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Kredite: Die Kärntner Hypobank als tickende Zeitbombe

02.04.2010 | 16:35 |  Von Christian Höller (DiePresse.com)

Laut Geschäftsbericht ist bei der verstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria die Summe der Problemkredite im Vorjahr auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen. Darlehen in der selben Größenordnung stehen auf der „Watchlist“.

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Wien/Klagenfurt. Die Lage bei der verstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria ist schlimmer als bislang angenommen. In der Nacht auf Karfreitag hat die Bank ihren Geschäftsbericht ins Internet gestellt. Bemerkenswerte Informationen finden sich auf Seite 34. Dort heißt es, dass die Summe der Problemkredite – im Fachjargon auch „Non-Performing Loans“ genannt – im Vorjahr auf einen Rekordwert von 7,3 Mrd. Euro gestiegen ist. Im Vergleich zu 2008 entspricht dies einer Verdoppelung.

„Non-Performing Loans“ sind Kredite, die schon wertberichtigt wurden oder ausfallsgefährdet sind. Unter dem Strich verfügt die Hypo über ein Kreditvolumen von 42,7 Mrd. Euro.

Die meisten Schuldner wurden vom Bankmanagement bewertet. Für Ausleihungen in der Höhe von 2,7 Mrd. Euro gibt es aber kein Rating. Die restlichen 40 Mrd. Euro teilt das Institut in fünf Bonitätsklassen ein (siehe Grafik). In der besten Kategorie (1A bis 1E) liegen 9,8 Mrd. Euro. Auf die schlechteste Klasse (5A bis 5E) entfallen die erwähnten „Non-Performing Loans“ mit 7,3 Mrd. Euro.

Bemerkenswert ist, dass sich in der zweit schlechtesten Kategorie (4A bis 4E – mangelnde Bonität) noch einmal Darlehen in der Höhe von 7,37 Mrd. Euro befinden. Diese wurden zur Beobachtung auf die „Watchlist“ gesetzt.
Ukrainische Verhältnisse

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich heuer die Lage im Zuge der Wirtschaftskrise noch einmal verschlechtern wird. Immerhin hat die Nationalbank vor Kurzem erklärt, dass der Höhepunkt bei den Kreditvorsorgen noch nicht erreicht wurde. Bei den meisten heimischen Banken lag der Anteil der ausfallsgefährdeten Darlehen am gesamten Kreditvolumen im Vorjahr bei drei bis fünf Prozent. Bei der Hypo waren es 17 Prozent. Nur Finanzinstituten in der Ukraine und Kasachstan geht es noch schlechter.

Schlechte Zahlungsmoral

(c) Die Presse / JV

(c) Die Presse / JV

Trotzdem hat die Kärntner Bank im Vorjahr nur Risikovorsorgen in der Höhe von 2,57 Mrd. Euro gebildet. Begründet wird dies damit, dass den Problemkrediten Sicherheiten in der Höhe von 4,1 Mrd. Euro gegenüber stehen – wie etwa Immobilien. Zudem weist die Bank darauf hin, dass die Zahlungsmoral bei Kunden in Italien und Südosteuropa schlechter ist als in Westeuropa. Kunden würden ihre Kreditraten „oft deutlich nach 90 Tagen zahlen“.

Auf Druck der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank musste die Bank im Vorjahr das Risikomanagement verbessern. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Klagenfurt haben die früheren Hypo-Verantwortlichen Darlehen an Personen im In- und Ausland gewährt, „von denen sie wussten, dass diese die ausbezahlten Kredite nicht zurückzahlen werden“.

Bei den Töchtern in Serbien, Montenegro, Bosnien und Kroatien habe es bis zum Vorjahr „keine schriftlichen Vorgaben zur jährlichen Kreditüberwachung und Analyse der Kreditnehmer“ gegeben. Allein in Bulgarien seien 347 Kreditgeschäfte betrügerisch gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Kunden zogen Einlagen ab

Zurückgegangen sind auch die Kundeneinlagen. Im Zuge der Diskussion um eine mögliche Pleite des Instituts wurden laut Geschäftsbericht in Österreich im Vorjahr 800 Mio. Euro an Einlagen abgezogen. „Wie hoch das Einlagevolumen in Österreich derzeit ist, geben wir nicht bekannt“, sagt eine Banksprecherin.

