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Schwarzbuch Landwirtschaft: Viel Geld für Hobbybauern

30.08.2010 | 18:50 |   (Die Presse)

Wie die Agrarbürokratie Subventionen verteilt und einen Staat im Staat geschaffen hat. Steuern und Sozialabgaben werden nicht nach tatsächlichem Einkommen berechnet, sondern nach fiktiven Einheitswerten.

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Wien (ju). Siegfried „Sigi“ Wolf ist Magna-Chef und als solcher der mit Abstand am besten verdienende Manager Österreichs. Und er ist auch „Bergbauer“: Für seinen 80-Hektar-Hof in Weikersdorf kassierte er 2009 laut Transparenzdatenbank (die nur einen Teil der Subventionen erfasst) 45.389,28 Euro an Subventionen, 21.238,71 Euro davon als Direktzahlung. Diese Direktzahlungen sind laut Landwirtschaftskammer dazu da, Bauern ein „stabiles Einkommen“ zu verschaffen. Frank, der alte Geizkragen, zahlt offenbar doch nicht so gut.

Ein „stabiles Einkommen“ in Form von 10.210 Euro Direktzahlung verschafften die Steuerzahler auch Julius Meinl V., der insgesamt 34.488,70 Euro an in der Transparenzdatendank ersichtlichen Förderungen kassierte. Prominente Mitglieder der Porsche-Piëch-Dynastie, der Papierindustrielle Alfred Heinzel (via Domaine Albrechtsfeld GmbH), ein Mitglied des Swarowski-Clans: Sie alle sind auch Bauern. Und sie alle lassen sich ihr Hobby mit jeweils zehntausenden Euro pro Jahr von den Steuerzahlern mitfinanzieren.

Der Sachbuchautor Hans Weiss („Bittere Pillen“, „Schwarzbuch Markenfirmen“) hat diese Beispiele für sein soeben bei Deuticke erschienenes „Schwarzbuch Landwirtschaft“ herausgesucht, um zu illustrieren, wo die 2,2 Milliarden Euro an jährlichen Landwirtschaftssubventionen in Österreich hingehen: zum geringen Teil an „echte“ kleine Bauern, zum relativ großen Teil an Großempfänger wie (häufig Raiffeisen-nahe) Nahrungsmittelunternehmen, Stiftungen, „Hobbybauern“ wie die genannten Topmanager. Und natürlich an Landwirtschaftsfunktionäre: Fast alle Funktionäre der Landwirtschaftskammern und des Bauernbundes sind selbst Subventionsempfänger – einer der Gründe, warum das ineffiziente und teure Förderungssystem so verbissen verteidigt wird.

Weiss wollte ursprünglich „nur“ ein Buch über Raiffeisen schreiben, sagte er zur „Presse“. Ein tieferer Blick in das System habe ihn aber derart ins Staunen (und wohl auch in Rage) gebracht, dass ein Buch über das gesamte Agrarsystem herausgekommen sei.

 

„Steueroase Landwirtschaft“

Das ist, so Weiss, ein „Staat im Staat“, der es sich gerichtet hat. So sei die Landwirtschaft eine einzige „Steueroase“: Steuern und Sozialabgaben werden nicht nach tatsächlichem Einkommen berechnet, sondern nach fiktiven, zuletzt 1988 erhobenen Einheitswerten.

Fazit: Von 170.000 Bauern zahlen nur an die 4000 Einkommensteuer (insgesamt mickrige 35 Millionen Euro). Und ihre Sozialabgaben sind vergleichsweise sehr niedrig (was die Bauern-Pensionsversicherung zur prozentuell höchstbezuschussten Kasse macht). Die mit Zähnen und Klauen verteidigte Pauschalierung macht die Branche praktisch auch umsatzsteuerfrei, Grunderwerbssteuern ließen sich durch Tricks vermeiden.

Und die Agrarfunktionäre haben sich überproportional Machtpositionen im Staat gesichert. Was unter anderem dazu führte, dass in Tirol riesige Grundflächen einfach von Gemeinde- in Bauerneigentum (Agrargemeinschaften) wechselten.

