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"Grundeinkommen macht nicht faul"

22.03.2010 | 18:38 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

In einem namibischen Dorf gibt es seit zwei Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen. Projektsprecher Herbert Jauch erklärt im Interview mit der "Presse", warum jetzt mehr Leute arbeiten.

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Wien. Vor acht Jahren schlug die namibische Steuerkommission vor, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bewohner– unabhängig von Bedürftigkeit oder Arbeitswillen– einzuführen. Umgesetzt ist das noch nicht. Es gibt aber von kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen finanzierte Pilotprojekte. „Die Presse“ sprach mit dem namibischen Gewerkschafter Herbert Jauch, der dieser Tage in Wien war, über ein Projekt im Dorf Otjivero.

 

„Die Presse“: Hat es nicht massiven Zuzug aus anderen Dörfern gegeben, als Sie in Otjivero ein Grundeinkommen eingeführt haben?

Herbert Jauch: Wir haben das Projekt begrenzt auf jene, die schon Ende 2007 da waren. Es hat trotzdem Zuzug gegeben: Verwandte haben ihre Kinder nach Otjivero geschickt. Jetzt leben in einem Haushalt zehn, elf Leute von einem Grundeinkommen für acht Personen. Das sind umgerechnet 800 Namibia-Dollar (80 Euro). Ziel ist aber ohnehin, das Grundeinkommen auf nationaler Ebene einzuführen.

 

Was soll das bringen?

Jauch: Ziel ist die Umverteilung: Namibia ist das Land mit der höchsten Einkommenskluft der Welt. Die Fragen waren allerdings, ob ein Grundeinkommen faul macht und ob es finanzierbar ist.

 

Macht ein Grundeinkommen faul?

Jauch: Nein. Die Leute in Namibia arbeiten nicht, weil es keine Arbeitsplätze gibt. Je ärmer ein Haushalt ist, desto geringer ist die Chance, Arbeit zu finden. Das Grundeinkommen kann über die erste Hürde helfen.

 

Wie das?

Jauch: Die örtliche Klinik etwa konnte ihre Einkünfte vervierfachen. Die Leute zahlen für eine Behandlung fünf namibische Dollar (50 Cent). Vorher konnten sich das viele nicht leisten. Kinder, die vorher nicht mehr zur Schule gegangen sind, bleiben jetzt dort. Sie hätten sonst später nie eine Chance auf einen Job gehabt.

 

Aber wieso soll ein Grundeinkommen Arbeitsanreize schaffen?

Jauch: Viele Leute können ein Geschäft aufbauen, weil plötzlich ein lokaler Markt da ist. Eine Frau, die früher bei einem Farmer gearbeitet hat, verkauft jetzt Brötchen. Ein Mann stellt Backstein her, mit dem die Leute ihre Häuser ausbessern können. Mit solchen Folgen haben wir nicht gerechnet. Dass das Grundeinkommen die Unterernährung reduzieren würde, war klar. Dass es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen würde, hat uns überrascht.

 

Sind die Löhne seither gestiegen?

Jauch: Nicht unbedingt. Aber die Leute haben die Möglichkeit zu sagen: „Zu diesen Bedingungen arbeite ich nicht.“ Das hat diese Frau getan, die als Haushälterin umgerechnet 30 Euro verdient hat. Mit Brotbacken verdient sie mehr.

 

Aber das Grundeinkommen beträgt umgerechnet nur zehn Euro pro Person. Das ist selbst für namibische Verhältnisse nicht viel...

Jauch: Das ist nicht viel, es reicht für zwölf Laib Brot oder zehn Liter Milch. Es reicht, um die schlimmste Armut zu beseitigen. Aber ein typischer namibischer Haushalt besteht aus ein bis zwei Erwachsenen und vier bis sechs abhängigen Personen, also Kindern oder alten Leuten. Meist haben die Haushalte nur ein Einkommen. Ein Haushalt mit acht Personen erhält jetzt 80 Euro Grundeinkommen. Damit sind sie nicht mehr so stark von dem einen Einkommen abhängig.

 

Klingt ja alles sehr schön. Aber wie kann man das finanzieren?

