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Boltz: "Energie-Autarkie ist zum Scheitern verurteilt"

25.03.2011 | 18:16 |   (Die Presse)

E-Control-Chef Boltz ist für eine EU-weite Energielösung, mehr Effizienz und den beschleunigten Ausbau von Leitungen: "Nationale Lösungen wie die Energie-Autarkie eines Landes sind zum Scheitern verurteilt."

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Wien/Jaz. Mit Verwunderung hat E-Control-Chef Walter Boltz die politische Diskussion in Folge der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima beobachtet: „Die dabei aufgekommenen Idee, dass Österreich gar keinen Strom mehr importieren soll, ist unsinnig. Gerade erneuerbare Energieträger können nur im Rahmen eines EU-weiten Netzes funktionieren“, sagt Boltz. So müssten etwa die heimischen Pumpspeicherkraftwerke für überschüssigen Windstrom aus Deutschland zur Verfügung stehen. Ansonsten würde diese Technologie teurer werden. „Nationale Lösungen wie die Energie-Autarkie eines Landes sind daher zum Scheitern verurteilt.“

Ein gutes Beispiel dafür sei die Abschaltung von sieben alten AKW in Deutschland: „Seither importiert Deutschland rund 2000 Megawatt mehr aus Frankreich.“ Und dieser Strom werde ebenfalls in Atomkraftwerken produziert. Sinnvoll ist laut Boltz hingegen das deutsche „Netzbeschleunigungsgesetz“, mit dem der Ausbau der Hochspannungsleitungen schneller vorankommen soll: „Es geht hier nicht um ein Drüberfahren über Anrainer-Interessen.“

 

Heizungspumpen auch im Sommer

Es gebe aber noch viele andere Möglichkeiten, um Genehmigungsdauern zu verkürzen. So könnten Verfahren eine gesetzliche Maximaldauer haben. Wird sie von der Behörde nicht eingehalten, springt das Verfahren automatisch auf die nächste Instanz.

Die wichtigste Maßnahme, um die Abhängigkeit von Atomkraft zu verringern und die Klimaziele zu erreichen, ist laut Boltz aber mehr Energieeffizienz: „Wir müssen zumindest das jährliche Stromverbrauchswachstum von rund zwei Prozent endlich stabilisieren.“ Vor allem bei Haushalten und Gewerbebetrieben sieht er große Potenziale – etwa die Millionen Heizungspumpen, die oft auch im Sommer durchlaufen, obwohl die Heizung abgedreht ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2011)

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3 Kommentare
Gast: Otto F. Krammer
26.03.2011 05:43
1 3

Pumpspeicherpotential nördlich der Donau nutzen!

Zwischen Linz und Wien, nördlich der Donau, um den Weinsberger Wald, schlummert ein Pumpspeicher Potential von etwa 4,7 TWh, welches es zu erschließen gibt.
Nach vorläufigen Berechnungen und Einschätzungen, wäre dies die Lösung, ganz Europa mittels PV und Wind, energieautark machen zu können.
An die 65km² Speicherfläche wären dort möglich, welche aus dem Donauwasser beaufschlagt werden könnten.
Dieses Vorhaben ist allerdings gewaltig und wäre in mehreren Baufasen anzugehen, indem sich die europ. Energiewirtschaft sich dieses Projektes annimmt.
Kartenskizzen als Information dazu sende ich, bei Angabe einer WebSite, als Kopie aus der A-Map mit OVL-Einträgen.

Antworten Franziskus
27.03.2011 23:12
1 0

Re: Pumpspeicherpotential nördlich der Donau nutzen!

Wenn sie meinen
-"ganz Europa mittels PV und Wind, energieautark machen zu können"-

dann sind sie ein ausgemachter Traumtänzer.

1.) Müssen sie erstmals noch einen Platz finden wo ein Winrad aufgestellt werden kann/darf, ohne dass sie die Anrainer sofort zum Teufel jagen.

2.) Müssen sie hier noch erklären woher sie die energie nehmen, bei windstille, nachts u. bei nebel.
Windkraftwerke erzeugen bekanntlich nur an 1500 h Strom, von notwendigen 8760 p.a.

3.) Sollten Sie zuerst die Bürger des
65 km2 großen Stausees fragen, was die von ihrer Idee halten.

Es gibt viele idiotische Einfälle im Zusammenhang mit den "Erneuerbaren" diese schlägt aber alles.

Antworten Antworten Gast: @Periskop/Hans Dampf!
30.03.2011 11:14
0 0

Re: Re: Pumpspeicherpotential nördlich der Donau nutzen!

Habn wohl Milchmädchen-Mathematik studiert!
Dampfgeschwader und Atomstrahlung gehören in die Vergangenheit.

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