Nur jene, denen es angeblich helfen sollte, bringt das System nichts: „Echte“ Bergbauern, deren Höfe meist sehr klein sind, bekommen vielfach nur sehr bescheidene Förderungen von wenigen tausend Euro im Jahr. Das „Bauernsterben“ geht demgemäß ungebremst weiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2010)

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249 Kommentare
 
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Gast: Fred
01.09.2010 14:24
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Wir brauchen die Förderung

Mein Vater hat 30 ha bewirtschaftet und konnte davon gut leben. Ich bewirtschafte schon 80 ha und es geht sich gerade aus. Ohne der Förderung müsste ich den Betrieb aufgeben. Unsere Agrarpolitiker haben gesagt, wir haben uns die Förderung verdient. So ist es auch.
Ich muß jeden Tag hart arbeiten und sitzte nicht vor dem Schreibtisch wie viele andere. Dort sollte man sparen. Ich komme nur mehr auf einen Gewinn von 80.000 Euro. Wenn man da noch was wegnimmt, kann ich zusperren.

Antworten Gast: dachdecker
02.09.2010 10:50
0 0

Re: Wir brauchen die Förderung

Um Sie geht es hier nicht und es wäre wichtig, dass Bauern wie Sie das endlich erkennen! Sie werden als Feigenblatt der Millionäre und Agrarindustriellen benutzt - lassen Sie das nicht mehr zu! Diese Fördermodelle sind dazu da, Sie über kurz oder lang zum Aufgeben zu zwingen. Ich wäre Ihnen sogar mehr Förderung vergönnt, nicht aber einem Julius Meinl der auch 35K € Bergbauernförderung abcasht - zur Erinnerung, ein Mann der über Nacht 100 Mio € Kaution hinterlegen kann. Stehen Sie endlich auf, solange Sie noch können!

Antworten Gast: ASVG-Sklave
01.09.2010 14:44
0 0

Re: Wir brauchen die Förderung

Arbeiten Sie ganz alleine oder lassen Sie andere für sich arbeiten? Bei letzterem sind € 80.000 Gewinn nicht schlecht. Versuchen Sie diesen Betrag heutzutage im Gewerbe zu verdienen. Da müssten Sie schon einen Umsatz von einer halben Million haben.

Antworten Antworten Gast: uugzg
02.09.2010 00:34
0 0

Re: Re: Wir brauchen die Förderung

Vielleicht ist Umsatz gemeint.

Wir Bewirtschaften einen sehr extensiv geführten Milchviehbetrieb mit 25ha Wiese und Acker, 30ha Almweide und 100 ha Wald. ein eher größerer betrieb also. wir haben etwa € 50.000-60.000 Umsatz und max € 25.000 Gewinn pro Jahr. Für drei dabei vollerwerbstätige Erwachsene und vier Kinder. Subventionen eingerechnet. Große Sprünge sind da nicht drin.
Gottseidank haben wir keine Zeit, um auf Urlaub zu fahren. Das ginge sich finanziell wohl kaum aus.

Luzius
01.09.2010 12:26
0 0

es ist einfach und völlig klar ersichtlich,

das diese Eu von den Grossbetrieben ersonnen und heute noch gelenkt wird !

Obwohl diese Förderungen die Verbraucherpreise stabil halten sollten, sieht man an etlichen geförderten oft mittels bis zu doppelter Preise als von nicht geförderten !
Beispiel: Pangasius natur von Iglo 250g = 2,99
während überall unter noLAbel das ganze Kilo = 1000g gerade mal ~ 6.- kostet !

Antworten Gast: Marknecht
01.09.2010 13:29
0 0

Re: es ist einfach und völlig klar ersichtlich,

Pangasius (asiatischer Wels) ist ein Importfisch, der hauptsächlich aus Vietnam kommt, aber kein Produkt der österreichischen Landwirtschaft. Seine Preisgestaltung unterliegt den Gesetzen des Marktes.

Antworten Antworten Luzius
01.09.2010 14:01
0 0

Seine Preisgestaltung unterliegt den Gesetzen des Marktes.

welcher genau ?
Die der Gewinnmaximierung allein fürs umverpacken, das alle anderen Mitbewerber (Metro ...) auch tun und trotzdem um die hälfte billiger sind ?!

Dafür aber zusätzlich Förderungen einzufordern grenzt wohl eher an Hohn dem Volk gegenüber, welches ohnehin über Gebühr seit vielen Jahren belastet wird, und falls nicht im geschützten Bereichen tätig, doppelt einbezahlt !

