Die Probleme der österreichischen Hypo Alpe Adria Group bewegen die Landesbanker in München. Faule Kredite in Milliardenhöhe schlummerten in den Büchern. "Es sieht fürchterlich aus", sagt ein namentlich nicht genanntes Mitglied des mittleren BayernLB-Managements zur "Süddeutschen Zeitung". "Alles, was wir hier in München erwirtschaften, wird dort wieder kaputt gemacht".
Schrottstatus für Hypo
Erst Ende vergangener Woche senkte die Agentur Moody's die Hypo auf "E" - die schlechteste Bewertung, die es gibt. Die Hypo Alpe Adria wird heuer gut eine Milliarde Euro Verlust einfahren. Der Verlust der BayernLB, die mittlerweile 67 Prozent der Hypo besitzt, wird ebenfalls in dieser Größenordnung erwartet.
Kritik an "Systemrelevanz"-Verschiebung
Von deutschen Finanzexperten gibt es Kritik am Widerstand der Bayern, der Hypo weiter finanziell zu helfen. "Die Verschiebung einer 'Systemrelevanz-Verantwortung' allein nach Kärnten ist in einer globalen Bankenwelt nicht tragbar", sagte Klaus Fleischer, Professor für Finanz- und Bankwirtschaft an der Hochschule München, dem "Handelsblatt" (Montag). Der Einstieg der BayernLB bei der HGAA sei zwar überhastet, aber nach den üblichen Übernahmeregeln und mit Zustimmung des Verwaltungsrats erfolgt.
Daher stehe auch die bayerische Seite in der Verantwortung. Als nachhaltige Lösung schlägt Fleischer die rasche Aufspaltung der HGAA in eine Bad Bank und eine deutlich kleinere, gesunde Retail-Kernbank vor.
(Ag./Red)

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