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Werbung: Watchgroup gegen Sexismus?

28.07.2010 | 18:24 |  ULRIKE WEISER (Die Presse)

Was hat Bier mit nackten Frauen zu tun? Der Werberat prüft; Wien will wie Graz Sexismus in der Werbung ins Visier nehmen. Stadträtin Frauenberger überlegt die Gründung einer „Watchgroup“ im Spätherbst.

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Wien. Für Hirter Bier ist offenbar alles plangemäß gelaufen: Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass die ,Hirter Fasstypen‘ polarisieren, und nehmen die öffentliche Diskussion bewusst in Kauf...“, schreibt die Brauerei (kompletter Text) in ihrer Stellungnahme, die man auch kürzer formulieren könnte. Etwa so: Vielen Dank für den Protest.

Was ist passiert? Nun, Hirter hat getan, was Brauereien gern machen, nämlich Werbung mit nackter Haut. Auf ihren Plakaten ordnete die Kärntner Privatbrauerei Hirt je eine nackte Frau (blond, braun- und rothaarig) einer Biersorte zu – und lieferte damit der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) passendes Anschauungsmaterial für ihren Juli-Schwerpunkt „Kampf gegen Sexismus in der Werbung“: „Es war Zufall, aber als ich die Plakate gesehen habe, war klar: Das passt gut“, sagt sie. Und zwar für beide. Dass sie so Werbung für Hirter und Co macht, nimmt Frauenberger in Kauf: „Wenn man etwas kritisiert, muss man die Firma nennen.“

Der Grund für den Schwerpunkt sei, dass man die Sexismusdiskussion von der Ästhetikebene wegholen müsse, sagt Frauenberger. Wobei objektive Definitionen nicht ganz einfach sind: Der Werberat etwa (Gremium aus Medien-, Agenturvertretern etc.) arbeitet mit einem ganzen Kriterienkatalog. Wenn der nackte Körper (anders als etwa bei Unterwäsche) nichts mit dem Produkt zu tun hat, gilt das aber als Indiz. Und zwar bei beiden Geschlechtern, auch wenn das – wie die Wiener FPÖ in einer Aussendung eilfertig anmerkt – in der Vergangenheit (Stichwort Coke-light-Mann) vielleicht nicht immer so klar war.

In einem ersten Schritt ließ Frauenberger nun vorgefertigte Beschwerdebriefe zum Download bereitstellen, die die Bürger an Unternehmen und Werberat schicken können, wenn sie eine Werbung sexistisch finden. (Das konnte man schon vorher, aber, so Frauenberger: „Etwas weiterzuleiten ist leichter, als einen Brief zu verfassen.“) In einem zweiten Schritt überlegt die Stadträtin die Gründung einer „Watchgroup“ im Spätherbst, falls sich ein Verbot von sexistischer Werbung im bundesweiten Gleichbehandlungsgesetz nicht durchsetzen lässt (was wahrscheinlich ist). Eine solche Watchgroup gibt es in Graz seit einem Jahr. Gegründet wurde sie von der dortigen Frauenbeauftragten Maggie Jansenberger, weil diese ebenso wie Frauenberger mit dem „zahnlosen“ Werberat nicht zufrieden ist.

 

Ergebnis am Freitag

Bissig ist die Watchgroup aber auch nicht, wie Jansenberger zugibt: „Wir können keine Sanktionen verhängen.“ Vielmehr nehme man Beschwerden entgegen, bewerte Kampagnen online und hole ein Statement der Firma ein: „Die bedauern meist, reagieren aber sonst nicht. Wenn es örtliche Unternehmen sind, zeigen sie uns bisweilen das nächste Mal das Sujet vorab.“

Und wie reagiert der Werberat? Man habe nichts gegen mehr wachsame Kritiker, sagt Präsident Michael Straberger, jedoch gehe die Politik – wahlkampfbedingt – in die falsche Richtung: „Anstatt mit dem Werberat zusammenzuarbeiten, ruft man nach Verboten. Es gibt aber einen europäischen Konsens, dass Selbstbeschränkung besser ist.“ Der Werberat kann zwar eine Firma nur bitten, eine Kampagne zu stoppen, aber laut Straberger ergebe sich schon in der Hälfte aller seriösen Beschwerdefälle eine Lösung im Vorfeld. Im Fall Hirter ist eine Bewertung im Gange, das Ergebnis wird für Freitag erwartet. Und, ist das Bier-Plakat jetzt sexistisch? Strabergers persönliche Meinung: „Ich kann nur sagen, dass es eine schlechte Arbeit ist.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2010)

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314 Kommentare
 
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Gast: predator36
30.06.2011 16:23
0 0

Einseitig

Sexismus gegen MÄNNER ist heutzutage so normal das es nicht einmahl auffällt !!!

