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JÖRG KILGUS: Klammeraffe

11.10.2004 00:00 |  VON JÖRG KILGUS (Die Presse)

Mittlerweile weiß jedes Kind, dass es nicht Klam­meraffe heißt, sondern „at“. [Exkurs 1: Lautmalerisch ins Österreichische übertragen vielleicht auch „äd“.] [Exkurs 2: Jedes Kind weiß es sowieso, aber auch die meisten Erwachsenen, die irgendetwas mit Computer, Internet oder E-Mail am Hut haben, wissen es.]
Mittlerweile weiß auch jedes Kind, dass auf Tastaturen, die für die Eingabe deutscher Sprache gebaut sind, der Klammeraffe, also das „äd“ beziehungsweise „@“ (Ah: Jetzt klingelt’s auch bei denen, die bisher nicht wussten, worum­ es geht), also, dass das @ über die nur bihändig ­ausführbare Tastenkombination [Alt Gr][q] auf den Bildschirm und in die E-Mail-Adresse zu bringen ist. [Exkurs 3: @ – ASCII-Code 64 – tauchte erstmals bei Kaufmännern im mittelalterlichen England auf und entstand aus den Buchstaben a und d – allerdings noch ohne ASCII-Code …]
Was allerdings keiner weiß, ist, warum zwar im Alltag kaum genutzte Zeichen wie ^ oder # oder < locker mit einem Finger machbar sind, aber unser liebes @ nicht.
Mittlerweile hat sich aber jedes Kind (sofern es die Arme weit genug auseinander kriegt) daran gewöhnt.

joerg.kilgus@diepresse.com

 


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