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Pessimisten treiben Goldpreis über 1000 Euro

14.05.2010 | 18:27 |   (Die Presse)

Die Münze Österreich verkaufte die Feinunze am Freitag um 1045 Euro. Die Skepsis über das Griechenland/Euro-Paket, der niedrige Euro und das knappe Angebot sind schuld.

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Wien (eid/APA). Wer sich vor zwei Jahren einen Goldbarren ins Depot gelegt hat, der hat jetzt leicht lachen: Er hat sein Investment mehr als verdoppelt. Der Preis für das Edelmetall rast von einem Rekordhoch zum anderen – ein Ende der Hausse ist nicht absehbar. Freitagmittag übersprang der Goldpreis erstmals zeitweise die 1000-Euro-Marke. Die Münze Österreich, die auf Hochtouren produziert, verkaufte die Feinunze am Freitag um 1045 Euro. Für ein Kilo Gold zahlte man 33.597,50 Euro. Auch in Dollar, der eigentlichen Goldwährung, gab es mit 1249,40 Dollar je Feinunze ein Hoch.

Die Griechenland-Krise hat einen doppelten Effekt auf das Edelmetall: Total verunsicherte Anleger steuern den „sicheren Hafen Gold“ an, sagt Erste-Bank-Experte Ronald Stöferle zur „Presse“. Weltweit habe die Sorge, dass das Griechenland/Euro-Rettungspaket nicht greifen könnte, einen neuerlichen Run auf Gold ausgelöst. Stöferle: „Das Vertrauen in Papierwährungen lässt nach.“ Zum anderen hat die griechische Tragödie den Euro zum Dollar auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gedrückt.

Stöferle führt eine Reihe von Gründen an, warum sich die Preisrallye fortsetzen dürfte: •Gold wächst nicht nach: Die Goldminen sind zum Teil an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt, und um neue Lagerstätten zu erschließen, muss sehr tief gebohrt werden. Schon jetzt wird aus einer Tonne Erz nur 0,8Gramm Gold gewonnen.
•Die Notenbanken, die jahrelang Gold auf den Markt geworfen haben, sind wieder zu Nettokäufern geworden.
• Private und institutionelle Investoren haben die Schmuckindustrie als traditionell größte Goldkäufer abgelöst.
•China und Indien (weltweit der größte Goldbesitzer) kaufen zu Marktpreisen. Für Stöferle ist es angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit noch nicht zu spät, jetzt noch einzusteigen. Bis Juni sollte der Goldpreis auf 1300 Dollar steigen. Von dieser Annahme geht auch Valentin Hofstätter von der RZB aus. Nur bei der Langfristprognose teilen sich die Meinungen: Während Stöferle zum Ende des derzeitigen Goldpreiszyklus, der um 2011/12 enden könnte, mit einem Goldpreis von 2300 Dollar rechnet, gibt sich Hofstätter vorsichtiger. „Damit der Goldpreis über 2000 Dollar steigt, muss wirtschaftlich schon einiges schief gehen“, glaubt er.

 

Weniger Spesen bei Fonds

Ob man sich tatsächlich einen Barren oder Münzen anschafft oder in „Papiergold“ investiert (Fonds wie der deutsche Xetra-Gold, der mit physischem Gold unterlegt ist) sei Geschmackssache. Bei den Exchange Traded Funds spare man sich jedoch die Lagerkosten und das Risiko großer Unterschiede zwischen An- und Verkaufspreis. „Je pessimistischer jemand die Welt sieht, desto eher geht er in physisches Gold“, meint Hofstätter.

Die Münze Österreich hat nach eigenen Angaben in den letzten Wochen 7,6 Tonnen Gold verkauft – mehr als im ersten Quartal.
(c) Bloomberg

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2010)

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48 Kommentare
 
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Gast: Peter
19.05.2010 17:35
0 0

