26.05.2012 21:42 | Meine Presse Merkliste 0

Finanzbericht: Gemeinden pfeifen aus letztem Loch

20.12.2010 | 18:20 |   (Die Presse)

Die Finanzlage der Gemeinden verschlechtert sich dramatisch, sieben von zehn Kommunen kämpfen mit ernsten Schuldenproblemen. Dabei sie schon jetzt tief im Wasser, bei einer 11,5 Mrd. Euro Verschuldung.

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Wien/Red/Ju. Österreichs Gemeinden stürzen finanziell derart stark ab, dass selbst dem Präsidenten des Gemeindebundes, Helmut Mödlhammer, nur noch das Wort „dramatisch“ einfällt: Im Vorjahr hatten die Gemeinden erstmals keine freien Finanzmittel für Investitionen mehr zur Verfügung, heuer wird sich die Finanzlücke auf 260 Mio. Euro ausweiten, für 2011 fehlen aus heutiger Sicht 178Mio. Euro. Zum Vergleich: 2008 hatten die Gemeinden noch 549 Mio. Euro in der Kasse gehabt.

Dabei stehen die Gemeinden schon jetzt tief im Wasser: Nach dem jüngsten Gemeindefinanzbericht sind sie mit 11,5 Mrd. Euro verschuldet und haben zudem noch 6,4 Mrd. Euro an Haftungen übernommen. Gehaftet wird übrigens großteils für außerbudgetäre Verpflichtungen, beim Auslagern sind die Kommunen also flott unterwegs.

Die höchsten Pro-Kopf-Schulden weisen die niederösterreichischen Gemeinden auf (2311 Euro pro Gemeindebürger), gefolgt von Oberösterreich (1817 Euro), Vorarlberg (1783 Euro) und der Steiermark (1664 Euro).

Kurzum: Sieben von zehn heimischen Gemeinden sind die Finanzen aus dem Ruder gelaufen. Betroffen davon sind überproportional viele Kleingemeinden mit weniger als 2500 Einwohnern. Experten fordern schon länger, im Rahmen einer groß angelegten Staatsreform Gemeinden zu größeren und effizienteren Einheiten zusammenzulegen.

Auch Gemeindebund-Chef Mödlhammer will Strukturreformen – aber klarerweise nicht in seinem Bereich. „Ich halte nichts von Zwangszusammenlegungen“, meinte Mödlhammer. Fusionen seien höchstens in Einzelfällen vorstellbar. Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger plädierte für „Kooperationen statt Zusammenlegungen“.

(c) DiePresse

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Stabilitätspakt als Pfand

Anderswo kann sich Mödlhammer Reformen freilich vorstellen: Er verlangte bei der Präsentation des Finanzberichts eine Reformklausur von Bund, Ländern und Gemeinden zu den Themen Schule, Gesundheit und Pflege. Besonders die Pflegefinanzierung überfordert die Kommunen zusehends. Um mehr Geld für die Pflegefinanzierung zu erhalten, will Mödlhammer die Verhandlungen des Bundes mit Ländern und Gemeinden über den Abbau des Staatsdefizits als Brechstange nutzen: Er unterschreibe den Stabilitätspakt erst, wenn die Pflegefinanzierung gelöst ist, sagte er.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2010)

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45 Kommentare
 
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Gast: aus Westungarn
08.02.2011 20:45
0 0

Paralellgesellschaft

Ich sags ja, die Verwaltung hat sich verselbständigt. Politik, Bürokraten, Kammern, Sozialversicherung und Finanz: Sie Verwalten den arbeitenden Bürger, beuten ihn aus und versklaven ihn regelrecht. Es gibt keine Oposition und die Bürokraten ersticken jede Reformbewegung im Keim - wird alles sofort verboten. Diese Reformer zu verfolgen ist ihnen Milliarden wert. Zahlt eh der Bürger. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.

Gast: aus Westungarn
08.02.2011 20:34
0 0

Zusammenlegen

Alles wäre möglich auch ein Staat ohne Schulden, nur? Der Karren ist si verfahren, einer hetzt gegen den anderen, dieser Pseudowohlstand ist es halt nicht, der die Menschen glücklichmachen sollte.
Gemeinden müssen zusammengelegt werden und die Bezirkshauptmannschaften müssen dann aufgelöst werden. Aber die politischen Parteien sind nicht geeignet dafür. Es wird uns einmal gehen wie der DDR.

curcuma
21.12.2010 12:15
0 1

aus dem letzten loch!

doch die von den wiener roten beschlossene sozialhilfe für drittstaatsangehörige wird die belastung der gemeinden weiter erhöhen.
die roten arbeiten gewaltsam an ihrem untergang.

dank der vielen neuen von der regierung nicht kontollierbaren medien lässt sich nichts mehr vertuschen.


