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Studie: Mehr Wachstum dank weniger Kinder

03.11.2010 | 18:32 |  Von Jakob Zirm (Die Presse)

Die alternde Bevölkerung gilt als große wirtschaftliche Gefahr für Länder wie Österreich. Der Geburtenrückgang kann aber auch zu mehr volkswirtschaftlichem Wohlstand führen - laut einer Studie der TU Wien.

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Wien. Ohne Zuwanderung würde Österreichs Bevölkerung von derzeit 8,4 Millionen Menschen bis 2050 auf 7,4 Millionen Menschen schrumpfen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Bevölkerungsprognose, die von der Statistik Austria am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Grund dafür ist, dass österreichische Frauen im Schnitt nur 1,4 Kinder in ihrem Leben bekommen. Rund zwei Kinder wären jedoch notwendig, um die Bevölkerungszahl zumindest stagnierend zu halten. Dennoch wird Österreichs Bevölkerung bis 2050 auf rund 9,5 Millionen Menschen ansteigen – durch Zuwanderung, aber auch dadurch, dass die Österreicher im Schnitt wesentlich älter werden. So steigt die Zahl der über 60-Jährigen von derzeit 23 Prozent auf über ein Drittel an.

Diese Entwicklung bereitet vor allem Wirtschaftsforschern Sorgen, da mit den fallenden Geburtenraten und der Alterung der Gesellschaft oft negative Auswirkungen auf das Wachstum verbunden werden. Laut einer Studie der TU Wien muss das aber nicht zwangsläufig so sein. Demnach könnte die schrumpfende Anzahl an Kindern auch zu einer Steigerung des Wirtschaftswachstums führen.

 

Mehr Ressourcen pro Kopf

Der Hauptgrund für dieses überraschende Ergebnis der Modellrechnungen ist, dass ein Rückgang der Geburten „bei den Eltern Ressourcen freisetzt, die idealerweise in die Ausbildung der Kinder fließen“, so Alexia Fürnkranz-Prskawetz, Professorin am Institut für Wirtschaftsmathematik. Diese höhere Ausbildung führt im Berufsleben in weiterer Folge zu qualifizierteren Jobs und höherer Produktivität. Der Effekt beschränkt sich dabei jedoch nicht nur auf das private Umfeld der – seltener werdenden – Kinder.

So sinken etwa auch in den Schulklassen die Schülerzahlen, was zu besserer Betreuung und in weiterer Folge besserer Ausbildung führt. Aber auch in der Arbeitswelt führt eine „Verteilung der vorhandenen Produktionsmittel auf eine kleinere Bevölkerung zu einer höheren Kapitalausstattung der einzelnen Arbeitskräfte“.

Konkret könnte das bedeuten, dass etwa in einer Fabrik die technische Ausstattung jedes Arbeiters besser und teurer wäre, wodurch auch seine Produktivität steigen würde. Mittelfristig würden diese Effekte zu einem höheren Wirtschaftswachstum und somit auch zu einem Anstieg des Wohlstandsniveaus führen.

Allerdings gibt es diese Entwicklung nur dann, wenn die frei werdenden Ressourcen auch wirklich in jene Bereiche investiert werden, die mehr Produktivität schaffen. „Das heißt vor allem Bildung und Lernen, und das lebenslang“, sagt Fürnkranz-Prskawetz.

 

Höheres Pensionsantrittsalter

Außerdem muss das Pensionsantrittsalter an die ältere Bevölkerungsstruktur angepasst werden: „An einer Anhebung des Antrittsalters führt kein Weg vorbei.“ Denn pro Jahrzehnt werden die Menschen um zwei bis drei Jahre älter. „Die Anhebung des Pensionsantrittsalters muss aufgrund der steigenden Produktivität aber gar nicht in dieser Höhe ausfallen“, sagt Fürnkranz-Prskawetz. Die Ergebnisse der Studie würden jedoch auch nicht bedeuten, dass die öffentliche Debatte über mehr Migration nicht mehr notwendig sei.

Dass ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsprozess stärker integriert werden sollten, ist für Fürnkranz-Prskawetz eine wirtschaftliche Notwendigkeit. „Es ist eine Mär, dass sie weniger produktiv sind.“ So wurden im Rahmen der Studie auch verschiedene Unternehmen nach der Altersstruktur ihrer Arbeitnehmer und der Produktivität der Firma untersucht. Laut den Ergebnissen führt eine jüngere Altersstruktur der Mitarbeiter dabei nicht immer zu einer höheren Produktivität des Unternehmens. „Die Organisationsstruktur ist oft wesentlich entscheidender als die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters“, so Fürnkranz-Prskawetz.

