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Causa Grasser: "In was für einem Rechtsstaat sind wir?"

31.01.2011 | 07:08 |   (DiePresse.com)

Karl-Heinz Grasser war das Thema der ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum" Der Ex-Minister ortete eine "Schmutzkampagne". PR-Experte Wolfgang Rosam griff Grasser frontal an und warf ihm moralisches Versagen vor.

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Die Vorwürfe gegen ihn seien "politische Rache" wegen seiner Erfolge als Finanzminister, die Ermittlungen Ergebnis einer "Schmutzkampagne einer parteipolitischen Jagdgesellschaft",  die Situation belaste "jede Phase meines Lebens" - Karl-Heinz Grasser beteuerte in der ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum" am Sonntagabend wortgewaltig seine Unschuld. Die Sendung kam auf eine Rekord-Zuseherquote von durchschnittlich 660.000 Zusehern. PR-Experte Wolfgang Rosam griff den ehemaligen Finanzminister hingegen frontal an: "Moralisch sind Sie schuldig". Grasser sei mittlerweile ein Provokation.

Grasser streifte nur kurz seine durch einen "Format"-Bericht bekanntgewordene Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung, dazu habe er bereits alles gesagt: "Es tut mir leid, dass mir das passiert ist". Für Rosam hingegen ist die Selbstanzeige nur "die Spitze eines Eisbergs": Grassers Selbstanzeige sei fünf Monate her, jetzt erfahre es die Öffentlichkeit auch, meinte er ironisch.

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Das Ehepaar Grasser betreibe "starke PR-Tätigkeit" und tauche bei jedem Event auf - "mir fehlt da das Gefühl, die Sensibilität, wie die Öffentlichkeit das empfindet", rügte Rosam Grasser. Der Ex-Minister sitze nun lächelnd da und könne sich offenbar gar nicht vorstellen, wie es einem "kleinen Mann auf der Straße" gehe, wenn er 20.000 Euro Steuerabgaben "vergisst". Angesichts des Vorgehens von Grasser bekomme man das Gefühl, "je weiter oben jemand ist, dass ihm gar nichts passiert", gab er zu bedenken.

"Ihre engsten Vertrauten, ihre besten Freunde haben mit Insidertipps Millionen gemacht und noch nicht einmal versteuert", so Rosam: "Moralisch sind Sie für mich schuldig: Sie haben Dinge zugelassen, die ein Politiker in diesem Land nie zulassen darf". Grasser wehrte sich, er haben weder etwas begünstigt noch zugelassen, weil er vom Lobbyingauftrag der Immofinanz bei der Buwog-Privatisierung an Peter Hochegger und Walter Meischberger nichts gewusst habe. Hätte er gewusst, was in seinem Umfeld passierte, "vielleicht wär' ich zurückgetreten, vielleicht auch nicht", sinnierte er, doch "das bringt uns hier nicht weiter".

"Ein gigantischer Flurschaden"

Für den Politologen Peter Filzmaier ist durch die Causa Grasser "ein gigantischer Flurschaden" entstanden: Entweder stimmten die Vorwürfe von politischer Korruption und Amtsmissbrauch, dann gebe es "einen lügenden und betrügenden Finanzminister", oder Grasser habe recht, dann agiere die Justiz "von parteipolitischen Motiven dominiert".  Der Politologe widersprach Grassers Verfolgungstheorie: "Dass sich im fünften Jahr nach Ihrem Ausscheiden alles zu einer Jagdgesellschaft formiert, macht doch keinen Sinn".

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Der Ex-Minister hingegen beklagte eine "klassische lehrbuchmäßige Vorverurteilung" ohne Chance zur medialen Gegenwehr: Während seiner Zeit als Finanzminister habe er sich wehren können, aber jetzt würden von seiner eineinhalbstündigen Pressekonferenz "nur eineinhalb Minuten" in den Nachrichten gebracht, über seinen "Offenen Brief" sei kaum berichtet worden. Andererseits würden regelmäßig Ermittlungsakten in den Medien auftauchen, seinen Status als Beschuldigter habe er aus der Zeitung erfahren. Im Audimax der Uni Wien seien Abhörprotokolle vorgelesen worden, mit Dank an den Informanten, empörte sich Grasser: "In was für einem Rechtsstaat sind wir?"

