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Hypo-Affäre: Ermittlungen gegen Kroatiens Ex-Premier

17.08.2010 | 16:42 |   (DiePresse.com)

Der kroatische Ex-Premier Ivo Sanader soll Ende der 1990er Jahre aus "schwarzer Kasse" 400.000 Euro für eine Kreditvermittlung erhalten haben. Sanader spricht von "haltlosen Vorwürfen".

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Bei den Ermittlungen um die Hypo Alpe-Adria-Bank zur Aufklärung verdächtiger Kredite in Kroatien arbeite die kroatische Staatsanwaltschaft DORH intensiv mit der österreichischen Anklagebehörde zusammen, teilte die DORH in einer Aussendung mit. Dabei gehe es um die Überprüfung von Krediten der Kärntner Bank. Die Zusammenarbeit habe heuer begonnen, hieß es. Offiziell werden keine verdächtigen Personen genannt. Doch laut dem kroatischen Nachrichtenmagazin "Nacional" laufen auch Ermittlungen gegen den kroatischen Ex-Ministerpräsidenten Ivo Sanader.

Sanader soll 400.000 Euro erhalten haben

Sanader soll laut der Zeitschrift Ende der 1990er Jahre 800.000 D-Mark (409.034 Euro) vom kroatischen Unternehmer Miroslav Kutle bekommen haben, dem Sanader einen Kredit in der Höhe von vier Millionen D-Mark bei der Hypo vermittelt haben soll. Das Geld soll er in mehreren Tranchen aus einer "schwarzen Kasse" aus dem Safe ausgezahlt bekommen haben.

Das soll die ehemalige Finanzdirektorin von Kutle gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt haben. Die österreichische Seite könne nun untersuchen, ob der Kutle-Kredit überhaupt legal vergeben worden sei. Darüber könnte wiederum der am Freitag festgenommene ehemalige Hypo-Chef Wolfgang Kulterer Auskunft geben, schrieb das Magazin.

Sanader: "Haltlose Vorwürfe"

Sanader hat bisher alle Vorhaltungen bestritten und als "haltlose Vorwürfe" zurückgewiesen. Insider der Kärntner Hypo erzählen aber schon seit Jahren hinter vorgehaltener Hand von großen Summen, die von der Bank an Sanader bzw. dessen Umfeld geflossen sein sollen.

Ivo Sanader hatte schon länger keinen öffentlichen Auftritt mehr. Er soll sich mit seiner Familie in Los Angeles befinden, wo eine seiner Töchter Schauspiel studiert. Dass der ehemalige Politiker ausgerechnet jetzt Kroatien mutmaßlich für eine längere Zeit verlassen hat, werten kroatische Medien nicht als Zufall.

Einen Tag nach Sanaders Abreise wurde die Besitzerin der Medienagentur Fimi-media, Nevenka Jurak, verhaftet. Jurak und zwei weitere Personen sollen fiktive Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen gestellt haben. Sie hätten so mindestens 16,56 Mio. Kuna (2,30 Mio. Euro) verdient. Sanader soll 2007 bei einer Sitzung von Geschäftsführern von staatlichen Firmen verlangt haben, mit Fimi-media zusammenzuarbeiten.

Sanader wegen Hypo zurückgetreten?

 Damir Kajin, kroatischer Ex-Präsidentschaftskandidat und Politiker der IDS (Istrische Demokratische Partei), sieht in der Restrukturierung der Hypo Group Alpe Adria den Grund für den überraschenden Rücktritt des kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader. Die Kärntner Hypo sei nur durch kroatisches Geld, das in den frühen 90er Jahren für Waffenkäufe bestimmt war, groß geworden, meinte Kajin.

Vorwurf: Milliarden Dollar gewaschen

Zudem hätten österreichische, italienische und liechtensteinische Banken wissentlich kroatische Milliarden von Dollar gewaschen, sagte Kajin. Im Zusammenhang mit dem Rücktritt Sanader sagte Kajin: "Deswegen spricht Ministerpräsidentin Jadranka Kosor vielleicht auch von einer Eiterbeule, und ich nehme an, dass sie Informationen aus Deutschland und Österreich über so manche Konten bei der Hypo und anderen Banken hat."