 

Flachere Lohnkurve

Eine Zunahme an älteren Arbeitnehmern am Arbeitsmarkt dürfte auch einen weiteren, von Wirtschaftsforschern oft gewünschten Effekt haben: ein Abflachen der Lohnkurve. Da Junge und Alte nicht beliebig austauschbar seien, führt ein stärkeres Angebot von älteren bei einem geringeren Angebot von jüngeren Arbeitnehmern zu einer Angleichung der Löhne.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2010)

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46 Kommentare
 
1 2
heinz57
06.11.2010 22:26
0 0

leider ist die Grundannahme falsch

fragt man die VS Lehrerinnen, bestimmt das Bildungsniveau der Eltern auch das der Kinder.
Selbst wenn offensichtlich die Kinder eine höhere Schule zu besuchen in der Lage wären, können Eltern mit Hauptschulabschluss sich dies einfach nicht vorstellen.Es wird Ausnahmen geben, aber der mainstream verhällt sich so.
Was machen die Kinderlosen?
Es gibt übrigens auch Abwanderung nicht nur Zuwanderung.Wurde dies mitberechnet?
Qualitative Sozialforschung kann hier Vorsicht walten lassen.Der Mensch ist nicht so leicht in mathematische Formeln zu pressen, wie Techniker dies oft glauben.Der Mensch ist keine Maschine.

Luzius
04.11.2010 16:08
1 0

derartige Erkenntnisse sind nicht neu

wurden und werden aber immer noch von einigen in der Industrie und der Linken verhindert, um statt Wohlstand mehr Armut zu fabrizieren.
Ältere Semseter werden sich noch daran erinnern wie es in den 70ern mit 7,5mio Einwohner war und heute ist !
Es ist auch eine Mär zu behaupten proporzional zur Bevölkerungsexplosion mehr Arbeitsplätze schaffen zu können, wie es die derzeiige Politik ja immer noch gern versucht.

Antworten heinz57
06.11.2010 22:43
0 0

Re: derartige Erkenntnisse sind nicht neu

die goldenen 70er.Eine linke regierung die großartige Reformen gemacht hat aber leider auch viele Schulden, an denen wie heute noch knabbern.
Damals hatten die Eliten noch Angst vor der UdSSR und teilten mit den Armen.Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.Heute nicht mehr nötig und daraus ergeben sich die meisten Probleme.Auf die Zuwanderer zeigt man gern mit dem Finger , denn die eigene Nase lässt sich so schwer sehen.

Antworten Gast: Weniger ist mehr
04.11.2010 17:45
0 0

"nicht neu"? Guter Witz!

Bitte nachzulesen:

Thomas Malthus, "Essay on the Principle of Population" (1798)

Antworten Antworten heinz57
06.11.2010 22:31
0 0

Re: Enttäuschung

Malthus ist schon veraltet.
Er konnte nicht die Produktivität moderner Landwirtschaft voraussehen

2 0

Wie erkläre ich das meinen Wählern

Die TU kommt offensichtlich zu anderen Ergebnissen, als die hochgeschätzten Kollegen von der Hauptuni und den linken Denkfabriken.

BAntworter
04.11.2010 13:08
0 0

Darf man ganz kräftig lachen?

Ein Lob der neuerlich so übermäßig mit Ruhm bekleckerten Wissenschaft!!! Hoch - hoch - hoch!

Gast: gast
04.11.2010 12:16
3 1

NA ALSO !



dann aber schluß mit der shice, von wegen, wir brauchen zuwanderung !


brauchen wir NICHT !!!

Antworten heinz57
06.11.2010 22:54
0 0

Re: NA ALSO !

