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Verdacht: KiK kündigte Mitarbeiter mit hohen Schulden

22.07.2010 | 15:50 |   (DiePresse.com)

Mitarbeiter mit Finanzproblemen sollen gezielt gekündigt worden sein, sagt ein langjähriger Bezirksleiter. Die persönlichen Vermögensverhältnisse der Mitarbeiter wurden dabei offenbar systematisch ausspioniert.

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Der Textildiskonter KiK hat einem Fernsehbericht zufolge über mehrere Jahre systematisch die persönlichen Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter ausspioniert. Ziel sei es gewesen, sich von Beschäftigten mit massiven finanziellen Schwierigkeiten zu trennen, meldete das ARD-Magazin "Panorama" am Donnerstag unter Berufung auf einen langjährigen KiK-Bezirksleiter. Ob auch österreichische Mitarbeiter betroffen waren, wollte KiK auf APA-Anfrage zunächst nicht kommentieren.

"Musste sich was aus den Fingern saugen"

Guido Hagelstede, der für bis zu 15 Filialen und mehr als 100 Mitarbeiter in Deutschland verantwortlich gewesen sei, schilderte demnach, dass sich KiK von jedem Mitarbeiter trennte, der eine "eidesstattliche Versicherung" oder eine "Haftandrohung" hatte. Meistens habe er als Bezirksleiter den Betroffenen während der Probezeit kündigen müssen oder befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen lassen. Problematisch sei es gewesen, Mitarbeiter zu kündigen, die bereits im Kündigungsschutz waren. "Es war immer so, dass man sich dann irgendetwas aus den Fingern saugen musste", zitiert die ARD den ehemaligen Bezirksleiter.

Die Schnüffelei hat bei KiK offenbar eine lange Tradition. "Panorama" liegt nach eigenen Angaben ein internes Schreiben des für Personal zuständigen KiK-Geschäftsführers Heinz Speet aus dem Jahr 1998 vor. Darin teile Speet "streng vertraulich" mit, KiK hole "über alle neu eingestellten Aushilfsbeschäftigten eine telefonische Auskunft bei der Creditreform ein". Hagelstede sei in dieser schriftlichen Anweisung darauf hingewiesen worden, dass in seinem Bereich einige Aushilfen "einschlägig bekannt" und deshalb "unverzüglich abzubauen" seien, hieß es.

"Da gab's immer Tränen"

Habe man als Bezirksleiter die Anordnung nicht befolgt, sei man darauf hingewiesen worden, dass man für mögliches Fehlverhalten der betreffenden Mitarbeiter haften müsse, wird Hagelstede zitiert. "Man kann nicht für hundert Menschen selbst bürgen. Damit habe ich dann eben diese Kündigungen aussprechen müssen."

Bei den Kündigungen durfte er den wahren Grund nicht nennen, sagt Hagelstede. Es habe mitunter gute und gelobte Mitarbeiter getroffen. Diese seien angesichts der Kündigungen völlig entsetzt gewesen. "Da gab's immer Tränen. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass das einmal anders war", so Hagelstede.

KiK: "Verfahren wird nicht mehr praktiziert"

KiK erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber den TV-Machern: "Das von Ihnen angeführte Verfahren wird bei KiK nicht mehr praktiziert."

Seit Oktober 2009 arbeite man "nicht mehr mit der Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftei" zusammen.

Vermögensverhältnisse 49.000 mal abgefragt

Dem Bericht zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund im vergangenen Jahr bereits wegen vergleichbarer Vorwürfe vergeblich gegen Kik ermittelt. Obwohl der Diskonter allein in den Jahren 2008 und 2009 in mehr als 49.000 Fällen die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter bei der Creditreform abgefragt habe, habe die Staatsanwaltschaft damals aber nicht nachweisen können, dass dies mit der Absicht geschehen sei, den Betroffenen systematisch zu schaden.

"Wir hätten beweisen müssen, dass KiK systematisch die Mitarbeiter aussiebt, die eine schlechte Creditreformauskunft haben, und das war nicht beweisbar", zitierte "Panorama" die Dortmunder Oberstaatsanwältin Ina Holznagel.

(Ag.)

