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2009 brachte deutlich mehr Insolvenzen in Österreich

12.01.2010 | 13:21 |   (DiePresse.com)

Im Sog der Krise schnellten die Konkurse von Unternehmen und Privatpersonen im Jahr 2009 in die Höhe. Der Alpenländische Kreditorenverband und der KSV 1870 rechnen aber mit noch mehr Pleiten im Jahr 2010.

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"Es kam, wie es kommen musste" titelt der Kreditschutzverband von 1870 seine aktuelle Jahresstatistik. Im Jahr 2009 gab es in Österreich deutlich mehr Insolvenzen als im Jahr 2008. So wurden mit 3741 Insolvenzverfahren um gut 14 Prozent mehr eröffnet als noch vor einem Jahr. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist aber, dass für 2009 noch mehr Fälle befürchtet wurden und der Spitzenwert aus dem Jahr 2005 mit über 7000 Fällen nicht erreicht wurde.

Die Unternehmensinsolvenzen lt. KSV:

 

Unternehmens-
 -insolvenzen KSV 1870 Veränderung
2009 2008 absolut in %
Eröffnet 3.741 3.270 471 14,40
abgew.* 3.161 3.045 116 3,81
Gesamt 6.902 6.315 587 9,30
Schulden 4 Mrd. 3 Mrd 1 Mrd 33,3
*Mangels Masse abgewiesene Konkursanträge

Kredtiklemme nicht ausgestanden

Auch der Alpenländische Kreditorenverband kommt in seinem Jahresbericht auf einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Die AKV-Statistik, die auch abgewickelte Konkurse berücksichtigt, kommt auf eine Gesamtsteigerung von 9,4 Prozent:

 

Unternehmens-
 -insolvenzen AKV Veränderung
2009 2008 absolut in %
Eröffnet 3.726 3.254 472 14,51
abgew.* 3.157 3.039 118 3,88
Konkurse 3.649 3.189 460 14,42
Ausgleiche 77 65 12 18,46
Gesamt 6.883 6.293 590 9,38

Das Thema Kreditklemme sei jedenfalls noch lange nicht abgeschlossen, so Alois Schönfeld vom AKV. Für viele Unternehmen könnte gerade beim Wiederanspringen der Nachfrage die Finanzierung des Lageraufbaus und der Kreditforderungen problematisch werden.

Deutlich mehr Privatinsolvenzen

Auch bei den Privatinsolvenzen gab es einen bedauerlich hohen Anstieg von 22 Prozent im Jahr 2009.

 

Privat
 -insolvenzen AKV Veränderung
2009 2008 absolut in %
Insolvenzen 9.053 7.416 1637 22,07
abgew.* 1.217 1.099 118 10,74
Konkurse 10.270 9.615 655 6,81

Bau und Dienstleister besonders betroffen

Die Analyse der betroffenen Branchen hatte schon im Jahr 2008 erkennen lassen, dass vor allem die industrielle Fertigung, die Exportgüterindustrie und Transport hart getroffen wurden. Dieser Trend hat sich 2009 deutlich verstärkt. Deutlich unterdurchschnittlich hat sich das Gastgewerbe entwickelt - vollends gegen den Trend die Bauwirtschaft und Lebens- und Genussmittel. Die Österreicher haben 2009 gebaut und gegessen. Das hat diesen beiden Branchen gut getan.

 

Branchen eröffnete Verfahren Veränderung
2009 2010 absolut in %
Bauwirtschaft 663 662 1 0,15
Textil/Leder 85 77 8 10,39
Maschinen 225 130 95 73,08
Lebensmittel 108 134 -26 -19,40
Holz/Möbel 103 77 26 33,77
Glas/Keramik 41 26 15 57,69
Elektro 61 45 16 35,56
Gastgewerbe 419 393 26 6,62
Transport/Kfz 121 122 -1 -0,82
Papier/Druck 67 45 22 48,89
Uhren/Schmuck 29 23 6 26,09
Verkehr/Telekom 275 241 34 14,11
Chemie/Pharma 57 37 20 54,05
Freizeit 47 43 4 9,30
EDV 95 96 -1 -1,04
Bergbau/Energie 21 8 13 162,50
Unt. DL* 667 555 112 20,18
Land/Forstwirtsch. 67 60 7 11,67
Privat 126 112 14 12,50
sonstige 464 384 80 20,83
Gesamt 3741 3270 471 14,40

*unternehmensbezogene Dienstleistungen, z.B. Consulting

2010 wird noch schlimmer

AKV und KSV sind sich einig, dass es heuer noch mehr Insolvenzen geben wird als 2009. Der KSV kritisiert, dass notwendige Restrukturierungen bei den heimischen Unternehmen noch nicht stattgefunden haben. Auch wenn die Konjunktur heuer wieder anspringt so sei es noch zu früh für grenzenlosen Optimismus. Der KSV prognostiziert für das laufende Jahr um zwölf Prozent mehr Insolvenzen als 2009.

