Der vergessliche Grasser zappelt im Stiftungsnetzwerk

01.02.2011 | 08:17 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Die Erklärungen Grassers muten seltsam an. Denn für steuerehrliche Österreicher ergibt eine Liechtenstein-Stiftung keinen Sinn. Und unterjährige Kursgewinne auf "vergessenen" Depots sind nicht zu versteuern.

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Wien. In der Diskussion um die „supersaubere“ Weste des ehemaligen Finanzministers und nunmehrigen Privatiers Karl-Heinz Grasser werden unwidersprochen immer wieder zwei Behauptungen aufgestellt, die einer näheren Betrachtung nicht standhalten.

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Als da wären: Ein umfangreiches Steueroasen-Firmengeflecht mit dem Endpunkt einer Stiftung in Liechtenstein sei „ganz normal“, wenn man sein Geld gut verwalten wolle.

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Und: Die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung sei notwendig geworden, weil es „unterjährige Gewinne“ auf einem „vergessenen“ Depot gegeben habe, die – weil das Depot ja unbeachtet vor sich hin dümpelte – einfach übersehen wurden.

Zum Ersten: Eine Stiftung in Liechtenstein ist nichts Ehrenrühriges. Und auch nichts Außergewöhnliches, soll es doch dort angeblich 5000 Stiftungen von Österreichern geben. Sie ergibt nur, wie selbst liechtensteinische Banker im Gespräch offen zugeben, für steuerehrliche Österreicher einfach keinen Sinn.

Der Grund heißt Eingangssteuersatz: Wer eine Stiftung dotiert, also sein Vermögen „hingibt“, muss eine Art Schenkungssteuer berappen. In Österreich liegt diese Eingangssteuer bei 2,5Prozent. Dotiert ein Österreicher ganz offiziell eine Stiftung in Liechtenstein, dann hat er dafür aber 25 Prozent Eingangssteuer zu bezahlen. Dazu kommen noch 3,5Prozent Grunderwerbsteuer, falls es sich beim eingebrachten Vermögenswert um eine Immobilie handelt.

 

„Millionenfalle“ Liechtenstein

Ein fiktives Beispiel: Ein Berater kassiert im Zusammenhang mit einem Groß-Immobiliendeal zehn Mio. Euro Honorar. Versteuert er das ordnungsgemäß, zahlt er erst einmal knapp fünf Mio. Euro Einkommensteuer in Österreich. Bringt er den Rest in eine österreichische Privatstiftung ein, kostet das noch einmal 125.000 Euro an Eingangssteuer. Transferiert er diesen Betrag aber ganz offiziell in eine liechtensteinische Stiftung, sind 1,25 Mio. Euro Eingangssteuer fällig. Macht 1,125 Mio. Euro Unterschied!

Anders gesagt: Wer in Österreich zu versteuerndes Geld ganz offiziell an eine liechtensteinische Stiftung transferiert, dürfte wohl unter einer eklatanten Rechenschwäche leiden. Wirtschaftlich ergibt das keinen Sinn.

Anders sieht es natürlich aus, wenn man (aus steuerlichen oder sonstigen Gründen) viel Wert auf „Diskretion“ legt, die in Österreich anfallenden Steuern also nicht oder nur teilweise in die Berechnung einfließen müssen. Denn die liechtensteinische Stiftung bietet ein deutlich höheres Maß an Anonymität als die österreichische.

Den Weg des Geldes dorthin kann man mit einem Steueroasennetzwerk etwas undurchschaubarer machen. Auch wenn das nicht immer funktioniert, wie der Fall Meischberger gezeigt hat, der sich in der Causa Buwog/Immofinanz steuerlich per Selbstanzeige erledigte. Natürlich wird dem Privatier Grasser hier nicht unterstellt, sein Stiftungsnetzwerk so verwendet zu haben. Er kann als steuerehrlicher Staatsbürger auch nur von einer Steuerberatungskanzlei schlecht beraten worden sein.

 

Steuerpflicht nur bei Verkauf

Merkwürdig mutet die Erklärung an, ein „unterjähriger“ Kursgewinn auf einem kanadischen Wertpapierdepot sei „vergessen“ worden. Unterjährige Kursgewinne sind ganz klar nicht steuerpflichtig.

Außer natürlich, sie werden durch Verkauf eines Wertpapiers innerhalb der Spekulationsfrist realisiert. Dazu muss man aber aktiv handeln – auf einem „vergessenen“ Wertpapierdepot?

