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Österreichs Banken mit 2,6 Billionen Euro an Derivaten

20.09.2010 | 12:57 |   (DiePresse.com)

Die Zahl der Derivatkontrakte ist im ersten Halbjahr um 13,4 Prozent gestiegen, wie hoch das Risiko der Geschäfte ist, kann Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny nicht sagen.

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Per Ende Juni 2010 hatten die österreichischen Banken laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) Derivativkontrakte von 2587 Milliarden Euro offen. Das war ein Anstieg um 13,4 Prozent im heurigen ersten Halbjahr. Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny konnte am Montag im "Standard"-Chat die Frage nach dem unterm Strich damit verbundenen Risiko "ad-hoc nicht seriös beantworten".

Er verwies jedoch darauf, dass auf EU-Ebene derzeit Bestrebungen liefen, für Derivativgeschäfte bessere Transparenz und Kontrolle zu schaffen - indem diese Geschäfte so weit wie möglich über "Central Counterparties" geführt werden müssen. "Ich hoffe sehr, dass diese Vorschläge auch möglichst weitgehend im EU-Gesetzgebungsverfahren umgesetzt werden", erklärte Nowotny in dem Internet-Chat.

"Reserven der Nationalbank aufstocken"

Nowotny bekräftigte seine Absicht, die Reserven der Oesterreichischen Nationalbank wieder aufstocken zu wollen. Es sei richtig, dass die OeNB in einzelnen Jahren der Vergangenheit "massive zusätzliche Gewinnausschüttungen durchgeführt" habe, sagte der Notenbank-Chef auf eine Frage nach milliardenschweren Währungsreserveauflösungen unter dem früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser. In den letzten Jahren, so Nowotny, "ist es uns jedoch wieder gelungen, die Reserven der Notenbank wieder deutlich zu steigern".

"Allein für 2009 konnten wir die spezielle Risikorücklage um 500 Millionen Euro aufstocken." Auch für 2010 werde eine Aufstockung angestrebt, da in der Tat mit der Finanzkrise auch die Risiken der Notenbank und damit die Notwendigkeit entsprechender Rücklagen gestiegen seien.

Massive Gewinnausschüttungen unter Grasser

Ein Poster fragte Zusammenhänge zwischen der Nationalbank und Ex-Finanzminister Grasser sowie Spekulationen nach, wonach Grasser ohne die OeNB nie ein Nulldefizit erreicht hätte. Das wollte Nowotny im Einzelnen nicht kommentieren. "Faktum ist, dass die Notenbank während einiger Jahre massive Gewinnausschüttungen an die Republik geleistet hat."

Die Währungsreserven bezifferte Nowotny mit zur Zeit 14,1 Milliarden Euro, davon 9,1 Milliarden Euro in Gold.

(APA)

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9 Kommentare
Gast: Bankster Republic
21.09.2010 23:11
0 0

Mit anderen Worten: Der kleinste Luftzug und das System bricht zusammen

Wie die Dominosteine werden die Banken sich gegenseitig umwerfen. Alles Geld Österreichs wird nicht reichen, um diese Löcher zu stopfen.

Das Schneeballsystem eröffnet seinen letzten Akt...

Gast: goethe
20.09.2010 19:15
3 0

derivate

Warren Buffet nannte die Derivate finanzielle Massenvernichtungswaffen. Alle wissen es. Auch Prof Nowotny weiss es warum sagt er nichts, weil seine Herren in den Zentralbanken und in den Geldadelsfamilien dann nicht mehr mit ihm reden.

Derivate sind eine kranke Erfindung von Greenspan und sind der Fluch der Menschheit im 21. Jahrhundert. Aber ist sowieso schon zu spät bald kommt die Währungsreform.....

Antworten freddy
20.09.2010 19:49
2 0

man sollte meinen, der Herr Professor weiß es besser

aber tatsächlich hat diese Branche bewiesen, daß Selbstbereicherer Möchtegernexperten und Mitläufer den Ton angeben.
Traurig, daß der Sumpf nicht trocken gelegt wurde, die tanzen uns weiter auf der Nase herum.

Gast: gast
20.09.2010 17:43
1 0

Fehlkonstuktion

Der Hauptfehler im heutigen Geld- und Bankensystems wird wieder einmal klar offengelegt:

1.Der Steuerzahler kann nicht lender-of-last-ressort sein.

2.Es darf keine systemrelevanten Banken geben, die angeblich alternativlos aufgefangen werden müssen.

Gast: Parteiloser
20.09.2010 14:04
1 0

Die 2,6 Billionen Euro sind höher als die gesamte Bilanzsumme aller Austro- Banken!

Das bedeutet, dass es entweder eine Falschmeldung des Hrn. Nowotny ist, oder aber, dass die Derivate nicht in den Bilanzen zu finden sind. Eventuell scheinen nur viel kleinere Werte in den Bilanzen auf, weil mit Hebeln gearbeitet wird. Das bedeutet aber am Ende nichts anderes, als dass das Risiko der Banken bei diesen Produkten niemals korrekt dargestellt werden kann. Das Risiko ist ja viel höher als das eingesetzte Kapital!

Das sind nur Zocker am Werken, welche sich einen Dreck um den eigenen Nutzen der Gesellschaft kümmern. Es wird realwirtschaftliche Leistung abgezogen als gäbe es kein Morgen. Eine solche Finanzwirtschaft ist höchst schädlich für eine Volkswirtschaft!

Diese Typen werden das aber solange machen bis die Währungen und die Wirtschaft tot am Boden liegen. Dann erst ist "deren" Arbeit beendet.

Antworten Gast: Trillion
20.09.2010 17:48
0 0

Re: Die 2,6 Billionen Euro sind höher als die gesamte Bilanzsumme aller Austro- Banken!

Die Zahlen gibt es hier; siehe ausserbilanzmässige Finanzgeschäfte

http://www.oenb.at/de/stat_melders/presse/Finanzinstitutionen/kreditinstitute/pa_20100916_erstmaliger_anstieg_der_bilanzsumme_der_banken_seit_ende_2008.jsp#tcm:14-206188

Antworten Antworten Gast: Parteiloser
20.09.2010 18:26
0 0

Re: Re: Die 2,6 Billionen Euro sind höher als die gesamte Bilanzsumme aller Austro- Banken!

Danke für den Link.

Es scheint, die spinnen total und keiner macht was dagegen!

Antworten Gast: trader1
20.09.2010 15:12
0 0

Re: Die 2,6 Billionen Euro sind höher als die gesamte Bilanzsumme aller Austro- Banken!

... naiv, wenn man von einem notenbanker eine konkrete mit zahlen belegte antwort haben will :-):-)
aber wenn er es wirklich wissen will ..
... wenn man die erste, die bank austria, und die raiffeisen anruft (ist in zwei stunden passiert) dann hat man 80% des volumens sowieso abgefragt, und den rest schätzt man halt dazu .......


Erich Bahn
20.09.2010 14:00
0 0

Die Währungsreserven bezifferte Nowotny mit zur Zeit 14,1 Milliarden Euro, davon 9,1 Milliarden Euro in Gold.

Derivatkontrakte - die Bombe, die das Weltfinanzsystem sprengt.

Das wirkliche Problem, über das niemand sprechen will, sind die Masse an Verbindlichkeiten aus Derivatkontrakten, die in der Größenordnung von Trillionen Dollars liegt.

www.bueso.de/.../derivatkontrakte-bombe-weltfinanzsystem-sprengt -

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