US-Notenbank wegen schwacher Inflation besorgt

Die US-Notenbank Fed peilt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Zielmarke liegt nach wie vor nicht in Reichweite.

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Fed-Chefin Janet Yellen
Fed-Chefin Janet Yellen – AFP (SAUL LOEB)

Die anhaltend niedrige Inflation bereitet der US-Notenbank Fed zunehmend Sorgen. Auf ihrem jüngsten Zinstreffen debattierten die Währungshüter ausgiebig über die Aussichten für ein Anziehen der Teuerung, wie aus den Protokollen der September-Sitzung der Notenbank hervorgeht, die die Fed am Mittwoch veröffentlichte.

Viele Teilnehmer hätten ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die schwachen Inflationszahlen in diesem Jahr Entwicklungen widerspiegeln könnten, die länger anhalten. Einige Geduld sei daher angemessen bei der Rücknahme der geldpolitischen Unterstützung, während Trends bei der Teuerung geprüft würden. Dennoch waren laut Protokoll viele Dollar-Wächter der Ansicht gewesen, dass eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr wahrscheinlich gerechtfertigt sei.

Die US-Notenbank hob bisher zweimal in diesem Jahr ihren Leitzins an, zuletzt im Juni. Sie hatte im September die Füße still gehalten aber zugleich angekündigt, dass sie ihr in den Jahren nach der Finanzkrise durch Wertpapierkäufe auf 4,5 Billionen Dollar angeschwollenes Portfolio ab Oktober eindampfen will. Fed Chefin Janet Yellen und weitere US-Notenbanker hatten zuletzt die Erwartung bekräftigt, dass ein weiterer Zinsschritt bis zum Jahresende erfolgen könnte, falls die Konjunktur dies zulässt. Aktuell liegt der Leitsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in der Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent.

Die Fed peilt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Dabei achtet sie besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher (PCE), die Energie- und Nahrungsmittelkosten ausklammert. Dieser Wert sank im August allerdings leicht auf 1,3 Prozent - die Notenbank-Zielmarke liegt damit nach wie vor nicht in Reichweite. Der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, sieht daher seine vorsichtige Haltung bestätigt. Es würde nicht schaden, wenn die Fed länger warten würde mit einer weiteren Zinsanhebung, um die Inflationsentwicklung zu prüfen, sagte das stimmberechtigte Mitglied am Mittwoch in Zürich.

Ihr zweites Ziel Vollbeschäftigung hat die Notenbank dagegen praktisch erreicht. Im September war die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent gefallen, was der niedrigste Wert seit 2001 ist. Allerdings ging aufgrund der Folgen der Wirbelstürme Harvey und Irma die Beschäftigung zum ersten Mal seit sieben Jahren zurück. Es kam zu zeitweiligen Entlassungen, Neueinstellungen wurden verschoben. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, hatten die Fed-Mitglieder wegen der Wirbelstürme mit einem schwachen Arbeitsmarktbericht gerechnet. Sie waren jedoch der Auffassung, dass dies die Wirtschaftsentwicklung auf mittlere Sicht nicht dämpfen werde. Die meisten Sitzungsteilnehmer rechneten zudem damit, dass es zu stärkeren Lohnzuwächsen im Zuge eines sich weiter verbessernden Arbeitsmarktes kommen werde.

(Reuters)

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