Da waren es nur mehr . . .

Nicht nur die Air Berlin, auch viele andere Fluglinien mussten in den vergangenen Jahren ihren Betrieb einstellen. Ein Auszug.

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Pan Am – (c) REUTERS (Fred Prouser)

Am Freitag waren die rot-weißen Maschinen mit dem „Air Berlin“-Schriftzug das letzte Mal in der Luft. Für alle Betroffenen ein schmerzvoller Abschied.

Allerdings ereilte das Schicksal der Air Berlin in den vergangenen Jahren auch viele andere Fluglinien. Dazu braucht man gar nicht über die Grenzen zu schauen. Das wohl prominenteste Beispiel hierzulande ist die Lauda Air. Der dreifache Formel-I-Weltmeister Niki Lauda gründete die Fluglinie 1979 und gab ihr auch seinen Namen. Die Airline überzeugte Reisende zwar mit Essen von Do&Co und pfiffig gekleideten Flugbegleitern, doch in die schwarzen Zahlen schaffte es das Unternehmen nicht. Das Finale kam 2002, die AUA übernahm Laudas Fluglinie zu 100 Prozent. Der Name Lauda Air wurde noch einige Zeit beibehalten, erst seit 2013 kann man das Label nicht mehr am Himmel sehen.

Insolvenzen und Übernahmen. Auch die griechische Fluggesellschaft Olympic Airways hat es nicht in die Gegenwart geschafft. Bis 1972 hatte der griechische Milliardär Aristoteles Onassis Anteile an der Fluglinie. Als sein einziger Sohn, Alexander, bei einem Flugzeugabsturz starb, verkaufte er sie alle dem griechischen Staat. Die Fluglinie kam alsbald ins Trudeln. 2003 wurde die Gruppe grundlegend umstrukturiert. 2009 verkaufte Griechenland das Unternehmen an private Investoren, welche die Fluglinie Olympic Air nannten. Bei der neuen Gesellschaft fand nur die Hälfte der Mitarbeiter Jobs, der Großteil der Destinationen im In- und Ausland wurde gestrichen.

Eine besonders starke Dezimierung hat es unter den amerikanischen Fluglinien gegeben. Vor allem die Liberalisierung des US-Luftverkehrsmarktes trug zu dieser Entwicklung bei. Die Folge: Bei dem harten Kampf um Kunden blieben viele Fluggesellschaften, auch die legendäre Pan American (PanAm), auf der Strecke liegen. Die Pan Am war eine der weltweit ersten Airlines, die interkontinentale Flüge anbot. Über sechs Jahrzehnte assoziierten die Amerikaner das markante blaue Logo mit Fortschritt und Innovation in der Luftfahrt.


Lockerbie bedeutete das Ende. Neben dem beinharten Wettbewerb brach der Fluglinie 1988 ein tragisches Ereignis das Genick: der Terroranschlag über dem schottischen Lockerbie. Alle Insassen starben dabei. Nicht der Anschlag an sich bedeutete das Aus, sondern die Tatsache, dass die USA den Anschlag auf Pan Am, den bisherigen US-Flagcarrier, ein Statussymbol der USA, nicht verhindern konnten. In der Meinung der Reisenden war die PanAm nunmehr das Ziel von Terroristen schlechthin. Die Fluggastzahlen brachen ein. 1991 wurde Pan Am von Delta Airlines übernommen. Danach gab es noch mehrere Anläufe, die Fluglinie zu sanieren. Alle scheiterten.
Nicht anders erging es der Trans World Airlines (TWA). Die einst so erfolgreiche Fluggesellschaft, die auf dem JF Kennedy Airport in New York ein eigenes, riesiges Flightcenter errichten ließ, wurde 2001 von American Airlines übernommen. Im April 2001 hob die TWA das letzte Mal ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2017)

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