Bereits am Mittwoch hatte die Hypo in einer Aussendung darüber informiert, dass 2009 ein Verlust von 1,6 Mrd. Euro angefallen war. Das Institut verfügt über anrechenbare Eigenmittel in der Höhe von drei Mrd. Euro. Um eine Pleite zu verhindern, schoss der österreichische Staat bislang 1,5 Mrd. Euro zu. Der neue Hypo-Chef Gottwald Kranebitter geht „nach derzeitigem Stand“ davon aus, dass die Hypo kein zusätzliches Geld vom Staat brauchen wird. Gänzlich ausschließen will er aber eine weitere Finanzspritze nicht. Denn möglicherweise fänden sich weitere Leichen im Keller.

Für Hypo-Aufsichtsratspräsident Johannes Ditz ist die Lage nach wie vor „sehr, sehr kritisch“. Lediglich die Insolvenzgefahr sei gebannt worden. Kranebitter deutete vor Kurzem an, dass er zur Sanierung eher fünf statt drei Jahre brauchen wird.

Zurückgewiesen werden von der Staatsbank Meldungen, wonach sie in Montenegro ins Visier der dortigen Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche geraten sei. „Es gibt in Montenegro keine Untersuchungen gegen uns“, versichert eine Sprecherin. Ermittlungen würden vielmehr gegen einen flüchtigen Mafiaboss laufen, mit ihm habe die Hypo allerdings nichts zu tun.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 3. 4. 2010)

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117 Kommentare
 
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Gast: OberbankMafia
05.04.2010 19:34
0 0

Zokken

Das Spiel um Macht und Geld .
Es sind die Besten ,zumindest der Bezahlung nach ,
und sie tragen ihrem Selbstverständnis nach keine Verantwortung .
Gültig allein ist der Vertrag , und wie der Vertrag geschrieben wird ,bestimmen die Besten .

Gast: Gast
04.04.2010 23:10
1 1

Der Neffe im Sinne seiner Freunderln

Der Neffe hat die Bürger dieses Landes hoch verschuldet um Eigentümern von Banken und anderen Wirtschaftssubjekten die Insolvenz zu ersparen. So sieht ware Freundschaft aus. Die Schafherde der Wähler und Bürger wird über Staatsanleihen verschuldet um die Schulden der Freunderln zu garantieren und den Freunderln das wirtschaftliche überleben zu sichern - dagegen stehen eindeutig die Gesetze der Marktwirtschaft sowie Fairness u. Gerechtigkeit. Das Spiel wird zu Ende sein wenn die ersten Staaten Anleihen nicht mehr gezeichnet bekommen. Bis dahin wird es nicht mehr lange dauern und Politiker wie der Neffe mit ihrer einseitigen und fahrlässigen Politik werden dafür dann die Verantwortung zu übernehmen haben

Antworten Fritz
05.04.2010 09:56
0 0

Re: Der Neffe im Sinne seiner Freunderln

Leben Sie weiter in Ihrer einfach gestrickten blauen Welt. Für Sie ist Pröll der Schuldige am Hypo-Desaster und Haider nach wie vor ein Säulenheiliger, der aus der Hypo eine Perle unter den Österr. Banken geschaffen hat!

Antworten Antworten Gast: Gast
05.04.2010 12:51
0 0

Re: Re: Der Neffe im Sinne seiner Freunderln

Fritz - kennt sich wohl in der Wirtschaft nicht aus - er weiß wahrscheinlich nichtmal was eine Anleihe ist und wie swaps etc. funktionieren. Er plappert nur wie alle Schafe der ÖVP hinterher und spielt die Herde, welche sich noch dafür bedankt wenn sie ohne zu fragen verschuldet wird. Es sind die Bildungslücken, welche es Schamlosregierungen erst ermöglichen so zu handeln wie sie handeln denn Leute wie Fritz verstehen einfach zu wenig von der Komplexität der Dinge. Es ist die Einfachkeit mit der Fritzensgleichen immer nur im Farbenspiel rot blau grün schwarz gelb ihre Befriedigung finden und in keiner Weise verstehen, daß dies nur ein Ablenkungsmanöver ist um die wesentlichen Entscheidungen beinhart durchziehen zu können gegen die Interessen der Bevölkerung.