Antworten Antworten Antworten Gast: marknecht
01.09.2010 14:17
0 0

Re: Seine Preisgestaltung unterliegt den Gesetzen des Marktes.

Das sind die Gesetze des Marktes: ich selbst entscheide, wo ich was um welchen Preis einkaufe. Dann regeln Angebot und Nachfrage den Preis (Von den Konsumenten wird allerdings Verantwortung und Entscheidungswillen verlangt)

Gast: Exess
01.09.2010 11:01
0 0

Na toll,

als ob wir nicht schon jetzt eine Riesenüberproduktion an Lebensmitteln in Österreich hätten ...

Gast: dachdecker
01.09.2010 10:57
2 0

die Giebelkrake

http://www.zeit.de/2010/35/A-Kasten-Schwarzbuch

http://www.zeit.de/2010/35/A-Schwarzbuch
Jedenfalls wies allein die Raiffeisen Bankengruppe am 1. Januar 2009 eine Gesamtbilanz von 265 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 betrug das österreichische Bundesbudget 148 Milliarden, der Umsatz von VW betrug 114 Milliarden, der von Siemens 77 Milliarden Euro.

Gast: Niederösterreicher
01.09.2010 10:49
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Großbauern

Wer mehr ha hat bekommt mehr Förderungen, kann daher mehr Pacht oder höhere Grundstückspreise bezahlen. Er überbietet daher den kleineren und erhält in Zukunft noch mehr Förderungen. Die Pacht und Grunstückspreise steigen von Jahr zu Jahr. Es besteht derzeit überhaupt keine Gefahr, daß die Flächen nicht bewirtschaftet werden

Antworten Gast: NÖ- Bauernbund
01.09.2010 11:07
0 1

Re: Großbauern

Sie als Niederösterreicher müssten es eigentlich wissen, das nicht die Großbauern die überhöhten Pachten und Grundstückspreise zahlen, sondern in der Regel die pauschalierenden Kleinbetriebe mit den erhöhten Hektarsätzen bei der Förderung, Dank der Modulation wird bei diesen Betrieben die 100% Auszahlung des Hektarsatzes ausgezahlt. Großbauern fallen in die Modualtion und kriegen nur 75 oder 85 % ausgezahlt! Mehr Info unter www.ama.at

Gast: ASVG-Sklave
01.09.2010 10:14
4 0

noch eine Sauerei

Es bedarf erst der Veröffentlichung eines Buches, dass der volle Umfang dieser Sauereien bekannt wird. Die österreichischen Medien waren bisher entweder nicht fähig oder nicht gewillt diesen Sumpf aufzudecken.

Antworten Gast: dachdecker
01.09.2010 10:58
0 0

Re: noch eine Sauerei

oder in der hand von raiffeisen

news, kurier, profil, div. regionalnachrichten, etc. pp

Gast: ASVG-Sklave
01.09.2010 09:34
4 0

Es wird offenkundig,

dass die SPÖ keine glaubwürdige Vertretung der, durch derartige Subventionen geprellten ASVG-Sklaven ist. Anstatt Fördergleichheit einzufordern, betreibt die SPÖ ihre Version der staatlichen Umverteilung von den ASVG-Sklaven, hin zu den ÖBBlern und den Gemeindebediensteten, sodass die ASVGler gleich zweimal über den Tisch gezogen werden. (Einmal von rechts und einmal von links)

Eine ASVG-Partei muss her, als Gegenpol zu den schwarzen Agrarschmarotzern und den roten Taugenichtsen im Verwaltungsapparat, die uns Sklaven nach Strich und Faden ausnehmen. Im Klartext: WER ÖVP oder SPÖ wählt, wählt die Umverteilung von unten nach oben. Daher: Wählt was Ihr wollt – nur nicht diese Totengräber der Nation.

Antworten Gast: Bauernsohn
02.09.2010 00:24
0 0

Re: Es wird offenkundig,

ASVG-Sklave?
Bezahlter Urlaub (5 Wochen!), bezahlter Krankenstand, Arbeitsruhegesetzte, Kündigungsschutz, Kollektivverträge, Mindestlöhne, Inflationsabgeltung, Überstundenvergütung...

