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Flughafen Wien: Stolperstein für dritte Piste

07.03.2011 | 18:46 |  Von Hedi Schneid (Die Presse)

Schwarz-rote Querelen um eine Grenzwertverordnung bremsen die Planung der neuen Landebahn. Die Flughafen-Führung beobachtet die Vorgänge mit Besorgnis. Die Umweltverträglichkeitsprüfung soll noch heuer vorliegen.

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Wien. Der Antrag umfasst 32 Ordner, 35 Gutachter sind am Werk, 55 „Beteiligte“ sind eingebunden – von Ministerien über Anrainergemeinden bis zu den Arbeitsinspektoraten. Die Rede ist aber nicht vom Terminal Skylink, der im November den Probebetrieb aufnehmen soll. Es geht um das nächste Milliardenprojekt des Wiener Flughafens: Die dritte Piste, die wegen der Luftfahrtkrise hintangestellt worden ist, wird angesichts der Erholung des Luftverkehrs ernsthaft angegangen.

Allerdings funkt die Politik, die bei dem von den Ländern Wien und Niederösterreich dominierten Flughafen eine große Rolle spielt und das Milliardendebakel beim Skylink mitverursacht hat, auch bei diesem Projekt dazwischen. Quasi im Landeanflug droht der Schlagabtausch um die Luftverkehr-Immissionsschutzverordnung die seit 2007 laufende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu stören. Die UVP der niederösterreichischen Umweltbehörde soll noch heuer vorliegen.

Die Verordnung, bei der es um Lärmgrenzwerte für die österreichischen Flughäfen geht, wird vom Infrastrukturministerium erstellt – allerdings unter Mitarbeit des Lebensministeriums. Da spießt es sich. Was Experten zufolge nicht nur an unterschiedlichen Expertisen liegt, sondern daran, dass das Infrastrukturressort SPÖ-dominiert ist und das Lebensministerium der ÖVP „gehört“.

Sollte die Verordnung wider Erwarten in den nächsten Monaten doch kommen, müsste die niederösterreichische Umweltbehörde diese laut Gesetz in der UVP berücksichtigen. Fallen die Grenzwerte moderat aus, wäre das kein Problem: „Wir haben uns im Zuge des Mediationsverfahrens für die dritte Piste schon freiwillig auf Werte festgelegt, die unter jenen des Ministerial-Entwurfs liegen“, sagt Flughafen-Sprecher Peter Kleemann zur „Presse“. Würde es strengere, also niedrigere Grenzwerte geben, müsste sich die Umweltbehörde danach richten.

 

Bescheid ohne Lärmverordnung

Die Niederösterreicher wollen dem Vernehmen nach nicht ewig warten. Sie sollen überlegen, den UVP-Bescheid auch ohne Verordnung herauszubringen und notfalls nachzujustieren. Diese Vorgangsweise wird im rot-grünen Wien gar nicht goutiert. Schließlich würde dies die Bürgerinitiativen brüskieren, denen die dritte Piste ohnedies ein Dorn im Auge ist. Weshalb auch zwischen Wien und Niederösterreich der Haussegen schief hängen soll. Johannes Scheuringer, Vizechef der Umweltbehörde, will Polit-Querelen nicht kommentieren: „Wenn die UVP abgeschlossen ist, werden wir sehen, ob die Verordnung da ist. Dann entscheiden wir.“

In Wien gibt es auch Probleme. Der Gemeinderat hat den Bau der dritten Piste genehmigt, so wie die niederösterreichische Landesregierung. Allerdings wurde der Beschluss noch unter der SPÖ-Alleinregierung gefasst. Im rot-grünen Koalitionsüberkommen wird die Piste nicht mehr erwähnt. Jetzt wird diskutiert, ob neu abgestimmt werden muss. „Wir erwarten den UVP-Bescheid gegen Jahresende, das ist der letzte Stand“, sagt Kleemann. Mit dem Bescheid würden auch die Umweltauflagen feststehen. Dann könne man Kosten und Baubeginn festlegen. Schätzungen gehen von 1,2 Mrd. Euro für die Piste inklusive Grundstückskauf aus. Dazu kommt noch eine Fülle von Begleitprojekten – Rollflächen, Straßen-, Sicht- und Lärmschutz, Waldaufforstung, Sicherheitseinrichtungen und die Neutrassierung der B10. Alles in allem ist von bis zu zwei Mrd. Euro die Rede.

