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Grasser: "Dass das Land so korrupt ist ..."

03.02.2011 | 18:25 |  Hedi Schneid (Die Presse)

Ein Telefonat zwischen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger enthält brisante Hinweise über bestechliche Beamte. Die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft sind abgeschlossen.

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Wien. 5000 Telefongespräche hat die Staatsanwaltschaft Wien im Zuge der Ermittlungen rund um den Verkauf der 58.000 Bundeswohnungen (Buwog) an die Immofinanz im Laufe des vergangenen Jahres abhören lassen.

Walter Meischbergers Eingeständnis „Da bin ich jetzt supernackt“, als ihm Karl-Heinz Grasser Tipps gab, wie er Zahlungen vom Baukonzern Porr erklären könnte, ist inzwischen als Höhepunkt einer Kabarettistenlesung ein geflügeltes Wort geworden.

Auch am 28. Jänner 2010 beriet sich der Lobbyist und ehemalige Trauzeuge Grassers mit dem Ex-Finanzminister. Dieses Telefonat bringt weniger amüsante, aber dafür umso brisantere Details über ein Thema ans Tageslicht: die mögliche Bestechung eines Staatspolizisten. Bekannt ist es, seit die Korruptionsstaatsanwaltschaft darüber im Mai 2010 Ermittlungen gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Geheimnisverrats und Amtsmissbrauchs eingeleitet hat.

 

5000 Euro für heiße Infos

Wobei nicht die Beschuldigten in der Buwog-Affäre aktiv versucht haben sollen, Informationen über die Ermittlungen zu kaufen. Vielmehr soll der Staatspolizist heißes Material gegen Geld angeboten haben, und zwar um 5000 Euro. Weshalb Grasser, Maischberger und Co. in diesem Fall auch nicht als Beschuldigte geführt werden. Die Unschuldsvermutung gilt für alle Beteiligten.

„Viel Geld ist es nicht. Aber es ist eine klassische Geschichte von einem bestochenen Beamten um 5000 Euro“, sagt Meischberger. Grassers Antwort ist bemerkenswert, vor allem vor dem Hintergrund der Ermittlungen, Enthüllungen und ebenso vielen Dementis seit Auffliegen der Buwog-Affäre vor eineinhalb Jahren: „Ich bin irgendwie sprachlos bei den Dingen, die Du mir sagst. Dass das Land so korrupt ist und so beschissen funktioniert und so politisch gelenkt ist, macht mich wirklich sprachlos.“

Grassers Empörung dauert allerdings nur kurz. Seine zündende Idee: „Du kannst das nur aufbauen als Falle und ein Mikrofon umhängen, das mitrennt, wo du jederzeit den Beweis führen kannst, dass du sozusagen das nie machen wolltest.“ Man müsste einen Notariatsakt anlegen, in dem festgehalten wird, dass man vorhabe, alle Informationen offenzulegen.

Dann, so Grassers Tipp weiter, müsste man den Spieß umdrehen und in einer Pressekonferenz sagen, man „lässt sich von einer korrupten Behörde überhaupt nicht mehr behandeln und vorführen“.

So könnte man auch eine Falle umgehen und daraus eine Gegenfalle machen. Meischberger hat eine andere Idee, die Grasser immerhin bedenkenswert findet: „Du zahlst und gehst hin oder schickst einen anderen und gehst nicht selber hin.“

Mitten in dem Plausch kommen die Freunde jedoch zum Ergebnis, dass sie eigentlich gar nicht zahlen müssen. Denn ein Freund (der Name ist im Protokoll gelöscht) habe ohnedies „alle Zugänge“, wie Meischberger meint. Und zwar bis ganz nach oben – zu einer leitenden Staatsanwältin, wie Grasser anmerkt. Dort sollte man ausloten „was da läuft“.

Meischberger glaubt es zu wissen, denn schließlich habe ihn ja sein Freund Franz Koloini (Ex-Protokollchef unter dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, Anm.) angerufen und gewarnt – weshalb er auch Grasser kontaktiert habe. Demnach gebe es jemanden ganz oben, „über den Staatsanwälten“, der „dich hasst und mich auch nicht mag“, der beleidigt sei und sich übervorteilt fühle. Der wolle Grasser und Meischberger „zerstören“. Grasser wundert das: „Ich hab niemand was getan in meiner Karriere.“

Martin Ulrich, Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, will die im Telefonat erwähnten Kontakte zu einer leitenden Staatsanwältin nicht kommentieren.