Wenn aber, wie es aussieht, aktiv Kauf- und Verkaufsaufträge gegeben wurden – muss ein Finanzminister (oder dessen Vermögensverwalter) dann wissen, dass die Erträge daraus steuerpflichtig sind? Gute Frage. Der einfache Staatsbürger muss es jedenfalls.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2011)

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593 Kommentare
 
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in was für einem ...

... in welchem ... Tip: ist besseres Deutsch.

Schmunzeln mußte ich, als Herr Grasser auf die Frage schwieg, ob er bei dem Deal mit der Hypobank profitiert hätte. Später dann die Aussage, man wird sehen, was der Untersuchungsausschuß herausbringen wird.
Bäuerlich heißt das: Zugeben tue ich nur das, was mir nachgewiesen wird. Sollte es dann aber schon verjährt sein, wird er sich trotzdem "aufrichtig" entschuldigen.

Gast: Gast
07.02.2011 23:24
0

Rechtsstaat?

Seit dem Beitritt zur EUdSSR gibt es keinen Rechtsstaat mehr!

Gast: maras
03.02.2011 05:11
1

der..

..lupo und de luzifer, zum tot lachen - danke für eure postings *gg*

luzifer droht mit einer gerichtlichen verfolgung gegen andere poster - jetzt schaun wir mal nach wer du wirklich bist, glaub mir in keinen 2 std, wissen wir wer du bist . und von welchem geld du lebst - arbeiten scheibt ja nicht deins zu sein.....

n guat luzifer, jetzt wird es eng ...für euch kampf-poster des butrugs<<<<<<<,


Gast: antigrasser
02.02.2011 19:20
0

krasser exblauer

der is scho a krasser, der grasser...

Sind sie letztendlich nicht alle gleich?

Und der kleine Schurli freut sich, dass er in einem demokratischen Rechtstaat lebt und sich um so komplizierte Sachen wie Stiftungen, Offshore-Konstrukte, etc., gar nicht zu kümmern braucht - sondern bloß brav und rechtsschaffen seiner Steuerzahlerpflicht nachzukommen braucht. Aber all die regierenden und verwaltenden Ehrenmänner müssen einem das schon wert sein ... noch dazu, wenn sie soooo schön sind und vor allem ein supersauberes Gewissen haben ;-)

Gast: gast00
02.02.2011 10:38
1

außerdem

bekommt man von der Bank bei einem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren eine Durchführungsanzeige und eine Abrechnung. Außerdem zumindest jährliche Depotaufstellungen und Spesenabrechnungen. Sollte bei kanadischen Banken doch auch nicht anders sein als bei uns.

Wie kann man dann einfach so drauf "vergessen"?

So richtig supersauber

kommt das nicht mehr rueber. Aber der Karli-Heini wird schon noch alles aufklaeren. Allerdings hat man ihn schon souveraener erlebt in der Vergangenheit. Wahrscheinlich wenig geschlafen in letzter Zeit.
Naja, die Neider und die Jagdgesellschaft halt. Keine Ruh hat man, "wo man sich das Leben so schwer erworben hat, durch dienen am Staat!" (c) H.Qualtinger

Gast: gast
02.02.2011 07:54
5

furchtbar dieser hass an grasser

sie sind ein Menschenhasser, kein himmlischer Friede. Sie werden eher mal den weg in die Hölle finden.
"unschuldig oder schuldig könne nur Gerichte enscheiden aber nicht sie oder andere bessimisten."
anscheinend haben sie von selbständigkeit wenig Ahnung, wie das so funktioniert.
Der hat zu sehne wie die Geschäfte rennen, um die Steuersachen zu erledigen hat er einen Steuerberatungskanzlei, die sorge zu tragen hat das das geld dort hinkommt wo es hinkommen muss.

Danke für Ihre Fürsorge

Das kommt ja wirklich von Herzen...

Gast: Himmlischer Friede
01.02.2011 21:34
2

Der Untyp hat nichts zu befürchten.


Die ÖVP schützt ihn.

Die hängen eben auch in der Eurofighter-Sache.

Antworten Gast: Luzifer
01.02.2011 23:35
6

Re: Der Untyp hat nichts zu befürchten.

Den EF-Fighter-Kauf zu wesentlich höheren Stück- u. Betriebskosten hat SPÖ-Minister Darabos zu vertreten, weil er ja letztlich einen, wenn auch revidierten Kaufvertrag abgeschlossen hat.