Die Flughafen-Führung, die mit der Fertigstellung des Skylink alle Hände voll zu tun hat, beobachtet die Vorgänge mit Besorgnis. Macht doch die AUA-Mutter Lufthansa kein Hehl daraus, dass sie Flüge nach München verlegen würde, sollte Wien keine größeren Kapazitäten bekommen. 2010 stieg die Passagierzahl mehr als der europäische Schnitt – um 8,7 Prozent auf 19,7 Millionen. Für heuer wird ein Plus von fünf Prozent angenommen. 2020 rechnet man mit 23 bis 32 Millionen Reisenden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.03.2011)

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38 Kommentare
 
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Liesinger1
09.03.2011 22:37
0 0

Eine 3. Piste ist wohl die schwachsinnigste Infrastrukturinvestition, die man sich nur vorstellen kann

So sind die 1,2 Milliarden Euro im Artikel eine gezielte Verharmlosung, war doch bereits vor Monaten vom Masterplan des Flughafen die Rede war, wo die 3. Piste und die damit in Zusammenhang stehenden Kosten bzw. Kostenbeteiligung des Flughafens an Infrastrukturprojekten (B10, Fernbahnhof) mit 5 Milliarden Euro projektiert sind. Bei den üblichen "Unschärfen" der Projektschätzungen sind das in Summe 10 Milliarden Euro oder rund 140 MILLIARDEN SCHILLINGE und somit für den Flughafen unbezahlbar.

Das Ergebnis wäre jedenfalls eine enorme Steigerung des Transitflugverkehrs, wo rein rechnerisch rund 700 Flüge nur deshalb über Wien erfolgen, damit man einen Teil der Schulden zahlen kann, während gleichzeitig die Gesundheitskosten im Umfeld des Flughafens dramatisch zunehmen und die Lebensqualität und Lebenserwartung der Menschen im Umfeld des Flughafens dramatisch sinkt!

Der Plan eine 3. Piste direkt an der Grenze zum dichtest besiedelten Gebiet Österreichs zu bauen ist also genauso krank wie krankmachend - auch wenn dieser perfekt in das Sittenbild passt, dass der Flughafen mit Skylink, Mediationsverfahren und dem gezielten Überfliegen von Wien abgibt.

Stattdessen einer 3. Piste könnte man - weit sinnvoller - eine Kooperartion mit Bratislava anstreben, dort stehen schon 2 fertige Pisten, die so gut wie nicht verwendet werden!

Gast: MS
09.03.2011 15:54
0 1

3.Piste

Eines ist wohl klar das die 3.Piste notwendig ist!
Wir sind ein kleiner FH aber wir sollten mit der Zeit gehen und nicht stehen bleiben!
Man sollte nicht wie so manche Politiker alles bremsen und zereden.
Dann ist es wie in vielen Dingen zu spät und kostet das vielfache jetzt handeln! Die Gründe werden nicht billiger und die Anrainer nicht weniger!
Es kann nicht sein das Leute gegen den Bau sind, die teils beschäftigt am FH sind einen günstigen Bauplatz bekommen haben und dann gegen alles protestieren! Leute so geht das nicht! Der FH soll wachsen und Arbeitsplätze sicher und nicht alles bremsen und weggeben!

Antworten Gast: sfliege
03.05.2011 21:47
0 0

Re: 3.Piste

Als der Ausbau des Airport Vie vor 20 Jahren begann hat der Weitblick gefehlt bzw hat es der Gemeinde Schwechat aus Einkommensgründen nicht interssiert das der Flughafen absiedelt wie es unsere Deutschen Nachbarn beim Flughafen München getan haben.Absiedeln und neu bauen wäre und ist die einzig vernüftige Lösung.Schönreden nutz hier niemanden.Auch bringen Transitflüge kaum mehr einkommen für die Ostregion.

