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Skylink: 300 Seiten vernichtende Rechnungshof-Kritik

03.09.2010 | 17:04 |  Von Hedi Schneid (Die Presse)

Der Rechnungshof-Rohbericht ist fertig - die Prüfer orten Missmanagement und fehlende Kostenkontrolle. Misswirtschaft und Überforderung sind Gründe für die Kostenexplosion.

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Wien. Für dieses Wochenende ist die Führungsspitze des Flughafens Wien mit einer Lektüre versorgt, die spannender nicht sein könnte: Knapp 300 Seiten hat der Rechnungshof-Rohbericht zum Finandebakel rund um den neuen Terminal Skylink. Das Konvolut, das am Freitag dem Flughafen und seinen beiden Hauptaktionären, den Ländern Wien und Niederösterreich, zugestellt worden ist, liest sich wie ein Krimi - ohne Happyend. Die Kritik - Chaos bei Planung und Baumanagement, fehlende Kontrolle - lässt nur einen Schluss zu: Misswirtschaft und Überforderung sind die Hauptgründe für die Kostenexplosion auf 830 Mio. Euro.

Seit 23. Oktober durchkämmen die Prüfer des Rechnungshofs (RH), die erst nach einer Gesetzesänderung Zutritt bekamen, die Unterlagen zum Skylink. Ihre wichtigsten Schlussfolgerungen:

► Planung: Geld wurde schon verbrannt, lange bevor der erste Spatenstich erfolgte. Der Terminal war usprünglich doppelt so groß projektiert. Als nach den Terroranschlägen von 9/11 der Luftverkehr stark zurückging, wurde das Bauvorhaben auf die Hälfte redimensiert. Die damals veranschlagten Kosten: 420 Mio. Euro. Die Umplanung hat viel Geld verschlungen.

► Wahl der Architekten: Die Jury reihte zwei Projekte, die völlig diametral ausgerichtet waren, an die erste Stelle. Dann wurde die Jury abgesetzt, und der Vorstand selbst gab Itten+Brechbühl/Baumschlager-Eberle den Zuschlag. „Architektur" siegte über „Funktionalität" (Projekt Frank&Partner). Frank klagte, weil er viele Ideen beim mehrfach umgearbeiteten Itten-Konzept wiederfand, und gewann beim OGH. Der jahrelange Prozess verschlang viel Geld.

► Sonderprojekte: Um die Kosten niedrig zu halten, wurde eine ganze Reihe von „Sonderprojekten", die auch, aber nicht unmittelbar dem Skylink zuzurechnen sind, ausgelagert. Das sind etwa die Sicherheitsmaßnahmen, die Gepäcksortieranlage und das Passagierleitsystem. Sie machen 100 bis 150 Mio. Euro aus. Die „Kostenwahrheit" hat gefehlt.

► Konsulenten: Bald nach Baubeginn 2004/05 begann das Budget zu wackeln - was der Vorstand mit Herbert Kaufmann an der Spitze immer in Abrede gestellt hat. Mehrfach wurde umgeplant, umdisponiert, neu strukturiert. Allerdings fehlte der Generalunternehmer, das Management hat jedoch seine Aufgabe als Bauherr nicht wahrgenommen. Die Projektleitung wurde öfter ausgetauscht. Parallel dazu wurden zig Berater engagiert, die mindestens 100 Mio. Euro verschlangen und das Chaos nur noch verschärften.

► Mängel: Bei der Beweissicherung wurden allein 700 Mängel am Bauvorhaben konstatiert.

Einen Monat hat der Flughafen nun Zeit für die Stellungnahme, drei Monate die Länder. Genug Zündstoff für die Landtagswahlen in Wien am 10. Oktober.

 

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67 Kommentare
 
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Gast: Gastname
06.09.2010 08:42
0 0

"Mängel"


Der Flughafen hat im Juni 2009 allen 104 Professionisten während der Erfüllungsphase die Verträge "gekündigt".

Bei unfertigen Gewerken von "Mängel" zu sprechen ist pure Flughafenpropaganda.

Gast: nix vir unguad
04.09.2010 23:54
0 0

Das war mit den heimischen Architekten/Bauleitung vorauszusehen

Ein solches Projekt übergibt man an ein Internationalem Unternehmen das Efahrung im Flughafenbau hat. Es gibt genug ConsultingEngineers und Architekten Büros die Erfahrung im Flughafenbau haben und Projekte innerhalb des Budgets und des Zeitraums abwickeln können. Die waren wahrscheinlich im Ausschreibungswettbewerbs teurer, aber wären auf langer Sicht die billigsten gewesen.
Von wo kann ein heimischer Konsultent/Architekt Erfahrung im Flughafenbau haben?