Nicht alles was Gold ist glänzt

Gold - recht und schön! Einige Argumente gegen Gold: Der Preis ist schon zu hoch (künstlich überteuert). Weiters wurde Gold schon einmal eingezogen (vom Staat). Wer garantiert, dass sich dies nicht wiederholt? Der wesentliche Punkt ist aber, dass Gold in Dollar abgerechnet wird - also in einer absoluten Butterwährung (wie derzeit auch der Euro) -
(Anm.: Defizit der Amerikaner - Wieviele Billionen USD sind es? ca. 4? = 4000 Mrd.!!!). Wenn (auch) die Amerikaner abwerten, dann wäre das Gold ein Nullsummenspiel...
Schlussfolgerung: Prognosen sind immer schwierig - selbst Experten sind uneins - Klar: Denn wenn jemand sicher in die Finanzzukunft schauen könnte, bräuchte er als Guru nicht mehr zu arbeiten und dem Volk seine Thesen auftischen, sondern lediglich (im Stillen) sein Vermögen permanent vermehren...

Gast: janu
17.05.2010 11:12
0 0

Einfach nur Gold kaufen...

... zeigt wie wenig kreativ Anleger sind. Noch dazu bei Höchstständen. Das Lemmingverhalten verleitet sogar dazu sichere Verluste in Kauf zu nehmen nur um ja kein Risiko einzugehen. Ein Paradox? Ja, und daher ist es für junge, innovative Unternehmen mit viel Zukunftspotential hierzulande nahezu unmöglich Kapital zu vernünftigen Zinssätzen zu bekommen, damit sie ihre Innovation auch umsetzen können.

Gast: informiert
16.05.2010 00:21
0 1

Schwarzmaler

Hier sind ja einige Schwarzmaler unterwegs. Europa als gesamtes steht wirtschaftlich immer noch besser da als die USA. Kalifornien wird nach oben gerated, Griechenland nach unten.

Europa steht im Vergleich zu dem Amis relativ solide da. An eine Inflation glaube ich nicht, die könnte im wesentlichen nur durch den Ölpreis getrieben werden.

Übrigens eine Diskussion zu dem Thema findet Ihr unter http://www.aktie.at/forum" target="_blank">www.aktie.at/forum

Gast: pour le mèrite
15.05.2010 18:48
0 0

Pessimisten? Wohl eher Realisten.

Auch die Griechenland/Euro-Paket Geschichte sowie der niedrige Euro haben nur am äußersten Rande damit zu tun.

Unbeeinflußte Analysten und unabhängige Anlageberater empfehlen schon seit JAHREN sein Vermögen in realen Werten zu konservieren und die Idee hat nun auch die breite Masse erreicht.

Es versteht sich von selbst, daß die Systembanken und Zinseszinsbetrüger keine Freude damit haben.

Deshalb ist es umso wichtiger, wenn die Leute ihr Vermögen noch mehr in Realwerte veranlagen würden als irgendwelche dubiosen Papiere zu kaufen und so ihr Geld den Verbrechern und Zockern zu überlassen.

Iason
15.05.2010 16:51
0 0

Es gibt durchaus Sektoren,

die sich nach der Finanzkrise wieder ganz gut erholt haben.

http://isht.comdirect.de/html/detail/main.html?sTab=chart&hist=5y&sCat=CER&sSym=NL0000707503.C52

Junior Goldminen Aktien
Man brauchte aber einen langen Atem und gute Nerven.

Gast: Gast
15.05.2010 14:52
0 0

Zeitpunkt

Ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, Gold zu kaufen ist die Frage. Bei dem Preis? Wenn man früher schon was gekauft hätte, wäre man sicher fein raus. Wenn, aber leider .... und jetzt einzusteigen ist doch ein zu großes Risiko. Vielleicht wäre es aber auch besser gewesen, jetzt doch was zu kaufen, aber wer weiß das schon.

Antworten Gast: Bernanke Ben
15.05.2010 19:23
1 0

Re: Es ist nicht zu spät....

Sie gehören leider auch zu jenen, die sich wahrscheinlich seit Jahren von den Bankern mit dem Versprechen auf die wundersame Geldvermehrung durch Zins uns Zinseszins zu irgendwelchen Papierkäufen hinreißen ließen.

Doch man braucht eigentlich nur eine Portion Hausverstand, um zu erkennen, daß das einem Betrug sehr nahe kommt und sich unser Schuldengeldsystem seinem programmierten Ende nähert.

Sie können davon ausgehen, daß sie mit einer Veranlagung in Gold vielleicht nicht das "große" Geschäft machen, aber zumindest können sie so ihr Vermögen einigermaßen konservieren.

