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Wirtschaftskriminalität: Korruption wird zu wenig bekämpft

29.07.2010 | 18:14 |   (Die Presse)

„Transparency International“ stellt Österreich ein schlechtes Zeugnis aus. Nur sieben Länder (Dänemark, Deutschland, Italien, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien und die USA) schneiden gut ab.

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Wien (red./APA). Die Anti-Korruptions-Organisation „Transparency International“ übt Kritik an Österreich. Das Land habe ein Abkommen der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Regierungsbeamter im internationalen Geschäftsverkehr bisher mangelhaft umgesetzt, heißt es im „Progress Report 2010“, der 36 Länder vergleicht.

Österreich steht nicht allein in der Kritik der Korruptionsjäger: Nur sieben Länder (Dänemark, Deutschland, Italien, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien und die USA) schneiden gut ab. Aus diesen Staaten kommen 30 Prozent der weltweiten Exporte. Neun Staaten erhalten ein mittelmäßiges Zeugnis (darunter Japan und Frankreich). 20 Staaten schneiden schlecht ab; aus ihnen kommen 15 Prozent der globalen Exporte. Darunter finden sich neben Österreich etwa Polen, die Türkei, Brasilien, aber auch das G8-Mitglied Kanada.

An Österreich wird kritisiert, dass der 2009 definierte Begriff des „Amtsträgers“ (als Adressat von Korruption) zu eng gefasst sei und ausgedehnt werden sollte. Auch gebe es zu wenig Schutz von Informanten („Whistleblowers“). Für diese sollte es mildere Strafen oder Strafbefreiungen geben.

 

Bewusstsein fehlt

Weiters empfiehlt „Transparency International“, eine „Wirtschaftsstaatsanwaltschaft“ einzurichten, die weitere Befugnisse habe als die kürzlich installierte „Korruptionsstaatsanwaltschaft“: Denn Letztere befasse sich nur mit Fällen, in die Amtsträger verwickelt sind, und werde damit der allgemeinen Zunahme der Wirtschaftskriminalität in einer vernetzten Welt nicht gerecht.

Laut Hubert Sickinger, stellvertretender Beiratspräsident von Transparency International Österreich, könnte die Schweizer Bundesanwaltschaft als Vorbild dienen, die sich mit Korruption und Wirtschaftskriminalität befasst. Auch sei das Bewusstsein betreffend Korruption in Österreich noch wenig ausgeprägt, meinte Beiratspräsident Franz Fiedler: Die Ermittlungsbehörden würden zu wenig energisch vorgehen. Der Bericht hält fest, dass es in Österreich derzeit kein abgeschlossenes Verfahren im Bereich Auslandsbestechung gebe.

Vier große Fälle sind anhängig. Gegen den Baukonzern Strabag gibt es Vorwürfe wegen Parteienfinanzierung in Ungarn, um einen Straßenbauauftrag zu erhalten. Der zweite Fall ist die Affäre um die Lieferung von 107 Panzern durch Steyr Daimler Puch Spezialfahrzeuge an Tschechien.

Auch der Fall des Rüstungslobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly wird angeführt. Gegen ihn wird wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Kauf von Militärflugzeugen ermittelt. Schließlich wird noch auf die Ermittlungen gegen Siemens-Manager wegen Bestechungen in Rumänien und Bulgarien hingewiesen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2010)

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24 Kommentare
Gast: Gast
05.08.2010 12:23
0 0

TI selbst involviert ?

Der Antikorruptionsorganisation TI stand lange Jahre ein selbst der Korruption ueberfuehrter Rechtsanwalt Dr. Armin Dallmann vor.

Beweis:

http://www.wikilegia.org/wiki/index.php?title=Dallmann#Besonderheiten

Gast: tump
30.07.2010 09:57
0 0

Italien schneidet also gut ab.

Klar, da ist eh schon alles zu spät, da sitzen die Mafia-Paten sowieso schon an den Hebeln der Macht. Da gibts keine Korruption weil Korruption = Politik.

Gast: Österreichischer ausgezutzelter Mittelständler
30.07.2010 08:37
0 0

Die mit den Rehleinaugen zwinckert

wird der Schotterbaronesse und uns also erhalten bleiben. 8 Semester serbokroatisch ( oder kosovarisch) und schon solls automatisch in den Arbeitsmarkt gehen.
Zumindest nach den ÖAAB lern Schwindelegger und Karl. Ich denk mich tritt ein Pferd, bei soviel
Arbeitnehmersolidarität. Glück auf.

Hokii
30.07.2010 08:17
1 0

Die Mafia in Italien - FALSCH

Ein über unserre Sitten und Gebräuche bestens informierter Italiener erklärte mir bei einem Urlaub in Kalabrien vor zwei Jahren lächelnd: "Und ihr behauptet die Mafia wäre hier zu Hause".

Anlass der Diskussion waren die Urteile im BAWAG-Prozess. Möcht gar nicht wissen was sich der Mann heute, nach Mensdorff, Meinl, Hypo Alpe Adria, Constantia, Grasser und co. denkt?

