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Arbeitslosigkeit sinkt wieder– aber nur dank Schulungen

01.04.2010 | 18:28 |   (Die Presse)

Im März waren 350.337 Personen ohne Arbeit. Innerhalb der Branchen ist die Arbeitslosigkeit vor allem dort gesunken, wo sie im Vorjahr die steilsten Anstiege erlebt hat.

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Wien (b.l./hie). Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) zeigte sich erleichtert, als er am Donnerstag die jüngsten Arbeitslosenzahlen präsentierte: Ende März waren in Österreich 266.320 Personen arbeitslos gemeldet, um 1,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Es handle sich um den ersten Rückgang nach 16Monaten. Das sei „aufgrund der rasch gesetzten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gelungen“, lobt der Minister die Regierung und damit auch gleich einmal sich selbst.

Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bestanden allerdings zu einem Gutteil darin, Arbeitslose in Schulungen unterzubringen. Die Zahl der Schulungsteilnehmer kletterte um ein Drittel auf 84.017 Personen. Rechnet man die Schulungsteilnehmer dazu, stieg die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr um 16.330 Personen oder 4,9 Prozent auf 350.337 Personen.

Wirtschaftsforscher sind deshalb auch weniger euphorisch. „Die Zahlen entsprechen den Erwartungen“, stellt Wifo-Expertin Ulrike Huemer fest. Vor einem Jahr sei die Arbeitslosigkeit steil angestiegen und habe ein hohes Niveau erreicht. „Jetzt verharrt sie auf diesem hohen Niveau“, so Huemer. Inklusive Schulungsteilnehmern rechnet das Wifo im Jahresschnitt mit 26.000 zusätzlichen Arbeitslosen.

 

Mehr Langzeitarbeitslose

Innerhalb der Branchen ist die Arbeitslosigkeit vor allem dort gesunken, wo sie im Vorjahr die steilsten Anstiege erlebt hat: Bei den Zeitarbeitern ging sie um 13,6Prozent, in der Produktion um zehn Prozent zurück. Auch im Tourismus besserte sich die Lage: Die Arbeitslosigkeit sank um 3,9Prozent. Im Bau verharrt sie mit einem Plus von 0,5 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Angestiegen ist sie dort, wo es im Vorjahr die schwächsten Zuwächse gab: im Handel (plus 2,4 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (plus zehn Prozent). Dort wuchs aber auch die Zahl der Beschäftigten am stärksten. Dass die Krise in der Produktion vorbei sei, könne man aus den Zahlen nicht herauslesen, sagt Huemer: Viele arbeitslose Industriearbeiter säßen in Schulungen.

Ein drastischer Anstieg ist bei den Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen. Die Zahl der Personen, die länger als zwölf Monate als arbeitssuchend gemeldet waren und in dieser Zeit auch keine Schulungen besucht haben, stieg im Vergleich zum März des Vorjahres um fast 30Prozent. Experten führen das darauf zurück, dass Unternehmer, die in der Krise neu einstellen, lieber auf Kurzzeitarbeitslose zurückgreifen. Ein durchschnittlicher Arbeitsloser ist laut aktuellen Zahlen 94 Tage ohne Job.

 

Grüne: „500.000 Arbeitslose“

Kritik muss sich Sozialminister Hundstorfer von der Opposition gefallen lassen: Ein leichter saisonaler Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen mache die Tatsache nicht wett, dass die Dunkelziffer an Arbeitslosen bei 500.000 Menschen liege, teilte Birgit Schatz, Arbeitnehmersprecherin der Grünen, per Aussendung mit. Zu den 350.000 offiziell angegebenen Arbeitslosen kämen jene mit Bezugssperren, Arbeitslose im Krankenstand und solche, die bereits einen Pensionsantrag gestellt hätten. Meinung, Seite 31

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2010)

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20 Kommentare
Gast: weder
03.07.2010 09:40
0 0

noch

in ein paar jahren kommt so gut wie keiner aus dem eh. osten.
weil! denn einkommen unterschiede immer weniger sind.oft so gut wie keine .
alles andere ist nur reines propaganda
wer wird kommen?
aless gutes




Gast: Gast
02.04.2010 13:14
0 0

Unterschiedliche Wahrheiten

So weit liegen die unterschiedlichen Wahrheiten auseinander. Während die Politik damit prahlt das wir bei einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von nur 1% eine VOLLBESCHÄFTIGUNG haben (Vollbeschäftigung ist <=4% !?!?!) so liegt die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen eher bei 10%. Viele Faktoren, wann man nicht zu den Arbeitslosen zählt, sind schon erwähnt worden, wie Krankenstand, Auslandsaufenthalt, Schulungsmaßnahme, Vorruhestand, Sperren, ...
Irgendwie nervt dieses für Dumm verkaufen ein wenig. Dieses Hinbiegen der Wahrheit ist unter anderem ein Grund für die laufend steigende Konkurrenz aus dem benachbarten Ausland, etwa Deutschland. Geht´s alle nach Österreich, da gibt es fast keine Arbeitslosen. Auch in Ländern des ehemaligen Ostblocks gilt Österreich als Eldorado wo du Arbeit findest wie es gerade beliebt.

