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Steuerexperte Doralt: Reichensteuer bringt wenig

21.07.2010 | 12:51 |   (DiePresse.com)

Die von der SPÖ geforderte Reichensteuer würde kaum Geld bringen, da die Reichen ihr Geld in Stiftungen geparkt haben. Um die Stiftungen höher zu besteuern, müsste man die Kapitalertragssteuer erhöhen, was auch Sparbücher träfe.

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Die von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter vorgeschlagenen Sonder-Steuersätze für hohe Einkommen würde laut Finanzrechtler Werner Doralt als Reichensteuer nur wenig Wirkung entfalten. Derartige Überlegungen würden am bestehenden Steuersystem scheitern, erklärte er am Mittwoch in einer Aussendung. Bezüge aus Stiftungen und Kapitalgesellschaften wären nämlich nicht betroffen. Von einer gleichmäßigen Besteuerung von Spitzeneinkommen wäre man weit entfernt.

Wer in Österreich "reich" sei, beziehe sein Einkommen meist entweder von einer Stiftung oder als Gesellschafter von einer Kapitalgesellschaft, und diese Bezüge werden nur mit einer Kapitalertragsteuer von 25 Prozent versteuert. Dazu komme die Besteuerung in den Kapitalgesellschaften bzw. in den Stiftungen. Werde also der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer von 50 auf vorgeschlagene 60 Prozent erhöht, treffe das die Bezüge aus einer Stiftung oder aus einer Kapitalgesellschaft überhaupt nicht.

Höhere Kapitalertragssteuer trifft auch Sparer

Man müsste daher die Kapitalertragsteuer anheben, so Doralt, doch gebe es dazu keine Vorschläge, und man bräuchte dafür ein Verfassungsgesetz. Treffen würde man unterschiedslos alle Kapitaleinkünfte, vor allem auch die Sparbuchzinsen, und nicht nur die Spitzeneinkommen. Außerdem lasse sich die Kapitalertragsteuer vermeiden, indem die Erträgnisse vorläufig in der Stiftung bzw. in der Kapitalgesellschaft gespeichert und nicht ausgeschüttet würden. Dies gelte insbesondere dann, wenn - wie ebenfalls angedacht - eine zusätzliche Besteuerung nur befristet eingeführt werden sollte.

Kapitaleinkünfte ließen sich außerdem durch Fruchtgenusskonstruktionen auch innerhalb der Familie leicht aufteilen, meint der Finanzrechtler. Auch dadurch werde sich eine "Reichensteuer", die erst ab etwa 300.000 Euro Jahreseinkommen eingehoben werden soll, oft vermeiden lassen. Die vorgeschlagene Steuererhöhung für Spitzeneinkünfte würde also die Bezieher von Kapitaleinkünften de facto kaum oder nur im geringen Ausmaß treffen, so Doralt.

(APA)

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79 Kommentare
 
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Gast: dulcinea
24.07.2010 09:44
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eine halbe Milliarde Euro Spekulationssteuer

müsste jedenfalls ein Wiener Spekulant, welcher ein Einreiseverbot ins gelobte Land hat, auf den Tisch legen. Damit aber das Lot stimmt, hat der Steuerzahler das Geld für die Bankenhilfe auf den Tisch legen müssen. War schon alles da, vor 2000 Jahren hat Jesus von Nazareth die Geldwechsler aus den Tempel verwiesen und ihre Tische umgeworfen.

Gast: Gerhard
23.07.2010 23:55
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auch früher gab es solche Figuren

Es waren genau diese Figuren, welche über Jahrhunderte auf Burgen u. Schlössern den Mächtigen hinten hineingekrochen sind um ihr eigenes falsches Leben zu finanzieren. Dafür haben sie ihre Völker verraten u. lebten als Speichellecker in der Nähe der Macht u. von ihr bezahlt jedoch ohne jede Ehre.

Gast: Gast
23.07.2010 08:28
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Propaganda eines Büttel

Reichernsteuer bringt wenig - aber sie bringt etwas u. daher ist sie auch einzuführen. Denn es geht hier in erster Linie um Gerechtigkeit u. nicht darum wieviel es bringt. Auch bezahlte Experten müssen es mal zur Kenntnis nehmen, daß man als Büttel durchschaubar ist u. daß es nichts bringt den Experten raushängen zu lassen um das Klientel zu beschützen.

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Steuerexperte Doralt lesen

ist immer eine Labsal. Auf seinem Gebiet ein Aufklärer, der mit Träumen und Schäumen aufräumt. Für mich die Stimme fiskaler Vernunft.

Schade, dass es diesem Ausnahmedenker bislang (und wohl für immer) verwehrt blieb, in Österreich Finanzminister oder Rechnungshofpräsident zu werden.

Gast: Gahast
22.07.2010 08:11
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Auch wenns wenig bringt...

ein wenig solidarität kann man schon erwarten.

