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Hypo-Desaster: Wie man ein Land als Geisel nimmt

16.12.2009 | 19:11 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Das Land Kärnten lässt sich einen Teil seines Beitrags zur Rettung der Hypo Alpe Adria von dieser bezahlen: über Haftungsprovisionen für jene 18 Milliarden, mit denen das Land weiter haftet.

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Wien. Wer künftig „Chuzpe“ definieren muss, wird an der Hypo-Alpe-Adria-Rettung schwer vorbeikommen: Der Bund, der soeben die Bank vor der Pleite und das Bundesland Kärnten vor dem Kollaps gerettet hat, zahlt diesem Land (über seine neue Bank Hypo Alpe Adria) bis 2017 jährlich einen hohen einstelligen bis niedrig zweistelligen Millionenbetrag als „Haftungsprovision“. Dafür, dass das Land Kärnten weiter eine 18-Milliarden-Haftung für die Bank hält, die es nie und nimmer einlösen könnte. Und die auch obsolet ist, weil eine zu hundert Prozent in Bundesbesitz stehende Bank wohl nur schwer in Konkurs geht und deshalb ohnehin keine Landeshaftungen benötigen würde.

Für Finanzminister Josef Pröll hat es zu dieser unglücklichen Konstruktion keine Alternative gegeben: Zum einen habe er die Kärntner nicht so einfach aus der Haftung entlassen wollen, zum anderen wäre die Übernahme dieser Haftungen schon aus EU-rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, erklärte Pröll gestern im Chat der Online-„Presse“.

 

Hypo finanzierte Wahlkampf

Für das finanzklamme Kärnten ist das ein nettes Geschenk. Die Kärntner können diese Haftungen verwenden, um einen Teil der 200 Millionen Euro aufzutreiben, die sie bis Mitte 2010 als letzte Mitgift für ihre ehemalige Landesbank auftreiben müssen.

Allerdings nur, wenn wieder eine Bank die künftigen Haftungsentgelte als Besicherung für einen Kredit nimmt. Die Hypo Alpe Adria dürfte es jetzt nicht sein.

Die hat auf diese Weise aber den Kärntner Wahlkampf 2004 finanziert: Damals sind die Haftungsentgelte (für 2008 waren das immerhin 14 Mio. Euro) von 2004 bis einschließlich 2010 von der Bank „bevorschusst“ worden. Mit der Summe (58,2Mio. Euro, in zwei Tranchen 2003 und 2004 ausgezahlt) wurden unter anderem eine „Sonderdotierung Parteiförderung“ (3,3 Mio. Euro) sowie eine Erhöhung der Repräsentationskosten für die Landesregierung und eine Aufstockung ihrer „Dispositionsmittel“ dotiert. Insgesamt sollen so 20Mio. Euro an bevorschussten Haftungsprovisionen in den Wahlkampf der drei Großparteien, hauptsächlich aber an die FPÖ und in die aufwendige Regierungsführung von Ex-Landeshauptmann Haider geflossen sein.

Der Rest verschwand im Kärntner Budget, das schon damals aus allen Fugen platzte. Das Land war praktisch 2004 schon pleite. Bald danach wurde dann die Hypo-„Wandelanleihe“ erfunden. Mit deren Hilfe das Land (als Vorgriff auf einen späteren Verkauf oder einen Börsengang) 500 Millionen Euro aus der Hypo holte.

Diese Millionen liegen nämlich, entgegen ständiger Beteuerungen der Landespolitiker, nicht im „Zukunftsfonds“: Die Wandelanleihe wurde 2008 aus dem Verkauf an die Bayern LB getilgt. Die Abgabe der Mehrheit an die Bayern war übrigens ein echter Notverkauf: 2008 wäre die Rückzahlung der unterdessen verbrauchten Wandelanleihe fällig – und Kärnten damit endgültig pleite gewesen.