In den Fernsehsendungen gibt es nur drei Rollen für den Mann: Vergewaltiger, Trottel, oder Brutalo.
Und es ist absolout VERBOTEN, das ein Mann in irgend etwas besser ist als eine Frau.

Wenn ihr Frauen denkt das ihr emanzipiert seid,
DANN LASST UNS MÄNNER IN FRIEDEN !!!!!!!!!!

Gast: Zeitloser Frühling
04.08.2010 22:25
0 0

Kampf gegen die Freude

"es werden verstärkt Frauenkörper in der Werbung eingesetzt."

Ja, weil sie einfach Freude machen. Ich habe noch keine normale Frau erlebt, die damit Probleme gehabt hätte.

"Dieser Entwicklung muss ein Riegel vorgeschoben werden"

Na, die Freude war noch nie Sache der verklemmten Roten und Grünen.

Gast: Gast
04.08.2010 10:52
0 0

Überzogen

Zunächst mal möchte ich sagen, das ich das Theater um diese Werbung für überzogen halte. Diese Werbung ist nicht sexistischer als viele andere Werbungen, mit denen wir täglich konfrontiert sind.
Aber ich finde es nicht gut, dass alle, die eine andere Meinung dazu haben und Kritik üben entweder als unbefriedigt oder neidisch auf die Plakatmodels hingestellt werden.
Diese Argumente halte ich für sehr schwach.

Gast: Gast 0308
03.08.2010 19:15
0 0

Wunderbar!

Ich danke für den Hinweis! Ich mußte nach dem Plakat erst googeln, da es mir bisher noch gar nicht untergekommen ist.

Die augenzwinkernde Umsetzung der sprichwörtlichen „kühlen Blonden“ (als die ein Krügel Helles nun einmal gerne bezeichnet wird) gemeinsam mit ihren dunkleren Schwestern ist ein genialer Wurf. Dieses Plakat ist nicht sexistischer als Anna Netrebkos Mineralwasserwerbung. Somit ist die ganze Hysterie lächerlich.

Ich frage mich ernstlich, ob die Frau Stadtrat auch dann von wegen Sexismus zu zetern begonnen hätte, wären die Models keine keuschen Damen, die jedem Klosterinternat Ehre machen würden, sondern kernige Kerls mit rasierter Brust und hartem Sixpack-Bauch gewesen…

Gratulation an Hirter Bier – und vergeßt einfach die künstliche Aufregung! Bleibt Eurer Qualität als führendes österreichisches Bier weiterhin in jeder Hinsicht treu!

pivo1
03.08.2010 17:35
0 0

Was der Kunst erlaubt ist wäre der Werbung verwehrt...?

Hirter Werbung...sinnlich, angenehm anzuschauen, anmutig, schön...einfach ein Blickfang an dem nichts auszusetzen ist, sonst müßte man alle unbekleideten und leicht gewandeten weiblichen Statuen sofort einwickeln und verhüllen.

Gast: myphoenix
02.08.2010 11:22
0 0

Werbung sexistisch?

Es gibt nix, wo nicht ein Haar in der Suppe gefunden wird. Dass sich die "fesche Sandra" aufregt, ist kein Wunder. Ist sie doch von den Schönheiten weit entfernt...

Es gibt viele Gruppierugnen, die regen sich um des Aufregens willen auf und LEBEN GANZ GUT DAVON durch die verschiedensten "staatlichen" Zuwendungen.

Was, wenn dort Burkini-Mädchen prangerten?

Ausserdem: Das Hirter Bier ist und bleibt das BESTE BIER in Österreich...

