Grasser: "Staatspleite Griechenlands ist einziger Weg"

25.05.2010 | 10:23 |   (DiePresse.com)

Das "Glutnest Griechenland" sei so lange diskutiert worden, bis das ganze Haus gebrannt habe, sagt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Athen hätte einen Euro-Austritt mit Schuldennachlass aushandeln sollen.

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Nach Ansicht des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser hätte die Europäische Union anstelle eines Milliarden-Hilfspakets zur Rettung des Euro einen Austritt Griechenlands aus der gemeinsamen Währung inklusive einen Schuldenverzicht aushandeln sollen. Dann hätte der Euro an Reputation und Glaubwürdigkeit gewonnen, meint Grasser in einem Interview mit dem "Wirtschaftsblatt" (Dienstag).

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Das Hilfspaket sei der größte wirtschaftspolitische Fehler der Währungsunion, so der Ex-Minister. "Ich bin erstaunt, wie schlecht Europa die Krise managt - und sprachlos über das 750 Milliarden Euro Rettungspaket", sagt Grasser.

Grasser befürchtet fünf Prozent Inflation

Er, Grasser, hätte den Griechen gesagt: "Liebe Freunde, ihr verhandelt einen Schuldennachlass mit euren Gläubigern und ihr scheidet aus der Eurozone aus." Erster Kardinalfehler sei gewesen, "dass das Glutnest Griechenland so lange diskutiert wurde, bis das ganze Haus gebrannt hat bzw. brennt." Zweiter Fehler sei, "dass wir schlechtem Geld nun auch noch gutes nachschmeißen und die guten Länder das Geld ihrer Steuerzahler jenen schicken, die schlecht gewirtschaftet haben".

Von den EZB-Interventionen am Anleihenmarkt hält er nichts. "Alle Richtlinien wurden plötzlich über Bord geworfen. Unterm Strich wird auch das der kleine Mann über höhere Inflation bezahlen". Grasser befürchtet, dass die EZB ihre Zwei-Prozent-Zielmarke bei der Inflaton in den nächsten zwei Jahren nicht halten wird und hält Inflationsraten von bis zu fünf Prozent für möglich.

"Euro ist nach wie vor überbewertet"

Den Euro hält er immer noch für überbewertet. Allerdings sei es nicht ausschlaggebend, ob der Euro bei 0,80 oder 1,50 Dollar stehe. "Die entscheidende Frage ist, gelingt es uns, das Überleben der Wirtschafts- und Währungsunion zu sichern. Werden wir auch noch in fünf Jahren mit dem Euro zahlen?"

Eine Rückkehr in die Politik habe er nicht vor, so der Ex-Finanzminister: "Meine Lebensqualität ist jetzt viel höher".

(APA)

 
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73 Kommentare
 
12
Gast: no eye
29.05.2010 00:26
0

naja

doch nicht alles Lügen aus dem Munde KHG

Gast: AHA
28.05.2010 12:20
0

Die Griechen hätten KHG fragen sollen

Seine Machenschaften dürften nur selten legal sein, aber er hat gezeigt das man damit durch kommt.

Gast: ?
26.05.2010 18:49
1

Pffh...

....Und ich dachte der Herr KHG sitzt schon längst im Häfn.

Gast: Baldur
26.05.2010 11:47
1

Man kann von Grasser halten, was man will.

...aber mehr Ahnung und Mut als der Josef Pröll hat er allemal.

Sonnenburg
26.05.2010 09:25
1

Aber Herr Grasser es ging doch nie um Griechenland bei den 750 Mio. Euro

Herr Konrad hat Herrn Pröll eindringlichst mitgeteilt, dass Griechenland zu Retten ist, weil sonst die Raiffeisengruppe und Erste Bank 5 Mrd. Euro verlieren werden. Zinsgierig haben beide Banken mit Sparergeldern griechische Anleihen gekauft, die nach einer Staatspleite Griechelands so gut wie wertlos gewesen wären.

