Rettungsschirm: Haftung für den Euro wird verdoppelt

14.03.2011 | 18:31 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Österreich haftet künftig mit 25 Milliarden Euro für angeschlagene Euroländer. Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP sind sich über diesen Schritt einig. Das Risiko einer neuen Bankenkrise macht das dringend nötig.

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Brüssel. Haben die Chefs der 17 Euroländer bei ihrem Sondertreffen in der Nacht von Freitag auf Samstag die Schuldenkrise der Eurozone beigelegt?

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Glaubt man den Aussagen der Politiker, schon. Liest man allerdings den aktuellen Bericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (der „Zentralbank der Zentralbanken“), so verdichten sich die Anzeichen für eine weitere Verschärfung der Krise. Denn die Volkswirtschaften von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien bekommen immer weniger Geld von ausländischen Banken.

Denn die deutschen, französischen und sonstigen Banken haben wachsende Zweifel daran, dass die Regierungen dieser vier Staaten ihre öffentlichen Haushalte sanieren und ihre Schulden bezahlen können. Und damit steigt das Risiko, dass die Anleihen dieser vier Länder schon bald für gewaltige Probleme in den Bilanzen ihrer ausländischer Gläubigerbanken sorgen werden.

 

Österreichs Schulden steigen

Die unmittelbar wichtigste Einigung der Euro-Chefs besteht darin, die Haftungen für den Euro-Hilfsmechanismus EFSF (European Financial Stability Facility) so auszuweiten, dass der EFSF tatsächlich Anleihen im Wert von 440 Milliarden Euro aufnehmen kann, um Hilfsprogramme wie das seit Ende 2010 laufende für Irland zu finanzieren. Für Österreich bedeutet das eine Verdoppelung der Haftung von derzeit 12,24 Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro. Das bedarf zwar eines Beschlusses des Nationalrates, doch sind sich SPÖ und ÖVP über diesen Schritt einig.

Die österreichische Staatsschuldenquote wird dadurch heuer um 0,1 bis 0,2 Prozent steigen, sagte der Sprecher von Finanzminister Josef Pröll zur „Presse“. Denn laut einer Entscheidung des EU-Statistikamtes Eurostat vom 27.Jänner ist die tatsächliche Schuldaufnahme durch den EFSF (also der Wert der Anleihen, die er begibt) anteilig den Euroländern zuzurechnen, die dafür haften. Österreichs Anteil an den heurigen Auszahlungen des EFSF an Irland betragen nach den derzeitigen Planungen rund 400 Millionen Euro. Um diesen Betrag steigt folglich die österreichische Staatsschuld.

 

Die nächste Bankenkrise rollt an

Damit erhält der in Luxemburg ansässige EFSF unter Führung des deutschen Finanzbeamten Klaus Regling mehr „Feuerkraft“, um etwaige weitere Hilfsprogramme nach dem irischen Vorbild bezahlen zu können.

Und hier kommt der neue Bericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich ins Spiel. Er hält fest, dass die ausländischen Banken von Juli bis Ende September 2010 ihre Kredite an die vier Problemstaaten um 39 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) oder 2,4Prozent gekürzt haben. Der Großteil dieses Rückgangs war darauf zurückzuführen, dass die Banken den Banken in den vier Ländern weniger frisches Geld gaben.

Das legt den Verdacht nahe, dass die anstehenden Bankenstresstests, deren Ergebnisse vor dem Sommer veröffentlicht werden, in den Büchern europäischer Banken schwere Probleme zutage bringen werden. Denn wer sollte die tatsächliche Lage der Banken und sonstigen Unternehmen in Irland, Griechenland, Portugal und Spanien besser kennen als deren Gläubiger? Zur Veranschaulichung dieses Problems, das vom kriselnden Rand der Eurozone in ihren Kern vordringen könnte: Die deutschen Banken hatten zum Stichtag 30.September 2010 in Portugal 18,1 Milliarden Dollar Kredit an lokale Banken ausständig, in Spanien 85,8 Milliarden Dollar und in Irland 57,8 Milliarden Euro. Frankreichs Kreditinstitute wiederum kreditierten dem griechischen Nicht-Bankensektor 42,1 Milliarden Dollar und Spaniens Banken 55,8 Milliarden Dollar.