Aber: „Wir haben die Ermittlungen abgeschlossen und den Bericht mit unserer Rechtsmeinung an die Oberstaatsanwaltschaft Wien weitergeleitet“, sagt Ulrich zur „Presse“. Zum Ergebnis will er naturgemäß nichts sagen.

 

Grüne fragen Bandion

Das Abhörprotokoll Nr.17, das dem „Format“ zugespielt wurde, haben die Grünen am Mittwoch in einer weiteren parlamentarischen Anfrage an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner veröffentlicht.

Laut der grünen Bautensprecherin Gabriela Moser gibt es zahlreiche Hinweise auf eine illegale Einflussnahme auf das Buwog-Verfahren. Sie spricht von „konspirativen Absprachen“ zwischen Meischberger und Grasser. Dessen Anwalt Manfred Ainedter wies die Vorwürfe schon vorigen Sommer vehement zurück. Er bezeichnete die Geschichte gegenüber der „Presse“ als „puren Schwachsinn“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 4. Februar 2011)

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409 Kommentare
 
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Gast: Gewerkschaftsmitglied
20.03.2011 20:51
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SkandalpolitikerIn Gabriela MOSER

Die grünen Antidemokraten
können das demokratisch legitimierte und im Vergleich zu heute geradezu sensationell erfolgreiche Experiment Schwarz-Blau bis heute nicht verkraften.

Warum haben die Grünen so große Probleme mit unserer österreichischen Demokratie?

Die Show, die sie hier abziehen - im speziellen die hasserfüllte und unsägliche von Gabriela Moser - ist schäbigst, abstossend und weit unter der Gürtellinie!

Gast: Vranz
20.03.2011 20:50
0 0

Die wirkliche SkandalpolitikerIn: Gabriela MOSER

Die grünen Antidemokraten
können das demokratisch legitimierte und im Vergleich zu heute geradezu sensationell erfolgreiche Experiment Schwarz-Blau bis heute nicht verkraften.

Warum haben die Grünen so große Probleme mit unserer österreichischen Demokratie?

Die Show, die sie hier abziehen - im speziellen die hasserfüllte und unsägliche von Gabriela Moser - ist schäbigst, abstossend und weit unter der Gürtellinie!

"Dass das Land so korrupt ist...

... wie ich, macht mich wirklich stolz. Zeigt es doch, dass es fähig ist von mir zu lernen!" sagte der Edelgammler.

Gast: Parteifrei
10.02.2011 02:08
1 0

Hauptwohnsitz Justizanstalt Wien-Josefstadt

Vielleicht zieht er ja bald ins "Landl".


Gast: Nick
09.02.2011 21:48
0 1

Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

Ein kleines und leider w a h r e s Beispiel für die perfideste Verleumdungskampagne der II. Republik, die da gerade läuft:
Unter einem roten Finanzminister wurde 1997 versucht, die im Eigentum des Bundes befindlichen Eisenbahnerwohnungen (an die 20.000) o h n e Ausschreibung (sic !) um den einzigartigen Schnäppchen - Preis von 180 Mio ATS, also ca. 13 Mio € zu verscherbeln. Da waren die 1.016 Mio € (in Worten: 1 Milliarde und 16 Millionen Euro, die Grasser und Traumüller netto erzielt haben, wohl doch nicht so schlecht, wie öffentlich behauptet wird ...Der Staatsanwalt sollte einmal prüfen, wer 1997 im Finanzministerium die Fäden gezogen hat ! Wo wäre die Milliarde denn versickert ? Da hätte die gift- und galle-grüne, verbitterte und keifende Abg. Gabriela Moser wirklich etwas REALES aufzuklären !

0 0

Re: Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

Und damit rechtfertigen sie alles, eine traurige Moral.

Re: Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

1. Was genau heißt "versucht"? Was ist mit diesen Wohnungen geschehen?
2. Wieso sollte für ÖBB-Besitz der Finanzminister zuständig sein?