Gast: griseldala
21.07.2010 21:36
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Verschiedene Bekannte

ich kenne. Auch in Bank. Und beide haben Dienst mit Kunde und Buchungen und Akten. Beamte kriegt nicht mehr, leider, muss aber oft machen Überstunden.

Antworten Gast: Lady Gaga
21.07.2010 22:05
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Re: Verschiedene Bekannte

beim Runterlassen nicht vergessen die Spülung zu betätigen. Danke und auf Wiederschaun !

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komisch

genau das Gleiche versuchen derzeit gaaanz viele Menschen Herrn Kräuter zu erklären - nur: er hat es noch nicht verstanden. Vielleicht werden nach der Einführung dieser Steuer Auswertungen über das Steueraufkommen diesen Sachverhalt besser erklären. Damit es auch Herr Kräuter versteht.
...
in der SPÖ wurde in dieser Legislaturperiode bereits sehr viel Zeit und Energie für Überlegungen zu derartigen Steuern verwendet. Daher war für eine Verwaltungsreform bisher leider keine Zeit. Ob hier die Prioritäten richtig gesetzt wurden. Ein paar Millionen Einnahmen mehr statt zig Milliarden Ausgabenersparnisse. Naja.


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Re: komisch

ach ja, Herr Doralt könnte den Sachverhalt auch gleich Fräulein Rudas erklären. Die faselt auch die ganze Zeit etwas von einer Reichensteuer ...

Gast: veritas
21.07.2010 21:09
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KÖST

Das Zauberwort heißt KÖST.

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Re: KÖST

Sie haben theoretisch natürlich Recht. Praktisch aber steht Österreich im Standortwettbewerb mit ZIG-Ländern und verliert nach einer wahrnehmbaren KÖST-Erhöhung sofort eine Reihe wichtiger Steuerzahler (Unternehmen). Wir reden hier von Firmen mit i.d.R. hohen Beschäftigtenzahlen. Noch ärger kann eine höhere Stiftungsbesteuerung in die Hose gehen.

Antworten Antworten Gast: veritas
21.07.2010 23:56
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Re: Re: KÖST

keine Frage. Aber wie "Reiche" besteuern. Über eine Vermögensgrenze geht auch nicht, detto Kapitalflucht.

Also, alles nur Theaterdonner für die Galerie.


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Re: Re: Re: KÖST

Ich würde nicht "die Reichen" besteuern, die, wenn anständige Steuerzahler, sowieso sehr hohe Steuern entrichten. Ich würde vielmehr jene Leute zur Kasse bitten, die - egal ob sehr reich oder nur ein bisserl reich - sich gekonnt und gut organisiert der Steuerpflicht entziehen. Über eine effizientere Betrugsbekämpfung ließe sich viel machen. Nicht Klassenkampf, sondern Steuergerechtigkeit muss die Parole lauten.

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Re: Re: Re: KÖST

Hört sich aber gut an, und kommt beim üblichen Stimmvieh das sowieso schon nahezu keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlt sicher gut an.
Und wer erinnert sich schon an die Wahlversprechen? Keiner, sonst hätten wir sicher eine andere Politik in diesem Lande.

Antworten Antworten Antworten Gast: Parteiloser
22.07.2010 07:45
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Re: Re: Re: KÖST

Eine KöSt Erhöhung würde auch niemals reichen, weil Österreich zum Sanieren 20 Mrd. braucht und zum Konsolidieren 10-12 Mrd. Euro braucht.

Die KöSt des Gesamtjahres 2009 lag bei 3.843,3 Mio. Euro, in den ersten 5 Monaten 2010 bei 1.508,4 Mio. Euro.

Würde man die KöST auf 50% verdoppeln, dann reicht das auch nominell niemals die Lücke zu füllen.

Weil ja bei den Ausschüttungen, nach KöSt, noch mal die ZeSt anfällt würde es bei der ZeSt dann zu Einkommenseinbußen des Staates kommen. Da geht also sofort ein erheblicher Teil der nominellen Einnahmenerhöhung wieder weg.

Eine Flucht von Unternehmen würde jeder KöSt Erhöhung dann den Rest geben. Mit einer KöSt Erhöhung würde es also eher zu keinen realen Mehreinnahmen kommen.

Österreich hat seine Abgaben schon am Anschlag, da wird kaum mehr was gehen, um die Abgabenhöhe zu steigern. Es geht nur über die Ausgaben, wenn man einen mittelfristigen Erfolg haben will.

Es würde ja genügen, wenn der Staat seine Gesamtausgaben um ca. 15% reduziert. Immerhin sind die gesamtsstaatlichen Ausgaben bei 140 Mrd. Euro.