Man bedenke:
Keine Währung hat jemals "überlebt" und schon gar kein "Wertpapier".

Eine Unze Gold hat heute noch den selben Wert wie vor 2000 Jahren.

Gast: Quit
15.05.2010 11:45
0 1

Gold - Euro

Keine Sorge, der Goldpreis fällt wieder und der Euro klettert wieder hinauf.

Antworten Gast: ökonom
15.05.2010 17:53
0 0

Realitätsverweigerer

natürlich wird der Goldpreis wieder einmal kurzfristig einknicken, bevor er Richtung $ 1500,-- marschiert. Der € ist aber bereits jetzt am Ende und klettert nirgendwo hin - eine Währungsreform steht ante portas. "Quit" scheint der Einzige zu sein, der das noch nicht realisiert.

Antworten Antworten der__mann
15.05.2010 18:23
0 0

eine

reform muss aber kein fall sein.

vor allem wie soll der euro fallen - und wenn ist es auch blunzen - wir gehören sicher nicht zu den verlierern.

der euro hat mich mind. 20% meines wohlstandes gekostet - so what ?

ichmeine
15.05.2010 10:52
0 0

hätt ich vor 4 Jahren mehr Gold gekauft, wär ich heute doppelt so reich

aber immer noch ein armer Pensionist

verglichen mit dem Neowiener Abramowitsch aber wiederum reich, weil dieser ja Milliarden verloren hat

alles nur Ansichtssache


Antworten Iason
15.05.2010 13:37
0 0

Re: hätt ich vor 4 Jahren mehr Gold gekauft, wär ich heute doppelt so reich

hätti-wari ;-)

Im Nachhinein kann jeder sagen, was er tun hätte sollen, um "reich" zu werden.
Aber versuchen Sie es einmal im vorhinein abzuschätzen und dann zu agieren. Da müssen sie psychisch schon ziemlich stabil sein, um die enormen Kursbewegungen zu ertragen.

In der Finanzkrise 2008 sind einige meiner Minenaktien um 80% und mehr abgestürzt. Jetzt haben sie das fast alles wieder aufgeholt und der Trend zeigt nach oben.
Das ist eine harte Schule.

Gast: ErosAustriae
15.05.2010 09:42
0 2

Ernst der Lage

Vielleicht bringt den Griechen endlich jemand bei, wie ernst die Lage ist. Jetzt heißt es Arbeiten, und nicht Streiken, Protestieren, Siesta machen. Das kann es ja nicht sein, dass man in griechischen Ämtern ab 12 Uhr Mittags niemanden mehr antrifft. Viel hat sich da noch nicht geändert. Dieses Volk ist einfach nur stinkfaul, unvernünftig und ohne jede Moral. Wir dürfen es dank dem Euro-Wahnsinn aushalten.

Antworten der__mann
15.05.2010 18:26
0 0

der greiche mag faul

sein, doch wer leiht so einem faulen "hund" soviel geld ???

würden sie ihrem nachbarn - ja dem prolo, der immer mit der bierdose rumsitzt - 10kEuro leihen - und damit rechnen das geld zurückzubekommen ???

eben - also höhrns mit dem primitiven griechen-bashing auf!

Antworten Gast: Gast
15.05.2010 14:54
1 0

Re: Ernst der Lage

Die Grichen sind weder stinkfaul, noch unvernünftig, noch ohne jede Moral. Nur weil so viel Propaganda gemacht wird, die "bösen" Griechen seien an allem Schuld stimmt es nicht. Da wird nur wieder jemand zum Sündenbock gestempelt. Die Masse der Griechen ist arm dran.

Antworten Gast: taur
15.05.2010 11:24
0 0

Re: Ernst der Lage

Die Griechen sollen sein wie sie wollen.

Aber warum nur hat man ihnen so viel Geld geliehen?
Nur mit dem Euro konnten sie so viel Geld ausleihen. Insgeheim wußten die Geldgeber, dass die andern EU Länder bei Zahlungsunfähigkeit für Griechenland einstehen werden. Und sie hatten recht.

Mit der Drachme hätten sie niemals so viel Geld leihen können.

