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Arbeitsmarkt: "Manche kommen nur Stempel abholen"

19.02.2010 | 18:39 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

Unternehmer klagen über arbeitsunwillige Jobsuchende. Die Sanktionen für Arbeitslose, die eine Stelle ablehnen, sind aber streng: Im Vorjahr wurde in 13.000 Fällen die Unterstützung vorübergehend gestrichen.

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Wien. Wolfgang Maurer beschäftigt 160 Mitarbeiter in 18 Bäckerei-fachgeschäften. Jedes Jahr stellt er 30 bis 35 Personen ein. Vorstellen kommt sich fast täglich jemand, viele kommen vom Arbeitsmarktservice (AMS). „Da gibt es solche, die gleich sagen: Ich will nur den Stempel.“ Andere würden ihr Desinteresse subtiler demonstrieren, etwa durch Körpersprache oder Outfit. Wieder andere hätten keine Zeugnisse– oder es gefielen ihnen die Arbeitszeiten nicht: In den Bäckereien gibt es eine Sechs-Tage-Woche und Wechseldienst mit Schichten von 6 bis 13Uhr und von 13 bis 19Uhr.

Da heiße es dann: „Samstags kann ich nicht, wir haben ein Wochenendhaus.“ Oder: „Nachmittags kann ich nie, da muss ich mit den Hunden spazieren gehen.“ Manche würden am ersten Arbeitstag einfach nicht erscheinen. Das bedeute einen bürokratischen Aufwand für das Unternehmen: „Wir müssen Beschäftigte ja schon vor Arbeitsbeginn anmelden.“

Auch mit der angebotenen Bezahlung seien viele nicht einverstanden. Diese liegt laut Maurer anfangs bei 1100 bis 1200Euro netto (das entspreche dem Kollektivvertrag), könne danach aber deutlich ansteigen. „Viele argumentieren jedoch mit ihren Bedürfnissen und nicht mit der Leistung oder wollen fixe Zusagen, dass das Gehalt nach einem Monat ansteigt. Und das können wir nicht bieten.“

Der Unternehmer wundert sich, dass viele Menschen trotz Rekordarbeitslosigkeit– Ende Jänner waren inklusive Schulungsteilnehmer 400.000 Menschen arbeitslos gemeldet– offenbar nicht bereit seien, einen Job anzunehmen. Generell findet er die Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose zu locker. Dem AMS wirft er vor, zu wenig darauf zu achten, dass nur solche Bewerber zum Vorstellungsgespräch geschickt werden, die auch die Anforderungen erfüllten. Denn sinnlose Bewerbungsgespräche seien auch zeitaufwendig.

 

Schichtarbeit jedem zumutbar?

Beim AMS rechtfertigt man sich. Man müsse zwei Aufgaben unter einen Hut bringen: zum einen den Unternehmen geeignete Leute schicken, zum anderen für die Arbeitssuchenden, unter denen auch Langzeitarbeitslose, Leute mit Betreuungspflichten oder Personen mit gesundheitlichen Problemen sind, geeignete Stellen finden.

„Viele Unternehmen sagen aber von vornherein: Schickt mir nur geeignete, willige Leute, sonst gebe ich euch keine Stellen mehr bekannt“, berichtet AMS-Chef Johannes Kopf. Das AMS würde auch darauf achten, dass Bewerber die Voraussetzungen erfüllten.

Doch nicht bei allen Bewerbungen von Arbeitslosen handle es sich um sogenannte „verpflichtende Zubuchungen“. Viele Jobsuchende würden ohnehin von sich aus Initiative zeigen und sich oft bewerben. „Da leisten wir nur Hilfestellung, geben ihnen Angebote bekannt und sagen: Schaut euch das an.“ Da könne es vorkommen, dass ein Arbeitsloser bestimmte Stellen nicht in Betracht ziehe, weil die Umstände nicht passen. „Verpflichtende“ Bewerbungen gebe es erst, wenn die Arbeitslosen von sich aus keine Initiativen setzten.

Dass die Zumutbarkeitskriterien zu locker seien, glaubt Kopf nicht. Zum einen sei nicht jedem alles zumutbar. Frauen mit Betreuungspflichten etwa könnten keinen Wechseldienst übernehmen. Auch genießen Arbeitslose 100 Tage Berufsschutz und 120 Tage Einkommensschutz. Die Entlohnung im vermittelten Job muss 80 Prozent des früheren Lohns ausmachen. Ist man länger als 120 Tage arbeitslos, müssen es mindestens 75 Prozent sein. Erst für Notstandshilfebezieher (ab einem halben Jahr bzw. einem Jahr Arbeitslosigkeit) ist jeder Job zumutbar.

