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Grasser wirft Beamten Amtsmissbrauch vor

26.01.2011 | 17:49 |   (DiePresse.com)

Ex-Finanzminister Grasser richtet sich in einem Schreiben an Justizministerin Bandion-Ortner und beschwert sich über das Vorgehen gegen ihn.

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Nach den jüngsten Veröffentlichungen der Wiener Wochenzeitung "Falter" über Karl-Heinz Grassers Finanzstrafverfahren und sein undurchsichtiges Firmengeflecht rund um Liechtensteiner Stiftungen mit den klingenden Namen "Silverland" und "Waterland" hat der ehemalige Finanzminister am Mittwoch den gegen ihn ermittelnden Beamten unverhohlen Amtsmissbrauch vorgeworfen.

"Seit mehreren Monaten haben die Ermittlungsbehörden zu verantworten, dass ein nichtöffentliches Ermittlungsverfahren de facto zu einem öffentlichen 'Schauprozess' umfunktioniert wird", wetterte Grasser in einem offenen Brief an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP).

Ihm werde dadurch "großer wirtschaftlicher Schaden zugefügt und meine Reputation und mein Ansehen in der Öffentlichkeit schwerstens beschädigt", so Grasser in dem vierseitigen, mit 26. Jänner datierten Schreiben. Dabei habe er "immer und ausschließlich im Interesse unseres Landes gehandelt".

"Willkürliches Verfahren"

Einmal mehr wären ausschließlich den Ermittlern zugängliche und der Amtsverschwiegenheit unterliegende Unterlagen in die Medien gelangt, die er vertraulich den Beamten übergeben habe, "um ein meines Erachtens völlig willkürlich und nicht korrekt eröffnetes Finanzstrafverfahren aufzuklären". Da diese Unterlagen von der Akteneinsicht ausgenommen sind, "können nur Ermittlungsbeamte die vertraulichen Dokumente an Medien weitergegeben haben, um mich öffentlich zu denunzieren und mir zu schaden", vermutet Grasser.

Der Ex-Finanzminister verlangt von Bandion-Ortner, umgehend die Verantwortlichen auszuforschen und gegen diese straf- und disziplinarrechtliche Schritte einzuleiten: "Ich darf Sie, sehr geehrte Frau Bundesminister, daher ersuchen, dafür Sorge zu tragen, dass die Ermittlungen fair und gesetzeskonform geführt werden und so rasch wie möglich zum Abschluss gebracht und die offenkundigen Fehlentwicklungen und Rechtsbrüche in meinem Fall entsprechend geahndet werden."

Die Behörden würden mittlerweile seit mehr als 16 Monaten ermitteln, die Dauer des Verfahrens sei ihm "unbegreiflich", hält Grasser fest: "Es geht hier schließlich nicht um komplexe Sachverhalte, sondern vielmehr um die ohne großen Verfahrensaufwand zu beantwortende Frage, ob ich in meiner Verantwortung als Bundesminister für Finanzen Verfahren illegal beeinflusst und/oder irgendeinen finanziellen oder sonstigen Vorteil erhalten habe. Dies war definitiv nicht der Fall."

"Empört" über Veranstaltung im Audimax

Abschließend setzt sich der Ex-Finanzminister in seinem Schreiben auch mit einer Veranstaltung im Auditorium Maximum der Universität Wien auseinander, bei der in der vergangenen Woche unter regem Publikumszuspruch die Ergebnisse einer von der Justiz genehmigten Telefonüberwachung präsentiert wurden, die Gespräche zwischen Grasser und dessen Trauzeugen Walter Meischberger dokumentierten: "Entsetzt und empört bin ich darüber, dass es in unserem Rechtsstaat möglich ist, streng vertrauliche und geheime Abhörprotokolle von Telefonüberwachungen, die noch dazu unter dem besonderen Schutz des Mediengesetzes stehen, im Audimax der Universität Wien unter Gejohle und Gepfeife der 'Gäste' kabarettistisch vorzutragen.

Es ist wohl unstreitig einer funktionierenden Demokratie nicht zuträglich, derartige eindeutige Umgehungen des Gesetzes sanktionslos zur Kenntnis zu nehmen." Dass der bekannte Verfassungsrechtler Heinz Mayer an der "Vorlesung" teilnahm, stößt Grasser offenbar besonders sauer auf: Mayer habe damit "dem Ansehen unseres Rechtsstaates mit Sicherheit einen schlechten Dienst erwiesen".