Jauch: Der höchste Satz bei der Einkommensteuer in Namibia liegt derzeit bei 34 Prozent. Er war einmal bei 37 Prozent, auf die könnte man ihn wieder anheben. Auch könnte man eine Steuer von den Minen und Fischereikonzernen im Land verlangen. Zudem gibt es Berechnungen, dass eine Verbesserung des Steuereinzugssystems viel verändern könnte. Die flächendeckende Einführung würde 5,5 Prozent des Budgets kosten. Das ist wirklich nicht viel.

 

Gibt es da nicht Widerstand?

Jauch: Natürlich, aber es ist eine Möglichkeit, wie Namibia seine Armut selbst bekämpfen kann. Angesichts des brutalen Apartheidsystems, das wir jahrzehntelang hatten, gibt es eigentlich wenig Gründe für das Argument, dass die Eliten zu sehr leiden könnten.

 

Fürchten Sie nicht Migrationsströme nach Namibia, wenn es ein Grundeinkommen gibt?

Jauch: Die Menschen im südlichen Afrika wandern ohnehin schon. Halb Simbabwe geht nach Südafrika. Es könnte aber in Sambia, Angola oder Südafrika Druck entstehen, auch dort ein Grundeinkommen einzuführen.

 

Aber zunächst gäbe es eine Zuwanderung in das namibische Sozialsystem...

Jauch: Wir haben überhaupt kein Sozialsystem. Wie schon gesagt: 50 Prozent der Menschen sind arbeitslos. Aber das Grundeinkommen verhindert die Migration aus den Dörfern, in denen die Jugendlichen jetzt keine Zukunft haben.

Auf einen Blick

In Namibia wird ein Grundeinkommen diskutiert: Jeder, ob arm oder reich, erwerbstätig oder nicht, würde dann zehn bis zwanzig Euro pro Monat erhalten. Herbert Jauch, Sprecher eines Pilotprojekts im Dorf Otjivero, war auf Einladung des „Netzwerks Grundeinkommen“ (dazu gehört etwa die Katholische Sozialakademie) in Wien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2010)

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27 Kommentare
 
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Gast: Martin K.
30.05.2010 17:14
0 0

Das BGE-Positionspapier plus Petition

Vielerorts wird über die Möglichkeit der Einführung eines BGE nachgedacht, nachgerechnet - so auch in Österreich, da hat Attac Österreich das Positionspapier zum Grundeinkommen inklusive der Petition "Pro-Grundeinkommen" in´s Leben gerufen - http://www.grundeinkommen.de/13/05/2010/attac-oesterreich-beschloss-positionspapier-zum-grundeinkommen.html


Gast: Robert Lemke
29.03.2010 22:21
0 0

Deutsche Entwicklungshilfe als Grundeinkommen auszahlen!

Herbert Jauch denkt in dem Artikel über Finanzierungsmöglichkeiten nach, z.B. eine erneute Anhebung des Spitzensteuersatzes.

Deutschland zahlt Namibia jährlich viele Mio € Entwicklungshilfe - u.a. als eine Art Wiedergutmachung für die Greuel die die deutschen Kolonialherren an der namibischen Bevölkerung begangen haben.

Sollten wir in Deutschland nicht an das Entwicklungshilfeministerium appellieren, dass diese Gelder in Zukunft in Form eines Grundeinkommens für alle ausgezahlt werden - und nicht für irgendwelche Staudammprojekte?

1 0

Grundeinkommen macht fleißig!

Schon der Begriff "GRUNDeinkommen" (engl. BASIC income) deutet darauf hin, dass es nicht das EINZIGE Einkommen sein soll, sondern dass eigenes Einkommen hinzukommt. Das Grundeinkommen macht fleißig, gerade WEIL es im Gegensatz zur traditionellen Sozialhilfe auch Berufstätigen gezahlt wird. Im Vergleich zum traditionellen Sozialstaat macht das BGE also Arbeit lukrativ! Zugleich würde es Arbeit auch für die Arbeitgeber billiger machen, da sich die erhöhte Attraktivität von Jobs in niedrigeren Markt-Löhnen niederschlagen würde. Der Vorteil würde also "fair" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt - wie fair, das hängt allerdings von der Höhe des BGE ab!
In FRANKREICH wurde im vorigen Jahr der "alte" Sozialstaat durch einen "neuen", leistungsfördernden ersetzt. Um die wachsende Zahl der Armen wieder ins Erwerbsleben zurückführen zu können, wurde die Sozialhilfe, bei der eigenes Einkommen zu 100% angerechnet wurde, durch das "RSA" ersetzt, bei welcher die Anrechnung (offiziell?) nur 38% beträgt. Bei einem Stundenlohn von 10€ brutto bleiben einem Bedürftigen, der eine Arbeit aufnimmt, also 6,20€ netto pro Stunde. In Deutschland, zum Vergleich, bleiben einem "Hartz-IV-Empfänger" beim selben Bruttolohn nur 2 Euro Netto-Stundenlohn. (Zwischen 100 und 800€ Monats-Brutto, darüber sogar nur 1 €/h netto.) Die österr. Situation ist mir nicht geläufig.
Finanziell kommt das RSA einem BGE sehr nahe!
Abgesehen von einer neu eingeführten Erwerbs-Pflicht ("Liberales Bürgergeld").