Gast: gast
09.03.2011 07:30
1 0

gast

der fluglärm über wien und die randgemeinden ist jetzt schon katastrophal.
kein mensch braucht eine dritte piste, die nur dem transitverkehr dient und die umwelt belastet.

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3. Piste in Wien-Schwechat

Der Artikel bringt einen guten Überblick über die gegenwärtige Situation der UVP und ImmissionsschutzVO: Es wird doch hoffentlich mnöglich sein, dass sich ÖVP und SPÖ bzw GRÜNE in Wien auf eine positive Haltung einigen können!
Die Einwände, die auch von sog. Experten immer wieder aufs Tapet kommen, werden hoffentlich nicht dazu führen, dass das Projekt 3. Piste stirbt!
Es ist nur eine verschwindende Anzahl von Personen, die dagegen sind und laut protestieren, die Meisten werden wohl den Nutzen für die Region einsehen und die auch speziell auf Gemeindebenen mit der FWAG zusammenarbeiten, da ohne 3. Piste Wien und Umgebung wesentliche Entwicklungs-möglichkeiten entgehen werden. Betr. LH: es war eine wesentliche Bedingung für LH, dass die Möglichkeiten von weiteren Entwicklungen durch die 3.Piste gegeben bleiben....

Antworten Gast: colombo
09.05.2011 00:01
0 0

Re: 3. Piste in Wien-Schwechat

Sie meinen wohl die Entwicklungsmöglichkeiten wie bei der
Atomindustrie : alles technisch machbare machen bis uns der Dreck um die Ohren fliegt.Sehr geistreich und weitsichtig und egoistisch !

Antworten retiree
08.03.2011 23:13
0 1

Re: 3. Piste in Wien-Schwechat

@Hr. Dr. Gerhart Siegl
Gratulation!
Ihr Aufruf zu politischen Vernunft sollte auch von den Grünen in Wien mitgetragen werden. Dort gibt es viele konstruktive Persönlichkeiten!
Wien ist UNO-Stadt und zugleich wichtigste Kongressstadt im zentralen Europa. Keineswegs darf die dynamische Entwicklung der ehemaligen Sowjet-Republiken außer Acht gelassen werden. Heute sind dies noch zarte Hoffnungsregionen, doch schon morgen werden diese bevölkerungsreichen Staaten in der Weltwirtschaft kräftig mitmischen! Wien liegt geografisch und politisch, mitten drinnen!!!
Wer diese essentiell wichtige Flughafeninfrastruktur (Parallelpiste) verschläft, verspielt die Zukunft unseres Landes! Österreich darf nicht zur Klein-Provinz Europas degenerieren!

Antworten Antworten Liesinger1
09.03.2011 10:20
0 0

Gegen die Interessen der Bevölkerung zu handeln hat nichts mit politischer Vernunft zu tun

Eine 3. Piste wird von der Mehrheit der Bevölkerung mit guten Gründen abgelehnt. Und volkswirtschaftlich ist eine 3. Piste zur Förderung des Transitflugverkehrs genauso unvernünftig, unsozial und undemokratisch wie die Flugroutenverlegung nach Liesing.

Oder ist unter politischer Vernunft die Berücksichtung der Finanzierung von Parteiveranstaltungen wie dem SP-Donauinselfest durch den Flughafen zu verstehen?

Dafür sind die Grünen die falsche Partei - Pech für die Flugverkehrslobby, die sich noch dazu durch den Skylink-Skandal und die Flughafen-Mediation völlig unglaubwürdig gemacht hat.

Antworten Liesinger1
08.03.2011 18:41
1 0

Der Artikel ignoriert die Gesundheitsschädlichkeit des Flugverkehrs

Der Artikel ist keineswegs ausgewogen sondern bringt recht einseitig die Sichtweise der Aviation Group ohne auf die Problematik der gesundheitsschädigenden Emissionen (Feinststaub, Fluglärm) des Flugverkehrs einzugehen, der das Risiko für eine Reihe von schweren Erkrankungen deutlich stärker erhöht als das inzwischen verpönte Zwang zum Passivrauchen.

