WIEN. Österreich ist in Sachen Biotechnologie ein Nachzügler. Man erkannte hierzulande erst relativ spät das Potenzial, das in der medizinischen Anwendung von Gentechnik & Co. steckt. Dann ging die Entwicklung aber rapide: Laut OECD gibt es in Österreich 121 Biotechnologie-Unternehmen im engeren Sinne – großteils wurden sie in den vergangenen zehn Jahren gegründet. Dazu kommen noch rund 250 Unternehmen, die als Dienstleister, Zulieferer oder Händler fungieren. In der Branche sind rund 14.000 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz liegt bei knapp zwei Milliarden Euro.
Den Startschuss für den österreichischen Boom gab die Gründung des IMP im Jahr 1988 durch den deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. In seinem Umkreis entstanden – mit hohen Förderungen der öffentlichen Hand – viele junge Biotech-Firmen, unter ihnen der mittlerweile börsenotierte Impfstoffhersteller Intercell. Daneben entwickelten sich weitere Cluster in Wien, aber auch in Graz und Innsbruck. Einigen heimischen Biotech-Firmen ist bereits der Aufstieg in die Weltliga gelungen. Den größten Deal konnte im Jahr 2008 Affiris landen: GlaxoSmithKline lässt für ein Alzheimer-Medikament bis zu 430 Millionen Euro springen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2010)

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