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Flughafen-Razzia: Mitarbeiter suspendiert

30.07.2010 | 12:10 |  Hedi Schneid (DiePresse.com)

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg konzentriert sich bei der zweiten Hausdurchsuchung auf den ehemaligen Projektleiter des Terminals Skylink. Die Behörde kooperiert eng mit dem Rechnungshof.

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Wien. Anfang Mai schlug die Staatsanwaltschaft Korneuburg am Flughafen Wien zum ersten Mal zu. Im Zuge der Ermittlungen rund um das Finanzdesaster beim Terminal Skylink durchkämmte das Landeskriminalamt (LKA) Niederösterreich bei einer Razzia Kisten mit brisantem Material. Am Donnerstag war es erneut so weit: Die Beamten des LKA statteten dem Flughafen Wien wieder einen Besuch ab: Diesmal zielte die Hausdurchsuchung auf das Büro eines hochrangigen Mitarbeiters in der Bauabteilung (sein Name ist der „Presse“ bekannt) ab. Das bestätigte der Leiter der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Karl Schober, der „Presse“.

Das Büro wurde daraufhin versiegelt, der Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, wie ein Sprecher des Flughafens erklärte. „Wir unterstützen voll die Behörden.“

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit mittlerweile einem Jahr in Sachen Skylink gegen den ehemaligen Flughafen-Finanzvorstand Christian Domany, die amtierenden Vorstände Herbert Kaufmann und Gerhard Schmid sowie den ehemaligen Aufsichtsratspräsidenten Johannes Coreth. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Ihnen wird Untreue im Zusammenhang mit der Kosten- und Zeitüberschreitung beim Skylink vorgeworfen. Statt 400 Mio. Euro (Stand 2005 zu Baubeginn) wird der Terminal jetzt bis zu 830 Mio. Euro kosten. Die Eröffnung soll Mitte 2012 erfolgen, ursprünglich war die Inbetriebnahme zur Fußball-Europameisterschaft geplant. Die war 2008.

Darüber hinaus laufen auch Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen Personen oder Firmen, die am Bau des Skylink beteiligt waren oder sind. Laut Schober knöpft sich die Behörde vor allem die einzelnen Bauabschnitte beim Skylink genau vor. Dabei dürfte man das Projektmanagement und den Innenausbau mit der Gebäudetechnik besonders unter die Lupe nehmen.

Im Visier der Ermittler steht daher auch die Baufirma Gerstl, die bis zu der von Finanzvorstand Ernest Gabmann verhängten Bauunterbrechung im Juni 2009 als „Teilgeneralunternehmer Innenausbau“ werkte. Gabmann hat bekanntlich die Bauarbeiten gestoppt, um alle Verträge mit den bis dahin am Skylink beteiligten Firmen zu lösen und neue, günstigere Kontrakte auszuhandeln. Erst vor drei Wochen wurde der Auftrag für den Generalunternehmer Innenausbau an die Arge Swietelksy/Bögl neu vergeben.

Der nun suspendierte Flughafen-Mitarbeiter war vom Baubeginn des Skylink 2005 bis zum Vorjahr der vom Flughafen abgestellte Projektleiter. Nachdem er von Norbert Steiner abgelöst worden war, blieb er Mitarbeiter des Flughafens. Wonach das LKA im Auftrag der Staatsanwaltschaft genau gesucht hat, wollte Schober naturgemäß nicht sagen.

Aus Sitzungsprotokollen des Skylink-Teams geht jedenfalls hervor, dass der Betroffene schon im Juli 2006 Alarm schlug und der Flughafen-Führung über Planungsverzögerungen berichtete. Die Flughafenspitze unter Herbert Kaufmann will erst zum Jahreswechsel 2008/09 über Verzögerungen und Kostenüberschreitungen informiert worden sein.

Wie die „Presse“ aus Unternehmenskreisen erfuhr, wird dem suspendierten Mitarbeiter jetzt vorgeworfen, seine Funktion als Projektleiter und die guten Kontakte zur Bauwirtschaft benützt zu haben, um sich privat Vorteile zu verschaffen. Der Flughafen wollte dazu keinen Kommentar abgeben, für den Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

Zusätzliche Informationen erwartet sich Schober vom Rechnungshof (RH). „Ich habe den Rohbericht angefordert und warte genauso mit Hochspannung darauf wie der Flughafen und die Öffentlichkeit.“ Natürlich kooperiere man mit dem RH. Schober räumt aber ein, dass zwar Rechnungshof und Staatsanwaltschaft Licht ins Dunkel der versenkten Millionen bringen wollen, „aber dort, wo der Rechnungshof aufhört, fangen unsere Ermittlungen erst an“.

