Top 20: Diese Ökonomen prägen Österreich

Schon zum vierten Mal hat die "Presse" gemeinsam mit der "Frankfurter Allgemeinen" und der "Neuen Zürcher Zeitung" die 20 einflussreichsten Ökonomen des Jahres erhoben.

Bild: WU Wien

 

Die Presse (Clemens Fabry)

Das Ranking ergibt sich aus folgenden Teilbereichen:

Medien Das Schweizer Institut Media Tenor International hat analysiert, wie häufig Ökonomen von August 2016 bis Juli 2017 mit Einschätzungen in den Medien genannt wurden. Berücksichtigt wurden Zitate über mehr als vier Zeilen, wenn der Wissenschaftler als Ökonom oder Wirtschaftsforscher bezeichnet wurde.
Politik „Welche sind die Ökonomen, deren Rat oder Publikationen Sie am meisten für Ihre Arbeit schätzen?“ Diese Frage stellten Econwatch, das Düsseldorf Institute for Competition Economics und die deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in einer Umfrage Hunderten Politikern und Beamten.
Wissenschaft Hier zählt die Zahl der Zitate aus den vergangenen Jahren. Diesen Index hat der Fachverlag Elsevier aus seiner Forschungsdatenbank Scopus berechnet. Für dieses Ranking wurden Zitate berücksichtigt, die in den Jahren 2013 bis 2017 veröffentlicht wurden.

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Die Presse (Clemens Fabry)

20. Peter Schnedlitz

Wirtschaftsuniversität, Wien

Der gebürtige Steirer ist seit 1992 Vorstand des Instituts für Handel und Marketing an der WU. Schnedlitz beweist Konstanz und belegt wie im Vorjahr den 20. Platz. Sein stärkstes Feld sind die Medien – in der Politik fehlt es Schnedlitz aber an Einfluss.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

19. Helmut Mahringer

Wifo, Wien

Der 1965 geborene Wifo-Ökonom Mahringer gilt als Experte für die Strukturen des Arbeitsmarktes. Er verliert gegenüber 2016 einen Platz, was vor allem auf eine geringere Medienaufmerksamkeit zurückzuführen ist. In den anderen zwei Bereichen verbessert er sich leicht.

Wifo

18. Christian Keuschnigg

Universität St. Gallen

Der Tiroler Christian Keuschnigg war nach Bernhard Felderer kurz Chef des IHS. Zwar hat er sich mit dem Wirtschaftspolitische Zentrum (WPZ) ein zweites Standbein neben seiner Lehrtätigkeit in St. Gallen geschaffen – aber dennoch fällt er vor allem in der Politikumfrage zurück.


(c) Die Presse (Clemens Fabry)

17. Tobias Thomas

EcoAustria

Der neue Direktor von EcoAustria ist ein Neueinsteiger. Thomas ist Experte für Budgets und politischer Reformen. Als Vorstand des Vereins EconWatch ist er seit 2013 auch an der Konzeption des Rankings beteiligt und verantwortet in Kooperation mit der ZBW die Politikumfrage.

 

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

16. Sigrid Stagl

Wirtschaftsuniversität, Wien

Die WU-Professorin Sigrid Stagl kann sowohl in der Politik als auch bei der Forschung punkten. Die Leiterin des Instituts für „Ecological Economics“ an der WU schafft es in der Politikumfrage in die Top Ten. In Sachen Medienaufmerksamkeit hapert es aber weiterhin.

15. Jesus Cuaresma

Wirtschaftsuniversität, Wien

Der 1975 in Sevilla geborene Cuaresma unterrichtet seit 2010 an der WU und ist Institutsvorstand für Volkswirtschaftslehre. Der Neueinsteiger kann sich in allen Säulen gut etablieren und profitiert vor allem von einem starken sechsten Platz im Forschungsbereich.

(c) WU Wien

14. Christian Helmenstein,

Industriellenvereinigung, Wien

Christian Helmenstein profitiert in der Forschungssäule bis heute von seinen frühen Arbeiten zum Thema „Braindrain“. In der Politikumfrage fällt der Chefökonom der Industriellenvereinigung aber aus den Top Ten – und muss insgesamt sieben Plätze abgeben.


(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

13. Helmut Hofer

IHS, Wien

Nach dem Antritt von Martin Kocher als IHS-Chef musste Helmut Hofer ein bisschen Medienaufmerksamkeit einbüßen. Der Experte für Arbeitsmarkt, Lohnstrukturen und Konjunktur verliert im Gesamtranking aber nur zwei Plätze gegenüber dem Vorjahr.


IHS

12. Marcel Fratzscher

DIW, Berlin/ Uni Berlin

Der ehemalige EZB-Ökonom, Wirtschaftsweise und Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung genießt auch in Österreich hohes Ansehen. Fratzscher verteidigt seinen dritten Rang im Forschungsranking und verbessert sich insgesamt um einen Platz.