Die hohen Haftungen haben aus der Sicht des Landes Kärnten also durchaus Sinn ergeben: Je höher der Haftungsrahmen, desto höher die Summen, die man als „Haftungsentgelt“ aus der Bank ziehen konnte. Und wenn man, wie 2004, alle Kärntner Parteien damit bedenkt, gibt es auch keine große Aufregung. Bis nächstes Jahr wird solcherart noch der Wahlkampf 2004 abgestottert. Danach sind die Haftungsprovisionen, die dann von der staatlichen Hypo kommen, „frei“.

Die für das Land Kärnten viel zu hohen Haftungen, für die im Ernstfall der Bund hätte geradestehen müssen, waren, wie Pröll gestern im „Presse“-Chat sagte, der Hauptgrund dafür, dass die Republik bei der Rettung der Hypo Alpe Adria erpressbar war. Und deshalb relativ ohnmächtig zusehen musste, wie sich Kärntner und Bayern „in unverantwortlicher Weise davongeschlichen haben“.

Das soll es künftig nicht mehr geben: Noch im Jänner will Pröll einen Gesetzesentwurf vorlegen, der die Übernahme von finanziellen Verpflichtungen bei Ländern (aber auch bei Gemeinden) in Relation zu deren Finanzkraft begrenzt. Wobei dabei auch die heikle Frage geklärt werden soll, wie man solche Gebietskörperschaften bei Nichteinhaltung dieser Grenzen „direkter Kontrolle unterziehen“ könne. Außerdem will der Finanzminister die „Kontroll- und Aufsichtsprozesse“ in Österreich stärken und sich in Europa für eine „bessere Verzahnung der nationalen Aufsichtsbehörden“ einsetzen, damit solche internationalen Pleitefälle wie die Hypo Alpe Adria (deren Probleme teils in Südosteuropa liegen) rechtzeitig erkannt werden können.

Bei den Hypo-Haftungen kommt das allerdings zu spät: Für Landesbanken darf seit 2007 ohnehin nicht mehr gehaftet werden, 2017 laufen auch die bestehenden Haftungen aus.

auf einen blick

Das Land Kärnten lässt sich einen Teil seines Beitrags zur Rettung der Hypo Alpe Adria von dieser bezahlen: über Haftungsprovisionen für jene 18 Milliarden, mit denen das Land weiter für die Verbindlichkeiten der nunmehrigen Bundes-Bank haftet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.12.2009)

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980 Kommentare
 
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Gast: Jörg
31.12.2009 13:40
0 0

Nachfragen

Wenn man das ganze Desaster von der Adria Bank liest, was da alles passiert ist, deren Geschäfte tief in den Balkan hinein reichen, da sollte man doch einmal ganz leise anfragen, wegen was, oder mußte jörg Haider wirklich sterben, als Autounfall getarnt.

MiFi
20.12.2009 20:59
0 0

Ich hoffe ja doch dass unser Herr Finanzminister

bereits die in solchen Fällen üblichen Law Firms damit beauftragt hat zu prüfen, wie die Bank aus diesem Vertrag herauskommt ...

Wenn nicht - Peppi ein weiterer Action Point auf der sicher langen Liste ...

Gast: ökono-mist
20.12.2009 03:28
0 0

Hochbezahlt - aber anscheinend erschreckend unbedarft!


Selbst wenn die hohe Landeshaftung aus der Sicht der BankprüferInnen in ÖNB und FMA als Positivum für die Bank erschienen sein mag: Realiter förderte sie nichtsdestotrotz wohl eher die Verantwortungslosigkeit der Manager.

Ist denn niemand von diesen Herrschaften auf die Idee gekommen, daß diese irrwitzige und irreale Haftungssumme in Höhe des Zehnfachen des Landesbudgets unter Umständen auch zur "Haftungsprovisions-Schinderei" auf Teufel komm raus gedient haben könnte (zumal sich in der Folge der Eigentumsanteil des Landes durch den Verkauf drastisch verringerte - nicht aber der Haftungsumfang!)?

Virtuelles Geld, sozusagen, für die Politik? In dem Wissen, daß das Land solche Beträge eh nicht derstemmt - und der Bund (=der gesamtösterreichische Steuerzahler) es letztendlich schlucken muß? Haben da nicht die Falschen die ganze Haftungsprovision bekommen?