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60 Kommentare
 
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Gast: sicher kein einzelfall
24.07.2010 10:52
0 0

und wer glaubt jetzt das es nur bei kik so ist...?

ich bin mir sicher, das die in der firmenwelt üblich ist, den staplerfahrer, den manager, den büroangestellten auszuschnüffeln....
dafür gibts genügend externe betriebe, kanzleien, die das für konzernleitung erledigen...

was mich dabei aber besonders stutzig macht ist, das die sekretärinnen nicht ihren mund aufmachen, bei solchen machenschaften, die müßten es ja wissen....aber ich nehme an, sie hoffen auf beziehung mit den gaunern in der chefetage, zumidest haben sie wahrscheinlich ein verhältnis mir ihrem vorgesetzten

anders kann ich es mir nicht erklären

Hokii
24.07.2010 06:28
0 0

Schutzpatronat der Politik und Kämmerer

Europa braucht ein neues Sozialmodell um globalisierten "Segnungen" mit moralischen Mindeststandards zu begegnen. Die Manager oder Eigentümer sind erkennbar überfordert oder nicht willens hier eigenverantwortlich zu agieren. Der arbeitende Mensch darf in einer zivilisierten Gesellschaft aber nicht zum Freiwild kruder Launen irgendwelcher wildgewordener Berufenen in den Konzernzentralen werden.

Kik ist im Handel lediglich Spitze eines eigendynamischen Systems beharrlicher und organisierter Gesetzesumgeher - oder auch Verweigerer deren oberste Maxime schlicht autet: "Das Gesetz bin ich".

Bespitzelung im Betrieb bis aufs Klo, Erpressung der Arbeitnehmer zur Preisgabe sensibler Daten, Motivkündigungen, und, und.... Die Rechte und Menschenwürde der Belegschaft mit Füßen zu treten scheint beliebter Zeitvertreib in manchen Konzernzentralen. Zu befürchten haben Gauner und Strizzi an den Schalthebeln der Wirtschaft, außer lächerlichen Geldstrafen, nicht viel. Sie stehen quasi unter dem augenzwinkernden Schutzpatronat des Gesetzgebers und ihrer kämmerlichen Vertreter.

Wie sonst wär erklärbar das diese Leute unbeirrt weitermachen (dürfen)?

Antworten hw
25.07.2010 16:12
0 0

Re: Schutzpatronat der Politik und Kämmerer

die machen nur das nach, was der staat vormacht. (rufdatenaufzeichung, internetprotokolle, ...)

Gast: Sklavenhalter
23.07.2010 09:16
1 0

Kik is eine katastrophe

....wer heute noch, nach all den Informationen bei Kik einkauft ist ein Unterstützer solcher Systeme, es ist ja bekannt das Kik, Schlecker, Lidl, wobei Kik und Schlecker die schlimmsten sind, mit den Mitarbeiter umgehen als wären sie Sklaven. Aber Geiz ist geil, so leben diese "Kik" -shoper auf kosten der Sklaven. Würden die Menschen mehr zusammenstehen könnte es solche Firmen nicht geben, könnten die Firmen,egal welche, nicht mit den Mensch so umspringen. Wobei es der Fa. Kik ja lieber sein muss wenn ihre Sklaven hoch verschuldet sind, den diese sind gezwungen den Reistopf den sie von Kik-Schlecker bekommen auszukratzen, ein Mitarbeiter der finanziel gut abgesichert ist, ist der erste der weg ist bei solchen Sklavenhaltern. Ich konnte lächelnd mit 40 meinen hoch-dotierten Job hinschmeißen, warum, weil ich es wie die Eichkätzchen gehalten habe, im Sommer meine Nüße sammeln damit ich im Winter gut leben kann. Das wichtigste ist, immer weniger auszugeben als man verdient, dies ist die einzige Möglichkeiten den modernen Sklavenhändler zu entkommen.
Es wäre es an der Zeit wenn die Dinosaurier die Welt regieren.......

Gast: Zenturion
23.07.2010 06:42
1 0

So sieht Globalisierung aus...

In der Dritten Welt beschäftigt man Sklaven. Hier Zinssklaven.

Antworten Gast: gast
23.07.2010 15:58
1 0

Re: So sieht Globalisierung aus...

was hat das mit globalisierung zu tun?

Gast: geiz ist geil
23.07.2010 05:17
1 0

die eigene zielgruppe wird hausintern eliminiert


Gast: Gastname
22.07.2010 23:51
1 0

Überschrift

... finde ich eklig, ich kaufe dort sicher nicht mehr ein und wenn ich selbst bankrott bin: no way!

hw
22.07.2010 20:50
1 0

kündigung

falls es einige nicht wissen in DE gibt es keine kündigungsregel. d.h. defact gibts nur die entlassung oder die einvernehmliche auflösung.