Antworten Gast: Knatterton
09.02.2011 21:59
1 0

Re: Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

Ja, man sollte das untersuchen. Auch. Aber an allererster Stelle sollte man die "garantiert blütenweise Weste" von Herrn Grasser, die leider jeden Tag schmutziger und schmutziger wird, unter die Lupe nehmen. Oder, Mr. Nick?

Antworten Antworten Gast: Niederösterreicher
10.02.2011 01:09
0 2

Re: Re: Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

Die Sache ist doch ganz einfach: Die "Selbstanzeige" hat der Gesetzgeber geschaffen. Wer davon Gebrauch macht, handelt im Rahmen der Gesetze. Und da ändern das ganze "Gesudere" und die Verdächtigungen von KHG nichts.

Nebenbei bemerkt: wenn eine "Selbstanzeige" moralisch verwerflich ist, dann handelt der Gesetzgeber und nicht derjenige, die diese Bestimmung für sich nützt, unmoralisch!

Kapiert?

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Re: Re: Re: Schmutzkübel - Kampagnen ohne Ende ?

"Kapiert?"
Ihre Manieren scheinen auch nicht die "Besten" zu sein, Herr Gast.

Gast: Niederösterreicher
08.02.2011 13:27
2 1

Der "Presse" ins Stammbuch geschrieben:

Liest man deren Berichterstattung über Grasser, dann fühlt man sich stark an das Editorial von Fritz Neugebauer in der "GÖD" von Februar 2011 erinnert. "Abenteuerlich, so könnte man bezeichnen, was einem in den letzten Wochen
von manchen Medien vorgesetzt wurde. Dass Manipulation und Provokation seriöser
Information den Rang ablaufen, ist bedauerlich, die Häufung von Fehlern und verkürzten
Darstellungen schlichtweg beschämend. Wo sind sie geblieben, die journalistischen
Tugenden? Was ist mit Objektivität, mit Sorgfaltspflicht? Aus bewussten Falschmeldungen
Kapital zu schlagen und damit eine ganze Berufsgruppe in Verruf zu bringen, gehört
sicher nicht dazu...."
Liest man nämlich die Antwort Grassers auf die tel. Mitteilung Maischbergers genau, so steht darin nichts anderes, als daß sich 1.) Grasser über das Angebot der Staatspolizisten, Details der Anzeige gegen ihn und Maischberger (!!!!) gegen Geld zu verraten, empörte und 2.) Maischberger vorschlug, sich ZUM SCHEIN auf das Angebot anzulassen, aber sich gegen den zu erwartenden hinterhältigen Vorwurf, er hätte eine Bestechung versucht, entsprechend (geheimes Abhörgerät, notarielle Beurkundung).
Dabei sei aber auch die Frage erlaubt, ob man denn nicht auch das Recht haben soll, sich gegen geheime Bespitzelungen (Olah, schau obe) auch auf solche Art zu wehren!

Und was hat die "Presse" aus dieser Information gemacht? Früher wäre das bei einer "Presse" eines CR Schulmeister undenkbar gewesen!

Antworten Gast: Niederösterreicher
08.02.2011 23:04
0 0

Re: Der "Presse" ins Stammbuch: Ergänzung

...er hätte eine Bestechung versucht, entsprechend (geheimes Abhörgerät, notarielle Beurkundung) ABZUSICHERN!

Gast: gast
07.02.2011 14:22
2 0

nebenbei ..

wo steckt eigentlich die kohn von der medici bank .. legt einen riesen betrug hin, die bank austria ist beteiligt, die millionen schwirren nur so von liechtenstein in die schweiz und zurück, der ehemalige bundeskanzler hat auf der web site geworben, die halbe ehemalige regierung sitzt im aufsichtsrat .. und dann ist schweigen ?

Antworten Gast: berggruen
09.02.2011 20:20
0 0

Re: nebenbei ..

der geht´s nicht so schlecht, hat ja auch die elite der ach so kundigen bankdirektoren hierzulande und deren verwandtschaft bei ihr angelegt,...... man weiss ja, dass diese herren niemals ihren eigenen kundenempfehlungen folgen, diesmal haben sie aber schwer geblutet,.. soll ja ein ganz verschworener kreis in wien manchmal dinieren , um noch irgendwie an die kohn kohle zu kommen,....

1 1

lasst Plech ziehen

denn der bezahlt am wenigsten Steuern oder beschäftigt gar unzählige Menschen in ÖSterreich.