Gast: Wunderlich
04.09.2010 17:36
0 0

wert's auch mal einig

jeder schimpft hier über diese und jene Partei. Schaue ich zurück, hat jede Partei, welche die Möglichkeit bekommen hat sich nicht mit Ruhm überschüttet, sowohl auf Gemeinde, Bezirks, Landes & Bundesebene (außer für die ewig gestrigen, die wissen schon welche Zeit ich meine). Müsste dann nicht der eigentliche Schluss lauten niemanden die Macht zu überlassen, denn eine Besserung ist bei den kommenden Wahlen sicher nicht in Sicht, außer die bestehenden Verhältnisse abzusichern

Der_Q
04.09.2010 16:48
0 0

warum nur

kann man die verantwortlichen nicht wegen betrugs, freundalwirtschaft, blendung, veruntreuung, usw usf verhaften, enteignen und für jahre in nen dunklen loch verrotten lassen ?

Antworten blablub
04.09.2010 21:33
0 0

Re: warum nur

Weil wir in einem Rechtsstaat leben.

Gast: gast
04.09.2010 14:35
0 0

und wieder ein roter korruptionssumpf



auf unsere kosten!

schickt die antiösterreicher zum teufel!

Re: und wieder ein roter korruptionssumpf/gast

Nur "roter" Sumpf? Dann beantworten Sie mir, bitte, folgende Frage: was macht der Ex-Türlsteher der Halbglatze aus St. Pölten dann im Vorstand der Flughafen AG?

Antworten Antworten Gast: gast
04.09.2010 19:54
0 0

Re: Re: und wieder ein roter korruptionssumpf/gast

was er macht?
gemeinsam mit deinem bsuff aus wien an schlecht'n eindruck!

Re: Re: Re: und wieder ein roter korruptionssumpf/gast

Äh, wie, bitte? Ein - rein - "roter Skandal"? Bezeichnen Sie, bitte, nie wieder einen Anderen als "bsuff"!

APFELSYS
04.09.2010 14:21
0 0

Eines verstehe ich nicht!

Sarrazin entlässt man fristlos (kommt sicher), weil er seine - von der Mehrheit goutierte - Meinung öffentlich kundtut.

Pröll, Häupl und vor allem Kaufmann werken noch immer! Bei Kaufmann wäre eine Fristlose mit Sicherheit angebracht. die beiden Anderen: Untersuchungsausschuss oder gleich die Staatsanwaltschaft!


Ich weiß jetzt schon,

welche Poltiker dafür den Hut nehmen werden: keine.

0 0

Die Absicht mit Vorsatz den Steuerzahler zu linken, wurde von den obersten der Länder organisiert.

Für die Redlichkeit im Lande kassieren die gut 200000.- € je Monat und sind damit Haftbar.

Der Pröll meinte einem kleinen, gebrechlichem Pfarrer gegenüber, er verdiene wegen seiner Akademikerei und der Verantwortung den Menschen gegenüber zu recht so viel.

Der kleine Pfarrer war verdattert, aber der Pröll steht auch deswegen als Lügner da, wenn er nicht seine Verantwortung trägt.

Häupl ist ein anständiger Sozialist, kassiert und schweigt - der gibt nichts mehr her den muß man abwählen um wie Grasser den Prozess zu machen.


Gast: TT1
04.09.2010 13:11
3 0

Danke Erwin und danke Michi!

Die von EUCH handverlesene Vorstandsebene - Vollprofis bis ins Mark!

Ratio
04.09.2010 12:37
3 0

Idiotie, Unwissenheit, Unfähigkeit, Proporz, Schieberei, Freunderlwirtschaft

ergibt:
Chaos, Fiasko und Schulden.

Leidtragende:
Steuerzahler

Gewinner:
Die Verantwortlichen.

Zukunft:
Alle ins Loch!

Kontrahent
04.09.2010 11:56
1 0

Wieso Stellungnahme ?

Fristlose für alle Verantwortlichen wegen totaler Unfähigkeit. (So würde bei kleinen Beträgen in jedem gesunden Unternehmen mit verantwortungsbewusstem Management entschieden).

Antworten Kantig
04.09.2010 15:55
0 0

Re: Wieso Stellungnahme ? >> Wäre ich unanständig wenn ich als Defraudant einiger 100Millionen mit der fristlosen Kündigung einverstanden wäre?