(APA)

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27 Kommentare
 
12
Gast: der kommentator
27.01.2011 09:55
0 0

in deutschland sitzen solche typen längst ein

und es wird ihnen damit jegliche gelegenheit genommen, belastendes material zu entsorgen, oder sich abzusprechen.

in österreich trifft man sich mit den prominenten aus justiz und wirtschaft beim stanglwirt zum weißwurstessen.

Gast: stiften gehen
27.01.2011 09:42
0 0

gemma stiften

tschuldigens herr ex minister, aber,
den eigenen bürgern ein riesen sparpaket bescheren und selber das geld nach lichtenstein legen um den österreichischen steuern aus dem weg zu gehen......

wie war das?

wasser predigen und wein trinken.....

das ist alles nur mehr eine zumutung für normale steuerzahlerInnen.


Gast: Bierkrügel1130
26.01.2011 19:48
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Letztes Aufgebot

Es gibt anscheinend noch eine Art letztes Aufgebot, welches nibelungentreueartig diesen korrupten narzisstischen Fatzke verteidigt. Können nur neoliberale ÖVPler (=Heuschrecken) oder geistig Umnachtete sein, wobei Überschneidungen sehr wahrscheinlich sind.
Tragt halt gleich euer Steuergeld an den Wörther See!

Gast: Gewerkschaftsmitglied
26.01.2011 18:51
0 0

GenossInnen, aufgewacht !

Kleine Info aus sehr gut informierter Quelle: unter einem roten Finanzminister wurde 1997 versucht, die im Eigentum des Bundes befindlichen Eisenbahnerwohnungen (an die 20.000) ohne Ausschreibung (!!!!!!!!!!) um den stolzen Preis von ca. 13 Mio € zu verscherbeln. Da waren die 1.016 Mio € (in Worten: 1Milliarde und 16 Millionen Euro, die Grasser und Traumüller netto für die Republik erzielt haben, wohl doch nicht so schlecht, wie öffentlich behauptet wird ...Der Staatsanwalt sollte einmal prüfen, wer 1997 im Finanzministerium die Fäden gezogen hat ! Wo wäre die Milliarde denn versickert ? Da hätte die verbitterte und keifende Abg. Moser wirklich etwas REALES aufzuklären !

Antworten Gast: Abracadabra-Joe
26.01.2011 19:42
0 0

Re: GenossInnen, aufgewacht !

Sind Sie der Leibproktologe des Schnösels?
Oder nur Berufsclown?
Dasselbe lese ich jetzt von ihnen schon mindestens das 20. Mal. Die Rufzeichenorgien lassen auch auf Unbildung schließen.

Gast: constientia
26.01.2011 18:16
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ANLEITUNG ZUM AMTSMISSBRAUCH

Schön zu hören, dass ein "mit diversen Strafverfahren" belasteter Politiker (und solche haben wir schön zur Genüge gehabt und auch heute noch), die Ministerkollegen auffordert, für ein "faires Verfahren" zu sorgen.

Bei allem nötigen Respekt aber es scheint, als ob sich die Minister nur noch um sich selbst und die Verfahren ihrer Kollegen (Haubner, Grasser, Elsner, Flöttl mit Politikeranhang usw.) kümmern müssen.

Kein Wunder, dass da keine Zeit mehr bleibt , dem eigentlichen Verfassungsauftrag nachzukommen und sich um die allgemeine Nöte der Bevölkerung zu kümmern.

Wenn man sich die Zeitungsartikel der diversen Politikerskandale in Ö ansieht (Rekord verdächtig) - Noricum, Lucona, AKH, Sky Link, Hypo, BAWAG, AUA, ÖBB, ÖIAG/ASFINAG und viele mehr - dann hat man den eindruch , dass gar keine zeit mehr bleibt, um den eigentlichen Aufgabem gerecht zu werden - wohl das teuerste Theater der Welt und der Steuerzahler hat zwar seine Freude dran, weiß nur leider nicht, welchen Preis er für dieses Theater zahlen muss.

Daher stellt sich die Frage , wozu wir und die überzähligen Abgeordneten , ob im Nationalrat, im Bundesrat, im Landtag, oder in den Gemeindegremien überhaupt in der Überzahl leisten sollen - abgesehen, dass wir sie uns nicht mehr leisten können und dürfen.

Doch wenn jetzt die Kammern und verstaatlichte Banken auch noch so anfangen, wird das bald keine Rolle mehr Spielen, weil das schon einer defacto Gesamtänderung unserer Bundesverfassung gleicht. Doch 2/3 Ö = dagegen

Gast: Rindvieh
26.01.2011 17:31
0 1

Schüssel anrufen!