Als Bauer hat man nichts davon, außer 365T im Jahr zu arbeiten und trotzdem sich immer weniger leisten zu können. Dafür werden aber gesetzliche Schranken bei Umweltauflagen und Tierschutz immer größern, Kontrollen und Bürokratie immer aufwendiger und mit dem rasant sinkenden Preisniveau eine Bewirtschaftung der seit Generationen erarbeiteten Almen, Felder und Weiden immer schwieriger.

In der abgesicherten Welt der ASVGler kann man sich das kaum vorstellen.

Das Drama ist, man gibt halt nur ungern auf. Die emotionale Bindung zur Landwirtschaft ist groß und so steht man halt auch oft krank im Stall und arbeitet sich kaputt. So geschehen mit meinem Vater und dessen Vater. Ich werde mich wohl oder übel dazu durchringen den Betrieb zu verpachten. Der Strukturwandel findet sowieso statt. Ohne Agrarförderungen (die großteils an Auflagen gebunden sind) könnten tausende Betriebe sofort zusperren. Dann gute Nacht ländlicher Raum.

Was bleibt ist nur der Bitterkeit sich von selbstdeklarierten "ASVG-Sklaven" verhöhnen zu lassen in seinem Überlebenskampf. Aber die vergessen nur zugern, dass die letzten hundert Jahre ihnen Privilegien gebracht haben, von denen Selbstständige und Bauern im Speziellen nicht mal zu träumen wagen.

Gast: Marknecht
01.09.2010 08:33
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Etwas zum Nachdenken

1. Marktordnungsprämien werden in ganz Europa ausbezahlt. Eine Streichung nur in Österreich würde den Wettbewerb noch mehr verzerren und alle heimischen Bauern benachteiligen. Ein Ergebnis der Ausgleichszahlungen sind insgesamt niedere Lebensmittelpreise für 500 Mill. Konsumenten.
2. Ein Teil der so kritisierten Zahlungen sind ÖPUL-Mittel, d.h. hier werden für konkrete Gegenleistungen (Verzicht auf Handelsdünger, Fungizide, Pestizide, Herbizide, vorgegebene Bewirtschaftungsformen, also für sehr umweltbewußte und stark kontrollierte Landbewirtschaftung und Verzicht auf höhere Erträge) Mittel ausbezahlt. Diese Beträge sind flächenbezogen. Klar, dass ein Betrieb mit 10 ha weniger bekommt als ein solcher mit 50 oder 100 ha.
3. Im Interesse einer objektiven Diskussion sollte man zwischen Marktordnungs - und Ausgleichszahlungen, Umweltzahlungen, Ausgleichszahlungen für Bergbauern und Förderungen jeglicher Art unterscheiden - das einzig gemeinsame ist, dass alles unter dem Begriff "Agrarmittel" in einen Topf geworfen wird.
4. Abschließend eine Polemik: es steht jedem Menschen frei, statt "die Bauern" zu beneiden, selbst einen Betrieb zu pachten (täglich hören ja etliche Betriebe mit der Bewirtschaftung auf) und in der Landwirtschaft das große Geld zu machen. Ich habe aber den Eindruck, dass MIT der Landwirtschaft viel mehr verdient wird als IN der Landwirtschaft.

Antworten Luzius
01.09.2010 12:34
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Re: Etwas zum Nachdenken

derart viel plabla liest man hier doch selten, und sollte doch etwas beleuchtet werden.

zu 1) Das Ergebniss daraus sind NICHT billigere sondern ebenso hohe Presie wie ohne Subventionen siehe obiges Bsp Iglo.

zu 2) Wer kontrolliert denn diese angeblichen Vorgaben ?

zu 3) dient rein zum verwirren.

zu 4) Beneiden kann man oder auch nicht; wenn jemand aber einfach für das Brrachlegen Subventionen bekommt, hört sich der Spass auf !
Übrigens sind Gärtner auch überbezahlte Nutzniesser nicht nur aus Brüssel, sondern landesbezogen !
Das die sich Villen überall leisten können und Traumpreise für ihr Gemüse und Blumen verlangen dürfen trägt zusätzlich dazu bei !

Antworten Antworten Gast: marknecht
01.09.2010 13:59
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Re: Re: Etwas zum Nachdenken

Schade, aber Ablehnung und Ablenkung tragen nicht zur Aufklärung bei. Vielleicht hilft das Stöbern in www.bauernzeitung.at für die Zusammenhänge oder www.ama.at für Auflagen und Verordnungen!

