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Flughafen Wien: Rechnungshof kritisiert hohe Gagen

13.08.2010 | 17:30 |   (DiePresse.com)

Großzügige Pensionsregelungen, häufige Upgrades bei Flügen und Zusatzrenten der Flughafen-Vorstände sind dem Rechnungshof ein Dorn im Auge. Gerhard Schmid etwa ist seit 1993 auf "Karenzurlaub" der Gemeinde.

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Der Rechnungshof kritisiert in einem gerade in Arbeit befindlichen Bericht die hohen Gagen der Flughafen Wien-Vorstände. 406.000 Euro Jahresgage seien zu viel, und dass die Vorstände auf ihren Erfolgsprämien beharren würden, sorge angesichts der explodierenden Baukosten für den Skylink-Terminal ebenfalls für kopfschütteln. Auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg soll sich bereits für den RH-Bericht und die Privilegien interessieren, wie das "Format" berichtet.

Großzügige Mehrfachpensionen

Doch nicht nur die Aktivgehälter sind dem Rechnungshof ein Dorn im Auge, die Prüfer nehmen auch Anstoß an den großzügigen Pensionsregelungen für die beiden Flughafen-Vorstände Gerhard Schmid und Herbert Kaufmann. Des weiteren interessiere sich die Behörde für Privilegien wie häufige Upgrades von Economy- auf Business-Class, die die Airport-Manager von Airlines geschenkt bekommen haben sollen. So dürfe zwar der Vorstand dienstlich erworbene Flugmeilen privat einlösen, dies sei dem gewöhnlichen Flughafen-Dienstnehmern prinzipiell aber verboten.

8433 Euro Mindestpension pro Monat

Kaufmann und Schmid hätten für ihre Altersruhe bestens vorgesorgt, der Flughafen garantiere ihnen eine Rente von 40 Prozent des Jahresgrundgehalts - umgerechnet 8.433 Euro im Monat. Hinzu kämen Zusatzpensionen aus früheren Tätigkeiten - Kaufmann war AK-Direktor Niederösterreich und Abgeordneter im Landtag und Nationalrat. Die AK-Pension soll sich auf rund 3.000 Euro belaufen. Außerdem stehe ihm eine Politikerpension von weiteren 3.500 Euro zu.

Schmid winke eine Zusatzrente von der Gemeinde Wien, wie der Rechnungshof laut Magazin überrascht festgestellt habe. Aus Sicht der Stadt Wien befinde er sich nämlich seit 1993 in einem "Karenzurlaub im öffentlichen Interesse". Diese Stellung garantiere Schmid nicht nur ein Rückkehrrecht, sondern auch eine Beamtenpension. Der Flughafen Wien zahle der Gemeinde Wien die Hälfte des Pensionsbetrags, was der Rechnungshof auch explizit kritisiere.

Maximal 13.000 Euro monatlich

Die Ansprüche der beiden Vorstände aus unterschiedlichen Quellen seien durch das Bezügebegrenzungsgesetz aber mit 13.000 Euro gedeckelt. Weil der Flughafen ein vom Rechnungshof geprüftes Unternehmen ist, betreffe dies auch die Firmenpension.

Flughafen weist Vorwürfe zurück


Der Flughafen Wien weist die Behauptungen klar zurück. Das Unternehmen hält fest, dass bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Rohbericht des Rechnungshofes übermittelt wurde. "Daher ist nicht nachvollziehbar, wie Kritikpunkte daraus bereits bekannt sein sollen, zumal der Rohbericht beim Flughafen Wien noch nicht eingelangt ist und per Gesetz vertraulich zu behandeln ist", heißt es in einer Aussendung. Es handle sich um Vorwürfe, "die längst widerlegt sind beziehungsweise um Vorwürfe, die jeder Grundlage entbehren".

Laut "Format" verdichten sich die Anzeichen, dass Kaufmann das Unternehmen schon rund um den nächsten Jahreswechsel verlassen dürfte. Darauf hätten sich der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (V) und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) schon vor Wochen "im Stillen" geeinigt. "Das stimmt nicht", dementiert Flughafen-Sprecher Clemens Schleinzer zur APA. Es sei auch nicht korrekt, dass sich die Politik bereits auf eine Zweier-Vorstand geeinigt hätte.

Auch Finanzvorstand Ernest Gabmann soll eine Rente von 40 Prozent des Letztbezuges zugesagt worden sein, so das Magazin. Der neue Aufsichtsratspräsident Christoph Herbst weigere sich aber angeblich, den Forderungen Gabmanns nachzukommen.

Staatsanwaltschaft will Bericht

Für die Privilegien im Rechnungshofbericht interessiere sich angeblich auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg. Diese habe einen Antrag gestellt, damit der fertige Bericht auch an sie gesandt wird, so das "Format".

Geprüft werden auch Hinweise auf Upgrades, vor allem bei Vorstandsdirektor Gerhard Schmid. Bei Privatflügen soll er häufig von Economy- auf Business-Class umgebucht haben - zum Nulltarif.

(APA)

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3 Kommentare
kroegner
14.08.2010 21:34
0 0

Da gibt nur eins:

80 % Pensionssicherungsbeitrag. Riesensauerei!

3 0

Denkzettel

für die verantwortlichen Politiker bei den nächsten anstehenden Wahlen sind die einzigen Mittel, die dem Steuerzahler zur Verfügung stehen, um gegen diese Zustände wirksamen Protest einzulegen.
Das nächste Ziel sollte Herr Häupl sein, der offensichtlich nichts unversucht lässt, die Causa
Skylink/Kaufmann vor den Wahlen in Wien vor der Öffentlichkeit abzuschirmen!

Gast: Parteiloser
13.08.2010 20:12
2 0

Parteien sollen endlich die Fingern von Unternehmen lassen!

Es ist ganz egal wo die Parteien die Finger drinnen haben. Es geht immer um die perfekte Ausstattung der Posten, es geht auch immer um ein sehr schlechtes Kosten - Nutzenverhältnis. Das sind keine guten Grundlagen um die Gesellschaft gut entwickeln zu können, es ist eher stark kontraproduktiv.

Nach der Erfahrung Österreichs mit der ÖBB, den ORF, Post, Telekom, AUA, Versorger, aber auch der Bereiche Bildung und Gesundheit, muss man einfach zu dem Schluss kommen, dass alles möglichst schnell in private Hände gelegt werden muss. Der Staat (= die Parteien) sollen sich nur um die Grundregeln und die Kontrolle kümmern.

Dieser Misthaufen, welcher sich um Dunstkreis der Parteien entwickelt hat, muss schleunigst bereinigt werden.

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