"Nicht jede Sauerei ist strafbar"

Der Präsident der Vereinigung der Österreichischen Staatsanwälte und Staatsanwältinnen, Gerhard Jarosch pflichtete Grasser bei, dass die Veröffentlichung von Ermittlungsakten in den Medien seine Rechte als Beschuldigter verletze - und außerdem das Ermittlungsverfahren störe. "Wenn wir ihn erwischen, werden wir ihn einsperren", sagte er in Richtung des bisher unbekannten Informanten. In Österreich hätten Skandale leider kaum politische Konsequenzen, beklagte Jarosch: "Nicht jede Sauerei ist strafbar", wenn die Staatsanwaltschaft ein Verfahren einstelle, etwa weil ein Vorwurf nicht rechtlich haltbar beweisbar sei, gebe es für "politisches Fehlverhalten" in Österreich keine politischen Konsequenzen, aber die Staatsanwaltschaft werde gerügt.

(APA)

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593 Kommentare
 
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in was für einem ...

... in welchem ... Tip: ist besseres Deutsch.

Schmunzeln mußte ich, als Herr Grasser auf die Frage schwieg, ob er bei dem Deal mit der Hypobank profitiert hätte. Später dann die Aussage, man wird sehen, was der Untersuchungsausschuß herausbringen wird.
Bäuerlich heißt das: Zugeben tue ich nur das, was mir nachgewiesen wird. Sollte es dann aber schon verjährt sein, wird er sich trotzdem "aufrichtig" entschuldigen.

Gast: Gast
07.02.2011 23:24
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Rechtsstaat?

Seit dem Beitritt zur EUdSSR gibt es keinen Rechtsstaat mehr!

Gast: maras
03.02.2011 05:11
1 0

der..

..lupo und de luzifer, zum tot lachen - danke für eure postings *gg*

luzifer droht mit einer gerichtlichen verfolgung gegen andere poster - jetzt schaun wir mal nach wer du wirklich bist, glaub mir in keinen 2 std, wissen wir wer du bist . und von welchem geld du lebst - arbeiten scheibt ja nicht deins zu sein.....

n guat luzifer, jetzt wird es eng ...für euch kampf-poster des butrugs<<<<<<<,


Gast: antigrasser
02.02.2011 19:20
0 0

krasser exblauer

der is scho a krasser, der grasser...

Sind sie letztendlich nicht alle gleich?

Und der kleine Schurli freut sich, dass er in einem demokratischen Rechtstaat lebt und sich um so komplizierte Sachen wie Stiftungen, Offshore-Konstrukte, etc., gar nicht zu kümmern braucht - sondern bloß brav und rechtsschaffen seiner Steuerzahlerpflicht nachzukommen braucht. Aber all die regierenden und verwaltenden Ehrenmänner müssen einem das schon wert sein ... noch dazu, wenn sie soooo schön sind und vor allem ein supersauberes Gewissen haben ;-)

Gast: gast00
02.02.2011 10:38
1 0

außerdem

bekommt man von der Bank bei einem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren eine Durchführungsanzeige und eine Abrechnung. Außerdem zumindest jährliche Depotaufstellungen und Spesenabrechnungen. Sollte bei kanadischen Banken doch auch nicht anders sein als bei uns.

Wie kann man dann einfach so drauf "vergessen"?

0 0

So richtig supersauber

kommt das nicht mehr rueber. Aber der Karli-Heini wird schon noch alles aufklaeren. Allerdings hat man ihn schon souveraener erlebt in der Vergangenheit. Wahrscheinlich wenig geschlafen in letzter Zeit.
Naja, die Neider und die Jagdgesellschaft halt. Keine Ruh hat man, "wo man sich das Leben so schwer erworben hat, durch dienen am Staat!" (c) H.Qualtinger

Gast: gast
02.02.2011 07:54
5 3

furchtbar dieser hass an grasser

sie sind ein Menschenhasser, kein himmlischer Friede. Sie werden eher mal den weg in die Hölle finden.
"unschuldig oder schuldig könne nur Gerichte enscheiden aber nicht sie oder andere bessimisten."
anscheinend haben sie von selbständigkeit wenig Ahnung, wie das so funktioniert.
Der hat zu sehne wie die Geschäfte rennen, um die Steuersachen zu erledigen hat er einen Steuerberatungskanzlei, die sorge zu tragen hat das das geld dort hinkommt wo es hinkommen muss.

Danke für Ihre Fürsorge

Das kommt ja wirklich von Herzen...

Gast: Himmlischer Friede
01.02.2011 21:34
2 8

Der Untyp hat nichts zu befürchten.


Die ÖVP schützt ihn.

Die hängen eben auch in der Eurofighter-Sache.

Antworten Gast: Luzifer
01.02.2011 23:35
6 4

Re: Der Untyp hat nichts zu befürchten.