 

Kosmetik für den Euro-Hilfsfonds

Ein bisschen mehr Flexibilität bekommt der EFSF, indem er fortan seinen „Patienten-Ländern“ direkt Staatsanleihen abkaufen darf, wie die Euro-Chefs beschlossen. Das ist aber nur Kosmetik. Denn es ist im Ergebnis gleich, ob er im Rahmen eines Sanierungsplans Kredit gewährt oder Anleihen kauft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2011)

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22 Kommentare

Hat irgend jemand eine Ahnung, woher Österreich diese 12,241 Milliarden Euro hernehmen soll, wenn diese Haftung schlagend wird?


2 0

Es gibt keine Schuldenkrise!

Außer man bezeichnet es als "Krise", wenn daß die Exponentialfunktion gegen unendlich steigt. Böse Exponentialfunktion!

http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins#Exponentieller_Schuldenanstieg

http://www.steuerboykott.org

Gast: Michael Kohlhaas
15.03.2011 03:16
4 0

Der Exportgewinn von 41 Jahren wird verschenkt

Diese 25 Mrd müssen, da sie ins Ausland fließen, auch im Ausland verdient werden.Wenn wir alle Löhne produktiver Angestellter addieren, kommen wir auf 66 Mrd p.a.
Bei 50% Nutzung für Exporte 33Mrd. Bei Gewinnspanne 2% können wir 600 Mio p.a. verdienen. Um das Geschenk unserer Politiker zurückzuzahlen, muß also der Exportgewinn von 25/0,6= 41 Jahren geopfert werden!
Wer bezahlt unsere Politiker eigentlich, daß sie solche Geschenke machen?

Lügen Lügen Lügen

Der Rettungsschirm wird überhaupt nicht vergrössert er war vorher schon 440 Milliarden. Nur Österreich muss doppelt soviel zahlen wie bisher (haften und zahlen sind in diesem Fall dasselbe), wir sind halt wieder die Idioten der EU.

Ein Kanzler Strache würd sich das nicht gefallen lassen.

Das schlimme an solchen Katastrophen wie in Japan ist auch

dass sie von Schurken (Gaddafi), volksverachtenden Poltikern (EU) und allen lichtscheuen Gesindel sofort ausgenützt wird um ihre schmutzigen Geschäfte im dunklen Schatten tausender Tote zu erledigen.

So etwas muss man sich merken und bei Wahlen seine Konsequenzen ziehen, weil dieses Verhalten darf sich nicht lohnen.

Re: Das schlimme an solchen Katastrophen wie in Japan ist auch


Ausgenutzt wird es doch in erster Linie von unserer schwarzroten Bundesregierung und den Grünen !


Gast: Hubertus
14.03.2011 22:53
6 0

Wieso 25 Mrd €?

Der Anteil österreichs an der Eurozone ist doch nicht 5 %. Wieso haften wir dann mit 5%?

Gast: Steirer12345
14.03.2011 22:21
6 0

Frechheit

Diese Regierung ist eine katastrophale Zumutung für Otto Normalverbraucher.
Jeder weis, dass weder Grichland noch Irland jemals die Zinsen zahlen kann, geschweige die Kredite.
Die Länder haben sich durch Ihre verfehlte Politik ins Abseits bewegt und wir, die wir gespart haben müssen dies nicht mit Haftungen finanzieren.

Diese werden zu 100% schlagende

Gast: Alfonso2
14.03.2011 22:12
3 0

Maßnahmen die wirken sind gefragt.

Wie intelligente andere schon vor langer Zeit herausgefunden haben, bleibt letztlich, zweckmäßig nur

a) die Realwirtschaft stärken;
b) Finanzbranche (Zocker) einschränken;
c) eindeutige Konsequenzen für Misswirtschaft durchsetzen;

alles andere ist und bleibt Kosmetik, welche
w i r alle (keinesfalls die oberen 10 %)
bezahlen werden.

Gast: neindanke
14.03.2011 22:11
5 1

die casinobanken und spekulanten sind schon wieder in feierlaune- also her mit den milliarden steuergeldern.

