Studie

Drei Viertel der österreichischen Unternehmen von Cyberkriminalität betroffen

Oft profitieren Cyberkriminelle in Österreich von der Sorglosigkeit der Mitarbeiter, zeigt eine KPMG-Studie. Negativer Spitzenreiter bei den Cyberattacken waren die Industrieunternehmen mit 87 Prozent.

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Cyberkriminalität ist in Österreich am Vormarsch: Die Anzahl der betroffenen Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen – von 49 Prozent auf 72 Prozent. Nur rund ein Drittel aller Cyberangriffe werden gemeldet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen KPMG-Studie, an der 240 Cybersicherheitsexperten österreichischer Unternehmen teilgenommen haben.

Andreas Tomek, Partner bei KPMG, sagt: "Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen waren laut Umfrageergebnis von Angriffen aus der virtuellen Welt betroffen." Negativer Spitzenreiter waren die Industrieunternehmen mit 87 Prozent. Die Gründe dafür liegen laut Tomek auf der Hand: "Cyberkriminelle wittern bei Industrieunternehmen unmittelbaren finanziellen Erfolg: Denn Angriffe in dieser Branche können im schlimmsten Fall sogar zum Produktionsstillstand führen."

Sorglosigkeit der Mitarbeiter

Malware/Ransomware, Phishing und Social Engineering (Trickbetrügereien wie bei FACC im Jahr 2015) waren laut Umfrage die häufigsten Angriffsmethoden in den letzten zwölf Monaten. In allen drei Kategorien profitieren die Cyberkriminellen von der Sorglosigkeit der Mitarbeiter. Aber nicht immer kann man Cyberkriminalität durch Achtsamkeit vermeiden: Hochentwickelte und zielgerichtete Angriffe auf kritische IT-Infrastrukturen und vertrauliche Daten von Unternehmen machen bereits 23 Prozent der Angriffe aus.

"Cyberangriffe gehören zu den gefährlichsten Sicherheitsrisiken für Unternehmen und Nationen weltweit", so KPMG-Partner Andreas Tomek. „Das sei den meisten österreichischen Betrieben mittlerweile bewusst.“  Cyberrisiken werden mittlerweile in drei von vier Unternehmen auf oberster Ebene diskutiert. Allerdings betrachten 68 Prozent Cyber Security nach wie vor eher als technische Angelegenheit. "Gefahren und Chancen werden häufig verkannt. Cybersicherheit hat in Österreich noch längst nicht jenen Stellenwert, der ihr zustehen würde."

(Red.)

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