Gast: niederösterreicher
21.12.2010 11:44
0 0

Motte ist: einfach Kosten senken und Sparen

Wozu brauchen wir 9 Bundesländer - abschaffen - es würden 3 Regierungsbezirke als Verwaltungseinheiten wie in Bayern reichen.
Keine Gemeinde darf weniger als 10.000 Einwohner haben!
Abschaffen der Bezirkeshauptmannschaften!

Wir könnten Millionen, ja Milliarden an Verwaltungskosten sparen!

Gast: Hackler
21.12.2010 06:31
0 0

Viele Gemeindebedienstete

manche gemeinden haben viele stubenhocker sitzen die nicht einmal mit einer speicherkarte einer digitalkamera etwas anfangen können. weit haben wir es gebracht mir unserer freunderlwirtschaft

Antworten Gast: Speicherkarte
26.01.2011 06:17
0 0

Re: Viele Gemeindebedienstete

so spricht er, dreht sich wieder zu seinem Computerspiel und spielt weiter, jaja um dieses Level zu erreichen muss man schon sehr sehr laaange spielen :()

Gast: Autofahrer
21.12.2010 06:13
0 0

Straßenrückbau kostet

Viele Gemeinden haben mit Straßenrückbau (=Vernichtung von Volksvermögen) viele Millionen Euro vergeudet. Das jetzige Gejammere zeugt von Uneinsichtigkeit. Ich hoffe der Bund bleibt hart beim Finanzausgleich - wer weniger Geld hat kann auch nur weniger ausgeben.

Antworten Gast: gast
21.12.2010 10:57
0 0

Re: Straßenrückbau kostet

ich nenne es straßenumbauten. manche gemeindestraßen wurden zu highways, manche wieder mit vielen schikanen versehen, kreisverkehre, tolle straßenbeleuchtungen, super luxus badeanstalten, ... viele sachen werden den gemeinden auch vom land und deren organisationen den gemeinden aufs aug gedrückt.

es wird mit fremden geld hantiert, und niemand ist dem steuerzahler rechenschaft schuldig, dass kann niemals gut gehen, egal wie groß die gemeinden sind.

lösung schweizer modell: die gemeinden geben dem bund (finanzamt) einen E-steueranteil bekannt, dieser hebt ein und überweist aufs gemeindekonto.

Gast: Finsy
20.12.2010 21:40
0 0

Kein Wunder

wundert mich nicht, vor allem wird ja die schuld einfach an den bund geschoben. wenn ich da an meine heimatstadt kitzbühel denke

hat sich jahrelang ein eigenes städtisches krankenhaus geleistet obwohl das bezirkskrankenhaus nur 10km entfernt ist und mit verschiedenen, kostspieligen versuchen das KH zu halten versucht .... am Ende wurde es doch geschlossen.

betriebe (= komm.steuerpflichtige) lässt man lieber im nachbarort st. johann (wo auch das bezirkskrankenhaus steht) sich ansiedeln.

am ersten kreisverkehr der stadt wurde eine stahlskulptur um eine mio ATS aufgestellt, die eine gamsbart darstellen soll. wenn es wenigstens schön und nicht lächerlich wäre .......

der rückbau der scharzseestrasse wurde so gemacht, dass man wieder umbauen musste weil es für einen schneepflug zu schmal war.

und da gibt es sicher noch viele andere orte im land die sinnlos steuergeld verpulfern nur weil man sich besser fühlt als der nachbar.


Gast: SVV123
20.12.2010 21:23
0 0

Meine Gemeinde bezahlt

Förderungen für: Skilift (privat), Musikschule, 2 Trachtenvereine, 3 Musikvereine, jeden Bauern der Gemeinde (zusätzlich zu EU-, Bundes- und Landesförderungen!) und für alle Gewerbebetriebe vorort. Wozu? Wissen wir Bürger&Zahler nicht...

Antworten Gast: gast
21.12.2010 11:00
0 0

Re: Meine Gemeinde bezahlt

genau das ist das problem, niemand weiß in AT wirklich was mit dem steuergeld genau passiert.

Entropix
20.12.2010 20:44
0 0

Lösungsvorschlag:

7 von 10 Gemeinden abschaffen, es bleibt dann immer noch eine Durchschnittsgröße von weniger als 50.000 Bürgern pro Gemeinde ;-)

Gast: Plach2
20.12.2010 20:08
0 0

Eine eigene Gemeindeverwaltung ist erst ab 10.000 Einwohnern wirtschaftlich

rechnete ein Finanzexperte Herrn Mödlhammer & Co vor. Erwin Pröll sagte sofort: "Das ist nicht machbar"!
Die Bundesländer benötigen auch weiterhin über 77.000 Beamte um das alles zu verwalten...

