Russland: Lada-Hersteller baut 8000 Jobs ab

Die Absatzkrise hält auch den lokalen Marktführer im Autobereich weiterhin in Griff. Mehrere Tausend Jobs sollen daher nun abgebaut werden, ob dabei Mitarbeiter auch gekündigt werden, ist allerdings noch unklar.

Inside OAO Avtovaz Lada Car Factory
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Inside OAO Avtovaz Lada Car Factory
Lada Montage – (c) Bloomberg (Andrey Rudakov)

Moskau. Der krisengeschüttelte russische Autobauer Avtovaz setzt seinen Sparkurs mit massiven Umstrukturierungen fort. Unklar blieb aber, ob der Konzern erneut in großem Umfang Kündigungen durchführen wird. So erklärte der Vertreter von Präsident Wladimir Putin im Föderationsbezirk Wolga, Michail Babitsch, am Montag, dass bis 2018 mehr als 8000 Mitarbeiter gekündigt werden sollen.

Der Konzern hingegen teilte mit, es seien keine klassischen Kündigungen geplant. Stattdessen sollen Mitarbeiter pensioniert oder im Rahmen eines Programms dabei unterstützt werden, zu anderen Arbeitgebern zu wechseln. Zuletzt seien bereits 800 Mitarbeiter zu einem neuen Industriepark versetzt worden. „Das Unternehmen plant eine stabile Entwicklung dieses Projekts, in den kommenden zwei Jahren sollen mehrere Tausend Menschen in neue Jobs wechseln“, heißt es bei Avtovaz.

 

Russischer Marktführer

Avtovaz ist der Hersteller der Traditionsmarke Lada und Marktführer in Russland, kontrolliert wird das Unternehmen vom staatlichen Technologiekonzern Rostec sowie Renault-Nissan. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Konzern mit Sitz in Togliatti an der Wolga seine Mitarbeiterzahl von rund 100.000 auf etwa 40.000 reduziert, wie Industrieminister Denis Manturow in der Vergangenheit gesagt hatte. Weitere Optimierungspläne hätten „nur kosmetischen Charakter“.

Präsidentenvertreter Babitsch sprach indes von einer Kürzung von 6000 Stellen in diesem Jahr sowie von 2200 im kommenden Jahr. „Uns ist sehr wichtig, dass die sozialen Garantien eingehalten werden“, so Babitsch weiter. Die Betroffenen müssten die Möglichkeit zur Umschulung und neue, gut bezahlte Jobs bekommen.

Erst im Jänner hatte Avtovaz-Chef Nicolas Maure in einem Interview gesagt, dass zwar keine Kündigungen geplant seien, Mitarbeiter aber in andere Bereiche oder zu Partnerfirmen vermittelt werden könnten. Auch jetzt sagte Maure Interfax zufolge, es gebe an manchen Stellen zu viel und an anderen, etwa bei Zulieferern, zu wenig Personal. Der Konzern müsse darauf flexibel reagieren.

 

Milliardenverluste

Avtovaz hatte seit Beginn der russischen Absatzkrise 2012 immer weniger Fahrzeuge verkauft sowie 2015 und 2016 Milliardenverluste verbucht. Seit Jahresbeginn zeichnet sich aber eine Trendwende auf dem Markt ab: Mit rund 140.000 Fahrzeugen verkaufte Lada 13 Prozent mehr Autos als im ersten Halbjahr 2016. Im Jahr 2018 will der Konzern wieder schwarze Zahlen schreiben. (DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2017)

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