Gast: Michael B.
23.03.2010 22:27
0 0

konkrete Zahlen

Zur Entdramatisierung empfehle ich einen Blick auf die Evaluierungsberichte des Projektes auf www.bignam.org und die dortigen Zahlen. Es gibt viele Grundeinkommens-Modelle und unterschiedliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Eine stärkere Entkoppelung von Lohnarbeit und Einkommen resultiert, wenn nicht zwingender-, dann doch naheliegenderweise, aus der strukturellen Arbeitslosigkeit. Grundeinkommensmodelle sind verglichen mit den gängigen Systemen der weitgehenden Koppelung von Lohnarbeit und Einkommen in der Tendenz weniger widersprüchlich.

Gast: cyxx
23.03.2010 22:03
0 0

werte

grund einkommen sichert das ueberleben - es gibt somit einen moment um einen gedanken zu fassen - einen moment ausserhalb der angst - und nur angstfreie zeit ist lebens wert - & mit diesem neuen lebenswert entsteht etwas - da koennen die neuen "wertgeschaetzen" sich selbst aus dem sumpf ziehen wenn schon mit europaeischen mass gemessen wird!
es ist ein grund richtiges konzept!

Gast: Sepp
23.03.2010 20:46
0 0

Sozis sind auch nur Menschen

Es wurde leider von mir nicht verstanden warum es gerechtfertigt ist das 10% der österr. Bevölkerung rd. 2/3 des Gesamtvermögens halten. Diese Leute müssen nicht arbeiten um zu leben, sondern leben von Zinseinkommen, welches von den anderen erarbeitet werden muss. Dieses Geld, welches eigentlich ein Äquivalent der Wirtschaftsleistung sein sollte, ist zu einem Machtinstrument geworden. Durch Kreditvergabe wird Schuldabhängigkeit erzeugt und der Schuldner ausgebeutet.
Wenn ich bedenke, dass Menschen von Natur aus gerne leben, lachen, und laufen könnte man auch meinen, dass sie gerne tätig sind. Genaugenommen haben wir gar keine andere Wahl als etwas zu tun. Zumindest atmen. Nun wenn es in unserer Natur liegt etwas zu tun, könnten wir ja auch etwas produzieren und nicht nur konsumieren? Wenn ein bGK bezahlt würde müssten wir uns alle solchen Fragen stellen. Wir müssten selbst entscheiden wie wir leben wollen. Wir müssten uns klar werden warum wir leben und welchen Sinn wir unserem Leben geben wollen. Wir könnten weder Eltern noch Lehrer oder die Politiker verantwortlich machen für das, was wir aus uns machen. Es gäbe keine Ausreden mehr. Und ich habe den leisen Verdacht das eine Arbeitsleistung von etwa 3-4 Stunden täglich, 4-5 Tage/Woche Nahrung, Kleidung und Obdach erwirtschaften würde, und was dann? Mehr arbeiten für ein neues Auto, oder ein Musikinstrument lernen, oder eine Brenstoffzelle entwickeln, einfach zum Spaß? Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?