 

„Die meisten wollen arbeiten“

Kopf ruft die Betriebe auf, es dem AMS zu melden, wenn sich jemand nur einen Stempel abhole. In so einem Fall kann eine Sperre verhängt werden: Der Betroffene bekommt sechs Wochen kein Arbeitslosengeld, im Wiederholungsfall acht Wochen. Im Extremfall kann man auch mangels „Arbeitswilligkeit“ zur Gänze aus dem System fallen: Im Vorjahr wurde 66 Mal das Arbeitslosengeld und 151 Mal die Notstandshilfe gestrichen, weil sich Personen generell „arbeitsunwillig“ zeigten.

Häufiger waren Sanktionen wegen Verweigerung bzw. Vereitelung einer konkreten Arbeitsaufnahme oder Schulungsmaßnahme: Im Vorjahr wurde in 4751 Fällen das Arbeitslosengeld und in 8184 Fällen die Notstandshilfe vorübergehend gestrichen. Im Jahr 2008 waren es um 366 Fälle weniger. „Die meisten Menschen wollen jedoch arbeiten“, verteidigt Kopf seine Klientel. Freilich gebe es auch solche, die nicht wollten, doch würden die Zumutbarkeitskriterien generell überschätzt. „Wenn jemand nicht will und sich bei der Vorstellung zu wenig bemüht, kann man ihm schwer eine Vereitelung nachweisen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2010)

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115 Kommentare
 
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Gast: Petr
22.02.2010 22:42
0 0

Die Firmen sind Mittäter!

„Da gibt es solche, die gleich sagen: Ich will nur den Stempel.“

Aha, und warum wird denen dann "einfach so" der Stempel gegeben?

Aber im Nachhinein dann immer irgendwo rumjammern, wie böse, böse, böse die Leute doch sind.

Das nächste Mal soll der nette Herr dem Arbeitslosen den Vorstellungsschein abnehmen, einen entsprechendne Vermerk darauf machen und per Post und/oder Fax dem AMS retournieren. Sowas hilft oft Wunder! :-)

Aber vielleicht sollte sich der nette Herr auch mal überlegen, warum er ins einer Bäcker-Firma eine Fluktuation von ca. 20 % hat.

Manchen Wirtschaftskollegen sind offensichtlich alle Mittel recht ...

Gast: 123
22.02.2010 12:15
0 0

Es geht auch anders

Es gibt da ein paar Dinge die man tun könnte um desem Treiben ein Ende zu bereiten. Wie etwa den Berufsschutz aufheben. Dann gibt es da keine Ausreden mehr.Auch muss man daran gehen die Mobilität der Arbeitnehmer zu erhöhen.Österreich ist ein kleines Land,daher sollte es auch kein Problem sein jemanden eine Arbeitsstelle am anderen Ende des Landes zuzumuten.Für diverse Unterkunfts- und Fahrtkosten könnte man ja ein paar Förderungen mittels Steuervergünstigungen gewähren.Ausnahmen(etwa für Alleinerzerherinnen)vom Mobilitätszwang müssten dann im Einzelfall sehr streng geprüft werden. Wieder eine Ausrede weniger.Und wenn sich ein zu Vermittelder in einem Unternehmen absichtlich dummstellt um ja nur den Job nicht zu bekommen dann sollte es da eine Möglichkeit geben in der ein Personalchef oder Unernehmer dies meldet.Mit der Konsequenz dass dann die Arbeitslosenunterstützung getrichen wird.Von dem haben alle was.Da sich dann die Unternehmen verlorene Zeit durch oftmalige unnötige Bewerbungsprozesse sparen bzw. so derartige Kosten minimieren können,und wenn es sich herumspricht werden sich mehr Arbeitssuchende IMMER von ihrer Schokoladenseite zeigen.Was den schlechten Ruf von Langzeitarbeitslosen aufpoliert.Die Vermittlung selber muss natürlich gleichzeitig viel effektiver werden damit Leute nur in Unternehmen geschickt werden die deren Mindestanfordenrungen erfüllen.Etwa nur Leute die in der gleichen Branche schon tätig waren oder in der Lage sind eine spezielle Schulung zu machen

Gast: Will
21.02.2010 15:12
0 0

Wieso?