Hans Lody
15.05.2010 07:16
0 0

Papiergold............Hahahah

Wenn diese Betrüger sämtliche "Goldbrieflein" in Gold auszahlen müssten-müssten sie so an die 10 Jahre schürfen.Wenn das erst mal der breiten Masse bekannt wird überspringt Gold die 2000er Marke mit links.

Antworten der__mann
15.05.2010 18:27
0 0

ähm

mit rechts meinten sie wohl.

links ist die starke seite - zumindest bei intelligenten menschen.

Iason
15.05.2010 01:14
0 0

Prognosen sind kaum anzustellen!

*Während Stöferle zum Ende des derzeitigen Goldpreiszyklus, der um 2011/12 enden könnte, mit einem Goldpreis von 2300 Dollar rechnet, gibt sich Hofstätter vorsichtiger. „Damit der Goldpreis über 2000 Dollar steigt, muss wirtschaftlich schon einiges schief gehen“, glaubt er.*

Aber ich denke, dass diese Hausse in Edelmetallen noch 5 - 10 Jahre laufen wird. Wie hoch es gehen könnte? Keine Ahnung, habe keine Kristallkugel und weiß auch nicht was den Politikern noch so alles einfällt, um die Papierwährungen zu zerstören.

Die Frage wird eher sein: Wann verkauft man Gold wieder. Ein Anhaltspunkt wird sein, wenn die Aktien wieder spottbillig sind. Derzeit sind sie im Durchschnitt so teuer wie vor 1929.


Antworten Hans Lody
15.05.2010 09:03
0 0

Re: Prognosen sind kaum anzustellen!

Wan verkauft man Gold wieder ?
NACHDEM der Euro und Die EU krachen gegangen sind.Vorher wirds Inflationsbedingt nix bringen.

Antworten Antworten Iason
15.05.2010 13:41
0 0

Re: Re: Prognosen sind kaum anzustellen!

Aber gerade wenn die Währung am Boden liegt, wollen Sie in die Währung zurücktauschen?
Das ist unlogisch, denn da könnten sie dann in der folgenden Währungsrefoerm alles verlieren.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
15.05.2010 07:31
1 0

Re: Prognosen sind kaum anzustellen!

Es gibt keine Hausse bei Gold. Es gibt nur einen Vertrauensschwund in Papiergeld. Bausparvertrag? Gottseidank rechtzeitig gekündigt bzw. vorzeitig aufgelöst und "umgeschichtet".

Antworten Antworten Iason
15.05.2010 13:44
0 0

Re: Re: Prognosen sind kaum anzustellen!

Ja, ist natürlich richtig. Aber alles ist relativ.
Gold behält einfach nur seinen Wert, während die Währungen abwerten.
Aber der Goldpreis ist trotzdem in einer Hausse, denn in einer solchen wird er zwischendurch auch immer wieder überbewertet sein. Da ist immer dann, bevor die scharfen Korrekturen kommen.
Am Ende der Langzeit- Hausse wird natürlich Gold auch überbewertet sein, so ähnlich wie es die Aktien im Jahr 2000, vor dem Platzen der dot.com Blasen waren.
Das hat aber noch viel Zeit.

antikarl
14.05.2010 23:45
1 0

Papiergold

ist nur angeblich mit physischen Gold unterlegt. Das sind Indexpapiere die den Goldkurs nachzeichnen und ihn auch beeinflussen. Im Ernstfall bekommt man keine Lieferiung sondern nur Geld. So steht es oft im Kleingedruckten.

Antworten Gast: netter gast
15.05.2010 10:52
0 0

Re: Papiergold

Ich sehe keinen Grund , Gold nicht physisch zu Hause zu lagern .
Gold ist üblich eine Langzeitanlage und da findet sich schon ein sicherer Ort .
Und die Gefahr eines vernichtenden Feuers , auf die mich ein Bankbeamter aufmerksam machte , ist geringer als die Gefahr ,Gold nicht mehr aus dem Banksafe zu bekommen .

Antworten Antworten Iason
15.05.2010 13:33
0 0

Re: Re: Papiergold

Gold wird zum Glück auch bei einem vernichtenden Feuer nicht vernichtet ;-)
Es schmilzt maximal zu einem Klumpen.
Bei Diamanten wäre ich da schon vorsichtiger!

 
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