Der "meistgehasste Mann des Internets" muss ins Gefängnis

Ein Facebook-Post über Hillary Clinton sorgt dafür, dass der Ex-Hedge-Fonds Manager Martin Shkreli nun doch in Haft muss. Berüchtigt wurde er durch seine aggressive Preispolitik bei Medikamenten.

Former Turing Pharmaceuticals CEO Martin Shkreli points as he walks to the microphones to speak to t
Schließen
Former Turing Pharmaceuticals CEO Martin Shkreli points as he walks to the microphones to speak to t
Der 34-jährige Shkreli besaß bereits einen eigenen Hedge-Fonds. Nun drohen im 20 Jahre Haft. – imago/UPI Photo

"Versucht auf HRCs Buchtour, ihr ein Haar auszureißen. Werde für jedes geklaute Haar von Hillary Clinton 5000 Dollar bezahlen." Diese Worte, gepostet auf dem sozialen Netzwerk Facebook, bringen den ehemaligen US-Hedgefonds Manager Martin Shkreli nun ins Gefängnis. Eine New Yorker Richterin wiederrief seine Kaution von fünf Mio. Dollar, weil sie den Post als "Aufruf zu einem Angriff" qualifizierte. Schon zuvor soll der 34-Jährige etwa Journalistinnen auf Twitter sexuell belästigt und bedroht haben.

Shkreli, der Anfang August, wegen Betruges an Hedge-Fonds-Investoren schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, wurde nun sofort in ein Hochsicherheits-Gefängnis überstellt. Seine Verteidigung, bei dem Post habe es sich nur um "Satire" gehandelt, wurde vom Gericht nicht akzeptiert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass einer der 70.000 Facebook-Follower das Angebot ernst nimmt und eine Attacke auf Clinton umsetzt.

Shkreli gilt als der "meistgehasste Mann des Internets". Grund dafür sind jedoch nicht seine mutmaßlichen Betrügereien oder Online-Pöbeleien. Vielmehr hatte er vor einigen Jahren eine kleine Pharma-Firma erworben, die ein seltenes Medikament herstellt, das vor allem von Aids-Kranken benötigt wird. Shkreli erhöhte den Preis in der Folge über Nacht von 13,50 Dollar je Tablette auf 750 Dollar. Ein Vorgehen, das in der amerikanischen Öffentlichkeit für Ärger und Wut sorgte.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Der "meistgehasste Mann des Internets" muss ins Gefängnis

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.