Wäre Interessant zu wissen , wieso der Bäcker
jedes Jahr 30 bis 35 Leute einstellt.
Scheint eine hohe fluktuation von Leuten zu sein die den Job machen bis sie was besseres gefunden haben.

Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:11
0 0

Re: Wieso?

Da kann ich Ihnen nur beistimmen! So wie es auf der Seite der Arbeitssuchenden einen kleinen Teil gibt, welcher es sich immer zu richten weiß, gibt es das auch auf Unternehmerseite.

Man denke auch an die geförderten Arbeitsplätze, welche zeitlich auf ein Jahr befristet sind.

Wie lange darüber werden wohl die Leute gebraucht werden? Es wird sich herausstellen.


Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:07
0 0

Re: Wieso?

Hallo,

offensichtlich waren Sie immer in der äußerst glücklichen Lage, nie aktiv nach Arbeit suchen zu müssen, sonst könnten Sie nicht so ungeheuer oberflächlich über dieses komplexe Thema schreiben, das derzeit eine große Anzahl von Menschen betrifft.

Im Gegensatz zu Ihren Erfahrungswerten, falls diese überhaupt vorhanden sind, kann ich mit absoluter Sicherheit behaupten, dass die breite Masse der Arbeitssuchenden extrem darunter leidet, keinen Posten, bzw. höchstens einen zu erhalten, welcher weder ihren Stärken, noch ihrer Ausbildung in irgendeiner Weise entspricht. Schlecht bezahlt im falschen Job zu enden, das will sich verständlicherweise besonders ein noch eher junger Mensch ersparen, der noch den ganzen Aufbau vor sich hat. Die Phrasen, dass es von späteren Arbeitgebern gewürdigt würde, wenn z.B. ein Mediendesigner oder Eletroingenieur bei der Security als Bewacher endet, ist einfach an den Haaren herbeigezogen. Somit ein Wunschdenken, wie so viele Dinge in der heutigen Zeit, welche medial verbreitet werden, gut klingen, doch keinerlei echten Inhalt besitzen.

Ihnen würde ich raten, sich in die Schuhe jener Leute zu begeben, über die Sie so arrogant urteilen.

Antworten Gast: Gustl Un
21.02.2010 18:56
0 0

Re: Wieso?

Dachte ich mir auch. Muss ein echter Sch***betrieb sein.

Antworten Antworten Gast: jasmin
12.03.2010 00:45
0 0

Re: Re: Wieso?

Sorry, mein grimmiger Bericht, bzw. die Antwort, betraf nicht 'WIESO?', sondern
'GAST 123'!!!!!!!!!

Lesebrille aufsetzen, das ist die Lösung allen Übels!

Kein Stempel notwendig !

Sehr geehrte Mitleser,

mein alter ego "Machi_Austria", das als Persiflage auf "Michi_Austria" gemeint war, wurde von einem Presse-Zensor ausradiert. Es gibt offensichtlich keine Beiträge mehr unter dem Pseudonym "Machi_Austria".
Wahrscheinlich ist die nächste Stufe, daß es auch keinen "Donald Duck" mehr geben wird.
Wer diesen Beitrag noch lesen kann: Erinnern Sie sich, daß es mal eine kritische Stimme gab !

Ein virtuell Getöteter.

Ein letztes "Quack",
Donald Duck

UPDATE: Auch Donald Duck kann nicht mehr kommentieren !

Kein Stempel notwendig !
Idente Kommentare:
Donald Duck
20.02.2010 22:22
Machi_Austria
20.02.2010 21:29
Machi_Austria
20.02.2010 21:30

Unsere Lieblingsvolkspolitiker werden sich mit Links darum kämmern: 27.000 "offene" Arbeitsstellen werden innerhalbs eines Tages besätzt sein !
ABER DANN:
Für die rästlichen ca. 400.000 Arbeitslosen (offizielle Fälschung) werden wir eine Läsung finden: Millionen an Steuergeld für (parteinahe ?) Schulungsfreunderl !
Und Lohndumping für die Idiotän, die uns wählen !
Das ist soziaahl, fär und kombedänt !
Bäste Grüße !