Die IDS ist eine linksliberale Regionalpartei und Konkurrentin der regierenden rechtskonservativen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) von Regierungschefin Kosor, die zuvor von Sanader geleitet wurde. Sanader war am 1. Juli 2009 ohne Begründung zurückgetreten. Danach kamen Korruptionsfälle ans Tageslicht, bei denen auch sein Name genannt wurde.

Umwidmungsfall in Istrien

In Istrien war die Hypo zuletzt wegen eines 1,6 Millionen Quadratmeter großen Grundstücks in Babariga in der Gemeinde Vodnjan in den Schlagzeilen. Es wurde im April um knapp 80 Millionen Euro an den Chrom-Industriellen Danko Koncar verkauft. Die Gemeinde verkaufte im Jahr 2000 das als Agrarland gewidmete Grundstück um fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter an einen unbekannten Käufer, der von einem Klagenfurter Anwaltsbüro vertreten wurde. Zur Hälfte hielt die Firma AB Maris i Darija das Grundstück, die von der Kärntner Hypo einen Kredit erhalten hatte. Kurz nach dem Verkauf durch die Gemeinde war die Fläche in Baugrund umgewidmet worden.

(Ag.)

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13 Kommentare
Gast: Peter Mumelter
18.08.2010 14:35
0 0

Alpbach

Der Absolvent der Innsbrucker Universität und 2007 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnete Ivo Sanader wird, wie die Homepage des Herr Bundespräsidenten Heinz Fischer stolz verkündet, zu den Politischen Gesprächen des Forum Alpbach erwartet, die heuer vom 29. bis 31. August stattfinden. Zu deren inhaltlichen Schwerpunkten zählt u. a. die Zukunft der EU auf dem Balkan. Die Eröffnung der Politischen Gespräche nehmen Johannes Hahn und Erhard Busek vor. Letzterer war bekanntlich nach der NATO Zerschlagung Jugoslawiens EU Balkanbeauftragter und dürfte zu Sanader eine „besondere Beziehung“ haben. Mit Busek als politischer Türöffner fuhr die Hypo Alpe Adria Bank ihren Expansionskurs. Sie konnte sich dabei als historisches Vorbild die Tätigkeit der Deutschen Bank nach dem Einmarsch der Nazis in der Tschechoslowakei nehmen. Es gilt die Unschuldsvermutung, doch sollten die Unterlagen des EU Balkanbeauftragten Busek & Co die politische Verantwortung für Korruption und Wirtschaftsverbrechen am Balkan und die Rolle der Hypo Alpe Adria dabei deutlich machen können.

Gast: Zvonimir
18.08.2010 11:02
0 0

Die Presse-Artikel aus Falschmacher Quelle

Es ist ein Armutszeugnis für die Presse, wenn sie Revolverblätter, wie es die Wochenzeitung Nacional ist, als ihre Quelle angibt.
Bislang hat es kaum eine "Nacional-Sensation" gegeben, die sich nur im Ansatz bewahrheitet hätte.
Die Presse schadet ihrer Reputation, wenn sie zweifelhafte Quellen zitiert, und das noch solche die sich abermals als falsch erwiesen haben.

Erich Bahn
18.08.2010 10:58
0 0

Balkan

Schon länger heißt es, der Balkan beginnt bei uns in Österreich. Richtig, Freunde finden sich dort wie da, haben sie doch die gleichen Interessen - black money durch Missbrauch einer Vertrauensstellung.

W. Serro
18.08.2010 10:15
0 0

Wie auch immer

Herr Kulterer muss sich dafür nun verantworten. Sollte sich dies alles ein Kartenhaus erweisen, wäre es von den Medien fair, dies auch klar richtigzustellen.

Eines ist aber sicher: Wie leicht Verluste einer Bank durch Entfall von Kreditrückzahlungen eintreten können, hat die SPÖ mit ihrer Kärntnerdruckerei vorgezeigt. Häuptgläubiger und Finanz-Opfer ist die Hypo.

Die Roten haben ihre Druckerei in den Ruin gefahren - und die Hypo wird die Kreditezahlungen an die SPÖ wohl abschreiben müssen.