Auch das mit den in hunderttausender Schritten steigenden Arbeitslosenzahlen hat Pröll aus dem Gespräch mit Konrad abgeleitet, der ihm eben sagte, dass die Raiffeisengruppe in Konkurs gehen wird, wenn Griechenland nicht gerettet wird und danach oder am selben Tag wäre auch die Erste Bank natürlich bankrott gewesen.

Für die Griechen wäre ein Austritt aus der Eurozone plus Schuldennachlässe natürlich die einfachere Lösung gewesen, aber es geht eben nicht um die Griechen, sondern um die mit Giftpapieren vollgestopften Banken Namens Raiffeisen und Erste Bank. Beide KÖNNEN keine Verluste ausweisen, da sie eigene Aktien mit Sparergeldern gekauft haben (nicht ganz direkt aber eben Kredite vergeben haben mit denen die Aktien der eigenen Bank gekauft wurden). Fallen offiziell (betriebswirtschaftlich betrachtet sind natürlich schon Milliardenverluste eingefahren worden) Verluste an, können keine Dividenden gezahlt werden, aber mit der Dividende werden ja die Kredite für die eigenen Akiten bedient...

Raiffeisen und Erste Bank sind eben eine Art private Verstaatlichte, die Österreich langsam aber sicher in den Ruin treiben.


Antworten Gast: ähm_ja
31.05.2010 13:41
0

buchgeld

Das Meiste was die Raika, Erste usw. zur Verüfgung gestellt haben ist Buchgeld. Wenn Sie Geld auf die Bank bringen dienen 10% zur Einlagensicherung und die restlichen 90% werden verborgt. Das Problem an der Sache ist: Wenn ich Geld in Form eines Kredites bekomme der aus diesem Geld generiert wird und es auf eine andere Bank bringe, dient dieses Buchgeld als Einlagensicherung. Und wenn das das wiederholt sich immer wieder.

Die Summe(unendlich) ist daher: 0,9/(1-0,9)=9. Aus einem Euro Cash machen die (Geschäfts)banken 9 Euro Buchgeld(So viel zum Thema: Nicht zu viel Geld drucken wegen der Stabilität und Inflation haha).

Es kann nicht sein, dass Buchgeld zur Einlagensicherung hergenommen wird!

Gast: KHG
26.05.2010 09:18
1

Meine Lebensqualität ist jetzt viel höher

mit der Kohle, die ich abgezockt habe.


Apollonios
26.05.2010 09:15
0

Ausgerechnet....

der "ehrwürdige" Herr G. hat gute Ratschläge zu erteilen !
Er hat's gut ! Er hat, neben seinen noch immer unbeweisbaren "sauberen" Tricks, auch seine Fiona.
Wen hat Griechenland oder wen haben wir ?

NeroRosso
26.05.2010 09:13
0

Zur Lebensqualität

Eh klar, solange die Gerichte untätig sind ........

Herman
26.05.2010 07:13
1

ein Interview für die Katz

. . . wo bleibt die Wissenschaft und Wissenschafter an Europas Eliteuniversitäten?
Die Meinungen der Politiker, Eurokraten und Banken haben doch das ganze Schlamassel eingebrockt.
Wäre es nicht Aufgabe der Medien, dieser Fahrlässigkeit entgegenzuwirken!?
Seit 1980 haben die Finanzminister das Land 6-fach verschuldet! Die sollte man doch alle ins Exil senden, doch nicht kommentieren lassen.

Antworten Gast: markus trullus
26.05.2010 08:11
1

Re: ein Interview für die Katz

...Die Meinungen der Politiker, Eurokraten und Banken haben doch das ganze Schlamassel eingebrockt...
Ja, weil wir denen auf den Leim gegangen sind, diese Leute immer wieder wählen und sonst den Kopf in den Sand stecken, statt das Gehirn einzuschalten: das man nie mehr ausgeben kann als man vernünftigermassen einnimmt. So sind Generationen über die Runden gekommen; alles andere ist Shit! Irgendwie werden wir für unsere Fehler jetzt zur Kassa gebeten. Denn auch "falsch" zu wählen ist ein FEHLER!!!