 

Sprengstoff für Wiener Wahlen

Der RH-Rohbericht soll noch im Sommer vorliegen – sehr zum Ärgernis der Wiener SPÖ und von Bürgermeister Michael Häupl, dürfte doch das brisante Konvolut Sprengstoff im Wiener Wahlkampf werden. Denn die Rathausopposition wartet nur darauf, den Skylink als Wahlkampfthema auszuschlachten. Die Länder Wien und Niederösterreich sind mit je 20 Prozent die größten Aktionäre am Flughafen und haben bei der Bestellung von Vorstand und Aufsichtsrat das Sagen. Die Vorstände Kaufmann und Schmid sind SPÖ-nahe, während Gabmann als ehemaliger Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich dem schwarzen Lager angehört.

Faktbox

(Red.)

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23 Kommentare
Gast: dickmann
31.07.2010 19:03
0 0

Schweissperlen auf Häupl´s Stirn

...so ein Pech!!!!
Nicht zu viel aufregen...sonst bekommt er noch einen Herzinfakt. So einen Verlust könnte Wien nicht verkraften. Schaut eh schon schlecht aus der Michl.

Genossen steht´s Ihm bei!!!

Gast: Josef
31.07.2010 16:49
0 0

Für alle gilt die Unschuldsvermutung..........

.....nur nicht für den erschossenen Buben in Krems!
Eine schöne Welt in der wir jetzt leben!

Luzius
31.07.2010 15:30
2 0

wetten, das kein einziger zur Verantwortung gezogen wird ?

sondern das diese Causa ähnlich anderer zuvor wegen endloser Verschleppung verjähren wird !

Weder Pröll sen. noch Michi Häupl brauchen sich also wirkliche Sorgen darüber machen, und ziehen demnach auch entsprechend entspannt in den Wahlkrampf um die besten Futtertröge der Nantion .

Gast: Defender
31.07.2010 14:54
5 0

Wer wundert sich noch,

wenn Politik und die mit ihr verfilzte Wirtschaft als dreckiges Geschäft beurteilt werden?
Das Problem ist: welche Mittel gibt es dagegen?

Antworten Luzius
31.07.2010 15:31
2 0

Re: Wer wundert sich noch,

niemanden, aber es gibt ein mittel dagegen, welches allerdings nur dann wirkt, wenn die gesamte Bevölkerung all den Schaum durchschaut !

Luzius
31.07.2010 12:21
7 0

da werden Erinnerungen

an das AKH-Wien wach.

Ich hoffe, dass im Oktober die Wähler diesen offensichtlichen Skandal und andere teuren Fehlleistungen berücksichtigen werden.

Antworten Reblaus
31.07.2010 13:08
5 0

Re: da werden Erinnerungen

Hoffen dürfen wir, aber es wird sich nichts ändern, solange in Meidling, Simmering und Favoriten sich jeder eine Dose Bier samt Knackwurst leisten kann …

"Zufriedene Sklaven sind die größten Feinde der Freiheit“ (M v. E. Eschenbach)


Reblaus
31.07.2010 11:58
3 0

.

das in wien immer jedes größere Bauvorhaben mit Skandalen verbunden ist, scheint Tradition zu haben ...
Fehlplanungen (so wie der derzeit in Bau stehende neue Hauptbahnhof), unfähige Manager, Korruption usw ... usw...

Antworten Luzius
31.07.2010 12:25
5 0

nicht nur bei Bauaufträgen

sondern in der Regel generell wird im ganzen Land per Freunderl vergeben und dabei belohnt. Vor kurzem erst bei Wr.Wohnen bekannt geworden, gab es bestimmte Aufzugfirmen und Installateure bzw Elektrofirmen welche bevorzugt wurden !


Blitzky
31.07.2010 11:48
4 0

Unsere Staatsanwalt scheint am liebsten gegen Tote zu ermitteln!

Die können sich nicht wehren, auch nichts mehr ausplaudern und sind auch nicht mehr belangbar.
Die Lebenden - soweit es der Regierung nahestehende Politiker sind - bleiben dagegen tabu.

Gast: Urs der Bär
31.07.2010 11:26
1 0

Erneuter Baustopp . . .