Den EF-Fighter-Kauf zu wesentlich höheren Stück- u. Betriebskosten hat SPÖ-Minister Darabos zu vertreten, weil er ja letztlich einen, wenn auch revidierten Kaufvertrag abgeschlossen hat.

Daß wir sogar Ski-Sport jetzt überall verlieren, will ich unserem tollen Sportminister Darabos erst gar nicht ankreiden.

Daß er als Verteidigungsminister und ausgewiesener "Experte" in der Landesverteidigung jetzt auch noch den Katastrophendienst in Ö. gefährdet, auch davon will ich nicht reden. Du siehst, wie SPD-Steinmeier an anderer Stelle in der "Presse" erwähnt, steht`s mit den Sozis in Europa gar nicht zum besten: bei solchen Kapazitäten kein Wunder ....

2 2

Re: Re: Der Untyp hat nichts zu befürchten.

War eben der dilettantische Versuch eienen Blauschwarzorangen Scherbenhaufen zu verkleinern...

Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

wenn ee nur VERJÄHRT ist. Schon ein Kind in der Volksschule hat ein weit ausgeprägteres moralisches Empfinden als diese - wahrscheinlich bezahlten - Jubelposter.

8 4

Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Ja, da ist die Hölle.

Für Frieden bitte den ORF schauen, dort ist der Grasser immer und für alles schuld und es herrscht Friede für geistige Leichtmatrosen. Der fehlende Rest wird durch Inszenierungen vervollständigt.

Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?


6 4

Re: Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?

Es soll ja noch Leute geben, die sich nicht kaufen lassen.

Hat man sich jedoch verkauft, dann stellt man so Fragen wie du sie stellst und sucht nach Ausreden und Rechtfertigung, nach den inneren Frieden, den es nicht mehr gibt.

2 2

Re: Re: Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?

"Es soll ja noch Leute geben, die sich nicht kaufen lassen." der war wirklich gut, vor allem im Zusammenhang mit KHG.

Antworten Gast: Luzifer
01.02.2011 23:28
5 3

Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Vorsicht, "HimmlischerFriede!! Ich seh dich schon wegen der Vergehen der Verleumdung und Falscher Verdächtigung hinter schwedischen Gardinen. Und wenn`s blöd hergeht, auch noch wegen Kreditschädigung. Da du offenbar nicht mehr weißt, welche Folgen dein Handeln haben kann (schließlich genießt du ja nicht wie der Grünpilz berufliche Immunität als NR-Abgeordneter, sollte man dir wegen Geistesschwäche einen Sachwalter gerichtlich bestellen!

2 1

Re: Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Aber in der Sache geben sie "HimmlischenFrieden" offenbar recht...ist es echt schon so schlimm, dass Sie sich anmassen derart lächerliche Drohungen auszustossen?

Re: Re: Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Ja, sie sind alle supersauber. Aber wenn man eine ernsthafte Diskussion über politische Moral (nicht strafrechtliche Schuld!) einfordert, dann geht der Lack ab und es folgt ein herziges 'Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir die Zähne ein'.
Gebe aber zu, dass es absurd ist, von solchen Postern Verständnis für politische Moral oder Verantwortung einzufordern, die wissen wohl gar nicht, was das ist.

Gast: Penseur
01.02.2011 20:11
3 6

Karl Heinz Grasser - Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.


http://www.youtube.com/watch?v=pNFrDNQ4uEk

GEHT'S NOCH PEINLICHER ?!


Antworten Gast: anderl v. inn
03.02.2011 16:23
0 0

Re: Karl Heinz Grasser - Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.

Bussi Mutti.

Peinlich. Zugegeben. Aber ihre Postings toppen das locker.


Gast: Kibietz
01.02.2011 19:58
2 4

Hochegger auch wieder aufgefallen

Jaja das Grasser Netzwerk war überall. Hocheggers Finanzen wären auch interessant.

Meine Herren wenn sie nichts zu verbergen haben, warum gewähren sie dann der Justiz nicht einblichk in Ihre Finanzen un stiftungen?

Gast: mar
01.02.2011 19:50
4 6

von...

...was - lebt grasser eigentlich zur zeit, was ist seine leistung - wahrcheinlich doch von uns steuerzahler, arbeiten scheint wohl nicht seins zu sein....

oder von dieser älteren frau, mit der er verheiratet ist - was ist ihre leistung??

1 0

Re: von...

...was ist seine leistung...

Gigolo und "Unschuldslamm"!

Wie sagte Jörg-Selig?
Moralischer Flachwurzler!

 
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