Antworten Antworten Gast: 67 % Ja-Stimmen
29.05.2010 07:19
0

Re: Re: ein Interview für die Katz

Bekanntlich lautet die treffliche Definition: Demokratie ist die Ausbeutung der Dummen durch die Schamlosen. Wir haben unsere Hütchenspieler selbst gewählt, die uns jetzt abzocken.

Gast: dan
26.05.2010 01:06
1

wer ...

... wer hat IHN eigentlich gefragt?

Antworten Gast: solo
26.05.2010 07:49
0

Re: wer ...

natürlich die harten "Rechts-koalitionäre" in der ÖVP wünschen dass er "im Bilde" bleibt, solchene Sager lassen sich nicht erfinden, das ist wohgl gut geplant !

Gast: TTT
25.05.2010 23:50
3

Abgesehen von der üblichen Unschuldsvermutung

WARUM SITZT ER NOCH IMMER NICHT IM HÄFN?

Gast: Blödmann
25.05.2010 23:45
3

Balkonien

Na, wenn die Inflationsrate auf 5% steigt, dann müssen wir Österreicher aber unsere Balkone ordentlich für Gemüsepflanzungen aufrüsten. Apropos Pflanzen: Ein Ausscheiden Griechenlands aus der EUrozone hätte sicher fast keine Auswirkungen in er Welt gehabt, ir glauben es. Warum muss KHG eigentlich jetzt auch noch finanzdilettieren und wird auch noch abgedruckt. Rein HYPOthetisch hat er ja die Finanzkrise so oder so mitverursacht.

Gast: Carlo
25.05.2010 22:34
1

Warum nicht früher?

Grasser war Finanzminister von 2000-2006.
Heute weiss man, das damals alle Finanzminister der EU wussten, das sich Griechenland mit getürkten Zahlen in die Euro-Zone schwindelte.

Warum machte Grasser damals den Mund nicht auf?

Jetzt 4 Jahre später grossmaulig daherquasseln- das können die restlichen 500 Mio EU Bürger auch.

Antworten Gast: Gerald Nessmann
26.05.2010 03:46
1

Re: Warum nicht früher?

Um das ueber Griechenland gewusst zu haben, hatte man wirklich nicht Finanzminister sein muessen. Ein Jeder mit Hausverstand der damals kurz vor der Euroeinfuehrung in Griechenland war hat gesehen, dass es da nicht mit rechten Dingen zuging.

Ebenso mit Spanien, Portugal und Italien.

Grasser hat, wie so manche andere, mit der Staatspleitenidee schon recht. Ich weiss wirklich nicht wieso eine Staatspleite Griechenlands dem Euro gar so schaden muesste. Es taete ihn vielleicht noch staerken. Und Griechenland muesste sich dann, weil es kein Geld mehr von anderen geliehen bekaeme (denn wer kauft schon Anleihen eines bankrotten Landes ohne heftigen Risikoaufschlag), nach der eigenen Decke stecken und heftig mit dem Staatsanteil am BIP herunterfahren und Maerkte liberalisieren.

Aber - OH NEIN - dann kaeme der Kapitalismus in das Land der Olivenbaeume ...

Antworten Antworten heduda
26.05.2010 20:17
0

Re: Re: Warum nicht früher?

lieber nessmann@die griechen exportieren unmengen von Lebensmitteln,darunter viele köstlichkeiten in die ganze welt.auf lange sicht werden autoexporte und ähnliches nicht mehr den stellenwert haben wie heute,es wird die zeit kommen ,und sie ist schon da,wo nahrung zum wahren Luxus wird.Der Gasfuss kann warten,der leere Bauch nicht.Die Länder mit gröstmöglicher Nahrungsautonomie(wie botswana in afrika)werden die Nase vornehaben.Zu Recht.

