Per Ende Juni 2010 hatten die österreichischen Banken laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) Derivativkontrakte von 2587 Milliarden Euro offen. Das war ein Anstieg um 13,4 Prozent im heurigen ersten Halbjahr. Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny konnte am Montag im "Standard"-Chat die Frage nach dem unterm Strich damit verbundenen Risiko "ad-hoc nicht seriös beantworten".
Er verwies jedoch darauf, dass auf EU-Ebene derzeit Bestrebungen liefen, für Derivativgeschäfte bessere Transparenz und Kontrolle zu schaffen - indem diese Geschäfte so weit wie möglich über "Central Counterparties" geführt werden müssen. "Ich hoffe sehr, dass diese Vorschläge auch möglichst weitgehend im EU-Gesetzgebungsverfahren umgesetzt werden", erklärte Nowotny in dem Internet-Chat.
"Reserven der Nationalbank aufstocken"
Nowotny bekräftigte seine Absicht, die Reserven der Oesterreichischen Nationalbank wieder aufstocken zu wollen. Es sei richtig, dass die OeNB in einzelnen Jahren der Vergangenheit "massive zusätzliche Gewinnausschüttungen durchgeführt" habe, sagte der Notenbank-Chef auf eine Frage nach milliardenschweren Währungsreserveauflösungen unter dem früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser. In den letzten Jahren, so Nowotny, "ist es uns jedoch wieder gelungen, die Reserven der Notenbank wieder deutlich zu steigern".
"Allein für 2009 konnten wir die spezielle Risikorücklage um 500 Millionen Euro aufstocken." Auch für 2010 werde eine Aufstockung angestrebt, da in der Tat mit der Finanzkrise auch die Risiken der Notenbank und damit die Notwendigkeit entsprechender Rücklagen gestiegen seien.
Massive Gewinnausschüttungen unter Grasser
Ein Poster fragte Zusammenhänge zwischen der Nationalbank und Ex-Finanzminister Grasser sowie Spekulationen nach, wonach Grasser ohne die OeNB nie ein Nulldefizit erreicht hätte. Das wollte Nowotny im Einzelnen nicht kommentieren. "Faktum ist, dass die Notenbank während einiger Jahre massive Gewinnausschüttungen an die Republik geleistet hat."
Die Währungsreserven bezifferte Nowotny mit zur Zeit 14,1 Milliarden Euro, davon 9,1 Milliarden Euro in Gold.
(APA)
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