Spekulanten und geldhaie in den casinobanken müssen von den steuerzahlern gerettet werden. wo bleiben die volksabstimmungen?Faymann(SPÖ) versprach immer- die verursacher müssen die finanzkrise bezahlen nicht die arbeitnehmer! na wer zahlt nun? nur die steuerzahlenden asvg arbeitnehmer werden zur Kassa gebeten. ein spekulantenhilfspaket jagt das andere, täglich werden neue horrormeldungen aus der EU gemeldet und faymann freut sich über den österreichischen Beitrag v. 25 Milliarden Euro. die asvg Pensionen werden massiv verschlechtert und da es nur mehr nach dem willen der finanzmärkte geht, sollen die menschen länger arbeiten , mehr steuern zahlen, weniger oder gar keine pensionen mehr bekommen und am besten sollen sich die arbeitnehmer mit 65 oder 70 wenn es nicht mehr geht, in den abgrund stürzen. wann wachen die gewerkschafter auf, oder ist man man mit der SPÖ Lobbypartei oder den kapitalmärkten so verbunden, dass man auch nichts mehr tun kann.
Es ist einfach unglaublich, dass die politik in so kurzer zeit, jahrzehnte aufbauarbeit und sozialem wohlstand kaputt macht. faymann lächelt u. gusenbauer ist nun der beraterexperte in kasachstan und die eu finanzlobby kann fuhrwerken wie immer. verzocken, verspekulieren alles wurscht. Man kann sich dann ohne probleme sowieso die steuergelder von der politik abholen. als kleines dankeschön können dann die finanzlobbys über die medien noch ihre schmutzigen beschimpfungen gegen den sozialstaat und staatlichen pension loswerden.

Gast: g
14.03.2011 21:40
5 0

EIN BISSERL VIEL VON UNSERM GELD



FÜR LAPPISCHE KOSMETIK !

Schlechten Billionen gute Milliarden hinterhergeworfen

Schlechten Billionen gute Milliarden hinterhergeworfen

http://www.biallo.at/artikel/Kredit/vermoegensverwalter-joerg-bohn-schlechten-billionen-gute-milliarden-hinterhergeworfen-.php


Den Euro verteidigen, koste es was es wolle

Angriff auf die EU..............

http://www.biallo.at/artikel/Kredit/angriff-auf-die-eu-den-euro-verteidigen-koste-es-was-es-wolle.php

Von allen guten Geistern verlassen?

Wieunsere Politikerklasse den Euro vernichten wird....

http://www.biallo.at/artikel/Kredit/von-allen-guten-geistern-verlassen-wie-politiker-den-euro-vernichten.php

Quo vadis Rettungsschirm

Griechenland, Irland, Portugal, Spanien - und dann?

http://www.biallo.at/artikel//quo-vadis-rettungsschirm-griechenland-irland-portugal-spanien---und-dann-.php

Völlig von den Socken!

Die analytischen Fähigkeiten eines Herrn Nowotny sind bescheiden! Ganz zu schweigen von Faymann und Pröll, welche völlig überfordert sind. Um die Faulenzer des Südens zu füttern werden unsere eigenen Leute ausgepresst und entmündigt!! Jeder Volksvertreter, welcher im Parlament diesen Schwachsinn mitträgt, wird auch vom Volk dafür zur Verantwortung gezogen werden. Hinter der eigenen Dummheit verstecken wird dann nicht mehr helfen.
Vollbremsung jetzt!!!!

Antworten Gast: @gebirgsjäger
15.03.2011 00:15
3 0

Re: Völlig von den Socken!

sie überschätzendie Möglichkeit österreichischer, EU-Politik.

Die dortigen Figuren sind Agenten des Finanzkapitals, und dürfen nur in engen Grenzen überhaupt was bestimmen.

Wie wars bei der "Euro-Rettung"?

Der fettgefressene Finance-minister fuhr plötzlich nach Brüssel, um 2 in der Früh war dann irgendeine "Abstimmung" in einem Hinterzimmer.
Am nächsten Tag erklärte der übernachtige, erschöpfte Finanzminister, "dass das Vaterland und der Euro gerettet ist"!

also ich halte die nationalen Politiker für NICHT fähig, irgendwas da zu durchschauen!!