Der Sumpf um KHG gehört aber so schnell und zügig als möglich aufgeklärt, da er leider bereits jetzt viele BürgerInnen von seiner angeblichen Unschuld und reiner Weste, unter zuhilfe des ORF überzeugen durfte !

Seltsam ja auch, dass gerade er sich über die hiesige Korruption aufregt, von der er selbst ja bestens leben durfte .... und wohl auch seine Verurteilung verhindern wird.


Antworten Gast: Luzifer
08.02.2011 13:31
0 0

Re: lasst Plech ziehen

hat Plech nicht in 1.Linie mit den Roten gepackelt?

Was mich auch so seltsam berührt: Empfänger der Provisionszahlungen nach den Behauptungen der Grünen Maischberger. Zahler der der rote Pöchhacker. Und wer soll jetzt strenge bestraft werden? Der Grasser! Eine wohl seltsame Logik!

Antworten Antworten Gast: greinnert
09.02.2011 20:23
0 0

Re: Re: lasst Plech ziehen

farbenblind?? in diesem Fall sind Freunde eben Freunde,..oder denken sie wirklich, ausgerechnet SIE würden die richtige Partei wählen??? das glaubt in Österreich niemand mehr.

Gast: gast
06.02.2011 17:45
4 0

a propos "unschuldsvermutung"

ich dachte, grasser hätte seine unschuld längst schon damals während seiner zeit unter haider verloren ;-)

Re: a propos

:-))))

Gast: Gamm4
06.02.2011 12:44
0 0

Mich würde es wundern, wenn

Plech das Haus tatsächlich verkauft.

Alleine vom sentimentalen Wert her. Nicht nur, dass er dort Haider eine Bleibe verschafft hat, auch KHG hatte er unter seiner eigenen Wohnung einquartiert.
Den habe ich aber, im Gegensatz zu seiner damaligen Frau/Freundin(?), nie zu Gesicht bekommen.

Jedenfalls fände ich es selbst schade, wenn das Gebäude in dem ich aufgewachsen bin, nicht mehr Ernst gehört.
Vielleicht will er ja doch gen Zweit- oder Drittwohnsitz ziehen, also Australien oder Mallorca.

Gast: ControllerIn
06.02.2011 11:57
2 0

Peinlich

Diese Artikulation der Politiker ist nur noch peinlich, peinlich, peinlich...

"..seinen in Wien bestehenden Lebensmittelpunkt aufzugeben."

eh für die nächste zeit nicht nötig.

und wenn dann der umzug nach krems-stein ansteht: 70 km ist eh so gut wie nichts, da kann man nach wie vor der einfachheit halber wien seinen lebensmittelpunkt nennen.

Gast: Nur mehr Kopfschütteln
06.02.2011 02:04
0 0

Nachtrag zu Globe-Invest-Wolschlager OÖ............

.......http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,294258

Gast: wasistinösterreichlos?
06.02.2011 01:58
1 0

Sind sie nicht ALLE GLEICH???.......

......In OÖ. gibt es fast 4000(Viertausend) Familien die bei Globe-Invest um 34 000 000 Euro(Vierunddreissigmillionen) gebracht wurden - Auch diese Geschädigten warten seit Jahren(wie bei Immofinanz, Meinl usw.) auf Ergebnisse bei der Justiz - Derzeit:0 Ausrede: zu wenig Personal!
Nur nebenbei erwähnt sei, dass dieser Wolschlager sich nach wie vor in Freiheit befindet und in OÖ ein Freudenhaus(Puff) betreibt!
Wäre interessant mit welchem Geld das finanziert wurde!?
http://www.globeinvest.at/downloads/Wirtschaftsblatt_20100823.pdf

Gast: warumgibtesaufdertastatureinDOLLARzeichenaberkeinEUROzeichen???
06.02.2011 01:21
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Nur zur Information.....

.....vielleicht kann man es den Plech ausrichten - das Beinfleisch wäre beim Penny jetzt im Angebot - Normalpreis 4,99 JETZT NUR 2,99!

Antworten Gast: Frau Holle
10.02.2011 14:34
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Re: Nur zur Information.....

glauben Sie, der Plech bräuchte ein neues Wadl, weil schon einige Bisswunden in seinem drin sind ?

 
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