Gab es bei den beiden staatlichen Prüfinstanzen wirklich niemanden, dem diese Besonderheit aufgefallen ist, oder wurden wieder einmal alle Warnungen in den Wind geschlagen und eventuelle Zweifler mundtot gemacht, wie es bei uns so gerne passiert, wenn man davon ausgehen kann, daß am Ende der Kette sowieso der Steuerzahler steht, der letztendlich jeden staatlichen Murks auffangen muß?

P. S.: Da sind wohl ein paar schlaue kreative Buchhalter mit vielen Dummen Schlitten gefahren! Und die staatliche Aufsicht? Falls sie's kommen sehen haben sollte, bliebe ihr nun wohl nichts anderes übrig, als sich dummzustellen...

Gast: gast
18.12.2009 15:45
0 0

blöde ausrede , die leasinggesellschaft ..

wenn jemand eine bank prüft, dann wird ihm ja auffallen, dass die bilanzsumme der tocher riesig ist und sich was dabei denken .. und wenn er dass vom gesetz nicht prüfen kann, dann holt man sich halt den wirtschaftsprüfer her und ersucht ihn um auskunft oder der vorstand wird halt zu einem vieraugen gespräch gebeten ..

sicher wäre eine viertel stunde später der landeshauptmann von kärnten am telephon gewesen .. aber das sollte eine aufsicht schon aushalten ...... sie ist nämlich nicht der politik, sondern schon dem staat verpflichtet ..

ledebei
18.12.2009 14:31
0 0

Nichts Neues aber etwas Interessantes

Das die Aufsichtsbehörden zahnlos sind, solange ihre Chefs von der Politik besetzt werden und daher das machen was ihnen die Politik sagt ist nichts Neues. Das ist ein klares österreichiscches Systemproblem. Wie wir wissen, hat dieses Problem in der Zwischenzeit schon lange auf Exekutive, Justiz und Staatsanwaltschaft übergegriffen. Wir haben leider nicht umsonst einen bemerkenswert vorderen Rang unter den westlichen Staaten was die Korruption betrifft.
Interessanter ist schon die Aussage, dass die Hypo Alpe Adria durch Verlagerung von Risiken auf ausgelagerte Leasinggesellschaften und bewußte Verschleierung durch Umgehung von Prüfungen von Landesbehörden, offensichtlich vorsätzlich Handlungen gesetzt hat, die zum bekannten Schaden geführt haben. Also ein Tatbestand, der sofort zur Verhaftung aller verantwortlichen Organe (U-Haft wegen Verabredungs- bzw. Verdunklungsgefahr) bis zur vollständigen Aufklärung der Tatbestände führen kann. Bei rechtlicher Unsicherheit bitte Frau Ministerin Dr. Bandion Ortner fragen, diese ist mit Hrn. Elsner und seinen Mitangeklagen genau so verfahren.
Das würde die Aufklärung aller Umstände um einen großen Schritt weiterbringen!

Gast: gast
18.12.2009 13:48
0 0

wieviele milliarden schaden braucht es noch ?

spätestens seit der amis, ist klar wer eine flasche ist, und wer nicht, und wer aus der aufsicht weggehört oder nicht ..
Nur zwischen amis und heute sind viele milliarden euro dazwischen .. wieviele milliarden müssen es noch sein, bevor man endlich die unfähigen hanseln dort feuert (wobei sich dann schon die frage stellt, ob man die nicht auf schadenersatz zu klagen hat .. )

Hokii
18.12.2009 12:53
1 0

Weltmeister im Krenreiben

Das Spiegelbild österreichischer (Partei)Sitten und Gebräuche wird am Banken- und Finanzsektor in aller Brisanz sichtbar. Seit Jahren hegte der serbische Notenbankchef Bedenken zur Geschäftspolitik der HAA am Balkan.

Unsere, politisch besetzten, Kontroll- und Aufsichtsgremien erwiesen und erweisen sich bestenfalls als hochsubventioniertes Sumper- und Strizzitum, wenn bei "strengsten Stresstets" noch vor einem halben Jahr nichts entdeckt wurde.