. . . bis das ganze Theater aufgeklärt ist wäre das einzig richtige. Das ist ja eine Riesenschweinerei wie da mit Steuergeldern rumgeschmissen wird.
Und endlich mal den richtigen einen Tritt in den Arsch und ab mit ihnen in die Wüste!!!

Blitzky
31.07.2010 09:47
3 1

Wenn die im Fall Grasser auch so entschieden vorgegangen wären

... dann wären die Grasser-Konten schon vor 2 Jahren geöffnet worden.
Angeblich sind ja in einer Demokratie vor dem Gesetz alle gleich .....

Gast: Defender
31.07.2010 09:43
4 0

Die Aufdeckung

des Skylink-Skandals erfolgt " sehr zum Ärgernis
der Wiener SPÖ und von Bürgermeister Häupl "?
Diese Aussage allein spricht Bände und steht typisch für die Moralauffassung dieser Leute!
Saubermänner sehen anders aus.....

Frotzel
31.07.2010 09:28
2 0

Die Bestecher sind schuld nicht die Nehmer wenn es Private sind.

Bei Vorhaben mit Wiener Beamtenschaft ist Filzgeld im Preis einzkalklulieren oder nachträglich zu verrechnen.

Es kommt immer aufs gleiche Entgeld heraus das die Steuerzahler im Auftrage Häupls als sozialhilfe zu zahlen haben.

Wien ist anders!

enzo
31.07.2010 08:30
3 0

Was soll den neu sein an Schmiergeldzahlungen ??

Ist doch schon seit Jahrzehnten so das Schmiergeld fließt überhaupt bei Aufträgen wo die Stadt Wien die Pfoten drinn hat.
Freilich zieht sich das auch wie ein Leitfaden durch die Wirtschaft ?
Da wird Hilfestellung bei Ausschreibungen gegeben, Deckofferte von Mitbewerbern sind ebenso normal ( nach dem Motto heute hilfst du mir und ich morgen dir).
Und wenns nichts bares ist halt ein Posten fürs Familienmitglied oder die Verwandschaft.
Schmiergeld hat doch Tradition im Staatsbereich ,sind ja nur Steuergelder die verbraten werden und da will jeder seinen Schnitt machen .Egal ob Rot,Schwarz,Blau,Grün ect alles Falotten.
Wie schon der Zilk einmal sagte.

Antworten Luzius
31.07.2010 12:28
1 0

Re: Was soll den neu sein an Schmiergeldzahlungen ??

deshalb ja auch immer wieder der Angriff auf angebliche private "Schwarzarbeiter", welche Nachbarschaftshilfe leisten, während die grossen Baufirmen (Namen sind sicher bekannt) keinerlei wirkungsvolle Kontrollen zu befürchten haben.

5 0

Die volle Aufklärung

des Skylink-Skandals muß vor den Wien-Wahlen im Oktober erfolgen - wer blockiert das bis jetzt?

Gast: markusssss
30.07.2010 15:17
4 0

wie immer

das ist wieder eine alibi action im auftrag der spö,es waren sicher die anderen nicht wir.

Gast: avatar
30.07.2010 14:41
1 1

das alles kostet den domany ein mildes lächeln !

bei vollem polit-schutz passiert ihm sicher gar nix !

Gast: kommtzeitkommenaktenzeitkamaktenwarenverschwunden-verwundertnein
30.07.2010 14:28
2 0

Skylink: Neue Razzia am Flughafen Wien? Jetzt bin ich der Ainedter....hahahahahaha, das ist ja lächerlich

jetzt einmal ehrlich...
das wäre ungefähr so als würde ich in einem Kaffehaus fragen ob sie die Tageszeitung vom 30. Juli 2008 haben!

Karl Kater
30.07.2010 13:50
7 0

The Frozen Scandal

Ausgerechnet vor den GR-Wahlen erinnert man sich an SKYLINK - bisher gab es kaum Handlungsbedarf.

Merke: Ein Megaskandal muss nicht ganz frisch sein, um ihn medienwirksam aufrollen zu können.



TheDalien
30.07.2010 13:40
1 1

Die Flutwelle der Korruption...

Diesen Herbst wird sie wie ein Tsunami über die Welt hereinbrechen.
http://www.youtube.com/watch?v=jSwD122pQeQ

PERSIL
30.07.2010 12:24
10 1

Da sind aber bereits


vor einem Jahr die Aktenvernichter im Dauerbetrieb gewesen.

Was sollten die jetzt noch finden?

Reine Augenauswischerei, um Arbeit vorzutäuschen!


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