Antworten Gast: sandra M
03.08.2010 15:15
0 0

Re: Werbung sexistisch?

no, no, no....wer sich zu DEM aufregt... hat offenbar keine anderen Sorgen....
und zur Passage "...Das dadurch vermittelte Frauenbild hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und verletzt mich in meiner persönlichen Würde." könnte ich genausogut zu der - eben von diesen "kritischen Kreisen" geförderten GLEICHGESCHLECHTLICHEN (schwulen) Werbung sagen...Es wundert mich dass sie nichts zur Bereichterstattung über die salzburger Lulu sagen... oder war das Lassnigg-Plakat einer Frau mit gespreizten Beinen wirklich Kunst (die in den öffentlichen Raum getragen werden mußte ? Die Kritikerinnen sollten ihren Freud befragen, ob der nicht deswegen bei ihnen durchschlägt, weil ihr Freund es eben.... grins!
Hirter machte eben lustige Werbung (sehe mir den Jungbauernkalender ja auch gern an, wie auch H.Newtons ehemalige Baumaxwerbung... ) Frage seid ihr schon wirklich so sauertöpfisch, wie die von manchen eurer Vertreterinnen getragene Sackkleidermode ? Etwas mehr Liberalität wäre im 21 Jh angebracht !

Gast: Franzi-Wien-2010
31.07.2010 22:53
1 1

ich wählt zwar bzö aber

Ich würd ma wünschen der Bürgermeister in Wien wird der Hirter-Werbe Typ. Das Video ist einfach nur geil =). Der sollte unser Bürgermeister sein.
Der oder die Videomacher versteht es zu provozieren. Und wenigstens bringt das gute Stimmung ;).

Expression
31.07.2010 19:51
2 2

Die Eifersucht der Proletarierfrauen

dürfte der hauptsächlichle Beweggrund dafür sein, sowie die Angst vor dem Vergleich.

enzo
31.07.2010 15:28
3 0

SPÖ

Oder wo die Unfähigkeit Programm geworden ist !! Der Kreisky hätte solche Trolle/innen die Heute in der Poltik sind zu Teufel gejagt !!!

Gast: markusssss
30.07.2010 16:58
4 1

welch wunder

die spö frauen sind eifersüchtig bei dem aussehen welch wunder.

Gast: Gast
30.07.2010 13:57
2 0

Wirklich kranke Bierwerbung

Wenn die Hirter Werbung sexistisch ist, was ist dann bitte das ???
http://www.youtube.com/watch?v=0vUXwvy6BE0

2 0

Re: Wirklich kranke Bierwerbung

Lebensfreude - etwas, das die Frustweiber nicht kennen ...

Antworten Gast: markusssss
30.07.2010 16:56
0 0

Re: Wirklich kranke Bierwerbung

das ist eine geile werbung.

Gast: sid
30.07.2010 10:14
1 0

unglaublich

unglaublich was man in eine plakat hineininterpretieren kann. für mich sind es drei frauen mit verschiedenen haarfarben welche drei verschiedenfarbige biere anpreisen.

frau frauenberger sollte sich besser um die verkleidung und verschleierung der nicht integrationswilligen kümmern.

Gast: Jaromir D.B. Nemec
30.07.2010 09:25
0 0

Hände weg von

Erstaunlich, wie einfach ist es heute ein Kunstwerk durch Sexismusvorwürfe zu diskreditieren. Das Plakat überträgt auf geniale Weise die kritische Situation, die letztlich zur Ausbruch des Trojanischen Krieges geführt hat in unsere Vergangenheit. Hier über Restriktionen der Webebranche zu reden ist genauso naiv, wie argumentieren, wären schon damals strengere Regeln, wäre dieser Krieg vermeidbar.
Das Argument, daß der moderne Paris nicht im Bild zu sehen ist, ist nicht tragend; er stehr *vor* dem Plakat.
Zugegebener Maße das beiliegende Video verfehlt die antike Dimension.