Antworten Antworten Gast: markus trullus
26.05.2010 08:15
0

Re: Re: Warum nicht früher?

Nicht so weit weg sehen: Auch wir hier stehen vor der Pleite, nur: keiner will es sehen. Aber warum haben wir nicht unseren Hausverstand eingeschaltet, wenn es um die Wahlen ging? Paradiesversprechungen ohne Finanzböden; das haben wir gewählt. Wenn wir jetzt blechen: kein Mitleid. wir haben das selbst verschuldet, lauter Umverteilerpopulistenparteien zu wählen!

Gast: GHK
25.05.2010 21:42
0

Bin ich eigentlich der einzige dem das auffällt?

Bin ich eigentlich der einzige dem das auffällt, dass der KH ein oder 2 Kilo zugelegt hat? Also ich mein jetzt im Vergleich zu ca. 2008?
Er siehst jetzt noch immer super gut aus, keien Frage. Aber wenn er die 2 KG wieder loswerden würde.....

Gast: machmuss verschiebnix
25.05.2010 21:41
1

Wenn diese Realitäts-Verweigerer ihren KHG nicht hätten,

dann müßte man direkt einen erfinden. Seit seinem Abgang
wird krampfhaft versucht, ihm was anzuhängen.

Nur um die selektive Wahrnehmung der Linken ein wenig
hervorzukehren - quasi als Kontrast-Programm - sei es
hier erwähnt:
die kleine Italienische Briefkasten-Firma - damals beim
Bau der U4 - wie lief den das ?
Es wird gemunkelt, daß wegen der hohen Summen schon
damals ein gelber 500er Fiat zum Briefkasten umfunktioniert
wurde :).

Und kum' ma bloß neamad mit: "..da KGH is damit davo g'foan".

Wohl eher simpel gestrickt,im Vergleich zum Skylink - naja
die viele Erfahrung.

Aber wie hat schon Lady Thatcher mal gesagt:
"..the problem with socialism is, that one eventually runs
out of other people's money.."

Äußerst zutreffend - die Sargnägel Österreichs kommen aus
der Löwelstraße.


Gast: Quirlig
25.05.2010 21:26
0

Gelabere

Also was mich jetzt eigentlich viel mehr interessieren würde als dieses ganze Gelabere ob der KHG nun den Euro retten könnte oder nicht ist, ob er seinen Six Pack noch hat? Ihr wisset schon, diese tollen Bauchmuskeln die er vor ein paar Jahren mal in einem Magazin gezeigt hat. Hat er die noch immer? Diese tollen Bauchmuskeln?

Gast: Wurlat
25.05.2010 21:08
2

Er schaut noch immer sehr gut aus ;-)

Liebe Presse-Redaktion,

Ist das wirklich nötig, dass Ihr unbedingt ein Interview vom KHG abdruckts? Würden nicht ein paar Fotos von ihm reichen? Also ich fände das sehr schön, wenn Ihr das nächste Mal einfach nur so ein paar fesche Fotos von ihm publizieren würdets. So richtig schön, KHG beim Posing als Wirtschaftsguru. Einfach nur so, KHG im Anzug, ach ja, und vielleicht auch ein paar Fotos beim Golfen oder so. Oder in einem tollen Sportwagen. Da würde er bestimmt auch eine sehr gute Figur machen.
Interview oder so mit ihm könntet ihr Euch dafür ersparen.

Gast: Otto F. Krammer
25.05.2010 20:42
0

Eine Krankheit eines Familienmitgliedes zu heilen..

kann nicht mit dem ANstecken der andern Familienmitglieder geschehen, sondern, wie Grasser meinte, man muss den Kranken in die Isolationsabteilung verlegen, womit er Recht hat.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
25.05.2010 21:45
0

Re: Eine Krankheit eines Familienmitgliedes zu heilen..

..hört sich irgendwie nach Umverteilung an:
".. die Kraft der Gesunden unter den Kranken verteilen".
Das dem Fay sowas noch nicht eingefallen ist ?

 
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