Neue Details über die Eigentumsverhältnisse an der Bawag berichtet der "Standard" (Donnerstag-Ausgabe): Die Beteiligung von Lehman Brothers an der Bawag dürfte beim Einstieg 2007 durchgerechnet rund sieben Prozent betragen haben.
Die nunmehr insolvente US-Investmentbank halte Bawag-Anteile im Wert von rund 123,6 Millionen Euro, die nun in der Konkursmasse stecken. Die US-Investmentbank Goldman Sachs soll (nach dem US-Fonds Cerberus und Lehman) mit etwas mehr als fünf Prozent drittgrößter Aktionär sein.
Undurchsichtige Eigentümerstruktur
Die Besitzverhältnisse der Bank seien kompliziert: Gesellschaftsrechtlich lägen über Bawag PSK, deren Eigentümerin Bawag Holding und der niederländischen Promontoria Sacher Holding BV weitere fünf Stockwerke von Eigentümern (um die fünfzig Gesellschaften). Der Fonds Cerberus selbst sei über eine Gesellschaft im US-Steuerparadies Delaware beteiligt, die einen Stock über der Promontoria BV liege. Über eine zweite Holding halten auch die österreichische Post, Generali, Wüstenrot und der Industrielle Hannes Androsch kleine Beteiligungen.
Der US-Fonds Cerberus habe 2007 seinerseits mehrere Financiers für den 3,2 Mrd. Euro teuren BAWAG-Einstieg aufstellen müssen, nur ein geringer Teil dürfte dabei von Stephen Feinbergs Cerberus selbst gekommen sein, so die Zeitung. Gesammelt wurde demnach gegen Verpfändung von Bankaktien Fremdkapital sowie Eigenkapital, auch Garantien wurden übernommen. Auch Citigroup und "eine Handvoll" europäischer Investmentbanken seien laut Bankern "relativ direkt" beteiligt, weiters hätten sich US-Pensions- und Gewerkschaftsfonds eingekauft. Mehr als zehn Prozent Anteil dürfte aber außer Cerberus niemand halten: Nur der New Yorker Hedge-Fonds habe den "Fit & Proper-Test" absolviert, den Österreichs Aufsicht von Bankeignern ab zehn Prozent verlangt.
(APA)

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