Platzt in China eine Immobilienblase?

Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als von Experten erwartet. Die Regierung in Peking versucht nun, gegen Blasen auf dem Immobilienmarkt vorzugehen.

In China sind zuletzt die Immobilienpreise stark gestiegen.
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In China sind zuletzt die Immobilienpreise stark gestiegen.
in China sind zuletzt die Immobilienpreise stark gestiegen. – (c) EPA (UDO WEITZ)

Das ist eine Überraschung: Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal etwas stärker gewachsen als von Experten vorhergesagt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni um 6,9 Prozent zu im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus den am Montag veröffentlichten amtlichen Daten hervorging.

Die Regierung der zweitgrößten Volkswirtschaft versucht nun, gegen Blasen auf dem Immobilienmarkt vorzugehen sowie gegen die wachsende Verschuldung. Sie peilt für das Gesamtjahr 2017 ein Wachstum von etwa 6,5 Prozent an nach 6,7 Prozent 2016.

"Die Daten sind besser, als die meisten Analysten vermutet haben", sagte der Pekinger Wirtschaftsprofessor Huang Weiping. Der zuletzt starke Außenhandel habe sich als Stütze erwiesen. Allein im Juni hatten die Exporte um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, die Ausfuhren stiegen sogar um 17,2 Prozent. Auch andere Konjunkturdaten zeigten nach oben.

Schulden als größte Gefahr für die Wirtschaft

Die Anlageinvestitionen legten im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent zu, während die Einzelhandelsumsätze sich um 10,4 Prozent verbesserten, wie das Statistikamt mitteilte. "Zumindest momentan sehen alle Daten gut aus", sagte Huang Weiping. Langfristig seien aber durchaus Zweifel angebracht. "China hat noch immer keinen nachhaltigen Wachstumspfad eingeschlagen." Viele Stimulus-Maßnahmen des Staates hätten dazu beigetragen, dass sich die Wirtschaft zuletzt so robust entwickelt habe.

Andere Experten sahen nach wie vor die steigenden Schulden von chinesischen Unternehmen als größte Gefahr für die Wirtschaft. Im Mai hatte die US-Ratingagentur Moody's Chinas Kreditwürdigkeit schlechter eingeschätzt und das Rating des Landes um eine Stufe gesenkt. Grund waren Befürchtungen, Chinas bisherige finanzielle Stärke könnte in den kommenden Jahren leiden. Erwartet würden steigende Schulden bei zugleich abnehmenden Wachstumsraten.

Regierung geht gegen "Zombie-Firmen" vor

Staatsmedien zitierten am Wochenende Chinas Präsidenten Xi Jinping mit den Worten, dass der Abbau der Schulden in den Staatsunternehmen "hohe Priorität" habe. Auch müssten Behörden entschiedener gegen "Zombie-Firmen" vorgehen, die ausschließlich mit neuen Krediten künstlich am Leben gehalten werden.

(APA)

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