Antworten Antworten Antworten Gast: Glossar
05.04.2010 15:29
0 0

Re: Re: Re: Der Neffe im Sinne seiner Freunderln

Tja, wie heißt es doch so treffend: Demokratie ist die Ausbeutung der Dummen durch die Schamlosen. Q. e. d.

Antworten Gast: Revival
05.04.2010 09:36
0 0

Re: Der Neffe im Sinne seiner Freunderln

Der Pepi wird's scho' richten,
Des g'hört zu seine Pflichten.
Denn wenn man so an Ohm hat,
usw. usf,

Gast: Landstreicher!
04.04.2010 14:39
0 0

Falsche Überschrift !

Dickende Zeitbombe Österreich!

Der Staats Bankrott .................

Gast: Grazer
03.04.2010 23:19
1 2

DIE fpö HAT KÄRNTEN RUINIERT - und wir alle dürfen dafür zahlen


Vielen Dank an das Kärntner Stimmvieh !


Antworten Gast: Wer, wenn nicht sie?
04.04.2010 13:20
0 0

Re: DIE fpö HAT KÄRNTEN RUINIERT - und wir alle dürfen dafür zahlen

Wer sonst, die waren schließlich seit 1945 mit absoluter Mehrheit an der Macht.

0 0

Re: DIE fpö HAT KÄRNTEN RUINIERT - und wir alle dürfen dafür zahlen

Für sie ganz persönlich:

http://info.ktn.gv.at/ltwahl2009/

Gast: huselius
03.04.2010 22:54
0 2

der balkan...

...beginnt nördlich von kärnten...
warum nicht gleich das ganze land samt den schulden abtreten?

Antworten Gast: Graf Gudenus
04.04.2010 22:06
0 0

warum nicht gleich das ganze land samt den schulden abtreten?

Will jemand das ganze Land Ö?

Schaden kann es bestimmt nicht!

0 2

1000 Euro pro Kind und Greis

schoene Rechnung mit den 'Problemkrediten', vielleicht sollte man die Beamtengehaelter in Kaernten (inklusive Pensionen) wie in Irland kuerzen.

Gast: ADAXL
03.04.2010 20:56
2 2

Kärnten ist das Griechenland Österreichs

Die wahnwitzige Wirtschaftspolitik Jörg Haiders wird uns noch viel kosten. Das Land Kärnten ist viel zu große Haftungen eingegangen, und wälzt die Haftung auf das gesamte Österreich ab. Wie konnte so etwas passieren? Wir brauchen jetzt vor allem ein Bundesstaatsreform:
- Weg mit den Ländern und ihrem "Recht", nach Lust und Laune Schulden auf Rechnung von uns allen zu machen.
- Schadenersatzklagen gegen alle, die sich beim Hypo Alpe Adria-Geschäft bereichert haben. Ein paar Gefängnisstrafen wären auch nicht schlecht.
- Schlanke Verwaltung in Österreich. BHs aufbessern, Gemeinden zusammenlegen, strenge Kontrolle der Ausgaben.
- Beten (die Sozialisten sollen Karl Marx um Hilfe anflehen, vielleicht schickt er uns Geld).

freddy
03.04.2010 18:54
0 0

Vorschlag

wir Steuerzahler sollten uns auch bei der Hypo einen Kredit nehmen und nicht zurückzahlen, so könnten wir ausgeglichen bilanzieren.
Oder geht das nur mit kroatischer Staatsbürgerschaft?

Gast: Staatskanzler
03.04.2010 18:38
4 0

Yellow sun of Ecuador

Geifernde Meldungen über die ehedem "Kärntner" Hypo in allen Medien, welche vor vor allem anderen ganz offenbar immer noch das Ziel der Diskreditierung dieses Bundeslandes im Auge führen, gehen - mit Verlaub, Journalistenkamarilla, - ins Leere: Die Hypo ist der Republik. Tja, Pech wohl. Jedesmal, wenn ein derartiger Bericht im besonders "wohlmeinenden" ORF kommt (Tarek Leitner voll Enthusiamus schon bei den ersten Worten) schalte ich gleichwohl voll Genuss um, und denke mir dabei: Nicht mehr mein Problem. Glück ist, wer vergisst.......und dann der alte Schlager " Yellow sun of Ecuador" im Geiste. Muhahahaahahahhah!!!!!!!