Konkret sind das Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Depression und Brustkrebs, für die nicht nur Nachtfluglärm sondern auch Fluglärm unter Tags das Erkrankungsrisiko beträchtlich erhöht. Und das nicht nur in Pistennähe sondern auch noch 25 km vom Flughafen entfernt.

So dicht wie Wien und dessen Umgebung besiedelte ist, geht jeder weitere Ausbau des Flughafens auf Kosten der Lebensqualität und Gesundheit von 100.000 er Menschen. Was letztlich auch zur Lasten aller Staatsbürger geht, denn die dadurch entstehenden Gesundheitskosten für die Allgemeinheit fehlen woanders.

Und von der mit der 3. Piste geplanten Verdreifachung hat der einfache Bürger nichts.

Womit sich die Frage stellt, ob nicht die Bauwirtschaft und Banken trotz ihrer Machtfülle in der Minderheit sind? Eine für alle zugängliche Abstimmung im Bezirksjournal hat mit 94% Ablehnung der 3. Piste schon vor dem Skylink-Skandal klar zum Ausdruck gebracht, wer hier in Wirklichkeit in der Minderheit ist.

Und zu glauben, dass man erwiesenermaßen gesundheitsschädlichen Fluglärm einfach so verordnen kann, ist einfach Realitätsverweigerung.

Antworten Antworten retiree
08.03.2011 23:37
0 1

Re: Der Artikel ignoriert die Gesundheitsschädlichkeit des Flugverkehrs

Übersensibilität gegen Fluglärm hat zu 100 Prozent keine organischen sondern vielmehr neurotische Ursachen. Wenn man sich unnotwendigerweise über Fluglärm aufregt, führt dies oft zu autoindizierten Neurosen. Deshalb rate ich Ihnen, immer „cool“ zu bleiben.
Sprechen Sie einmal mit Flughafen-Anrainern. Sie werden fast immer die Meinung hören: „ja, ich sehe sehr oft Flugzeuge, doch deren Lärm stört nicht, ich nehme die Jets deshalb auch nicht mehr bewusst wahr.“
Was Ihren vermeintlichen Zusammenhang Fluglärm mit Krebs betrifft, so ist diese Schlussfolgerung unzulässig; die Ursachen dieser Krankheit sind nach wie vor unerforscht.

Antworten Antworten Antworten Liesinger1
09.03.2011 08:37
0 0

Fluglärm ist wissenschaftlich nachweisbar gesundheitsschädlich

das belegen eine ganze Reihe von unterschiedlichsten wissenschaftlichen Studien.

Selbst wenn es einem gelingt, Fluglärm für sich selbst zu verharmlosen, in dem man diesen zu ignorieren versucht, schützt das nicht vor schweren Gesundheitsschäden. So führt Fluglärm selbst im Schlaf zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Und dieser ist wiederum die Ausgangsbasis für eine Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle.

Und was Fluglärm und Krebs betrifft, ist der Zusammenhang für Brustkrebs nicht nur statistisch mehr als signifikant sondern auch naheliegend. Denn einerseits hat man herausgefunden, dass Lärm genau jenen Teil des Immunsystems reprimiert, der entartete Zellen also Krebszellen zerstören kann, andererseits produziert der Flugverkehr Unmengen an Feinstaubpartikel die stark krebserregend sind.

Der Flugverkehr von Wien Schwechat proudziert auch schon ohne 3. Piste genau so viele krebserregende Partikel wie der gesamte PKW Verkehr in Wien und Niederösterreich zusammen. Mit einer 3. Piste wäre mindestens eine Verdoppelung zu erwarten...

Und das Depressionen vom permanenten Gedröhne und dem "Einsperren" der Menschen hinter Schallschutzfenster nicht besser werden, ist auch naheliegend.