presseabo
23.03.2010 15:18
0 0

Überrascht und enttäuscht über

soviel "verbalen Hass", steckt da Angst dahinter? Ist es Phantasielosigkeit, jedenfalls hätte ich mir vom Pressepuplikum mehr "Vernünftiges" oder "Intelligentes" erwartet! Können Sie sich vielleicht vorstellen, dass Otto Bismark, für die Einführung der allgemeinene Krankenversicherung ähnlich beurteilt wurde? Wissen Sie was daraus geworden ist? In den USA hat man das erst vor wenigen Tagen erkannt!
Der Nutzen der Krankenkassen in Europa ist zwar auch den Amerikanern bekannt, aber die Nutznießer des amerikanischen Systems hatten einfach mehr Macht und andere Interessen.
Also keine Angst, erst wenn von Letzteren erkannt wird , dass Vollbeschäftigung nicht möglich ist und die "Wirtschaft" -DAS TAUSCHEN-erhalten werden muß, wird man ohnedies auf die praktische , friedenserhaltende Idee eines bedingundlosen Grundeinkommens stossen!
Erich Fromm war übrigins einer der Vordenker eines Grundeinkommens , welches er erst ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts für möglich hielt, da erst ab dieser Zeit, genügend Lebenmittel produziert wurden, um die gesammte Menschheit zu ernähren und ein tödlicher Kampf daher nicht mehr notwendig ist!? Schon einmal so rein theoretisch darüber nach gedacht !?

Gast: gast
23.03.2010 13:44
0 0

steuer

wenn man die 37% höchststeuersatz übernimmt habe ich kein problem mit den 80 euro grundeinkommen.

Gast: ivoryhunters
23.03.2010 10:35
2 0

utopia

da kann sich ein gutmensch wieder besser fühlen.

solche hilfen funktionieren nicht, das kann man sich noch so schön reden.

da muss immer ein ausländer dabei stehen und das ganze leiten und finanzieren. sowie er weg ist - funktioniert gar nichts mehr.

deshalb ein modernes utopia; es funktioniert solange wie von aussen hilfe nachkommt und bricht in sich zusammen wenn die ausbleibt.
man kann es auf dörfer-, städte-, ev. sogar länderniveau machen. aber irgendwann gehts nicht mehr und die leute stehen dort wo sie am anfang waren. der einzige unterschied ist, dass inzwischen milliarden verpulvert wurden.

afrika muss sich selbst aus dem sumpf ziehen, anders gehts nicht.


draken
23.03.2010 09:30
2 0

In wenigen Jahren werden...

...auch in Österreich namibische Verhältnisse herrschen, denn die nimmersatten Politiker und deren Günstlinge stopfen sich die Säcke übermässig voll und der arbeitende Mensch finanziert ihre Gier durch Steuern!
Siehe Aufsichtsräte und Bankmanager, deren Versagen noch honoriert wird!
Einzig, auch deren letztes Hemd hat keine Taschen! So manchem wünsche ich, dass er diesen
Moment möglichst bald erreicht!

Gast: Liberaler Falke
23.03.2010 08:38
2 0

Katholische Kummerlakademie

welch überragend geniales Wirtschaftsmodell! Sollte sofort und unverzüglich weltweit eingeführt werden! DANN kehren Adam und Eva wieder in das Paradies zurück. Ja so ein bedingungsloses Grundeinkommen von 12 Brot ODER 10 Liter Milch - also rd. 36 Euro gröbst geschätzt - verführt NICHT zum Nichtstun. Überraschend - nicht wahr?!

Murray
23.03.2010 08:26
2 0

Es gibt kein Grundeinkommen für alle

Bedingungsloses Grundeinkommen für alle ist ein Widerspruch in sich. Ein Teil der Bevölkerung muss bedingungslose Basissteuern zahlen, damit die anderen das Grundeinkommen beziehen können. Geht es dabei um ein Dorf, dann lassen sich die Gelder irgendeinem internationalen Konzern anlasten, der es wahrscheinlich wirklich nicht spürt. Geht es um das ganze Land, sieht die Situation jedoch anders aus. Mit einer Erhöhung des Grenzsteuersatzes um drei Prozentpunkte wird es dann nicht getan sein, viel eher wird die namibische Regierung mit der Notenpresse herumspielen wollen und eine veritable Inflation produzieren.
Dass es dem Dorf jetzt besser geht, ist keine Frage, die Frage ist: auf wessen Kosten? Und vielleicht ist das Dorf ja deshalb arm, weil es dort nichts wirtschaftlich Sinnvolles zu tun gibt. Auch in Afrika gibt es Produktivitätssteigerungen in der Landwirtschaft. Die führen automatisch zur Landflucht, weil man im Dorf nur noch dabei zusehen kann, wie jetzt die Traktoren die Arbeit machen. Sich mit aller Gewalt gegen diese Entwicklung zu stemmen, ist nichts weiter als verantwortungslose Sozialromantik.

