Deutsche Handelsüberschüsse: "Müssen uns nicht entschuldigen"

Die deutsche Wirtschaftsministerin verteidigt die Volkswirtschaft gegen Kritik. Die Überschüsse resultieren auch aus Faktoren, die Deutschland nicht beeinflussen könne.

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Deutschlands Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries – REUTERS

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat die deutschen Handelsüberschüsse gegen Kritik aus den USA und Frankreich verteidigt. Diese Kritik sei "weder neu noch angebracht", sagte Zypries der "Bild"-Zeitung. "Unsere Unternehmen stellen hochwertige Maschinen und Anlagen her, die im Ausland gerne gekauft werden. Dafür müssen wir uns nicht entschuldigen."

Die deutsche Volkswirtschaft gehöre "zu den stärksten der Welt", fügte Zypries hinzu. "Sie ist zugleich sozial und ökologisch eine der weltweit fortschrittlichsten - und das soll auch so bleiben." Die Wirtschaftsministerin betonte, dass der Überschuss auch durch Faktoren wie den Ölpreis und den Eurokurs bestimmt werde, die von der Regierung nicht beeinflusst werden könnten. Darüber hinaus habe die Regierung mit der Einführung des Mindestlohns, Steuererleichterungen und der Stärkung der Investitionstätigkeit "einiges für eine höhere Binnennachfrage getan". Weitere Anstrengungen für mehr Investitionen, etwa in die digitale Infrastruktur und Bildung, "müssen folgen", sagte Zypries der "Bild"-Zeitung.

Thema bei IWF-Tagung

Die hohen deutschen Handelsüberschüsse werden Thema bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank sein, die am Freitag in Washington beginnt. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat dabei ein Argumentationspapier im Gepäck, das sein Ressort gemeinsam mit Zypries' Wirtschaftsministerium ausgearbeitet hat und das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Darin heißt es, der Überschuss sei "vor allem" das Ergebnis von marktbasierten Angebots- und Nachfrageentscheidungen von Unternehmen und privaten Verbrauchern auf den Weltmärkten.

Die neue US-Regierung hatte am Freitag in ihrem ersten Bericht über die Währungspolitik ihrer Handelspartner ihre "Besorgnis" über das anhaltend hohe Defizit im Handel mit Deutschland ausgedrückt. Es beläuft sich auf rund 65 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro). Die Frage war auch Thema im französischen Präsidentschaftswahlkampf.

(APA/AFP)

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