Dieses Land ist zu einem Selbstbedienungsladen für ein mit öffentlichen Geldern hochsubventioniertes Sumper- und Strizzitum aus Politik, staatlicher und staatsnaher Wirtschaft, Justiz und öffentlicher Verwaltung verkommen. Zu befürchten hat offenbar keiner etwas. Man schützt sich per gegenseitigem Schutzpatronat.

Wer seiner Arbeit mit Anstand nachgeht ist der Dumme. Die Herrschaften werden alles unternehmen um ihre Beute vor dem Zugriff des aufgebrachten Mobs zu schützen. Ist in jeder Bananenrepublik so.

Nur heissen unsere Politiker nicht Berlusconi und co. International werden wir, zu Recht, längst kritisch beobachtet und eingestuft.


Gast: Angeschmierter
30.07.2010 08:09
0 0

Alles gegen Geld

Aber geh, man wird doch nicht den Schmierstoff der Schickeriagesellschaft stoppen wollen. Schließlich wissen die ja meist ganz genau wie man möglichst ohne Arbeit, also arbeitslos, reich wird. Das geht ohne Schmiere nicht. Solang es noch ausreichend behämmerte gibt, die die Mär von der Konkurrenz, und das Bessere siegt glauben, wird es genügend Nachwuchs geben um sich vor den Karren spannen zu lassen. Sollte es im Inland nicht ausreichend Verblendete geben, läßt man einfach die nächsten rein. Wie lange das geht?
-- Das ist eine andere Geschichte. --- Die Geschichte mit den Hypo Beteiligungen und der garantierten Marche schon vergessen? Ich zähle täglich meine Sorger.

Gast: genau
30.07.2010 02:34
0 0

wer

besticht schon die mafia ;-)

Gast: hahahaA
30.07.2010 02:33
0 0

italien

logo da brauchts keine korruption, denn der pate ist ja ministerpraesident......

Gast: Kennt sich da noch einer aus?
30.07.2010 00:28
0 0

ein Beispiel - Verhaftung eines mutmasslichen Terroristen Peter W. in Hall in Tirol, Dezember 2009

....der seit Jahren vom FBI gesucht wird - Die Richterin enthaftet diesen mutmasslichen Terroristen innerhalb ein paar Stunden und dieser Deutsche ist bis heute auf der FBI-Wanted- Liste! Kennt sich da noch jemand aus?
Man hatte ihn und lässt ihn wieder laufen!
Der Steckbrief
http://crimealert.bizland.com/_disc6/0000000a.htm

Gast: Edi
29.07.2010 22:51
0 0

Italien schneidet gut ab?........

...jetzt wird es aber Zeit, dass sich im Korruptionslande Österreich etwas ändert - in Italien werden sogar Minister vor Gericht gestellt, in Österreich natürlich NOCH undenkbar. Aber nur so kann man die Korruption bekämpfen, der Fisch fängt beim Kopf zum stinken an!

LvMises
29.07.2010 21:27
3 0

korruption

die korruption in oesterreich hat mindestens aussmasse wie in suedlichen laendern, wahrscheinlich ausmasse wie in afrikanischen bananenrepubliken.

ungluecklicherweise basiert die gesamte operetten-republik auf korruption, die korruption ist was diese missgeburt zusammenhaelt.

mfg

Antworten Gast: Edi
29.07.2010 23:01
0 0

Re: korruption

Sie sagen es, es gibt leider in Österreich noch immer zu wenige Politiker, Minister und Banker die sich deren bewusst sind dass das was sie tun Korruption ist, weil diese Korruption über die letzten Jahrezehnte gezüchtet wurde, es erscheint ihnen als normal, nach dem Motto "eine Hand wäscht die Andere" - wenn aber die eine dreckig ist wird auch die andere dreckig, aber für was gibt es eine Seife denkt sich der Politiker! Es ist ein Jammer, ich glaube dass sich die Verantwortlichen noch gar nicht bewusst sind, was sie da angerichtet haben und wie lange es dauern wird das Vertrauen der Bevölkerung wieder zurück zugewinnen! Einschüchtern alleine wird da nicht mehr genügen!

Antworten Antworten Gast: kobek
29.07.2010 23:27
1 0

Re: Re: korruption

Vollkommen richtig! Deprimierend wenn man sich das ganze 1. Reihe fußfrei seit Jahren ansehen muss, mit unseren Journalisten in einem Boot denn sonst würde ja alles längst publik sein. Das Bewusstsein ist nicht da und wir bezahlens. Prost Österreich.

Gast: Adalbert M. Rohde
29.07.2010 21:07
0 0

Die Schweiz

mag für sich betrachtet zwar mustergültig sein, doch fördert sie nach Kräften die Mißstände in anderen Staaten. Und Italien? Da muss wohl ein Druckfehler vorliegen.

Was ist eigentlich mit Griechenland? Jenseits von Gut und Böse?