Vielleicht hilft es ja in anderen Situationen cool zu bleiben, zum Beispiel bei Postings die ihren Mangel an Argumenten durch an Dummheit grenzenden Realitätsverweigerung ausgleichen, gegen die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Flugverkehrs hilfts leider nicht.

Antworten Antworten Antworten retiree
09.03.2011 00:40
0 0

Re: Re: Der Artikel ignoriert die Gesundheitsschädlichkeit des Flugverkehrs

Korrektur; statt fälschlich "autoindiziert" ist selbstverständlich "autoind u ziert" = hier .. selbstausgelöst, gemeint

Antworten Antworten Liesinger1
08.03.2011 18:45
0 1

Vervollständigung

Und von der mit der 3. Piste geplanten Verdreifachung des Transitflugverkehrs hat der einfache Bürger nichts.

Antworten Gast: WODAN
08.03.2011 16:12
1 1

Re: 3. Piste in Wien-Schwechat

Herr Dr. Gerhart Siegl, sie sind auch einer der diese unnötige 3. Piste dürchzwängen will. Es ist und bleibt ein Fakt, dass die grossen Passagierströme heute wie auch in Zukunft an Wien vorbeifliegen werden. Wien ist viel zu weit im Osten Europas, die grossen Jets fliegen nach Paris, London, Zürich, Madrid, München und Frankfurt

Gast: laaerberg
08.03.2011 13:20
1 1

Status von Wien

ad retiree: Warum fürchten sie, dass Wien eine unbedeutende Hauptstadt 3. Kategorie werden könnte? Wien ist schon eine unbedeutende Hauptstadt 3. Kategorie! Was daran ein Flughaften ändern sollte, ist mir schleierhaft.

Wien hat mit Österreich als "Hinterland" ein Einzugsgebiet mit ca. 8 Mio Einwohnern. Da liegen etliche europäische Städte schon ohne Hinterland darüber. Der einzige Sinn für ein Wachstum des Flughafens Wien liegt in der Ausweitung des Transitverkehrs. Was ein bloßer Umsteigeverkehr für Wien an wirtschaftlichem Aufschwung bringen kann, bleibt mir verborgen. Der einzige Profiteur wäre die FWAG, sofern sie nicht an der Erhöhung des Verschuldungsgrads durch eine 3. Piste erstickt - und der Steuerzahler wie bei der AUA einspringen darf, um die Pleite abzufangen. Bei veranschlagten 2 Mrd. Euro Erweiterungskosten dürfen wir nach den Skylinkerfahrungen ruhig die Summe verdoppeln. Dabei bietet sich eine Kooperation mit dem unausgelasteten Flughafen Bratislava, etwa für den Transitverkehr, als sicher kostengünstigere Variante an; aber das zu realisieren würde ja Geschaftstüchtigkeit und unternehmerische Phantasie voraussetzen, anstelle von Größenwahn.

Antworten retiree
08.03.2011 13:53
0 0

Re: Status von Wien

Hallo @Laaerberg
Es kommt nicht nur aufs Hinterland an, wie Sie dies so darstellen; die Schweiz (der Flughafen Zürich) hat so gesehen weniger Hinterland (CH 7 Mio, A 8,5 Mio) und ist trotzdem international betrachtet ein sehr bedeutender Airport.
Wien würde, -käme keine Parallelpiste-, mit Garantie im internationalem Ranking weit zurückfallen. Dies beträfe indirekt über eine schwächere Umwegrentabilität (Steuersystem, Wirtschaftsleistung) alle österreichischen Staatsbürger! Auch jene, die am Laaerberg wohnen und gelegentlich in den Urlaub fliegen!

Antworten Antworten Gast: Gast Anrainer
10.03.2011 10:33
1 0

Re: Re: Status von Wien

Sehr geehrter Herr Retiree,
Sie sprechen immer von der Notwendigkeit einer Paralellpiste.