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Re: Re: Re: KÖST

warum überhaupt soviele Steuern bezahlen ? da bin ich eher für das slowakische Modell & das Herunterfahren des aufgeblasenen Gießkannen-Sozialstaats. Sozialleistungen nur für echt Bedürftige, dann kommt man mit etwa 20-30% der derzeitigen Sozialleistungen aus. Ein 100.000 Euro Einkommensbezieher braucht keine Kinderbeihilfe. Eine Anhebung der Grundsteuer wäre sinnvoll und fair.

Gast: griseldala
21.07.2010 20:28
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Verdienst

Bekannter ist kleiner Beamter und hat ähnliche Arbeit wie kleiner Bankangestellter, verdient etwas weniger als Bankangestellter.

Antworten Gast: UKW
21.07.2010 20:55
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Wie groß ist er denn? 1,45 Meter?

Und welcher kleine Beamte hat eine ähnliche Arbeit wie ein kleiner Bankangestellter? Ein kleiner Notenbanker? Auf welchem Amt werden bankähnliche Dienstleistungen erbracht. Bei der P.S.K? Ist er ein Überbleibsel aus der Postkommunistenära, als am Schalter noch Beamte standen? Wieso wissen sie was ein kleiner Bankangestelter verdient? Verdienen alle kleinen Bankangestellten gleich viel? Wie viele kriegen sie? Fragen über Fragen...

Gast: fritzock
21.07.2010 20:23
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Kommentare

Der Artikel lässt sich natürlich nützen um wieder mal gegen Beamte, Ärzte, .. zu hetzen, die tun ihren Job und ein normaler Beamte verdient nicht mehr als einer in der Privatwirtschaft mit vergleichbarem Job. Da bei den Beamtengehältern und Pensionen aber alle aktiven Politikergehälter und Politikerpensionen inkludiert sind, macht das in Summe so viel aus. Und als Politiker braucht man nur ein paar Jahre eine Spitzenposition um für Jahrzehnte weiter abzucashen!

Gast: gast
21.07.2010 20:16
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Reiche zahlen nie

denn die finden immer Möglichkeiten ihr Geld so anzulegen, dass sie steuermäßig kaum Einkommen haben, dabei aber tausende Euro verdienen ohne je noch zu arbeiten!

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Re: Reiche zahlen nie

Sie haben natürlich voll kommen recht.
"denn die finden immer Möglichkeiten ihr Geld so anzulegen"
ABER, eventuell, sogar mit ziemlicher Sicherheit sichert der Reiche dann auch ihren Arbeitsplatz mit seinem in einer Firma angelegten Reichtum.
Ausser sie sind Beamter, dann dürfen wir alle für sie bezahlen.

Gast: Guckst du!
21.07.2010 19:02
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Sparen geht nicht!

In einem Kreditgeldsystem mit Verschuldungszwang geht "sparen" in Summe nicht!

Das wissen auch unsere Politiker bzw. deren Berater!

Pyramidenspiel ---> Game Over! Todsicher! Nur der Zeitpunkt ist offen!

Gast: Edmund Sackbauer
21.07.2010 18:54
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Sehr geehrter Herr Prof. Doralt !

Ihre Fachliche Kompetenz sey hochgeachtet,
ihre Expertise sey präzise !

Aber die ganze Erbärmlichkeit der Steuerdebatte und aller Expertisen besteht doch darin,
daß GERECHTIGKEIT für EUCH kein W-E-R-T ist
!!!

BEITRAGSGERECHTIGKEIT - LEISTUNGSGERECHTIGKEIT - VERTEILUNGSGERECHTIGKEIT - Alles nur leere Worthülsen.

Ganz egal was es bringt, sollte man die Herren mit viel Geld doch bei der Ehre packen,denn schließlich haben gerade die mit viel Geld an den Börsen der Welt gezockt, bis die Blase platzte !

Und alles zahlen die kleinen Arbeiter, Angestellten und Beamten,
weil bei allen anderen bringts nix ??

Ich fühle mit von diversen Experten
einfach ver-a-r-s-c-h-t !!


Antworten LindaM
22.07.2010 02:27
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Re: Sehr geehrter Herr Prof. Doralt !

Gut gesagt!

Das unterschreibe ich gerne mit.

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es sagt einiges über die wirtschaftskompetenz

der spö aus, dass nahezu sämtliche steuererhöhungsvorschläge von anerkannten experten abgelehnt werden.

sparen, sparen, sparen...ist da wesentlich zielführender (+ einiger reformen!)

Antworten Gast: Edmund Sackbauer
21.07.2010 18:58
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Re: es sagt einiges über die wirtschaftskompetenz

weil die Reichen viel geld aufwenden um sich die richtigen Expertisen zu kaufen, und viel Geld für die mediale Verbreitung dieser "good news" ausgeben können !

Welche Expertise ist schon frei von Eigeninteressen und Interessen der Auftraggeber.

Man sieht also, die SPÖ hat zuwenig Geld für Expertisen und deren Verbreitung !

Mit Wirtschaftskompetenz hat das nix zu tun !

 
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