Antworten hw
02.04.2010 16:51
0 1

Re: Unterschiedliche Wahrheiten

die leute aus dem ausland nehmen aber offensichtlich auch arbeiten an für die sich österreicher zugut sind.

pueblo
02.04.2010 01:21
0 0

Fragen an Hr.Pröll, Hr.Hundsdorfer, etc., usw.

Meine Fragen richten sich primär an Politiker, solche die es noch werden wollen bzw. Leute mit Fachwissen:
1) wo sind die 12Mio €, die der Betrieber des AMS nahen Bildungsinstituest Venetia veruntreut hat? Damit wäre eine Anhebung der AL Bezüge auf ein ordentliches Niveau für längere Sicht gewährleistet.
2) warum gibt es seit nunmehr 10 Jahre keine Indexanpassung des AL- und Notstandhilfegeldes mehr? (diese Frage richtet sich hier im Besonderen an Hr.Pröll.
3) warum sind Gewerkschaften (BABE), AK, etc. nicht daran interessiert, dass die Trainergehälter auf ein odentliches Niveau angepasst werden (Ebeso die volle Anrechnung von Vordienstzeiten)?
Hier werden motivierte Trainer zu Bittstellern,unmotivierten Handlangern der Bildungsstätten

hw
01.04.2010 21:06
1 0

bildungskarenz

man müßte noch mehr die bildungskarenz fördern. dann fallen die stundensätze und jene unternehmen (was wirklich gemancht wird kontrolliert ja niemand), welche keinen zugang haben, bzw. wenig kontakte zur politik fallen dann endlich aus dem wettbewerb.

kreuz
01.04.2010 15:56
2 0

In Wahrheit

ist die Quote doppelt so hoch. Kein einziger Sozialhilfeempfänger ist in der Statistik (die sind nämlich nicht arbeitslos sondern beschäftigungslos!), alle die keinen Anspruch haben auf Arbeitslosengeld (weil zu wenig Versicherungszeiten) scheinen nicht auf; und tausende in Wien melden sich gar nicht beim AMS, weil sie keine Chance auf einen Job haben (in Wien), unfreiwillige Hausfrauen detto.

Antworten hw
01.04.2010 21:09
1 0

Re: In Wahrheit

es gehören rein:
arbeitslose
sozialhilfeempfänger
schulungsbezieher
bildungskarenzbezieher
frühpensionisten

viele davon wollen nämlich arbeit, können aber mangels jobaussicht nicht.

Karl Kater
01.04.2010 12:50
1 1

Selbstbedienungs-Sozialsystem

Könnten solche traurigen Trends nicht auch ein klein wenig das Ergebnis einer vollkommen außer Kontrolle geratenen Sozial- und Zuwanderungspolitik sein?

P.S. Ach ja, ich bin ja so pöse und xen*phob.


Gast: Zarewitsch
01.04.2010 12:01
2 1

Arbeiten lohnt sich nicht in Österreich

Wir haben die höchsten Steuern und Abgaben aller Länder und Zeiten.

4 0

Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen


Österreichs Arbeitslosenstatisktik ist der größte Schwindel der westlichen Welt, vielleicht mit Ausnahme der Budgetzahlen aus Griechenland, mit denen diese sich damals die Mitgliedschaft im Euro-Raum erlogen haben.

In Österreich werden nämlich neben den zehntausenden Schulungsteilnehmern auch hunderttausende Arbeitslose unter dem Titel "Früh-, Hackler-, Invaliditäts- oder Faulheitspension" versteckt.

Das hat den Vorteil dass man den Wählern Sand in die Augen streuen kann: "Schaut her, wir sind Musterknaben bei den Arbeitslosen"

Es hat aber den gravierenden Nachteiil dass diese Praxis doppelt so teuer ist als die "Ehrliche".

Und jetzt ist der Sozialstaat pleite.

Antworten hw
01.04.2010 21:10
1 0

Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

die budgetzahlen könnens ruhig auch als schwindelbezeichnen.

Antworten Gast: Auslandsösterreicher
01.04.2010 11:43
2 0

Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

100% Zustimmung!!!