Saskatoon
21.02.2010 10:23
1 1

und außerdem sind es ewig die gleichen firmen

die sich aufregen - zwar jene die nix zahlen wollen aber hauffenweise dreckige arbeit zu erledigen haben....

Saskatoon
21.02.2010 10:20
0 0

mag ja sein, dass manche nur stempel holen

weil sie wissen sie haben keine praxis in dieser od. jener branche - aber dem ams ist sowas egal, die schicken einfach die leute irgendwo hin...
und zum zwieten möcht ich sagen - die personalchefs sind auch nicht das gelbe vom ei - freundlichkeit oder ähnliches haben die nicht notwendig, da sind soviele abgehobene unfähige überarbeitete wappler zugange dass einem das grausen kommt....
fettige haare, fettige hände und und und....
die firmen sollen erst den dreck vor ihrer tür wegkehren und dann erst jammern...

das größte greul sind leasingfirmen - die haben gar keinen freie stellen, bestellen aber beim ams trotzdem matereal, damit sie dann adressen an werbeindiustrie verkaufen können

ams und firmen sollen sich gefälligst mal selbst an der nase packen.

Gast: Don Quichote
20.02.2010 18:46
2 0

Wovon lebt das AMS?

Richtig. Von vielen "Kunden". Das erklärt hinlänglich die großzügige Auslegung der Zumutbarkeitsbestimmungen, die zu einem großen Teil sinnlosen Weiterbildungsmaßnahmen und die anscheinend zu großzügigen Arbeitslosenunterstützung. Schützenswert auf Kosten der Allgemeinheit sind nur jene, die wirklich nicht können, keinesfalls jene, die nicht wollen. So lange es Leute gibt, die sich nur einen Stempel holen wollen, ist etwas faul im System.

Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:16
0 0

Re: Wovon lebt das AMS?

Bitte, etwas intensiver recherchieren, dann könnte Ihnen die Wahrheit weniger nebulös vorkommen.

ikarus
20.02.2010 18:32
2 0

Unwillig

Schwarz Schafe gibt es bei Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber.
Aber man sollte sich frage warum solche Situationen auftreten.?Was sind die Grüde für ein solches verhalten beiderseitig.
Wir haben Gott sei dank in Österreich auch Arbeitgeber die sehr Kompromissbereit sind .
Welche Voraussetzung müssen gegeben sein ?
Ein Lohn von den man Leben und nicht vegitieren kann.
Das Wir Gefühl : Eine Gegebenheit die für beide Seiten dienlich ist . Produktsteigerung Qualitativ Quantitativ Miteinander in gleicher Augenhöhe reden. Ergebniss: Respeckt von eiander.
Keiner ist Vollkommen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer. aber man kann daran arbeiten .
Ein Hauruckprinziep ist heute keinem dienlich weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer.
Versuchen wir es doch gemeinsan (AN und AG)
nicht gegeneinander sondern miteinander!

Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:30
0 0

Re: Unwillig

Wunderbar!

Ja, ein faires Miteinander mit dem Ziel auf Erfolg, das wäre die intelligente Lösung, damit Menschen mit Freude und Engagement arbeiten und Loyalität verspüren können.

Für Betriebe, welche Menschen planlos einsetzen, sich nicht für sie interessieren, außer dafür, wie billig sie diese bekommen, werden auf lange Sicht kein Glück haben.

Es brodelt schön langsam an allen Ecken und Kanten. Somit wäre es Zeit für mehr Ehrlichkeit, mehr Hausverstand und gegenseitige Wertschätzung.

Mit menschenverachtendem Verhalten geht die Sache nämlich mit Sicherheit eines nahen Tages, extrem stark nach hinten los.

Arbeitslose, worunter die meisten zum großen Teil wirklich arbeiten wollen, leiden gerade heutzutage extrem, das können Sie mir glauben.

Sie sind großteils gut bis sehr gut ausgebildet, haben auch sehenswerte Dienstzeugnisse. Ihr Vergehen beschränkt sich darauf, dass sie betrieblich zu teuer waren, sich selbst in der Auswahl der Tätigkeit irrten usw.

Danach kommen sie im Laufe der Zeit zu den sogenannten Coach-Stätten, welche meist nette Trainer besitzen - soviel ich bei uns gehört habe -, aber rein inhaltlich wirklich wenig bis keinen Sinn machen.