Re: Etwas zum Nachdenken

Wozu pachten? Eine Agrargemeischaft in Tirol gründen, dann wird's einem geschenkt.

Antworten Gast: Peter Immerweiß
01.09.2010 10:48
1 0

Zum lachen.

Ich bin aus der Putzereibranche und wir erhalten keine Mittel für das Nichtverwenden von schädigender Chemie, uns wurde das einfach verboten und dies ist mit Strafgesetzen abgesichert. Und genau so läuft es bei allen Gewerben. Nur die Bauern - kriegen Geldzuckerl statt Verbote.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
01.09.2010 09:21
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Re: Etwas zum Nachdenken

Nicht vom Pachten schwafeln. Sie wissen ganz genau das Bauernland sehr schwer zu erwerben ist. Wer will schon pachten?

Antworten Antworten Gast: IMMO
01.09.2010 09:39
0 0

Re: Re: Etwas zum Nachdenken

Wenn Bauern 500, 600, 750 € je Hektar Pacht zahlen können, ist die Interesse da. Egal in welchen Gebiet, es gibt immer eine Schwerpunktregion, wo die Bauern sich einschießen und zahlen.

Gast: johnälpler
01.09.2010 08:08
1 0

eine Hand wäscht die andere...

...es wird dabei vergessen, dass die "Großbetriebe" wiederum die größten direkten und indirekten Förderer der ÖVP sind. Fällt also hier Geld weg, geht auch für die ÖVP Geld flöteln. Außerdem ist bei einer Einschränkung der Fördermittel auf Vollerwerbsbauern, was eine gute Idee ist, darauf hinzuweisen, dass die Pflichtmitgliedschaft in der Landwirschaftskammer auch aufgehoben werden muss, da ja die Hauptaufgabe die Beratung bei Förderungen ist. Kürzungen bei sonstigen betrieben wie Verbänden oder Fortbildungsinstituten, wo viele ÖVPler untergebracht sind, schwächt den Einfluss der ÖVP noch mehr. Schwarzbuch ist hier wirklich doppelsinnig.

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Der Bauer ist der traditionelle Erzfeind der Linken,

die ja einst Knechte und Mägde waren. Mit Beginn des Industriezeitalters gingen sie in die Stadt und wurden Arbeiter. Der Hass auf die ehemaligen Ausbeuter aber blieb in Erinnerung. Hinzu kamen weitere Feinde, Großindustrielle und Banker. Wie einst die sierigen Bauern, die den Speck nur zu Weihnachten rausrückten, gaben auch die Banken ihr Geld nicht ohne weiteres her, obwohl es dort massenweise herumliegt und scheinbar von niemandem gebraucht wird.

Traditionell ist auch der Hass der Linken auf die Kirche. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits ist Sozialismus auch eine Religion und somit Konkurrenz und andererseits waren früher die meisten Priester Bauernsöhne.

Als Knechte und Mägde erhielten die Linken äußerst selten Fleisch. Meistens gab es Mehlbrei oder im Herbst ein paar Zwetschken und Nüsse. Durch die lange Anpassung an fleischlose Kost entwickelte sich eine Fleischintoleranz. Das erklärt, weshalb heute sehr viele Linke vegetarisch leben. Die Milch vertragen sie hingegen sehr gut, denn davon haben sie sich beim Melken immer ein paar kräftige Schlucke abgezweigt. Die Tiere sehen sie als ihre Brüder und Schwestern, weil sie selbst vom Bauer auch nicht anders behandelt wurden als sein Vieh. Diese Linie wählt gerne die Grünen. Dort gibt es aber auch welche, die in der Stadt aufgewachsen sind und als Kind ein Meerschvveinchen hatten.

Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
01.09.2010 09:25
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Der Bauer ist der traditionelle Erzfeind der Linken, die ja einst Knechte und Mägde waren. Mit Beginn des Industriezeitalters gingen sie in die Stadt und wurden Arbeiter. Der Hass auf die ehemaligen Ausbeuter aber blieb in Erinnerung.

Knechte und Mägde, Ursprung: weichende Erben. Gesoinde, endlich Gesindel! Nur wenige dürften es in Richtung Stadt gemacht haben!

 
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