Wir brauchen ganz dringend Zuwanderung.Es darf nicht sein das alle in einem Dorf Huber oder Gruber heißen.Dieser Österreichische Hang zum Inzest, wird uns zum Schaden gereichen.Mischlinge sind widerstandsfähiger.Nichts ist ekelerregnder als das selbsgefällige Braten im eigenen Saft.
Warum müssen wir überhaupt erst Menschen brauchen, um sie neben uns auszuhalten ?Warum soll nicht jeder dort leben können wo es ihm/ ihr behagt?

seerose
04.11.2010 11:49
4 0

zuwanderung

es klingt sehr gut,wenn gesagt wird,daß wir zuwanderung brauchen sonst gehen wir an überalterung zugrunde.man sieht in vielen ländern,daß die zuwanderung auch enorme probleme bereitet sprich hohe arbeitslosigkeit.was hat der staat von arbeitslosen zuwanderern?man blicke nach frankreich wo jugendliche autos anzünden,weil sie keine arbeit haben.

Antworten heinz57
06.11.2010 23:01
0 0

Re: zuwanderung

Frankreich ist ein besonders schlechtes Beispiel , weil da das Problem der Rassissmus der Farnzosen ist, der die Probleme heraufbeschwört.
Es gibt gut ausgebildetet Jugendliche , die keinen Job bekommen weil sie einen arabischen Namen haben.
Probleme gibt es immer, die Frage ist ob die politik bereit ist sie zu lösen oder nur an den Stadtrand schiebt.
Wie kommen den die spanischen Erdbeeren ins Körbchen ?

17und4
04.11.2010 11:40
1 1

endlich jemand, der auch die Vorteile sieht

und nicht die geldgeilen Pensionsjammerfurzer

bufo
04.11.2010 10:44
4 1

"Der Geburtenrückgang kann aber auch zu mehr volkswirtschaftlichem Wohlstand führen"

Endlich sagt das mal wer.

Europa ist bis auf Skandinavien hoffnungslos überbevölkert. Das sollte man sich mal in Erinnerung rufen.
Weniger Menschen auf mehr Raum bedeutet mehr Wohlstand (siehe Skandinavien).
Ein Schrumpfen ist absolut wünschenswert!

Das Problem ist für 1-2 Generationen die Finanzierung der Renten. Aber auch das lässt sich bewerkstelligen.
Und dieses seltsame Staats-Versorgungsdenken ist ohnehin reif zur Entsorgung.


Antworten Türkin
04.11.2010 16:12
1 0

Re:

Meine Rede. Seit vielen Jahren propagiere ich die max. 1 Kind Gesellschaft.
Übergangsfristen müssen erstellt werden. Auch wird es in den Übergangsregelungen ein wenig "knapp" mit Geld, aber dafür werden es unsere Nachfolgegenerationen Danken.
Das einzige das Europa aus jetztiger Sicht hinterlassen wird an unsere Nachfolgegenerationen sind unbezahlbare Schulden, ein Desaster an Einwanderungspolitik. Kultur und Bildung auf niedrigstem Niveau.
Verrohung, Respektlosigkeit, Gewalt und Verantwortungslosigkeit uvm.
Schönes "Erbe" das wir hinterlassen.

Unsere Kinder und Kindeskinder sollten uns zu Dank verpflichtet sein und uns nicht den "Teufel" wünschen.
Derzeit ist es der Teufel den wir bekommen werden und keinen Dank.

Antworten BAntworter
04.11.2010 13:10
0 0

Re:

Wie wär's mit den Erträgen aus Staatsanlagen, um die 1-2 Generationen Renten zu finanzieren? Hohe Renditen!

Antworten Antworten BAntworter
04.11.2010 13:16
0 0

Re: Re:

anLEIHEN muß das heißen.

Gast: gast
04.11.2010 10:18
0 2

dan aber uus mit ösiZi

8,4 Millionen Menschen bis 2050 auf 7,4 Millionen Menschen schrumpfen, davon sind 70 % AUSLANDER seid ihre schon geliefert ösi..

periskop
04.11.2010 09:50
3 2

Weniger Kinder sollen zu höherer Produktivität führen?