Wien hat 2 bereits "paralell" voll funktionsfähige Pisten. Diese sind zwar geogrfisch nicht paralell laufend, dennoch können beide Pisten gleichzeitig beflogen werden. Ich sehe nun nicht den Sinn bzw. die Notwendigkeit eine 3. Piste die paralell zu einer der bereits bestehenden Piste läuft.

Desweiteren sollte bedacht werden, dass es sich bei der 3. Piste, eigentlich nur um eine Verlegung einer der bereits bestehenden Piste handeln wird, da die bereits bestehende Piste 16/34 nicht mehr voll genützt werden soll.

Antworten Antworten Antworten Liesinger1
10.03.2011 22:13
0 0

Die geplante 3. Piste legt die zur Entlastung Wiens aus Steuermitteln finanzierte 2. Piste still

dem Flughafen ist es somit gelungen die umweltunverträglichere Pistenvariante einzureichen, wäre doch auch laut dem Fluglärmbefürworter Valentin die 1. Piste nicht genehmigungsfähig. Mit dem eingereichten Variante würde diese sogar noch einzementiert.

Darüber können auch die Unmengen teures Papier, dass der Flughafen produzieren hat lassen, nicht hinwegtäuschen!

Gast: Plach2
08.03.2011 12:20
0 0

Wieder einmal verursachen die Proporzmanager von SPÖ+ÖVP

und die von ihnen bestellten Parteigünstlinge (Beamte) auf Kosten des Steuerzahlers ein Chaos!

Gast: gast
08.03.2011 10:55
0 1

neues desaster bahnt sich an

zuerst der skylink-skandal, verursacht von unfähigen flughafenmanagern und politikern und gegenstand von kriminalpolizeilichen ermittlungen.
das derart "erfolgreiche" skylinkteam -mit kleinen änderungen- wird jetzt mit voller kraft die 3. piste angehen.
wie das enden wird, kann man erahnen.
ganz abgesehen davon braucht man die 3. piste in etwa so dringend, wie das sprichwörtliche wimmerl am a...
bei besserer koordination und einer optimierung der flugrouten könnte man einerseits die bereits vorhandene infrastruktur besser nützen und die lärmgeplagte Bevölkerung - auch in Wien Liesing -
entlasten.
glaubt jemand im ernst, dass die lufthansa wien weiterhin zum nachteil münchens forcieren wird ?
falls die lufthansa einen wettbewerbsvorteil in münchen erblickt, wird wien - auch mit 3. piste - sofort zurückgefahren. selbslosigkeit ist im geschfäftsleben eine unbekannte qualität.

Gast: gast
08.03.2011 10:15
0 1

Absiedeln

Der Flugahfen Wien hätte vor dem Ausbau, wie im Jahre 1992 in München, vom Ballungszentrum Wien abgesiedelt und neu errichtet gehört.
Das war allerdings nicht im Interresse der Kommunalpolitiker.

Liesinger1
08.03.2011 09:26
0 1

Zuerst sollte einmal vernünftiger geflogen werden

Solange der Flugverkehr in Wien und Niederösterreich über dichtest besiedeltes Gebiet verläuft, sollte man über eine Ausweitung des Flugverkehrs nicht einmal ernsthaft nachdenken.

Statt Investitionen, die sich weder Flughafen noch die Länder Wien und Niederösterreich leisten können (geplante Summe laut Flughafen Masterplan = 5 Milliarden Euro - noch ohne 2. Skylink) sollten endlich dicht besiedelte Gebiete umflogen und die Menschen, die dann noch immer unzumutbaren Fluglärm ausgesetzt sind, fair entschädigt werden.

Denn gerade die mit der 3. Piste im Zusammenhang stehende Flughafen-Mediation hat zu einer allgemeinen Verschlechterung der Situation geführt. Beispielsweise alleine 100.000 neue Fluglärmbetroffene durch die Flugroutenverlegung nach Liesing. Verbesserungen gab es nur für jene, die das Glück haben, in unmitttelbarer Nähe von Herrn Kaufmann (Ex-Vorstandssprecher Flughafen Wien) und Herrn Zemsky (Austro Control Vorstand) zu wohnen - siehe http://kurier.at/nachrichten/wien/2056665.php

retiree
08.03.2011 01:41
0 0

guter, neutraler Artikel der Presse

Immer wieder wird über den Flughafen Wien-Schwechat in einigen Medien mit geringer Kompetenz desinformiert. Das ist bei obigem Presse-Beitrag absolut nicht der Fall!
Beachtenswert ist speziell der letzte Absatz!
Er beleuchtet die Notwendigkeit einer dritten Piste (= Parallelpiste)!

