vieler Flugsicherungen und verwies auf einen Brief von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. Darin würden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Erhöhungen zu verhindern.

Für den europäischen Generalsekretät des  Luftfahrt-Verbands ist gerade in einer Zeit, in der die Fluggesellschaften Rekordverluste schrieben und überall der Rotstift regiert, das Kostendeckungs-Prinzip der Flugsicherer die "institutionalisierte Ineffizienz". Was für die Airlines gelte, müsse auch für die Flugsicherer gelten, meinte er mit Blick auf Einsparungen und Effizienzsteigerungen.

(APA)

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8 Kommentare
orgetorix
09.11.2009 20:28
0 0

Dümmer geht's nimmer

Hallo Kreuzhans: Man muss bei einer NGO oder sonstigen Organisation "beschäftigt" sein, um nicht zu merken, weshalb internationale Verträge zustande kommen. Den einen gibt's der Herr im Schlaf, andere mü¿ssen arbeiten und dies manchmal auch im ferneren Ausland, wo man mit der Pferdekutsche nicht hinkommt, oder das schwimmern zu lange dauert...
Wenn man keine Ahnung von Wirtschaft hat, sollte man nicht so laut in den Wald rufen.

Kreuzhans
08.11.2009 15:44
0 1

Fliegen wird teurer

Das ist kein Schaden wenn fliegen sehr teuer wird.
Weniger fliegen ist gut für die Umwelt. Ganz im Gegenteil Kerosin soll so wie Benzin oder Diesel besteuert werden. Weil Dreck schleudern die Flieger ja genug aus.

Antworten Gast: Steuergleichheit für Alle!
08.11.2009 19:17
0 1

Re: Fliegen wird teurer

Da gebe ich Ihnen zu 100% Recht!
Kerosin MUSS besteuert werden, aber nicht mit 20% Mwst. sondern mit 30%, da es sich bei der Fliegerei zum Großteil um Luxus handelt.

Ausserdem wollte ich fragen, wo ich denn die Überfluggebühr einfordern kann die ich mir vorstelle, da pro Tag eine Menge Flugzeuge über mein Grundstück fliegen, obwohl es mir nicht Recht ist. Kann ich da auf Besitzstörung klagen?

0 0

Kerosinsteuer?

Soll das heißen, sie sind für eine Steuer zur Erhaltung der Flughäfen und Flugsicherung, oder wollen sie statt Kostenwahrheit nur ein weiteres Loch in die Wirtschaft reißen?

Zapflhuber
08.11.2009 15:15
0 0

Fiakerprinzip,

sagte man früher dazu. Eine Fuhr, die aber g`scheit! Schließlich brauchen der Fiaker und seine Rösser auch was zum Beissen!

fmoedrit
08.11.2009 12:28
0 1

Aus für Preisdumping beim Fliegen!

Eine Technologie, die den Menschen so schadet wie das Fliegen, darf nicht subventioniert und auf Basis eines Billigkonzepts (Tickets unter 100,- für innereuropäische Flüge) geschehen. Solange dermaßen viele Wiener und NÖer durch den Fluglärm geschädigt werden, weil die Flugrouten über stark besiedelte Gebiete führen, hat der Staat und die Länder W/NÖ gegen die McFlugtickets und den Flugwahnsinn (mit teilweise über 350 Landeanflügen pro Tag über Wien!) anzukämpfen.

Gast: ASVG-Sklave
08.11.2009 11:44
2 0

Stunde der Wahrheit

Wenn die Credit-Line ausläuft, sodass sich auch die Subventionen nicht mehr fortschreiben lassen, dann ist die Stunde der Wahrheit angebrochen. Der letzte verzweifelte Schritt sind Gebührenerhöhungen, um die über Jahrzehnte auswuchernden Overheads zumindest teilweise abzudecken. Diese Privilegienstadeln im (halb-)staatlichen Dunstkreis und in der Öffentlichen Verwaltung sind jedoch so extrem aufgebläht, dass sie der Markt nicht verkraftet. Was folgt ist ein weiterer Rückgang der Nachfrage auf derartige "Dienstleistungen", mit einhergehenden rückläufigen Einnahmen. Eine wirtschaftliche Todesspirale eben, oder auch ein Selbstreinigungsprozess gegen das Vermächtnis von Fritz Neugebauer & Co in allen Lebensbereichen dieses Landes. --- Erst wenn Österreich bankrott ist, ist Österreich befreit (von der Beamtenoligarchie).

Gast: gast
08.11.2009 10:24
0 0

in der Überschrift ist ein Fehler

da steht Asutria Control ... richtig ist Austro Control.

Schlagzeilen Wirtschaft