Warum hat er nicht Schüssel angerufen?
Ist der Korruptionskanzler gar im Tibet verschollen und kann keine Weisungen an die schwarze Parteizentrale geben?

Gast: Rindvieh
26.01.2011 17:28
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Amtsmissbrauch

Vielleicht sollte er Stiftungen, nichtversteuerte "Einkommen", Schmiergelder, Geheimabsprachen unter Lobbyisten und Korruption auch anzeigen!!

Gast: justitia
26.01.2011 17:04
0 1

u-haft

tut not!

Gast: gast
26.01.2011 16:41
0 0

armer schwarzer kater


an khg

Ich glaub nicht, dass sie etwas ungesetzliches getan haben. Aber als finanzminister sich mit solchen windigen leuten zu umgeben, sich reinlegen zu lassen- zeugt von politischer unverantwortlichkeit und selbstgefälligkeit sowie begrenzter intelligenz.

Übrigens: Mit der monroe haben sie nichts gemein


Gast: Rumpex Lumpex
26.01.2011 16:24
0 1

Was regt sich

der Grasser über die Telefonprotokoll-Lesung auf?

Ist doch rechtlich alles SUPERSAUBER!

BLÜTENWEISS!

EINWANDFREI!!!

Und: Gekrönt von SUCCESS!!

Das muß einem "Leistungsträger" wie Karl-Heinz doch super gefallen!

Antworten Gast: Rindvieh
26.01.2011 17:22
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Re: Was regt sich

Das Audimax wird dem eitlen Schnösel-Fatzke nicht passen. Zuviele Studis ohne Markenklamotten und Rolex, dazu ein kleines bisserl schmutzig.

Gast: Gast aus dem Ausland
26.01.2011 16:12
4 0

Ratten

Wieso fällt mir hier ploetzlich folgendes Sprichwort ein:

Wenn Ratten in die Enge getrieben werden, beissen sie um sich

Gast: Schußsichere Weste
26.01.2011 15:34
0 0

S.g Herr Grasser, sind sie sauber? Ich nehme es mal an!

....sie herr grasser haben jetzt die chance, sie sind studiert,vermögend,prominent u.haben den einblick ....klatschen sie generell ungereimtheiten in österreich wie amtmissbrauch,staatl. willkür,subventionsmissbrauch,misswirtschaft bei banken u.staatsbetrieben etc. auf.....ich habe als einfacher bürger/handwerker keine möglichkeiten dazu(ausser leserbriefe,postings).....sie dagegen könnten auf breiter front (natürlich auch zu ihrem eigen schutz) der öffentlichkeit reinen wein einschenken über die wirklichen zustände in der( rot-schwarzen)sozialistischen repuplik österreich. .....ps. sie würden geschichte schreiben in österreich,es würde manch wichtigen menschen hier in öst. die schweissperlen auf die stirn treiben u. herzrasen verursachen, von den schelmen in den banktürmen u.staatsbetrieben über die ignoranten in der justiz bis hin zu den parteigängern selbst.....

Gast: Sigfried
26.01.2011 15:05
1 3

Nathalie

Jetzt dreht er komplett durch.
Der schaut wohl alle für blöd an aber langsam zieht sich die Schlinge zu ganz langsam und die Karibikkonten werden auch noch geöffnet da hilft alles nichts Herr Grasser.

willkürliches Verfahren, Amtsmissbrauch?

Der Typ soll mal nach "Ermittlungsmanipulation" googlen, sich dann über Fallbehandlung und österr. Rechts-Sprechung bei Nichtpromis informieren. Und dann nochmal faire und gesetzeskonform geführte Ermittlungen und Fallbehandlung einfordern.

3 2

Tieferer Grund

Der allerorten grassierende Amtsmissbrauch ist der tiefere Grund dafür, dass wichtige Positionen in Ö nur von Leuten mit politischer Rückendeckung wahrgenommen werden können. Unabhängige, Fachleute oder Leute zwischen den Stühlen wie KHG haben letztenendes keine Chance.

2 0

Mich würden ja die 5000 abgehörten Telefonate interessieren

die dann noch an die Medien weitergeben wurden. In welchem Zeitraum wurden 5000 Telefonate abgehört. In einem Jahr wären dies immerhin ca 13 Telefonate täglich für eine Person. Wobei im Parlament versichert wurde, dass diese Aktionen so gut wie gar nicht vorkommen.