Daß wir sogar Ski-Sport jetzt überall verlieren, will ich unserem tollen Sportminister Darabos erst gar nicht ankreiden.

Daß er als Verteidigungsminister und ausgewiesener "Experte" in der Landesverteidigung jetzt auch noch den Katastrophendienst in Ö. gefährdet, auch davon will ich nicht reden. Du siehst, wie SPD-Steinmeier an anderer Stelle in der "Presse" erwähnt, steht`s mit den Sozis in Europa gar nicht zum besten: bei solchen Kapazitäten kein Wunder ....

Re: Re: Der Untyp hat nichts zu befürchten.

War eben der dilettantische Versuch eienen Blauschwarzorangen Scherbenhaufen zu verkleinern...

Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

wenn ee nur VERJÄHRT ist. Schon ein Kind in der Volksschule hat ein weit ausgeprägteres moralisches Empfinden als diese - wahrscheinlich bezahlten - Jubelposter.

Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Ja, da ist die Hölle.

Für Frieden bitte den ORF schauen, dort ist der Grasser immer und für alles schuld und es herrscht Friede für geistige Leichtmatrosen. Der fehlende Rest wird durch Inszenierungen vervollständigt.

Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?


Re: Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?

Es soll ja noch Leute geben, die sich nicht kaufen lassen.

Hat man sich jedoch verkauft, dann stellt man so Fragen wie du sie stellst und sucht nach Ausreden und Rechtfertigung, nach den inneren Frieden, den es nicht mehr gibt.

Re: Re: Machst du es auch für Lukaschenko oder nur für KHG?

"Es soll ja noch Leute geben, die sich nicht kaufen lassen." der war wirklich gut, vor allem im Zusammenhang mit KHG.

Antworten Gast: Luzifer
01.02.2011 23:28
5

Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Vorsicht, "HimmlischerFriede!! Ich seh dich schon wegen der Vergehen der Verleumdung und Falscher Verdächtigung hinter schwedischen Gardinen. Und wenn`s blöd hergeht, auch noch wegen Kreditschädigung. Da du offenbar nicht mehr weißt, welche Folgen dein Handeln haben kann (schließlich genießt du ja nicht wie der Grünpilz berufliche Immunität als NR-Abgeordneter, sollte man dir wegen Geistesschwäche einen Sachwalter gerichtlich bestellen!

Re: Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Aber in der Sache geben sie "HimmlischenFrieden" offenbar recht...ist es echt schon so schlimm, dass Sie sich anmassen derart lächerliche Drohungen auszustossen?

Re: Re: Re: Wenn man nach den KHG-Postern hier geht, ist ein Betrug total ok,

Ja, sie sind alle supersauber. Aber wenn man eine ernsthafte Diskussion über politische Moral (nicht strafrechtliche Schuld!) einfordert, dann geht der Lack ab und es folgt ein herziges 'Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir die Zähne ein'.
Gebe aber zu, dass es absurd ist, von solchen Postern Verständnis für politische Moral oder Verantwortung einzufordern, die wissen wohl gar nicht, was das ist.

Gast: Penseur
01.02.2011 20:11
3

Karl Heinz Grasser - Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.


http://www.youtube.com/watch?v=pNFrDNQ4uEk

GEHT'S NOCH PEINLICHER ?!


Antworten Gast: anderl v. inn
03.02.2011 16:23
0

Re: Karl Heinz Grasser - Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.

Bussi Mutti.

Peinlich. Zugegeben. Aber ihre Postings toppen das locker.


Gast: Kibietz
01.02.2011 19:58
2

Hochegger auch wieder aufgefallen

Jaja das Grasser Netzwerk war überall. Hocheggers Finanzen wären auch interessant.

Meine Herren wenn sie nichts zu verbergen haben, warum gewähren sie dann der Justiz nicht einblichk in Ihre Finanzen un stiftungen?

Gast: mar
01.02.2011 19:50
4

von...

...was - lebt grasser eigentlich zur zeit, was ist seine leistung - wahrcheinlich doch von uns steuerzahler, arbeiten scheint wohl nicht seins zu sein....

oder von dieser älteren frau, mit der er verheiratet ist - was ist ihre leistung??

Re: von...

...was ist seine leistung...

Gigolo und "Unschuldslamm"!

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Moralischer Flachwurzler!

 
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