Antworten Gast: gast
30.07.2010 10:16
0 0

Re: Die Schweiz


Italien ? Druckfehler ?
wo ist ihre sachliche Begründung zur frechen Behauptung ?

in Italien werden Minister vor Gericht gestellt, und in Österreich ?

Gast: Gastname
29.07.2010 20:07
0 0

Überschrift

Übersetzung

Die Reichen wollen gerne einfacher und klarer Geschäfte machen, das was aber auf der Straße bei den niedrigen Einkommensschichten bestochen wird und wie sich der Staat da verhält klammern die Zeitungen wohlweislich aus.

Antworten Gast: Der Pate IV
30.07.2010 10:09
0 0

Re: Überschrift

Stimmt genau. Ich bestech auch jeden Tag den Greissler am Eck und meiner Trafikantin schieb ich gelegentlich mal ein paar Scheinchen zu. Aber verraten Sie das nicht den Medien, das wäre ein Riesenskandal.

Antworten Gast: gast
29.07.2010 21:08
0 0

Re: Überschrift

du lebst auch in einer eigenen welt

Antworten Antworten Gast: Gastname
30.07.2010 01:05
0 0

Re: Re: Überschrift

Wieso gibts mehrere? Moechtest als Physiker Karriere machen?

Gast: gast
29.07.2010 19:29
0 0

KHG

Maischberger, Plech, Rumpold, Haider, Schüssel Mainl, Pröll usw....

Gast: unrechtsstaate
29.07.2010 19:26
1 0

dafür werden Verleumdete, wie Kachelmann, monatelang ohne Beweise eingesperrt

ntgegen einem alten Volksglauben ist der vielgepriesene deutsche Rechtsstaat keine gerechte Sache, sondern eine böse Lotterie. Häufig lässt man Schwerkriminelle laufen, umso lieber sperrt man Unschuldige ein. Die Zahl gravierender Justizirrtümer in Deutschland ist erschreckend groß. Staatsanwälte und Richter sind die einzige Spezies in diesem Lande, die absolute Immunität genießt. Sie dürfen ungestraft Ruf und Existenzen unschuldiger Bürger vernichten. Sie müssen sich noch nicht einmal dafür entschuldigen.
Nur die obersten deutschen Gerichte verdienen den Anspruch der Rechtsstaatlichkeit. Aber nicht jeder hat den langen Atem, Verfahren bis zur letzten Instanz durchzufechten.

diabolo
29.07.2010 19:15
1 0

Wieso überrascht mich das nicht!


Gast: Parteiloser
29.07.2010 18:36
0 0

Der Korrptionsschaden beträgt nach TI zwischen 3 und 6 Mrd. Euro pro Jahr!

Der Korruptionsschaden findet fast ausschließlich im Dunstkreis der Parteien statt. Bei Summen von 3.000.000.000.- Euro aufwärts müssten doch einige zu fangen sein.

Kennt jemand Korrupte, welche auch verurteilt wurden?

Die Parteibonzen schützen sich offensichtlich selbst exzellent und auch ihre Einflussbereiche. Genau für diesen Zweck hat das Kabinett Schüssel sofort nach Amtsantritt sämtliche Gerichte, bis runter zu den Bezirksgerichten, unter Parteienkontrolle gebracht. Damit wurde auch jedes Restrisiko ausgeschaltet.

Es wird sich wahrscheinlich niemals wirklich was bessern, solange die 2. Republik existiert. Die Parteibonzen im Machtdelirum werden es zu verhindern wissen.

Wäre der Schutz aber nicht da, dann wäre die 2. Republik auch schon Geschichte, weil das Volk die Wahrheit niemals vertragen würde.

Gast: Amiga
29.07.2010 18:22
0 0

Schlaraffenland !

Österreich ist das Schlaraffenland für Korruption !!
Wir haben schon Rumänien und Bulgarien überholt !!!
und ohne Liechtenstein, Schweiz und Karibik wird bei uns keine Staatseigentum verscherbelt !!
..und wer braucht die teuren, blöden Eurofighter überhaupt ??
Sicher nur die Korrumpteure !!!

Gast: Parteiloser
29.07.2010 17:54
0 0

Der Korrptionsschaden beträgt nach TI zwischen 3 und 6 Mrd. Euro pro Jahr!

Der Korruptionsschaden findet fast ausschließlich im Dunstkreis der Parteien statt.

Kennt jemand Korrupte, welche auch verurteilt wurden?

Die Parteibonzen schützen sich selbst exzellent und auch ihre Einflussbereiche. Genau für diesen Zweck hat das Kabinett Schüssel sofort nach Amtsantritt sämtliche Gerichte, bis runter zu den Bezirksgerichten, unter Parteienkontrolle gebracht. Damit wurde auch jedes Restrisiko ausgeschaltet.

Es wird sich niemals wirklich was bessern, solange die 2. Republik existiert. Wäre der Schutz aber nicht da, dann wäre die 2. Republik auch schon Geschichte, weil das Volk die Wahrheit niemals vertragen würde.

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