4 0

Re: Yellow sun of Ecuador

Völlig richtig.
Was geschah ist Vergangenheit- die Kärntner haben das Ganze ja elegant den Bayern umgehängt. Wer sich jetzt beschweren will, soll das gerne tun, bei den Verstaatlichern!

Antworten Antworten Fritz
04.04.2010 10:51
0 4

Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Elegant umgehängt?
Elegant, wenn die Haftungen weiter beim "Verkäufer" bleiben, dann ist das strohdumm!

Antworten Antworten Antworten PERSIL
04.04.2010 11:16
2 0

Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador


Die Haftungen wären für Kärnten nie schlagend geworden !!!

Da hätte vorher ganz Bayern pleite gehen müssen !!!

Bedanken Sie sich bei der Bundesregierung für dieses "Osterei", die diese Pleitebank, ohne Parlamentsbeschluß, den Bayern abgenommen hat !!!!!!!


Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
04.04.2010 12:17
0 2

Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Sie scheinen anscheinend nicht kapiert zu haben, was eine Haftungsübernahme bedeutet.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Freunde in der Not
05.04.2010 09:33
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Genau! Und weil sowieso immer nur die Ösis und vor allem die Kärntner hätten zahlen müssen und die Bayern nie, haben die Bayern auch so geweint, als ihnen der Hypo-Pepi dieses Bankenjuwel abluchste. Wie meinen? Die haben vor Freude geweint? Was, wirklich? Unpackbar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten PERSIL
04.04.2010 15:45
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador


Offenbar wissen Sie es nicht...

Aber es geht Ihnen ja nur ums FPÖBashing, das haben wir schon verstanden !!!


3 0

Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Und weil die Bayern das auch nicht kapiert haben, waren sie so froh die Hypo los zu werden, das sie glatt noch auf 800Mio verzichteten?!

Aber erklären sie uns doch was sie unter Haftungsübernahme verstehen und vor allem wann diese schlagend würde...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
04.04.2010 16:49
0 2

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Sie wollen sich ein Auto kaufen, haben aber kein Geld und gehen zu einer Bank um einen Kredit. Weil Sie aber keine guten Sicherheiten bieten können, sind Ihre Eltern oder wer auch immer bereit durch eine Haftungsübernahme für ihren Kredit zu bürgen.
Jetzt wird die Bank an Bayern verkauft und Sie glauben jetzt, dass die Bürgschaft Ihrer Eltern dadurch erloschen ist. Die Bürgen können das ja glauben, es wird ihnen aber nichts nützen!

Und sollten Sie das vielleicht nicht wissen, der Bürge kann im Falle der Insolvenz auch bereits VOR dem Hauptschuldner belangt werden.
Das wäre bei einer Insolvenz der HAA passiert und die Haftungen durch das Land Kärnten wären schlagend geworden, wodurch das Land zahlungsunfähig geworden wäre.
In der Österr. Verfassung kann aber ein Bundesland nicht zahlungsunfähig werden, weil der Bund dann diese Schulden übernehmen müsste!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Ein schöner Vergleich.

a.) Wenn der Erlös durch Verkauf des Autos (Verbindlichkeiten-Forderungen) die Kosten des Kredites annähernd deckt, wieviel zahlt der Bürge dann? So ungefähr?

b.) Wenn also, wie sie sagen ohnehin Kärnten in der Haftung gewesen wäre, warum haben die Bayern die HGAA nicht einfach weiterwursteln oder in den Konkurs gehen lassen (hätte ihnen mind. 800Mio gepart)?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Fritz
04.04.2010 22:07
0 2

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Yellow sun of Ecuador

Zu a.) Wenn Sie das Auto aber zu Schrott fahren, gibt es nichts zu verwerten und der Bürge zahlt.

Zu b.) Die Hypo ist nicht nur Gläubiger, sondern selbst auch SCHULDNER. Durch die Landeshaftung bekam die Hypo eine bessere Bonität und zahlte weniger Zinsen. Die Finanzkrise hat den Balkan ganz besonders getroffen, wo die Hypo sehr stark engagiert war. Und diese miesen Geschäfte brachten auch die bayrische Mutter in Probleme.

Oder kurz: Die Landeshaftung betrifft die Hypo als SCHULDNER, während die Bayern für die Hypo als schlechter GLÄUBIGER gradstehen hätte müssen.

 
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