Gast: Walter Muskat
18.08.2010 07:32
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Hypo Alpe Adria: Kroatiens Expremier unter Verdacht, THOMAS ROSER (Die Presse)

Sehr geehrter Herr Roser
1.400.000 Kunar = 193.770.- Euro nicht 200 Mil.!!!
Ich weiß schon das man Heutzutage mit den Millionen und Milliarden nicht so zimperlich ist werder beim Verschwenden, Veruntreuen, in den Sand setzen, versprechen, verblöden usw. usw. usw. ... alles nur Buchungszeilen!! Aber in einem Wirtschaftselitebaltt, wie es die Presse zweifellos ist, sollten solche Hopperlas nicht vorkommen. Trotzdem bedanke ich mich bei Ihnen und Ihren Kollegen für Ihre Arbeit, die Tag für Tag meine Neugier stillt.
Ihr geneigter Leser
Walter Muskat

Gast: Walter Muskat
18.08.2010 07:29
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Hypo Alpe Adria: Kroatiens Expremier unter Verdacht, THOMAS ROSER (Die Presse)

Sehr geehrter Herr Roser
1.400.000 Kunar = 193.770.- Euro nicht 200 Mil.!!!
Ich weiß schon das man Heutzutage mit den Millionen und Milliarden nicht so zimperlich ist werder beim Verschwenden, Veruntreuen, in den Sand setzen, versprechen, verblöden usw. usw. usw. ... alles nur Buchungszeilen!! Aber in einem Wirtschaftselitebaltt, wie es die Presse zweifellos ist, sollten solche Hopperlas nicht vorkommen. Trotzdem bedanke ich mich bei Ihnen und Ihren Kollegen für Ihre Arbeit, die Tag für Tag meine Neugier stillt.
Ihr geneigter Leser
Walter Muskat

Gast: Neugieriger
18.08.2010 07:19
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Ihre Privat- und Parteikassen habe die HDZ-Führung immer nach demselben Muster gefüllt.

Im Text steht:"Ihre Privat- und Parteikassen habe die HDZ-Führung immer nach demselben Muster gefüllt. Öffentliche Aufträge wurden nur an die Firmen von Günstlingen und Vertrauensleute vergeben, die für ihre Dienste viel zu hohe Rechnungen ausstellten: Im Gegenzug teilten sie die zu Unrecht eingestrichenen Staatsgelder mit ihren Gönnern."
Dies ist doch wahrscheinlich kein Einzelfall. Diese Vorgangsweise glaube ich lässt sich doch sicher auch auf andere Länder übertragen. Die Bausummen werden durch solche Vorgangsweisen erhöht und die Käufer dieser Wohnungen/Bauten zahlen mit ihrem hart erarbeiteten Geld nicht nur mehr als sie zahloen müßten sondern sie zahlen die Millionen dieser Günstlinge. Vielleicht sagt man ihnen dann noch :" Leistung zahlt sich aus!"

Gast: Bankster Republic
17.08.2010 21:56
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Ganz schön tief der Sumpf

Und wir haben erst einen kleinen Einblick in die Machenschaften der Elite gewonnen. Wenn es zu ernst wird, wird die Akte ohnehin geschlossen. Damit das Vertrauen der dämlichen Bevölkerung ins System nicht erschüttert wird.

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Da hat sich unser Ex-Kanzler Gusenbauer mit 60000

für seine Hypo-Beratung billiger abspeisen lassen.

Möglicherweise hat er auch nicht so viel "gearbeitet" wie Sandar.

Vielleicht auch nur ein Telefongespräch?

Genosse Vranitzky hat jedenfalls ungestraft eine ähnliche Summe für ein telefonisches "Beratungsgespräch" kassiert.

Gast: Gute Freunde sind nie zu trennen
17.08.2010 16:21
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wo ist denn der schüssel eigentlich? Auch in L.A.?

gute freunde sind nie zu trennen sang schon
der Beckenbauer
http://www.be24.at/blog/entry/631909

Gast: Marinko
17.08.2010 16:01
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Sanader

Gefängnis?

Sanader hat sich aus dem Staub gemacht sein neues Domizil heisst USA;-D


Gast: marko matan
17.08.2010 14:24
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im gefangniss

dieser mann hat uns in Kroatien ausgeraubt...er muss ins Gefengniss gehen...bald...

Antworten assi-lant
17.08.2010 17:29
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Re: im gefangniss

sIzt mahn NICHT schom in gifegniß?

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