Gast: ET
23.03.2010 07:38
2 0

Es geht nicht nur um ein Grundeinkommen!

Eigentlich haben wir das Grundeinkommen in Österreich schon lange. Es gibt sehr viele "Ämter" welche Einkommen oder Zuwendungen zur Verfügung stellen. Der Weg um diese Einkommen zu bekommen ist allerdings eher nur was für Profis, weil es ein Kompetenzdschungel ist. In Österreich aber wir ganz andere Auswirkungen als im Artikel beschrieben.

Meiner Meinung nach liegt sehr viel an den Arbeitsplätzen selbst. Auf sehr vielen Arbeitsplätzen ist ein extrem schlechtes Betriebsklima. Die Menschen (Mitarbeiter) fühlen sich oft schlecht behandelt und wirklich unwohl.

Untoleranz gegenüber Mitmenschen oder unterstellten Mitarbeitern, laufende Schuldzuweisungen ohne erkennbaren Grund, dummer Leistungsdruck bei gleichzeitig wenig Chancen Leistung zu bringen, verleiden den Menschen den Drang zu Arbeiten. Viele Unternehmen schaffen es einfach nicht die Aufgaben, und den Sinn der Aufgaben, zu vermitteln und bekommen daher nur schwache Leistungen oder aber chronisch unzufriedene Mitarbeiter. Sehr häufig kann auch beobachtet werden, dass die Mitarbeiter kaum Chancen haben die gewünschte Aufgabe (Leistung) auch zu bringen, weil schwere organisatore Defizite vorhanden sind.

Die knallharten Möchtegernmanager, perfekt in der der Erstellung von pp Präsentationen, haben häufig die menschlichen Fähigkeiten nicht, um bei den Mitarbeitern die Lust an der Leistung zu wecken.

In Österreich kommt dann noch dazu, dass sich Leistung wegen den Zwangsabgaben nicht lohnt!

Es geht auch anders!

Antworten Druven
23.03.2010 20:18
0 0

Re: Es geht nicht nur um ein Grundeinkommen!

Das ist wohl einer der großen Unterschiede zwischen uns und Namibia. Die Menschen dort leben von ihrer eigenen Hände Arbeit und bauen sich ihre eigene Existenz auf.
In unserer vergreisten Klassenkampfgesellschaft, in der jeder Schulabgänger schon anfängt auf die Pension zu spechteln, weil unsere Arbeitsteilung inzwischen so absurde Ausmaße angenommen haben (Akkordarbeit selbst im Büro, Outsourcing von Elternpflichten an professionelle Pflegekräfte, ....).
Im Gegenzug sucht der Chef ständig nach Einsparpotenzialen und stellt den Mitarbeiter unter Generalverdacht des Diebstahls, wenn schon nicht Büromaterial, dann zumindest Arbeitszeit.

enzo
23.03.2010 01:14
2 1

Welch Vergleich

Namibia mit Europa oder Österreich vergleichen zu wollen ist schon stark grenzwertig.
Sind doch die Grundvoraussetzungen und Gegebenheiten Lichtjahre auseinander.
Das die Presse solchen Schmozes bringt ist traurig genug.

Antworten Gast: gast
23.03.2010 13:45
0 1

Re: Welch Vergleich

vielleicht doch nicht mehr österreich sonder österarm?

Antworten Gast: Liberaler Falke
23.03.2010 08:39
1 0

Re: Welch Vergleich

Hausverstand im Journalismus dringend gesucht. Beste Bedinungen geboten!

JaKonator
22.03.2010 22:13
2 0

Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, jedoch nur in der Theorie!

Werner Götz beschreibt in seinem Buch "Einkommen für alle" die Theorie für das bedingungslose Grundeinkommen. Er meint das JEDER egal wie viel er verdient 800-1000€ im Monat bekommt. Jedoch müsste man, laut diesem Buch den Staat, seine Bürokratie stützen, und nur noch Steuer auf Konsumgüter geben...

Da würde KEINE Partei in Österreich bzw irgendwo anderes auf der Welt mit machen!

P.S.: Kann das Buch nur empfehlen, wer sich einmal mit dem näher beschäftigen will.