Zu fürchten haben diese Leute nichts. Sie stehen unter dem Schutzpatronat einer degenerierten und schamlosen Clique von Bankern sowie aktiven und Ex-Politikern.


troootzi
18.12.2009 11:29
0 0

Machtmissbrauch gegen öffentlich Bedienstete

Bei der Durchsicht der aktuellen Pressemeldungen tauchen zumindest folgende Fragen auf:
1. Wann wurde die HYPO ALPE ADRIA vom Rechnungshof geprüft?
2. Wann wurden die Berichte veröffentlicht?
3. Was ist das Ergebnis der Beratungstätigkeit des früheren Präsidenten des Rechnungshofs Dr. Fiedler für die Kärntner Landesregierung?
4. Wann wurden welche Strafanzeigen mit welcher Begründung von der Staatsanwaltschaft eingestellt?

.
Ich teile die Meinung von Dr. Perterer in seinem Posting vom 15.12.2009 zum Artikel "Die Kärntner Hypo wird zum Fall für die Justiz"
Es läuft immer nach dem selben Schema und am Ende sind alle erstaunt, dass es so etwas geben kann. Auf der anderen Seite werden aber Beamte, die sich gegen solche Machenschaften wenden im Rahmen eines Disziplinarverfahrens unter Missachtung von Regeln eines fairen Verfahrens einfach kalt gestellt und entlassen. Lesen und erfahren Sie mehr dazu unter: http://so-for-humanity.com2000.at ( zB SFH-0823 etc )

Gast: jennos
18.12.2009 11:21
1 0

unglaublich

wenn die hypo schon "massiv unter beobachtung" stand warum wurde dann nicht "massiv eingegriffen". beobachten allein genügt eben nicht. es fehlt halt sooft in österreich um die umsetzung aber bla, bla, bla ist eben um vieles leichter.

hömal
18.12.2009 11:10
0 0

...

ich möcht mich übergeben wenn ich das les.

Gast: diabolo
18.12.2009 11:01
0 0

Baader-Meinhof lässt grüssen!

will nichts heraufbeschwören aber die
Beweggründe waren damals ähnlicher Natur,
wer denn film gesehen hat!

Antworten ledebei
18.12.2009 14:42
0 0

Re: Baader-Meinhof lässt grüssen!

Nun, Gott sei Dank oder (leider) haben wir derzeit nicht diese politisch aktive, intellektuelle Jugend aus denen dann, als alle ihre Ziele durch das System enttäuscht und unterdrückt wurden, einige Randgruppen (mit allerdings anfangs großen Sympatisantenkreisen) zu radikalen und gefählichen Elementen wurden. Gott sei Dank, weil das absolut nicht wünschenswert ist, leider weil uns genau diese, wirklich inhaltliche und aktive Befassung mit den Umständen fehlt, die zu Fällen wie die HGAA, Immofinanz, MÉL, Constantia, Medow, BUWOG........(die Liste liese sich noch sehr lang fortführen) führten und weiter führen werden. Diese Umstände sind auch verantwortlich für die Unfähigkeit eine politische Kultur zu erreichen, die wir eigentlich brauchen um die anstehenden Probleme zu lösen.

Gast: alpha..
18.12.2009 09:52
1 0

die kontrollorgane sind in österreich unnötig,

da sie ebenso wie die justiz eh nichts entscheiden dürfen..

die kleinen verbrecher sollten gleich von der polizei lebenslänglich eingesperrt werden u. die großen lässt man wie auch jetzt schon einfach wieder mit all ihren verbrechensgewinnen laufen..

also wäre es das beste alle kontrollorgane, staatsanwaltschaft u. richterschaft abzuschaffen u. dadurch zumindest geld sparen..

enzo
18.12.2009 07:32
2 0

Ja die Kontrollorgane für Banken

Sind in unserem Staat die reine Augenauswischerei noch dazu wo doch die Parteien günstige Zwischenfinanzierungen der Wahlkämpfe brauchen .
Die Hand die füttert wird da sicher nicht gebissen.
Das sieht natürlich bei der fütternden Hand des normalen Steuerzahlers ganz anders aus ,der ist ja schon seit Jahrzehnten der Doddel für unsere Staatsmacht.