Auch der AKV rechnet für heuer mit einem Pleitenrekord und zehn bis elf Prozent mehr Fällen als im abgelaufenen Jahr. Auch, weil viele gefährdete Unternehmen und Privatpersonen auf die neue Insolvenzverordung warten würden. Diese soll heuer in Kraft treten und zahlreiche Vereinfachungen für die Betroffenen bringen.

 

 

 

(Red.)

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5 Kommentare

Konjunkturpakete

Beim Erfolg eines Unternehmens spielen einfach sehr viele Fakoren eine Rolle. Zu dem Thema gibt es auch eine interessante Reportage in der medianet (http://www.medianet.at/primenews/company-marketwatch/welche-hausaufgaben-stehen-2010-noch-an.html)," target="_blank">http://www.medianet.at/primenews/company-marketwatch/welche-hausaufgaben-stehen-2010-noch-an.html), darin berichtet ein gewisser Herr Frömmel von der Wirtschaftskammer, dass auch die Banken ihren Teil dazu beitragen, weil für die Finanzierung von Projekten oft einen Eigenkapitalanteil von 50% verlangen.

Da sollte meiner Meinung nach auch der Staat einspringen und Konjunkturpakete rasch umsetzen, immerhin wurden die Banken auch mit staatlicher Hilfe unterstützt!

Gast: ET
12.01.2010 18:09
0 0

Diese Statistik ist überraschend gut!

Ich hätte noch im März 2009 mit weit über 10.000 Unternehmensinsolvenzen gerechnet. Tatsächlich haben die Banken 2009 aber nur NPLs (Kredite welche min. 3 Monate nicht bedient wurden) gesammelt aber noch keine Bereinigung durchgeführt.

Die Zahlen zu den Insolvenzen werden erst dann richtig nach oben schnellen, wenn die Banken beginnen die Kreditportfolios zu bereinigen. Heute sieht es fast so aus, als könnten die Banken nicht bereinigen, weil diese dann selbst kaum mehr Bilanzieren könnten?

Besonders interessant ist das Wirtschaftsblatt Interview mit dem RLB OÖ Chef Scharinger. Der Scharinger behauptet, dass 2010 5 - 7 % der Unternehmen in die Insolvenz müssen. das wären bei 320.000 Unternehmen dann 16.000 bis 22.000 Unternehmen. Eigentlich sollte er es wissen, wenn er seinen Job unter Kontrolle hat.

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben wurde in der Presse zu diesem Thema schon einmal beschrieben. Es ist zu befürchten, dass es stimmt.

Nach der KMU Studie der Creditreform sind schon mehr als 20% der Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von unter 10% unterwegs. Ich sehe diese Unternehmen als sehr gefährdet an. Das gilt besonders dann, wenn die Zinsen wieder steigen. Eigentlich haben wir in Österreich also 64.000 Unternehmen, welche Kandidaten für eine Insolvenz sind. Die Perspektiven sind eher nicht gut.

oesterreich

WER braucht schon unternehmer und leistungstraeger wenn es doch eine notenpresse und konjunkturpakete ohne ende gibt!

NIEMAND

oesterreich ist zutiefst unternehmer- und leistungsfeindlich.

mfg

Gast: Karl
12.01.2010 14:24
1 0

Wieviel Kreditausfälle werden das wohl Heuer?

wunderbar die Banken und der Staat geben ja so leichtfertig Kredite das sie nicht mal Gedeckt sind wunder mich nicht mehr wenn man die Ansieht was die Maturanten lernen und die sitzen fast immer in diesen Positionen was haben die Gelernt ach ja Protestieren.
Frage mich können die eigentlich Buchhaltung oder das Zeichen auf den Konto +.

...wirtschaften können.

Wenn BANKEN schon nicht wirtschaften können, wie soll dies dann, bei UNTERNEHMEN funktionieren !

Hobbyökonom