Antworten Gast: GAST
22.07.2010 22:57
1 0

Re: kündigung

@hw

rede nich so einen blödsinn, in D sind die gesetze sogar besser als bei uns.

kündigung = normale entfernung eines mitarbeiters unter berücksichtigung der vertraglichen kündigungsfrist, kann auch grundlos und jederzeit vom arbeitgeber gemacht werden.

entlassung = sofortige eben "entlassung" aufgrund von sehr schuldhaftem verhalten des mitarbeiters. (firmenschädigendes verhalten, diebstahl...). diese entlassung muss "sofort" nach dem vergehen ausgesprochen werden, und kann im nachhinein natürlich versucht werden, diese zu beeinspruchen.

einvernehmlich = diese kann IMMER von beiden seiten angestoßen werden und kann so gut wie alles beinhalten (eben was man "einvernehmlich" (= beide seiten) festlegt). das kann sein ein bestimmtes datum, gewissen abfertigungen, urlaubsabbau oder auszahlen usw usw usw.

also rede keinen blödsinn wenn du so gut wie keine ahnung vom deutschen arbeitsrecht hast.

Antworten Antworten Gast: gast
23.07.2010 15:57
1 0

Re: Re: kündigung

"..kann auch grundlos und jederzeit vom arbeitgeber gemacht werden.."

viel spaß mit dem arbeitsgericht!

PS: zum groben info:
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCndigungsschutz#K.C3.BCndigungsschutz_im_deutschen_Arbeitsrecht

Gast: Exekutor
22.07.2010 19:03
1 0

... und bei uns ?

Bitte, wieviele Dienstgeber trennen sich bei uns von ihren Mitarbeitern, sobald auch nur eine Gehaltsexekution einlangt ?Was aufgrund des nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwandes (und der Haftung für die Richtigkeit) auch nicht weiter verwunderlich ist.

Antworten hw
22.07.2010 20:45
1 0

Re: ... und bei uns ?

es ist an sich schon unsittlich fremde (also den arbeitgeber) damit zu befassen. aber das ist AT!

Gast: Australopithecus
22.07.2010 18:08
4 0

also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

...diese Unternehmen haben oft tausende Filialen in ganz Europa, da würde ich auch eher Menschen vertrauen die mit Geld umgehen können und nicht den Schuldenpeitln(auch Schuldenm....)!
Die ganzen Diskussionen die jetzt stattfinden gehen in die falsche Richtung, so wie es derzeit ausschaut ist ein Mensch der nicht über seine Verhältnisse lebt ein Drottel, weil geholfen und die "Fürbitten" gelten immer nur den Menschen die sich nichts geschiessen haben und nur auf Schulden gelebt haben - DA MÜSSEN DIE VERANTWORTLICHEN UMDENKEN, MAN SOLLTE SCHON EHER AUF DER SEITE DER ANSTÄNDIGEN SEIN!
Ps: wenn jemand unverschuldet verschuldet ist, dann würde ich da eher eine Ausnahme machen, aber wann ist das schon wirklich der Fall - Die Menschen kaufen sich einen Grund, bauen sich ein Haus, ein Wohnwagen muss auch noch her(weils eh schon Wurscht ist) machen Urlaube , nur das Beste ist gut genug und das alles OHNE ÉIGENKAPITAL!!!!!! Wie lange kann das funktionieren?
„Besser ohne Abendessen zu Bette gehen als mit Schulden aufstehen.“!



Antworten Gast: gast
22.07.2010 19:51
0 1

Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

nun, da müssens jetzt schon überlegen was besser für die volkswirtschaft und somit auch für sie ist - wemma alle anständig werden, unserer butterbrot mit leitungswasser zum abendessen geniessen und das geldbörserl unters kopfkissen legen damit ihm nix passiert und dann am alten röhrenfernsehr zib2 schaun.... na da würd sich der handel freuen. dann wär da geiz so geil das da mediamarkt gleich zusperren kann und etliche andere (auch mittelständische betriebe) ebenfalls. da ists mir persönlich lieber die leut leben über die verhältnisse und haben die schulden bei der bank geparkt anstatt das ganze system zu schädigen, weil..mit banken hamma ja alle mitleid und denen müssma ja auch helfen, gelle :-)

Antworten Antworten Gast: trader1
23.07.2010 08:35
0 0

Re: Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

net ganz .. sie kaufen ein neues und überteuertes klumpert .. und dann zahlen sie auch noch zinsen dafür, und wenn sie das klumpert vier wochen später verkaufen wollen, dann ist es nur mehr die hälfte wert ..

nur deppen kaufen sich einen neuen lamborgini auf kredit :-) gescheiter ist es einen gebrauchten lambo gegen cash zu besorgen ...

