Swap-Verlust: Bawag will sich mit der Stadt Linz vergleichen

„Wir wollen die Vergangenheit hinter uns lassen“, sagte ein Bawag-Vertreter.

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PROZESS STADT LINZ GEGEN BAWAG: DOBUSCH (Archivbild) – APA/GEORG HOCHMUTH

Wien. Im Streit um ein massiv schiefgegangenes Swap-Geschäft zwischen der Stadt Linz und der Bawag-Gruppe hat die Bank wieder die Aufnahme von Vergleichsgesprächen ins Spiel gebracht. „Wir wollen die Vergangenheit hinter uns lassen, wir haben genügend andere Probleme“, sagte ein Vertreter der Bawag am Montag bei der Tagsatzung vor dem Handelsgericht Wien.

„Das ist das Skurrilste, was ich bisher in meinem Leben gehört habe“, erwiderte der Rechtsvertreter der Stadt Linz, Gerhard Rothner. Auch Richter Andreas Pablik wunderte sich offensichtlich über diesen überraschenden Vorstoß der Bawag-Rechtsvertreter. „Ich bin Ihnen jahrelang hinterhergerannt, um eine sinnvolle Lösung zu finden. Ich glaube es nicht mehr und laufe Ihnen nicht mehr hinterher“, sagte Pablik. Er habe sich deshalb darauf fokussiert, das Verfahren zu beschleunigen. Aus seiner Sicht sei die Grundlage für einen Vergleich gescheitert. Wenn aber ernsthaftes Interesse an Vergleichsgesprächen bestehe, werde er jedes mögliche Forum dafür zur Verfügung stellen. Laut einem neu zu den Verhandlungen dazugestoßenen Bawag-Vertreter geht es darum, den Schaden vernünftig aufzuteilen. „Wir sind aber auf die Gegenseite angewiesen“, sagte der Vertreter. In der Vergangenheit zu kramen, bringe nichts. „Auch die Leute in der Bawag haben sich verändert“, meinte er. Linz-Anwalt Rothner sagte, dass es bereits unzählige Vergleichsgespräche gegeben habe, bei denen alle möglichen Themen ausgelotet worden seien.

Die Bawag hat laut ihrem jüngst veröffentlichten Börsenprospekt bereits 2011 ihre Klagsforderung gegenüber der Stadt Linz in Höhe von 417,7 Mio. Euro plus Zinsen auf rund 245 Mio. Euro abgeschrieben. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2017)

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