Ohne Wien wäre Pro-Kopf-Wirtschaftskraft der Österreicher niedriger

Die Hauptstädte der Europäischen Union erhöhen in der Regel die Wirtschaftskraft ihres jeweiligen Landes. Berlin ist eine Ausnahme.

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Wien treibt heimisches BIP – (c) Clemens Fabry

Wirtschaftsforscher nennen es den Wohlstandseffekt der Metropolen. In vielen anderen EU-Staaten ist die jeweilige Hauptstadt ein unverzichtbares wirtschaftliches Zugpferd – von Finnland und Schweden über Großbritannien und Frankreich bis hinunter nach Spanien und Portugal. Nicht anders ist es in Österreich, wo das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner um 5,7 Prozent niedriger wäre, würde man Wien herausrechnen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Einen verhältnismäßig schwachen Stand in Sachen Wirtschaftskraft hat neben der deutschen Hauptstadt Berlin allenfalls noch Rom. Die italienische capitale drückt das BIP je Einwohner lediglich geringfügig nach oben, was wohl vor allem an der Stärke anderer Wirtschaftszentren wie Mailand oder Turin liegen dürfte.

Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands wäre nach der Analyse des Instituts ohne Athen deutlich Prozent geringer ausgefallen. Fast genauso stark ist Bratislava in der Slowakei.

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Hauptstädte in Europa – (c) IW Köln

Das IW verwendete für seine Berechnung Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat aus dem Jahr 2015. Viele EU-Hauptstädte spielen dagegen auch wirtschaftlich eine herausragende Rolle und ziehen die Wirtschaftsleistung pro Kopf nach oben.

Das IW erklärt die relativ schwache Position Berlins mit dem föderalistisch organisierten deutsche Staat, der viele verschiedene Wirtschaftszentren habe - häufig auch im ländlichen Raum mit zahlreichen Mittelständlern. Außer Berlin hat allenfalls noch Rom im eigenen Land ökonomisch einen schweren Stand. Die italienische Hauptstadt hebt das BIP pro Einwohner nur ganz leicht an. Das liege wohl vor allem an der Stärke der anderen Wirtschaftszentren Mailand und Turin, schreiben die IW-Experten.

 

(APA/dpa)

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