Man könnte hier viel berichten, viel Trauriges vor allem. Von anständigen, netten, fleißigen Leuten, die statt in ihrem Beruf als Mediendesigner. irgendwo bei der Security, in einem absoluten Billigstjob enden. Das auch nur, wenn sie Glück haben und überhaupt genommen werden.

Mir wird gruselig von allem!

IppaiOppai
20.02.2010 17:45
0 3

Grundeinkommen

http://www.pro-grundeinkommen.at/

da kann man ONLINE eine Petition "unterzeichnen" -> dauert keine 2 min.

-ist das BGE bezahlbar?
-Geht dann noch wer arbeiten?
-wie soll das finanziert werden?
-wer ist auf diese Idee gekommen?
-wurde das schon mal getestet?

http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Iovialis/grundeinkommen

IppaiOppai
20.02.2010 17:40
2 3

Jeremy Rifkin

lesen!

nicht die Arbeitnehmer sind arbeitsunwillig, sondern die Elite ist reformunwillig...

darum der ganze Schmafoo...


Ertl
20.02.2010 17:27
2 1

einseitige Berichterstattung

Es gibt sicher arbeitsunwillige unter den sicher über 400.000 Arbeitslosen.Wieviele es genau sind kann aber niemand sagen,darüber berichtet wird aber als wären es von 400.000 ca. 399.999! Und über die vielen unzumutbaren Betriebe (und da gibts viele und auch viele verschiedene Gründe warum diese Betriebe unzumutbar sind)wird nie auch nur ein Wort berichtet.

Steininger
20.02.2010 12:25
3 0

Langzeitarbeitslose müssen jeden Job annehmen.

Theoretisch schon. Aber was macht ein Bäcker mit einem ehemaligen Büroangestellten?
Was soll man als Büroleiter mit einem ehemaligen Maurer anstellen?
Es ist naiv wenn man glaubt Langzeitarbeitslose sind auch für jeden Job geeignet!
Die fragwürdigen Schulungen die das AMS so anbietet machen die Lage auch nicht besser.
Zum Beispiel in einem Bildungszentrum dessen Namen ich nicht nennen will werden BerufswiedereinsteigerInnen mit monatelangen Kursen gequält bei denen sie die Grundrechnungsarten und Rechtschreibung wieder erlernen sollen. Im Zeitalter von Handy und Laptop. Die Quälerei hat wohl nur den einzigen Zweck daß sich die Leute selber einen Job suchen!

Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:43
0 0

Re: Langzeitarbeitslose müssen jeden Job annehmen.

Da bin ich auf Ihrer Seite!

Es bewahrheitet sich wiederum, dass Bildung nicht unbedingt extrem viel mit gesunder Intelligenz zu tun haben muss.

Matura und Studium alleine genügen offensichtlich nicht für den optimalen Durchblick der Entscheider, dieser mehr und mehr befremdlichen Anweisungen an das AMS usw.

Oder, es wird noch an anderen Dingen, wie nur an der Beschaffung willigster Kräfte aller Ausbildungsgrade und Titel, zu miesesten Lohn- und Arbeitsbedingungen gebastelt.., wer weiß das heute schon wirklich?

Ich bin absolut misstrauisch geworden, in diesen bemerkenswerten Zeiten von Orwell und aufkeimender Diktatur, inklusive Aussicht auf Weltkrieg Nr. 3, von der Ultrasuper-Wehrmacht EU, wo Österreich neutral und brav mitpatscheln wird.

Antworten tarrant
20.02.2010 12:34
3 0

Re: Langzeitarbeitslose müssen jeden Job annehmen.

Grundrechnungsarten und Rechtschreibung sollte man auch trotz Handy und Laptop beherrschen! Wir nehmen niemanden auf der nicht halbwegs kopfrechnen und sich schriftlich verständigen kann.

Antworten Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:48
0 0

Re: Re: Langzeitarbeitslose müssen jeden Job annehmen.

Wobei die Latte menschlich angelegt sein dürfte, denn 'halbwegs Kopfrechnen', das schreibt man eben so.

Davon abgesehen, bin ich Ihrer Meinung.

baul
20.02.2010 11:56
3 0

Williger

Die Wirtschaft klagt über unwillige, unqualifizierte Jugendliche.

Die andere Seite:
Mein Sohn, HTL 4. Jg Maschinenbau. Notenschnitt 1,2!!! sucht einen Pflichtpraxisplatz für die Ferien- überall Absagen!
Jedenfalls höchst motivierend!