Antworten Peregrin
23.03.2010 10:59
2 0

Re: Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, jedoch nur in der Theorie!

Folge: Teuerung, bis die 800-1000 Euro nichts mehr wert sind. Das ist jedem Menschen mit Hirn so klar, dass man sich fragt, wie die Leute, die solche Ideen verbreiten, eigentlich ihre Koerperfunktionen steuern.

Antworten Gerald
23.03.2010 09:24
2 0

Re: Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, jedoch nur in der Theorie!

In der Theorie funktionieren sozialistische Ideen immer, nur in der Praxis scheitern sie regelmäßig kläglichst, weil sie einfach der menschlichen Natur widersprechen.

0 0

Re: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, jedoch nur in der Theorie!

Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine sozialistische Idee. Manche werfen ihm sogar vor, es sei eine kapitalistische, die ist es aber auch nicht.
Ja, je nach dem, welches Modell man betrachtet - die gibt es von links bis rechts - stimmt die jeweilige Behauptung.
Doch das bedingungslose Grundeinkommen ist vor allem eine Gerechtigkeits-Idee: "Verteilungsgerechtigkeit" und "Leistungsgerechtigkeit" werden dadurch in idealer Weise miteinander verknüpft!
Die Verteilungsgerechtigkeit stellt sicher, dass jeder Bürger das Lebensnotwendige zur Verfügung hat. (Worauf in einem Sozialstaat ohnehin jeder Bürger Anspruch hat.)
Die Leistungsgerechtigkeit stellt jedoch zusätzlich sicher, dass derjenige, der mehr leistet als ein anderer, auch mehr Einkommen zur Verfügung hat.
Dies wird gerade durch die "Bedingungslosigkeit" bewirkt, denn diese hat zur Folge, dass auch Berufstätige (mit niedrigen Einkommen) Unterstützung vom Staat erhalten, was beim herkömmlichen Sozialstaat nicht der Fall ist. Dadurch wird Arbeit lohnenswerter! Und falls man die Löhne nicht staatlich begrenzt, wird Arbeit dadurch auch billiger, d.h. die finanzielle Entlastung durch das BGE wird sich (durch die Kräfte des Marktes) fair auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilen.
Dass das BGE nicht zu niedrig ausfällt, dafür wird die demokratische Mehrheit schon sorgen, denn die Mehrheit der Bürger hat unterdurchschnittliche Einkommen und profitiert von einem möglichst hohen BGE - solange dies der Wirtschaft nicht schadet!

Antworten Antworten Murray
23.03.2010 13:22
0 0

Re: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, jedoch nur in der Theorie!

Sie funktionieren nicht einmal in der Theorie, eine sozialistische Gesellschaft scheitert schon alleine daran, dass es keine aussagefähigen Preise mehr gibt und damit auch keine Grundlagen für wirtschaftliche Entscheidungen. War im übrigen eine Erkenntnis des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises, der deswegen von der Ökonomenzunft totgeschwiegen wird.

fmoedrit
22.03.2010 22:11
4 1

Intellektuell passt der Vergleich mit Namibia ja vielleicht

Aber der Rückschluß des Konzepts "Grundsicherung in Afrika" auf Österreich zu ziehen ist sicher nicht valide. Dazu sind die Vorraussetzungen einfach zu verschieden. Der Artiekl liest sich ein wenig wie Sozi-Werbung für die Grundsicherung.

Gast: kasperl
22.03.2010 21:55
1 0

sandkasten

"In einem namibischen Dorf...", da vergleicht man auch einen Sandkasten mit der Sahara. Was in einem Dorf möglich ist, in dem sich jeder kennt, muss noch lange nicht auf eine größere Menge umlegbar sein. Dämlicher Artikel...

PS: Es sei denn man errichtet einige Pranger, an dem die "Schmarotzer" täglich ausgestellt werden, können...

Michael
22.03.2010 21:22
0 0

Guter Vergleich

Mein Vorschlag: Der Staat verdoppelt alle Gehälter, und der daraus resultierende Wirtschaftsaufschwung finanziert diese Verdoppelung wieder. Perpetuum mobile? Nein, lediglich eine Variante beim Weiterspinnen der Logik des Herrn Jauch.

redneck
22.03.2010 20:41
2 0

namibisches dorf

gute aussichten fuer austria

- zurueck auf die baeume

the road to hell is paved with good intentions

 
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