Antworten Gast: Jara3
30.07.2010 10:23
0 0

Re: Hände weg von Urteil des Bieris

Überschrifz wurde abgeschnitten:

Hände weg von Urteil des Bieris

Antworten Antworten Gast: EinGangLion
30.07.2010 16:31
0 0

Hochachtung

Die Parallelen zu Paris und seiner "Qual der Wahl" habe ich noch nicht gesehen. - Wahrscheinlich weil ich (wie von den SPÖ-KollegInnen befürchtet) es darauf abgesehen habe, die Menschenwürde der Frau herabzuwürdigen.
Sie bringen aber Licht in meind dunkles Wesen, danke!


Gast: 0560
30.07.2010 08:53
0 0

Wer keine Sorgen hat,

macht sich halt welche ..
Auf Steuerzahlerkosten läuft das besonders gut.

7 0

wie wär's zur Abwechslung mal mit arbeiten, Frau Integrationsstadträtin ?

In Wien gibt es viele Schulklassen mit einem Anteil ausländischer Kinder von über 90 %, von denen viele die deutsche Sprache nicht oder kaum beherrschen (siehe den Presse-Artikel aus 2008 (!!!): '24 Volksschulen haben Ausländeranteil über 90 Prozent' - in Wien sind es 21 Volksschulen). Diese Probleme sind auf die völlig verfehlte Integrationspolitik der SPÖ zurückzuführen. Anstatt aber jetzt angesichts der gravierenden Probleme endlich zu handeln, beschäftigt sich die SPÖ-Integrationsstadträtin mit Werbeplakaten. Werbeplakate, die vielleicht ein wenig dümmlich, aber wohl kaum sexistisch sind - außer für SPÖ- und Grüne-SittenwächterInnen.

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wie wär's zur Abwechslung mal mit arbeiten, Frau Integrationsstadträtin ?

In Wien gibt es viele Schulklassen mit einem Anteil ausländischer Kinder von über 90 %, von denen viele die deutsche Sprache nicht oder kaum beherrschen (siehe den Presse-Artikel aus 2008 (!!!): '24 Volksschulen haben Ausländeranteil über 90 Prozent' - in Wien sind es 21 Volksschulen). Diese Probleme sind auf die völlig verfehlte Integrationspolitik der SPÖ zurückzuführen. Anstatt aber jetzt angesichts der gravierenden Probleme endlich zu handeln, beschäftigt sich die SPÖ-Integrationsstadträtin mit Werbeplakaten. Werbeplakate, die vielleicht ein wenig dümmlich, aber wohl kaum sexistisch sind - außer für SPÖ- und Grüne-SittenwächterInnen.

ichmeine
30.07.2010 07:45
3 0

keine Angst, werte SPÖ-Frauen,

beim Anblick der - zugegebenermaßen schlichten Werbung - mögen "böse" Gedanken aufkeimen;

aber ganz sicher: kein einziger beinhaltet euch in einem Atemzug mit Sex.

Wären euch Freigeister und Toleranzapostolinnen bekopftuchte Gesichter lieber (natürlich nur mit Bier mit 0,0 Promille)?
Eurem obersten Sittenwächter sicher. dafür hätte der Türkenmichel wieder ein Problem mit den 0,0 Promille.


Gast: gast
29.07.2010 18:59
3 0

Na dann sollens halt...

... noch 3 nackte Männer mit aufs Plakat rauf geben, dann is nimmer gar so arg viel frauenfeindlich.

realize
29.07.2010 16:26
5 0

presse

schön langsam frag ich mich was aus der qualitätszeitung geworden ist. dieses krankhafte thema ist toll genug, um zweimal hintereinander einen großen artikel in der presse herzugeben. von den vielen "hackler"pensionisten werden wir morgen sicher nichts mehr lesen. ach ja , die zogajs hab ich vergessen, ein 365tagesthema. bravo so stell ich mir medien vor.

Antworten fireone
30.07.2010 18:25
0 0

Re: presse

Und bitte die Kampusch nicht vergessen.

Gast: Dr. Rauch
29.07.2010 16:17
5 0

Gruß aus Kärnten..

...nicht nur die Marketingabteilung von Hirter wird von zwei Frauen geleitet, Hirter selbst gehört zwei Frauen. Alle vier verstehen offenbar mehr von ihrem Geschäft als die Wiener Stadträtin. Nur peinlich!

 
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