Antworten Antworten Gast: .
22.07.2010 22:29
0 0

Re: Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

Das ist Ihre persönliche Sache, jeder muss selber wissen wie er sich zu Grunde richtet. Ich finde es fahrlässig und Dumm wenn man alles auf Schulden kauft, obwohl man weiss dass man es nicht bezahlen kann, aber Ihr "Modell" passt sehr gut in die heutige Zeit, die Frage ist nur wie lange kann das so funktionieren, man hilft zwar momentan der Wirtschaft aber ob man den Menschen dabei hilft mag ich zu bezweifeln - Wissen Sie eigentlich dass ein Mensch ungern für etwas arbeitet was er schon verbraucht hat? Aber ist ja egal, für was gibt es das AMS?

Antworten Gast: markusssss
22.07.2010 19:12
1 0

Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

ein wenig hirnlos das kommentar.

Antworten Antworten Gast: auf die Nüssssssse
22.07.2010 19:33
0 1

Re: Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

für Sie dürfte es reichen!!!

Antworten Gast: Trotoar
22.07.2010 18:22
0 0

Re: also da verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht.....

Drottel? hihihihihihihi
wenn schon dann Trottel!

Gast: xxxx
22.07.2010 18:05
0 0

KIK

und ähnliche Diskonter gehören ohnehin boykottiert. Dort kauft man nicht ein. Wer hinter die Kulissen schaut, sollte wissen wie dort gearbeitet wird.

Antworten Gast: daswars
22.07.2010 18:34
1 0

Re: KIK

Es wird doch wohl niemand glauben, dass die extrem niedrigen Preise durch moralisches Verhalten zustande kommen.
Aber vielen Menschen ist das vollkommen egal. Hauptsache, sie haben fast zum Nulltarif eingekauft.
Das ist in vielen Branchen so. Verantwortlich fuer so manches Elend sind besonders die Konsumenten.

Antworten Antworten Gast: Bärenfalle..
22.07.2010 19:15
2 0

Re: Re: KIK

Wieso soll ich für ein schwindliches Leiberl mit Logo 25 Euro abdrücken wenn ich es bei KIK für 2 Euros bekomme und beide Leiberln wenn schon nicht aus der selben Fabrik so doch aus der selben Region kommen ?

Nach 10x Waschen taugt beides nur mehr als Putzfetzen in der Werkstatt.

Wenn ich dann in meiner Stadt die teuren Innenstadtlagen betrachte in denen sich eine Marken-Boutique an die andere reiht (andere Geschäfte praktisch nicht mehr existent) kann man sich die Gewinnspannen lebhaft vorstellen die drinnen sein müssen um die Mieten zu zahlen.

Lieber a billiges Leiberl und dafür keinen Industriefraß am Teller. So setzt halt jeder seine Prioritäten selber.


Antworten Antworten Antworten Gast: grazer
24.07.2010 08:48
0 0

Qualität statt Quantität


Wahrscheinlich kaufen Sie lieber 10 "Fetzn" als ein qualitativ hochwertiges Produkt!
Und kaufen Sie sich eine Miele - da haben Sie viele Jahre Freude an Ihrer Wäsche und natürlich das richtige 'Waschmittel" sollte nicht fehlen!
Ich hab noch nie ein T-Shirt mit einem Logo von Boss - Trussardi - Lacoste - Joop - Hilfiger - Ralph Lauren usw. mit 25 Euro erstanden - vielleicht nennen Sie mir die Quelle, wo es diese Markenshirts so günstig gibt - wahrscheinlich am Schwarz-Markt mit gefälschtem Logo!

Antworten Antworten Antworten hw
22.07.2010 20:53
0 0

Re: Re: Re: KIK

25euro: weil von den 25euro ca. 50% an den staat in AT gehen.

"..Gewinnspannen lebhaft vorstellen die drinnen sein müssen um die Mieten zu zahlen..."
durch die hohen mieten ist eben kein gewinn mehr drinnen.

Antworten Gast: gast
22.07.2010 18:18
0 0

GUTMENSCHENALARM!

Ich kaufe jetzt erst recht bei KiK ein.

 
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