Gast: SSSnake
18.12.2009 07:05
2 0

Ursache liegt klar auf der Hand

wer von rückkratlosen paddeigeschobenen Schleimern geprüft wird, hat einen Freischein für¿s Pleite machen. Wie hat sich damals der KPMG Prüfer der Bawag verantwortet? Spricht wohl Bände!

Gast: Rudolf
18.12.2009 01:09
3 0

Im Grunde genommen, wenn man die letzten Monate...

....in Österreich hernimmt wo jede Woche eine Millionen oder gar Milliarden-Pülcherei aufgedeckt wurde(aber nicht bestraft - weil alle verhabert) ist ein anständiger Mensch vom Trottel ein Bruder!
Da machen sich die Politiker , Justiz und Banken auf Kosten der Steuerzahler eine Millionenparty nach der anderen und der unterbelichtete Österreicher soll dafür blechen !Bin gespannt wie lange diese Party noch dauert?

4 0

der Herr Schuster..

soll sich da nicht am Jörg abputzen,
sondern uns lieber erklären, wie es möglich ist, dass die Hypo in Kroatien für hunderte Jachten und Autos Kredite gegeben hat, die - wie sich jetzt herausstellt - nie existiert haben!

Oder will er uns weissmachen, dass ihnen der Jörg aufgetragen hat, sich am Balkan wie Irre aufzuführen?

Gast: Hubertus
17.12.2009 22:41
4 0

In Leasing gesellschaften ausgelagert?

Wieso schreibt die HYpo dann ab? Sollen doch die Leasinggesellschaften pleite gehen. Oder hat die Hypo für die Finanzierung der Leasinggesellschaften gesorgt zb durch Finanzierung oder Bürgschaften für Finanzierungen oder letter of comfort für die geschäftstätigkeit der Töchter überhaupt.? Und das ist den prüfern nicht aufgefallen? Das müssen aber schöne Dolme sein. Oder wurden sie getäuscht und sie wußten von den leasingtöchtern nichts? Denn allein die existenz von leasingtöchtern hätte doch Fragen in dieser Richtung veranlassen müssen. Bei Täuschung wäre aber der Sttasanwalt zuständig. Auf jeden Fall seltsam.

Antworten Gast: Jaja
18.12.2009 09:17
2 0

Re: In Leasing gesellschaften ausgelagert?

Für mich persönlich ist da gar nichts seltsam. Bei uns werden Politiker oder deren Freunde an wichtige Stellen gesetzt. Diese haben, wie Politiker oder deren Freunde ebenso sind, überhaupt keine Ahnung von der Materie, außer beim Abkassieren - da kennen sie sich aus. Danach werden Fehler und Versäumnisse solange gedeckt und unter den Tisch gekehrt, wie es nur irgendwie möglich ist. Herauskommen tun die Dinge erst, wenn es ohnehin schon lange zu spät ist. Und danach fängt wieder das politisch Spiel an - solange wie möglich, was heißt, man versucht zu vertuschen, zu verschleiern solange und soviel bis eigentlich niemand mehr schuld ist. Und schuldig fühlt sich von denen sowieso NIEMAND. Ein Beispiel? Skylink...BAWAG - und der Elsner fühlt sich immer noch unschuldig usw. usf. Der Name Nowotny fiel schon im BAWAG Skandal auf. Und für die Versäumnisse dort wurde er zum Dank OENB Chef. Und jetzt der nächste Skandal wo er, als OENB Chef schon lange eingreifen hätte müssen - noch Fragen??

Gast: Hubertus
17.12.2009 22:26
2 0

In Leasing gesellschaften ausgelagert?