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11. Hans-Werner Sinn (D)

Uni Luzern

Die Euro-Krise ist vorbei? Nicht, wenn es nach Hans-Werner Sinn geht. Der ehemalige Chef des Ifo-Instituts gehört zu den bekanntesten Kritikern der Rettungspolitik in der EU. Seit einem Jahr ist er offiziell in Pension, bleibt aber Gastprofessor an der Uni in Luzern.


(c) imago/Müller-Stauffenberg (imago stock&people)

10. Clemens Fuest

Ifo-Institut, München

Der aus Münster stammende Clemens Fuest hat sich nach einem Jahr als Chef des Münchner Ifo-Instituts etablieren können. Der Ordoliberale Ökonom verbessert sich um vier Plätze gegenüber 2016 – auch wenn die österreichische Politik seinen Rat bisher kaum sucht.

(c) imago/Reiner Zensen (imago stock&people)

9. Stephan Schulmeister

Wifo, Wien

Nur einen Platz muss Stephan Schulmeister gegenüber dem Vorjahr abgeben. Der leidenschaftliche Gegner des Neoliberalismus hat sich zuletzt aus der Öffentlichkeit ein bisschen zurück gezogen. In der Politik bleibt er ein gefragter Ideengeber: Platz drei.

(c) Clemens Fabry

8. Gottfried Haber

Donau Uni Krems

Gottfried Haber gilt in der Politikumfrage spätestens seit vergangenem Jahr als Geheimtipp. Den starken fünften Platz in der Gesamtwertung von 2016 kann er aber nicht halten. Der Experte für Gesundheitsökonomie fällt im Medienranking um sieben Plätze.

Die Presse (Michaela Bruckberger)

7. Karl Aiginger

WU, Wien

Der ehemalige Wifo-Chef Karl Aiginger fällt heuer leicht zurück. Als Gastprofessor an der WU und Mitglied der „Querdenkerplattform: Wien - Europa“ bleibt er aber ein beliebter Gesprächspartner der Medien. Im Politikranking verliert Aiginger heuer sechs Plätze.

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6. Friedrich Schneider

Universität Linz

Pfusch und Schattenwirtschaft sind die Spezialgebiete des in Konstanz geborenen Friedrich Schneider. Seit mehr als drei Jahrzehnten lehrt der Ökonom in Linz. Zwei Jahre lang lag der forschungsstarke Schneider auf Platz eins, muss sich heuer aber erneut geschlagen geben.

5. Margit Schratzenstaller,

Wifo, Wien

Die Steuerexpertin des Wifo Margit Schratzenstaller holt sich ihre bisher beste Position. Zwar leidet sie weiterhin an einer mageren Ausbeute an wissenschaftlichen Zitaten – ist dafür aber umso stärker, was den politischen Einfluss betrifft. Da verbessert sie sich um sieben Plätze.


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4. Bernhard Felderer

Economica Institut Wien

Bernhard Felderer schafft es nach einem starken Jahr nur knapp nicht aufs Stockerl. Der Präsident des Fiskalrates und ehemalige Chef des IHS hat aber noch immer das Ohr der Politiker. Kein Ökonom wurde in der Umfrage öfter als Einfluss genannt als Felderer.


(c) Die Presse (Clemens Fabry)

3. Martin Kocher

IHS Wien/LMU München

Martin Kocher bildet als Chef des Instituts für Höhere Studien gemeinsam mit Christoph Badelt sozusagen die neue ökonomische Doppelspitze des Landes – und landet bei den Medien folgerichtig auf Platz zwei. Er ist seit 2011 VWL-Professor an der LMU München und gilt als einer der aktivsten Forscher auf dem Gebiet der experimentellen Wirtschaftsforschung.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

2. Christoph Badelt

Wifo, Wien

Nur wenige Tage nach dem Erscheinen des letzten Rankings hat Badelt seinen Job als Chef des Wifo angetreten. Der ehemalige Rektor der Wiener WU ist Experte für Wohlfahrtsstaat und Sozialpolitik. Der 66-Jährige hat sich gegenüber 2016 um 14 Plätze verbessert und landet erstmals auf dem Stockerl. Vor allem in der Medienwertung konnte Badelt reüssieren.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

1. Ernst Fehr

Universität Zürich

Ernst Fehr ist im vergangenen Jahr direkt auf Platz eins eingestiegen und konnte diesen heuer verteidigen. Mit mehr als 13.000 Forschungszitaten lässt er die Konkurrenz in diesem Bereich weit hinter sich. Der 61-jährige Experte für Verhaltensökonomie stammt ursprünglich aus Vorarlberg und lehrt seit 1994 als ordentlicher Professor in Zürich.


(c) Mirjam Reither
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