Warum soll der Euro "gerettet" werden, indem man Bankrott-staaten hunderte Milliarden Euro nachschmeisst?

Diese logische Frage hat sich wohl noch kein Finanzminister der EU gestellt - oder er darf sie sicht nicht stellen!!

Ich glaube, das sind alles Musiker in einem schon längst ausser Takt geratenen Orchester; jeder bläst und fidelt irgendwie weiter - nach einem geheimnisvollen Dirigismus, kennt sich schon nicht mehr aus, in welchem Abschnitt des musikstückes man sich befindet, aber macht irgendwie nach dem Taktstock des Zeremonienmeisters (aus USA) weiter....

Die wissen alle, dass sie nur eine begrenzte Lizenz haben, die ihnen von der Partei, und der EU (als Lizenzgeber) ausgestellt wurde.

deshalb musste auch Finanzminister Pröll stolz verkünden:
"Mit den 2 Milliarden Euro Geschenk an Griechenland wurde UNSER Wohlstand gerettet"!!

Absurd das ganze...

Antworten Gast: Erratum
14.03.2011 23:01
5 0

Re: Völlig von den Socken!

Die sind nicht dumm, da tun sie denen unrecht.
Wir werden von Verbrechern regiert. Das sind eigentlich Volksschädlinge, weil sie das Vermögen der arbeitenden Menschen verschleudern.
Apropos Nowotny; der würde ohne Parteibuch höchstens am Bankschalter Sparbücher ausstellen...

Antworten Antworten Gast: garstig?
15.03.2011 09:20
1 0

Re: Re: Völlig von den Socken!



erratum, sie tun dem bankschalter unrecht. ich seh' den novotny eher mit dem wischmop patschert hantieren !

Gast: Blankenstein Husar
14.03.2011 17:53
6 0

Das darf doch nicht wahr sein!! NEIIIN!!!!

Wir müssen DRINGENDST verhindern, von 15 auf 25 Mrd. Euro Haftung zu gehen!!!

Diesen zum Untergang verdammten EU Moloch mit noch mehr Geld zu füttern, ist ein weiteres Verbrechen am österreichischen Steuerzahler!!

Jagt die Baggage endlich aus der Regierung!!!

Gast: nawassolls
14.03.2011 16:13
4 0

europolitik und finanzlobbys demolieren die eu staaten- arbeitnehmerinteressen und asvg pensionen werden nachhaltig den banken geopfert


Spekulanten und geldhaie in den casinobanken müssen von den steuerzahlern gerettet werden. wo bleiben die volksabstimmungen?Faymann(SPÖ) versprach immer- die verursacher müssen die finanzkrise bezahlen nicht die arbeitnehmer! na wer zahlt nun? nur die steuerzahlenden asvg arbeitnehmer werden zur Kassa gebeten. ein spekulantenhilfspaket jagt das andere, täglich werden neue horrormeldungen aus der EU gemeldet und faymann freut sich über den österreichischen Beitrag v. 25 Milliarden Euro. die asvg Pensionen werden massiv verschlechtert und da es nur mehr nach dem willen der finanzmärkte geht, sollen die menschen länger arbeiten , mehr steuern zahlen, weniger oder gar keine pensionen mehr bekommen und am besten sollen sich die arbeitnehmer mit 65 oder 70 wenn es nicht mehr geht, in den abgrund stürzen. wann wachen die gewerkschafter auf, oder ist man man mit der SPÖ Lobbypartei oder den kapitalmärkten so verbunden, dass man auch nichts mehr tun kann.
Es ist einfach unglaublich, dass die politik in so kurzer zeit, jahrzehnte aufbauarbeit und sozialem wohlstand kaputt macht. faymann lächelt u. gusenbauer ist nun der beraterexperte in kasachstan und die eu finanzlobby kann fuhrwerken wie immer. verzocken, verspekulieren alles wurscht. Man kann sich dann ohne probleme sowieso die steuergelder von der politik abholen. als kleines dankeschön können dann die finanzlobbys über die medien noch ihre schmutzigen beschimpfungen gegen den sozialstaat und staatlichen pension loswerden.

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