Wieso schreibt die HYpo dann ab? Sollen doch die Leasinggesellschaften pleite gehen. Oder hat die Hypo für die Finanzierung der Leasinggesellschaften gesorgt zb durch Finanzierung oder Bürgschaften für Finanzierungen oder letter of comfort für die geschäftstätigkeit der Töchter überhaupt.? Und das ist den prüfern nicht aufgefallen? Das müssen aber schöne Dolme sein. Oder wurden sie getäuscht und sie wußten von den leasingtöchtern nichts? Denn allein die existenz von leasingtöchtern hätte doch Fragen in dieser Richtung veranlassen müssen. Bei Täuschung wäre aber der Sttasanwalt zuständig. Auf jeden Fall seltsam.

Und daran soll


das BZÖ schuld sein ?

Kann ich mir nicht vorstellen !


Antworten TSMOE
18.12.2009 09:49
1 0

Re: Und daran soll

Na vielleicht DARAN nicht, aber für die 18-19 Mrd Landeshaftung.

Re: Re: Und daran soll


Soviel ich weiß, war der Beschluß einstimmig, also mit Rot und Schwarz !

Außerdem wurde die Haftung nur verlängert !

Wie hoch war die Haftung der Gemeinde Wien z.B. für die Medici-Bank ?

Ist da auch die SPÖ für das Debakel verantwortlich, das natürlich medial nicht so aufgeblasen wurde ?

Wobei die SPÖ, die absolute Mehrheit hat, was in Kärnten nicht der Fall ist !


4 0

Asset screening...

..hat also das Desaster zutage gefördert. Warum wurde ein solches nicht zur Bedingung für die Staatshilfe gemacht? Warum das "not disstressed" nicht zumindest unter dem Vorbehalt eines solchen screenings vergeben?

Das ist einfach inkonsequent bei einer Bank, die "seit Jahren unter strenger Beobachtung stand", ein schon fast vorsätzliches Wegschauen, um die nicht Verantwortung für etwas sehr Unangenehmes übernehmen zu müssen. Mit anderen Worten eine gröbliche Pflichtverletzung, die gar zu Amtshaftungen führen könnte, wenn irgendjemand ausser der Republik zu Schaden kommt. Diesbezüglich war die Verstaatlichung eigentlich eine geniale Lösung.

By the way. Haben Raiffeisen, Erste und Co ein asset screening bereits überstanden? Oder besteht, wie üblich kein Anlass...

Gast: lol
17.12.2009 20:41
3 0

Was ist das für eine Aufsicht die einfach ausgetrickst werden kann?

Sowas ist doch für die Fisch!

Aus dem roten Bawag-Desaster nichts gelernt.

Sind unsere Entscheidungsträger lernresistent?
Viele glauben: ja

cuibono
17.12.2009 20:00
2 0

Zahnlose Aufsicht

In der FMA sitzen nach wie vor einige Leute, die noch unter Grasser installiert worden sind: ein Schelm, wer Schlechtes darüber denkt....

Und die fahrlässig mangelhafte OeNB-Prüfung wirft Fragen nach der Legitimation dieser äusserst kostspieligen Einrichtung (man denke nur an luxuriösen Pensionen und Dienstwagenaffäre) auf. Denn erst durch deren positives Testat konnte sich die HAAG die Staatshilfe und den Status als systemrelevante Bank erschummeln.

Zur Kritik des serbischen Nationalbankpräsidenten ist zu hinterfragen, warum er diese nicht schon früher deponiert hat und warum generell nicht die Balkanstaaten bei der Rettung der HAAG in die Pflicht genommen worden sind.

Interessant auch die völlig berechtigte Kritik des Föhrenbergkreises, dessen Mitglieder tw. auch im IV tätig sind:

"Der Föhrenbergkreis, eine "querdenkende" Gruppe von österreichischen Unternehmern, Politikern und Wissenschaftlern, kritisiert die Übernahme der Hypo Group Alpe Adria durch den österreichischen Staat als "unnötig" und "schweren Fehler". Er widerspricht damit dem Konsens, der von der Regierung über die Wirtschaftsforschungsinstitute bis hin zur Notenbank reicht."

http://www.orf.at/091217-45927/index.html


 
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