Antworten Gast: jasmin
11.03.2010 19:49
0 0

Re: Williger

Da sind Sie in guter Gesellschaft, denn viele Leute, gut gebildete, auch jene, welche die Ausbildung beendet haben, stehen heute da und schauen nur mehr traurig in die berufliche Kalahari-Wüste.


Antworten Gast: biologe
20.02.2010 12:38
1 0

Re: Williger

Dieser Praktikumszwang ist auch für die andere Seite nicht angenehm; wenn ich Praktikanten aus HTL oder Uni in mein Labor aufnehme, muss ich sie einschulen. Je komplexer die Aufgaben, desto länger die Einschulung und desto aufwendiger die Betreuung. Meistens sind die Leute erst nach 2-3 Wochen zu so eigenständiger Arbeit fähig, dass ich meiner Arbeit wie gewohnt nachgehen kann. Aber nach 2 Monaten ist das Praktikum wieder vorbei.

Antworten tarrant
20.02.2010 12:33
3 1

Re: Williger

Bei mir gehen täglich Bewerbungen über den Schreibtisch, aber die meisten sind einfach eine Katastrophe und ich habe einfach nicht die Zeit näher hinzusehen wenn mich die ersten paar Sekunden nicht interessieren. Ist sie formal furchtbar, dann such ich mir nicht die Fakten aus dem Chaos heraus.

Wie sieht die Bewerbung aus? Keine Rechtschreibfehler drin, alles schön übersichtlich? Sauber in einer Mappe (keine Klarsichthüllen!!)? Vernünftiges, seriöses Foto? Tabellarischer Lebenslauf mit Schulen, bisherigen Praktika (falls er welche gemacht hat), Kenntnissen und Hobbies (und dort bitte nicht "Fortgehen" oder ähnliches reinschreiben)?

Es hilft auch wenn Sie vorher im Unternehmen anrufen und fragen, wer der Ansprechpartner ist und was gefordert wird. Eine persönlich adressierte Bewerbung wirkt automatisch besser, weil man sich schon mal Mühe gegeben hat etwas herauszufinden. Genauso ist es wichtig zu erklären warum es genau diese Firma sein soll. Interesse am Unternehmen zeigen!

Vielleicht macht er das eh schon alles, dann wünsche ich ihm viel Glück.

Antworten Antworten Gast: crash
11.03.2010 20:15
0 0

Re: Re: Williger

Geschätzter Herr,

Ihre Interpunktion sollten Sie leicht verbessern, doch tritt diese Kleinigkeit völlig in den Hintergrund, wenn man sich in Ihre flüssig und sympathisch geschriebenen Zeilen, ca. zwei Sekunden lang vertieft.

Auch Ihr Foto entspricht schon rein typusmäßig exakt dem Team (Marke Breitkopf), dem Sie - eventuell -, in unserem dynamisch agierenden Unternehmen, zugeteilt werden.

Kleinere Hürden, welche unserem persönlichen Gespräch derzeit noch entgegenstehen, führen wir nun an:

Sehr geschätzter Personalchef,

etwas konsterniert nahmen wir zur Kenntnis, dass Sie, bis dato, nur in einem einzigen Unternehmen beschäftigt waren. Das bedeutet zwar Betriebstreue einerseits, doch eventuell auch Angst vor neuen Aufgaben.

Hier erwarten wir uns eine umfassende Erklärung, denn gerade in unserer dynamisch-flexiblen Zeit, hat man höchstens drei Jahre - egal, wo - zu verbleiben.

Kann es sein, dass man Sie zu nicht mehr als Bewerbungsunterlagen durchackern gebrauchen kann?

Machen Sie diese öde Arbeit etwa den ganzen Tag und sonst nichts?

Woher nehmen Sie dann die Selbstsicherheit, einen dynamischen Bewerber beurteilen zu können? Nur, weil Sie ein Stelleninserat geschaltet haben, worin steht, wie flexibel Ihr tolles, innovatives Unternehmen sei???

Sieht so aus, als würden Sie auch auf jene Fragen zurückgreifen, die man nur als 'genormt' bezeichnen kann. Natürlich erwarten Sie sich umgekehrt vom Bewerber, er solle mit den genormten Antworten penibelst reagieren.

ADIEU!

 
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