Antworten Gast: Liesinger1
08.03.2011 08:37
0 1

TU-Studie belegt: 3. Piste unnötig

Für die 3. Piste gibt es derzeit nicht die geringste Notwendigkeit, dazu gibt es auch eine Studie der TU-Wien, die zeigt, dass auch mit einem 2-Pistensystem mehr als ausreichend Wachstumspotential vorhanden ist.

Im übrigen sehe ich nicht das Problem, wenn das Wachstum woanders (München, Bratislava) stattfindet, denn unterm Strich ist zusätzlicher Transitflugverkehr genauso ein Verlustgeschäft für den Steuerzahler wie der Transitverkehr in Tirol: teuere Investitionen in die Infrastruktur zur Zerstörung der Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung.

Mit dem gleichen Geld (zuletzt 500 Mio Euro für die AUA) könnte man auch woanders weit mehr Arbeitsplätze schaffen, als ausgerechnet in der defizitären Luftfahrtbranche.

Antworten Antworten retiree
08.03.2011 11:40
0 0

Re: TU-Studie belegt: 3. Piste unnötig

@Liesinger1
Bei Studien verlasse ich mich eher auf die Meinung der vom Flugverkehr unmittelbar Betroffenen. Nur die können alle Unwägbarkeiten und alle Auswirkungen eines Investitionsprojektes (auch wirtschaftlich!) gesamtheitlich beurteilen!
Wenn schon die AUA (LH) davon ausgeht, dass sie bei Nichterrichtung einer Parallelpiste (dritten Piste) Flugverkehr von Wien nach München abziehen wird, ist bereits Feuer am Dach. Wien ist dann dazu verurteilt, zu einer unbedeutenden Hauptstadt dritter Kategorie zu werden!

Antworten Antworten Antworten Liesinger1
08.03.2011 12:11
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Re: Re: TU-Studie belegt: 3. Piste unnötig

Dass die AUA eine 3. Piste fordert ist unstrittig. Und im Flughafenmasterplan gibt es auch eine 4. Piste.

Die Flugverkehrslobby möchte auch das Flugbeschränkungsgebiet und die Nachtflugregelung aufweichen.

Nur weil etwas im Interesse der Flugverkehrslobby ist, ist es aber noch nicht sinnvoll und notwendig!

Paradebeispiel ist die Flugroute über Liesing. Auch die wurde von der AUA gefordert und in der Flughafenmediation beschlossen. Von echter Notwendigkeit kann hier aber noch lange keine Rede sein. So ist es rein rechnerisch nicht nachvollziehbar wozu 5 Flugrouten nach einer Linkskurve tatsächlich notwendig sein sollten. Und auch Expertenpostings aus dem Bereich der Austro Control belegen, dass stattdessen für maximale Kapazität die gleichzeitige Verwendung der Piste 34 für jene Destinationen optimal ist, die just sonst über Liesing gehen. Und das findet sich auch im Pistenbelegungsplan so, wo zu ersehen ist, dass parktisch nur bei Winstille über Liesing gestartet wird - nicht aber bei Nordwest oder Südostwind.

Wer also glaubt von der Flugverkehrslobby unabhängige Expertenmeinungen zu hören, ist auf dem Holzweg.

Gleiches gilt auch für die 3. Piste, bei der eine Studie der TU-Wien verschiedene Pistenkonfigurationen verglichen hat und bei der logisch nachprüfbar ist, wie man zu einer Maximalkapzität des 2 Pistensystems (ohne Nachtflüge) kommt, die weit über den derzeitigen Flugaufkommen liegt.

 
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