Gast: gast
26.01.2011 13:46
1 1

ach ja ..

davor fürchten sich hohlköpfe am meisten .. das sie öffentlich als hohlköpfe enttarnt werden ..l dann ist es mit dem schönen gehalt und den schönen beratungsaufträgen sofort vorbei ..

es empfiehlt sich also in zukunft nicht zu sagen, der herr oder die frau minister, sondern nur mehr den familiennamen zu verwenden ....

es klingt doch ganz anders, wenn es heist, der grasser möchte, als wenn man sagt, der Herr bundesminister für finanzen wünscht ..


2 3

Angriff scheint erneut die bessere Verteidigung sein zu wollen

auch wenn dies ja nun schon gar niemand merh glaubt, Herr Grasser mit der weissesten Weste die es gar nicht geben kann !

Amtsmissbrauch scheint in diesen Kreisen nur ein wichtig und richtiges Kavaliersdelikt zu sein, ohne dem man halt nicht schalten und walten kann wie man selbst oder andere wollen.

Der letzte Grasserfan sollte endlich aufwachen und erkennen, dass diesem ehemaligem FM nichts am Land, dafür aber sehr viel am eigenen Reichtum gelegen hat wie so etliche Verfilzungen (Stiftungen) bestens erklären !!!

Leider wird man ihn aber zum Schaden des Volkes, welches ja für all die verursachten Schäden erneut aufkommen wird müssen, wegen seines sehr dichten Netzes nicht wirklich verurteilen können da wohl einige Personen mit untergehen würden.
Wäre er ein roter, sässe er sehr wahrscheinlich schon längst in Gesellschaft von Elsner, da Frau Rat Ortner auch dafür gesorgt hätte um endlich aufsteigen zu dürfen.

Gast: 1. Parteiloser
26.01.2011 13:17
8 0

Amtsmissbrauch is a part of the game!

Das betrifft in Österreich nicht nur Beamte und Vertragsbedienstete, sondern alle Entscheidungsträger in wesentlichen Positionen. Am Dramatischsten ist der Amtsmissbrauch in den politischen Funktionen.

Alle Positionen der wesentlichen Entscheidungsträger für Österreich sind ja nur von Parteibonzen besetzt worden und damit der Partei auch verpflichtet. Obwohl auf die Verfassung vereidigt und damit alleine gegenüber Österreich und den Österreichern verantwortlich, agieren und reagieren diese degenerierten Typen alleine nach dem Parteiwillen und den Parteiwünschen.

Bei diesem Kampf um Macht und Geld ist Österreich der sichere Verlierer. Es kann aber auch vorkommen, dass der Wind sich dreht und frühere Günstlinge plötzlich zu Opfern des Systems des Parteibonzentums werden. Passiert zwar sehr selten, kann aber offensichtlich doch vorkommen.

Ich selbst mache keine Unterschied zwischen Amtsmissbrauch eines Politikers zu den Beamten. Beides ist gleich verwerflich.

Das Tagesgeschäft der Österreichischen Politiker sind aber nur noch Posterl-und Amterlschacher, verbunden mit Korruption. Für die Arbeit im Sinne von Österreich haben die gar keine Zeit mehr, weil der Kampf schon so intensiv ist. Wahrscheinlich haben die Degenerierten auch keine Ahnung mehr was die eigentlichen Aufgaben der Position wären.

Bei diesem System geht es nicht um die Verdachtsfälle Grasser, es geht um die kaputten Parteibonzen und deren Günstlinge.

0 0

Alle Positionen der wesentlichen Entscheidungsträger für Österreich sind ja nur von Parteibonzen besetzt worden und damit der Partei auch verpflichtet.

anders gingen solch Games ja auch gar nicht !
Was so manche Partei von der Verfassung und Eid hält, weiss man hinlänglich und zu Genüge. Ebenso erkennbar ist, warum man das kurz zuvor beschlossene Antikorruptionsgesetz wenige Monate später gleich wieder abschuf; und weshalb auch so manch angebliches Kontrollsystem gar nie effektiv arbeiten wird dürfen/können.

Es geht aber sehr wohl um die Fälle Grasser, da das einfache Volk heute eher denn je so manch Zusammenhänge besser versteht bzw darüber dank moderner Medien Bescheid weiss !
Als man Strasser noch davonkommen lassen konnte, gab es diese Möglichkeiten noch nicht.

3 4

Wie nennt man das bei einem Vierbeiner?

Angstbeißen!!!


Gast: Gast
26.01.2011 13:08
3 2

Jööööö

Wozu die Aufregung? Es gilt immer noch die "Unschuldsvermutung" :-)

Gast: vbn
26.01.2011 13:07
4 1

NA DER ARME ...


 
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