Schuldenstand Österreichs auf fast 300 Mrd. Euro gestiegen

Die absolute Verschuldung erhöhte sich im Vorjahr um 5,8 Mrd. Euro, im Verhältnis zum BIP sank sie jedoch auf 83,6 Prozent.

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Kärnten führt bei der pro Kopf Verschuldung.
Kärnten führt bei der pro Kopf Verschuldung. – (c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)

Wien. Knapp zwei Wochen vor der Nationalratswahl legte die Statistik Austria am Donnerstag die endgültige Bilanz über die öffentlichen Finanzen des Jahres 2016 vor. Wie bereits in den vorläufigen Zahlen vom März („Die Presse“ berichtete) ersichtlich war, war das Budgetdefizit im Vorjahr wieder deutlich angestiegen – von einem auf 1,6 Prozent. Grund dafür war justament die Steuerreform per Anfang 2016. Diese führte zu deutlichen Vorzieheffekten, weil die Kapitalertragsteuer für entnommene Gewinne angehoben wurde. Das brachte im Jahr 2015 höhere, 2016 dann allerdings nierigere Einnahmen. Noch deutlicher ist der Anstieg, wenn man das Bankenpaket außen vor lässt, welches das Budget im Jahr 2015 neuerlich mit 0,6 Prozent des BIP belastete. Im „Normalbetrieb“ verschlechterte sich die Defizitsituation sogar von 0,4 Prozent auf 1,6 Prozent.

Das hatte naturgemäß auch Auswirkungen auf die Verschuldung. Diese stieg in absoluten Zahlen um 5,8 Mrd. auf 295,2 Mrd. Euro und kratzt somit bereits an der 300-Milliarden-Euro-Marke. Anders ist jedoch die Situation im Verhältnis zum BIP. Da sank die gesamte Verschuldung von 84,3 auf 83,6 Prozent. Grund dafür ist einerseits das stärkere BIP-Wachstum, aber auch das Bankenpaket. Sorgte dieses in den vergangenen Jahren nämlich für eine zusätzliche Belastung, führt der Abbau der Bad Banks von Hypo oder Kommunalkredit nun zu einer Entlastung an der Schuldenfront. Ohne Bankenpaket wäre der Schuldenstand der Republik nämlich von 76,2 auf 77,4 Prozent des BIP angestiegen.

 

Kärnten bleibt Schuldenkaiser

Eine deutliche Veränderung gab es bei der Verschuldung auf Bundesländerebene. Pro Kopf gerechnet legte diese beim bisherigen Spitzenreiter Kärnten aufgrund der Einigung mit den Hypo-Gläubigern nochmals deutlich zu – von 5.676 auf 7.434 Euro pro Einwohner. Dahinter folgen Niederösterreich (4900 Euro) und Wien (3753 Euro). Die Steiermark, Salzburg und das Burgenland sind mit Schulden von jeweils rund 3500 Euro je Einwohner beinahe gleichauf. Am wenigsten verschuldet sind die Oberösterreicher (1339 Euro pro Person), die Vorarlberger (470 Euro ) und die Tiroler (203 Euro). (jaz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2017)

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