Na also!

Antworten Antworten Kontrahent
04.09.2010 19:47
0 0

Re: Re: Wieso Stellungnahme ? >> Wäre ich unanständig wenn ich als Defraudant einiger 100Millionen mit der fristlosen Kündigung einverstanden wäre?

Natürlich nicht.- Machen doch alle;-)

bula sagt
04.09.2010 11:08
3 0

nur ein kleines missverständnis

schon bei der planungsabsicht haben die rotschwarzen eigentumsvertreter und ihr devoter vorstand statt "skylink"
"sei link" verstanden und demgemäss gehandelt.

Gast: Parteiloser
04.09.2010 10:42
2 0

Wer wird kritisiert?

Meiner Meinung nach haben die Eigentümer immer eine Verantwortung für das Unternehmen. Der dominierten Eigentümer waren die Länder NÖ und Wien, welche auch den Aufsichtsrat und damit den Vorstand immer besetzten.

Die Eigentümervertreter sind von beiden Ländern die Parteien, welche in beiden Ländern die absolute Mehrheit halten. Es ist eine eindeutige Verantwortung der SPÖ Wien zusammen mit der ÖVP NÖ. Beide Parteien haben in Ihrer Verantwortung total versagt und die wichtigen Verantwortungen nur an Parteibonzen vergeben, welche niemals für die Aufgabe geeignet waren. Tatsächlich sollten Häupl und Pröll die Verantwortung dafür auch offiziell übernehmen, diese Verantwortung hatten beide Personen immer!

Richtig lächerlich ist aber die gewünschte Darstellung, dass es sich um ein privatisiertes Unternehmen handelt, weil eben Börsennotiert. Der RH Bericht zeigt deutlich das Versagen des Parteibonzentums auch bei diesem Unternehmen auf.

Die Flughafen Wie AG ist nur ein weiteres typisches Beispiel wie die Bonzen Österreich abwirtschaften. Eher kein Unterschied zur Verwaltung, zum Gesundheits- und Bildungswesen, zur ÖBB, zur ÖIAG, zum ORF, zu den Kammern, zu den Gemeinden, etc.

Weil aber die Parteien noch immer bis zu 3/4 des BIPs kontrollieren, und überall Misswirtschaft und Freunderlwirtschaft ist, wird Österreich wirtschaftlich und gesellschaftlich zerbrechen müssen.

Österreich muss die Griechische Tragödie auch erreichen, geht so nicht anders.

Antworten Gast: Markus Trullus
05.09.2010 22:42
0 0

Re: Wer wird kritisiert?

und sie werden wieder gewählt! Wetten?

Antworten Gast: gast
04.09.2010 13:57
0 0

Re: Wer wird kritisiert?

ich stimme ihnen zu, der krebs hat sich in jedem lebenswichtigen organ dieser republik eingenistet. der wirt muss sterben.

mfg

AUG A3 SF
04.09.2010 09:21
3 0

uuiuiu

na da wird die spö aber zittern müssen...hehehehe...

freu mich wenn ein paar wahrheiten auf den tisch kommen...wird nicht gutgehen für die spö !

Hokii
04.09.2010 08:29
2 1

Denn sie wissen nicht was sie tun......

Skylink darf getrost als Paradebeispiel desaströser Günstlingswirtschaft und politischer Kumpanei zwischen Pröll und Häupl bezeichnet werden.

Viel zu lange wurde zugeschaut wie eine heillos überforderte Truppe vom Vorstand bis zum Ausichtsrat, dank politischem Schutzpatronat, ihre Unbedarftheit samt Unvermögen auf Steuerzahlerkosten auslebte und den Karren an den Wand fuhr. Erst dann absentierten sich Multifunktionäre wie Hameseder oder Coreth per Schleudersitz aus den Gremien.

Ein Häuslbauer mit der schlichten Kompetenz eines Kaufmanns oder Gabmanns etwa würde zeitlebens im Keller hausen.

Gast: Gast
04.09.2010 07:16
4 0

Wann wird endlich Herbert Kaufmann gefeuert

er verdient trotz dieser Schweinerei weiterhin einen riesigen Gehalt als Vorstandschef und waehnt sich in Sicherheit vor dem Staatsanwalt.

3 0

Re: Wann wird endlich Herbert Kaufmann gefeuert

Fragen Sie Herrn Häupl !

Re: Re: Wann wird endlich Herbert Kaufmann gefeuert

Herr Häupl ist leider erst morgen wieder anspr... äh erreichbar!

 
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