Österreich schimpft sich nebenbei auch als DER Sozialstaat, doch erhält der Arbeitslose hier NUR 55% des letzten Monatsgehalts (das aber gerechnet vor 2 Jahren und das für nur 6 Monate). In anderen Sozialstaaten gibts 90-95% und das auf 3 Jahre!!!! (In diesen Ländern finden auch die Arbeitslosen schneller einen Job als in diesem Kammernstaat Österreich...bei einer Abgabenquote von 44%...einer der höchsten in Europa).

Auch werden Studenten nicht in die Arbeitslosigkeit miteiberechnet (in Frankreich schon).

Dieser Beamtenstaat Österreich belügt sich seit 1945 ---wir haben die wenigsten Arbeitslosen, den besten Sozialstaat, die besten Skifahrer, wurden 1938 "überfallen", sind der "Nabel der Welt",......

Und typische AMS-Kurse sind: "Wie bewerbe ich mich richtig" (ein Freund musste diesen Kurs 7x besuchen) ODER "Bauchtanzkurs für Akademiker" etc.

...ein Auslandsösterreicher

Antworten Antworten Gast: speibender regenbogen
02.04.2010 00:28
0 1

Re: Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

abgabenquote von 44%?

plus:
dienstgeberanteil, diverse gebühren, mehrwertsteuer, mineralölsteuer, energiesteuer, tabaksteuer, genußmittelsteuer...

ergibt zusammengerechnet über 65%.

willkommen im sozialismus!

Antworten Antworten Antworten Gast: Auslandsösterreicher
02.04.2010 07:06
0 0

Re: Re: Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

Entschuldigung, diese indirekte Abgaben haben ich vergessen miteinzubeziehen. Sie haben recht!! Willkommen im beamteten Pensionisten- und Zwangskammernstaat Österreich!

...ein Auslandsösterreicher

Antworten Antworten spanky
01.04.2010 22:39
0 0

Re: Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

absolut richtig. Ich habe diese soziale Fairness in meiner Bildungskarenz zu spüren bekommen. Damit ich einigermaßen über die Runden gekommen bin habe ich in meiner Bildungskarenz geringfügig in meiner Firma gearbeitet.
Zu wenig zum Leben zu viel zum Sterben.

Antworten Antworten Karl Kater
01.04.2010 12:54
1 1

Re: Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen


Volle Zustimmung.

Bin auch Auslandsösterreicher und es bereitet mir tatsächlich immer mehr Spass, für den Ö-Beamtenstaat und die linken Weltverbesserer keine Steuern mehr zu bezahlen.

P.S. ich fordere österr. Staatsbürgerschaft für Arig*na und Ihr ganzes Dorf!

Antworten Antworten Antworten hw
01.04.2010 21:18
0 0

Re: Re: Re: Österreichs Arbeitslosenstatistik ist der größte Schwindel, gleich nach den griechischen Budget-Zahlen

"..P.S. ich fordere österr. Staatsbürgerschaft für Arig*na und Ihr ganzes Dorf!.."

von den kosten her nicht mal die ungünstigste lösung. wenns mal die stunden zusammen zählen, die sich der staat in einer solchen sache beschäftigt + den schaden weil wichtige dinge nicht gemacht werden.

Gast: aber net wirklich, oda?
01.04.2010 11:19
2 0

Erschreckend hoch 3

rd. 24 % (84.000) Arbeitslose einfach unter den Tisch gekehrt, finde ich schon ein starkes Stück.

Ich kenn die Berechungsmodalitäten zwar nicht, aber das bedeutet eine Arbeitslosigkeit von rd. 10 % (was schon ein ordentlicher Hammer ist).

Antworten hw
01.04.2010 21:14
0 0

Re: Erschreckend hoch 3

ich würde auch 10% schätzen.
genauso das staatsdefizit mit etwa 6-7%.

Antworten Antworten Gast: Auslandsösterreicher
02.04.2010 09:40
0 0

Re: Re: Erschreckend hoch 3

ad Arbeitslosigkeit:

Noch höher: Rechnen sie die Hackler-Pensionisten hinzu (frühzeitiger Ruhestand), ÖBB-Beamten (durchschnittl. Pensionsantrittsalter 52!), Studenten (die nicht arbeiten konnten, da nach Matura gleich zu studieren begonnen haben), die zwangsweise in Frühpension geschickten Beamten, die Sozialhilfebezieher (beschäftingslos, NICHT arbeitslos - ein typisch österr. Trick), etc. dann kommt man schon auf 15-20% !!!!!

ad Staatsdefizit:

Noch höher! Siehe ausgelagerten Schulden der OBB, der ASFINAG, der Gemeinden, Banken, etc.... vielleicht
12% !!!!!

Der Kammernstaat Österreich lässt grüssen!!!

...ein Auslandsösterreicher

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