Antworten Gast: gast
21.12.2010 11:06
0 0

Re: Eine eigene Gemeindeverwaltung ist erst ab 10.000 Einwohnern wirtschaftlich

lassen sie doch das die bürger selber entscheiden. stichwort: schweizer gemeindenfinanzierungsmodell.

Gast: gast
20.12.2010 18:35
0 1

und die meistverschuldeten gemeinden

in niederösterreich und schwarz danke erwin

Antworten mistral_56
21.12.2010 13:45
0 0

Re: und die meistverschuldeten gemeinden

Seine Präpotenz Erwin von und zu Pröll verteilt Wahlzuckerln zu Lasten der Gemeinden und sichert so den Bestand seiner Pfründe.

Irgendwann wird die Rechnung präsentiert und dann zeigen sich die windigen Machenschaften.

Antworten Gast: Plach2
20.12.2010 20:29
0 1

Es ist sicherlich Zufall:

Erwin Pröll - hohe Schulden
Josef Pröll - hohe Schulden
Gemeinden in NÖ - hohe Schulden
(NÖ das Desaster am Flughafen, 1 Mrd. Wohnbaugeld an der Börse verzockt usw.)

auge
20.12.2010 18:26
1 2

ja ja die armen gemeinden

unser bürgermeister hat ein gehaltsplus von 75% erhalten. das kann sich die gemeinde leisten und dann nicht wirtschaften können?
ihr seid doch wirkliche abzocker an gebühren und am dumm verkaufen der bürger

Antworten Sochard
20.12.2010 20:26
0 0

Re: unser bürgermeister hat ein gehaltsplus von 75% erhalten

Das wirklich interessante ist, dass sich die Gehälter der Politiker am jenem des Bundespräsidenten orientieren ... also, von welcher Gemeinde sprehen sie??

Austriak
20.12.2010 18:11
0 0

Gemeinden

schauts amoi noch wer die Gemeindediener sind...............Und die Bürgermeister-98% Beamte............aber der Dumme Bürger will es eh so!

2 0

Frage:

Könnte es nicht sein, dass die Ursache für die fehlenden "freien Finanzmittel für Investitionen" frühere (oft sogar hinterfragenswerte) Investitionen der Gemeinden sind?

Jeder der Geld ausgibt, das er nicht hat, weiß gewöhnlich, dass er dieses auch zurückzahlen muss. Und in jeder 500-Selen-Gemeinde muss wohl nicht ein (halbleeres) Pflegeheim, eine Veranstaltungshalle, ein palastartig gestyltes Gemeindeamt, ein größeres Feuerwehrhaus als in der Nachbargemeinde etc stehen... ;-)

Antworten Gast: optimist
20.12.2010 18:16
1 1

Re: Frage:

Nein, der Grund sind die um das doppelte und dreifache gestiegenen Pflegekosten. (Sozialhilfeverband)
Bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen ist eine ausgeglichene Budgetierung meist nicht mehr möglich.

1 0

Re: Frage:

treffend zusammengefasst! dazu kommt noch, dass viele bürgermeister nicht gerade wirtschaftsexperten sind und ihr einziges interesse darin liegt, wiedergewählt zu werden...

Gast: Eurrora
20.12.2010 17:32
0 1

Locker am Hocker wird Geld verteilt und keiner HAFTET dafür.

Der Kreisky der Sonnenkönig hat es ihnen gezeigt wie man es macht:tolle Sprüche ohne Schall und Rauch.

Antworten Gast: Fatalist
20.12.2010 20:05
0 0

Re: Locker am Hocker wird Geld verteilt und keiner HAFTET dafür.

Und Andreas Maurer ist schuld für die Schulden die Niederösterreich jetzt unter Pröll hat? Blödsinn!


Gast: Kanalprüfung
20.12.2010 16:48
0 0

Nach Fertigsellung eines Kanalanschlusses kommen11 Beamtete!

Eine Frage über den erfolgten Kanalanschluss, welche mit Ja oder Nein zu beantworten wäre kommen insgesamt 11 beamtete "Experten":
I. Termin:
1 Bauwerkmeister mit Schaffeur
1 Strassenwerkmeister
1 Kanalingenieur mit Schauffeur und Werkmeister
II.Termin
1 Bauwerkmeister (allein)
1 Strassenwerkmeister mit Schauffeur
1 Kanalingenieur mit Schauffeur
Der Kanalingenieur schafft demWerkmeister, den Putzschacht zu öffnen, dieser klopft auf den Deckel und sagt , "aha".
"Ja" sagt der Kanalingenieur, "ist in Ordnung"
und weg sind sie wieder, diese Wichtigen mit ihrer "Fachinspektion".
Das ist der Mist auf dem unsere Schulden wachsen und wir wählen sie immer wieder!

 
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