Japan: Längste Wachstumsphase seit der Jahrtausendwende

Japan erlebt die längste Wachstumsphase seit der Jahrtausendwende.

Die japanische Wirtschaft ist in den Sommermonaten das siebte Quartal in Folge gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt zog zwischen Juli und September um 0,3 Prozent zum vorangegangenen Vierteljahr an, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Eine längere Wachstumsphase gab es zuletzt zwischen 1999 und 2001. Allerdings fiel das Plus nur noch halb so stark aus wie im zweiten Quartal. Zudem blieb das Wachstum in der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft hinter dem anderer großer Industrienationen zurück: Deutschland schaffte ein Plus von 0,8 Prozent, die USA von 0,7 Prozent und die Euro-Zone insgesamt von 0,6 Prozent.

Als größte Konjunkturstütze erwiesen sich die Exporte. Besonders die Ausfuhren von Fahrzeugen und elektronischen Bauteilen in die USA und nach Asien entwickelten sich gut. Ein besseres Abschneiden verhinderte die Kaufzurückhaltung der heimischen Verbraucher. Sie gaben erstmals seit mehr als anderthalb Jahren weniger für den Konsum aus. Gespart wurde vor allem bei Hotel- und Restaurantausgaben, ebenso bei Auto- und Handykäufen. "Da sich der Arbeitsmarkt recht gut entwickelt, dürften die Verbraucherausgaben künftig wieder anziehen", sagte Ökonom Hidenobu Tokuda vom Mizuho Research Institute.

"An unserer Prognose, wonach sich die Wirtschaft moderat erholen wird, ändert sich nichts", sagte Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi. "Wir müssen aus dem Aufschwung einen dauerhaften machen, indem wir mit Reformen fortfahren, die die Produktivität Japans erhöhen." Es wird erwartet, dass die Regierung noch in diesem Jahr ein Maßnahmenpaket vorstellt, dass beispielsweise eine verbesserte Ausbildung beinhalten könnte. 

(Reuters)

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