Es ist falsch, dass ein Rückgang der Geburten Ressourcen freisetzt, die in die Ausbildung der Kinder fließen. Ein kinderloses Paar gibt für Kinder gar nichts aus und wer wenig Kinder hat, gibt mehr für sich selbst aus. Weniger Kinder bedeutet auch weniger Hochbegabte, weshalb Innovationen und damit die Höhe der Wirtschaftsleistung zurückfallen müssen.
Auch dass weniger Kinder zu kleineren Schulklassen und zu besserer Ausbildung führen, ist unrealistisch. Unsere Schulen sind mit Einwandererkindern gefüllt, die kaum deutsch können, was einen ordentlichen Unterricht unmöglich macht. Alle Kinder verlassen die Grundschule mit einem Bildungsdefizit, dass sie nie werden aufholen können!
Bei den Universitäten führt die verfehlte Politik der Massenuniversität zu einem immer stärkeren Zurückfallen der österreichischen Universitäten in internationalen Rankings. Auch das schwächt Wachstum und Wohlstand!
Insgesamt haben wir in Zukunft nicht besser, sondern schlechter gebildete Menschen zu erwarten!
Dass die Verteilung der Produktionsmittel auf eine kleinere Bevölkerung zu höherer Produktivität der einzelnen Arbeitskräfte führt, ist auch falsch: Das entscheidende "Produktionsmittel" ist immer der Mensch, die Maschinen machen ja nichts von selbst. Weniger Menschen erstellen bei gleicher Innovationskraft auch weniger Investitionsgüter. Diese Kraft wird aber wegen schlechterer Bildung in Zukunft noch sinken!

Die Schwellenländer werden uns beim Wohlstand unaufhaltsam überholen!


Antworten Gast: KinderlosER
04.11.2010 14:16
0 0

Re: Weniger Kinder sollen zu höherer Produktivität führen?

Seid wann führen Kinder zu mehr Wohlstand??

- mehr Wohnraum (mehr Miete)
- ein Auto wird zur "Notwendigkeit"
- Infrastruktur (Kindergarten, Schulen etc.)
- Ausgaben für Schule und Betreuung

In Zeiten wie diesen sparen Familien an Ecken und Enden. Wie kommt dies der Wirtschaft zu Gute wenn Familien nicht das Geld haben? Durch die Unterstützung des Staates fliessen ausserdem weniger Steuereinnahmen in die Kassen.

Und wofür? Um die Arbeitslosenrate hoch und die Gehälter niedrig zu halten? Um die Immobilien in unerschwingliche Höhen gleiten zu lassen, aufgrund des fortwährenden Bedarfs?

Das Land braucht weder Nachwuchs noch Zuwanderung, sondern einen ausgeglichen Haushalt.

Selbst mit 10 Mio Bürgern würde das Land nicht besser da stehen. Wie auch, diese müssten erst am Arbeitsmarkt untergebracht werden.

Weniger ist oft mehr. ;)

Antworten BAntworter
04.11.2010 13:23
0 0

Re: Weniger Kinder sollen zu höherer Produktivität führen?

Was haben Sie erwartet? Die Studie ist von der TU! Für die ist die Welt ein Matadorkasten. Wenn sie nicht so will, wie ausklamüsert, dann liegt es nur daran, daß die Bausteine nicht so funktionieren, wie sie das sollen. Also ändern wir die Bausteine!

Dann "muß man" und "braucht man nur" weil "dann wird frei", etc. etc. Damit läßt sich alles erreichen. Man muß nur wollen.

Und am Schluß heißt es: Wir haben es bewiesen: es wäre schon gegangen, wenn ...!

Antworten Ausländer
04.11.2010 10:44
2 0

Re: Weniger Kinder sollen zu höherer Produktivität führen?

Es ist genauso falsch oder richtig wie die bisheute servierte Idee, dass man unbedingt mehr Zuwanderer braucht.

Antworten Gast: Fellini
04.11.2010 10:10
0 2

Re: Weniger Kinder sollen zu höherer Produktivität führen?

Bauchgefühl? Oder haben sie auch eine Studie durchgeführt?

Übrigens weniger Kinder in den Klassen bedeutet auch, dass Migrantenkinder mehr Zuwendung bekommen.

usw.....

realized
04.11.2010 09:50
4 0

Wer in die Hose pinkelt...

...hat´s auch kurz angenehm warm.

Leitwolf
04.11.2010 09:43
1 0

Dann bleibt ja nur mehr ein Problem: wer macht am Ende das Licht aus?


Antworten Gast: Lala80
04.11.2010 10:37
0 0

Re: Dann bleibt ja nur mehr ein Problem: wer macht am Ende das Licht aus?

Die Zuwanderer, wer sonst ;

Gast: Ab in die Klappsmühle
04.11.2010 09:27
0 1

Umkehrschluss

Ich hätte eine bessere Idee: Wir kriegen ab jetzt überhaupt keine Kinder mehr. Das geniale dabei: Wir brauchen unsere Staatsschulden nicht mehr zurückzahlen.

Einfach nur irr solche Studien wie die da oben...

 
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